Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

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Flohry82
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Flohry82 » 12.10.2017, 14:44

Wow vielen Dank ihr zwei! Das sind ja wirklich viele tolle Ideen! :loveyou:
Ich weiß nicht genau, ob sie sich im Wohnzimmer aufhalten muss aber ich glaube, dass sie zumindest gesagt bekommen haben sie "sollten" sich wenn möglich dort aufhalten, wo die Familie ist. Ist ja grundsätzlich auch ein ganz guter Plan aber bei mir, wo ich der einzige, nicht vierbeinige Teil der Familie bin, dauert es schon ein bisschen bis ich mich umgestellt habe von "allein leben" zu quasi 15 Stunden am Tag zusammen.
Aber eure Ideen sind super! Einige haben wir schon angestoßen. Morgen fährt sie ein anderes Mädchen aus Thailand in Bremen besuchen. Shopping mit dem Auftrag nach Winterschuhen zu gucken. Vorher Bahn fahren. Also mal was Neues machen. Heute muss sie natürlich erstmal das Märchen von den Bremerstadtmusikanten lesen. :)
Außerdem haben wir ihr ein Fahrrad besorgt und damit ist sie nun im Park um die Ecke um Fahrpraxis zu bekommen. Sie kann es schon aber ist lange nicht gefahren. Zum Glück ist das Wetter ja nun wieder besser, so dass das möglich ist.
Aber auch alles andere werden wir ausprobieren! Danke nochmals und liebe Grüße!

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Higanbana
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 21.03.2018, 01:43

Hallo,

heute moechte ich auch mal um Rat fragen. Wir haben dieses Jahr ein Maedchen (17) aus Deutschland mit Realschulhintergrund und russlanddeutschen Eltern. Das Maedchen ist aber in Deutschland geboren und dort aufgewachsen. Ihr Deutsch ist entweder ein furchtbarer Dialekt, oder aber sie macht uebelste Fehler im Deutschen wie z.B. Helf mir mal! oder "Lest du das mal?" Teilweise sind ihre Saetze so konfus, dass ich die geschriebenen Saetze bei aller Liebe nicht verstanden hatte und nachfragen musste, was sie damit meinte. Ihr Russisch scheint bis auf ein paar Brocken passive Woerter nicht existent zu sein. Und auch wenn sie gesagt hat, dass sie das beste Englisch ihrer Klasse sprach, so ist ihr gesprochenes Englisch so schlecht, dass selbst ihre Betreuerin nicht wirklich mit ihr kommunizieren kann. Ihr Japanisch ist nach 7 Monaten auf dem Niveau, das andere ATS nach einem oder zwei Monaten haben. In der Regel redet sie kaum auf Japanisch, und wenn, dann sind es nur ein paar auswendig gelernte Phrasen wie Matte (warte). Sprachlich gesehen das Niveau, was meine Kinder mit 2 Jahren hatten.

Gut, wir hatten ATS, die mit mir unbedingt auf Deutsch reden wollten, weil sie gerne eine Person brauchten, mit der sie voellig frei ueber alles reden koennen. Aber ihr Japanisch wurde trotzdem von Tag zu Tag besser. Und eine unserer ATS brauchte 3-4 Monate, bis es mit ihrem Japanisch richtig los ging, aber dann hatte auch sie zum Schluss ein brauchbares Japanisch. Deshalb hatten wir uns in Geduld geuebt, wahrscheinlich viel zu lange.

Das Maedchen dieses Jahr ist kein -bloeder Ausdruck- boeses Maedchen oder so materialistisch oder egozentrisch wie die Thai vor 9 Jahren, aber Maennle und ich kommen immer mehr zu dem Schluss, dass sie ein Intelligenzproblem haben koennte. Man kann ihr Sachen 5 Mal erklaeren, und du kannst Geld darauf wetten, dass sie es beim 6. Mal wieder falsch macht. Sie hat null Gefuehl dafuer, was jetzt wichtig ist. Alle fangen an zu arbeiten, sie nimmt die Ratten aus dem Kaefig und faengt an, damit zu spielen. Der Grund, warum sie sich schnell wieder in ihr Zimmer zurueckzieht, ist wohl nicht Ungluecklichsein, sondern die Tatsache, dass das Japanisch ihr dann Kopfschmerzen bereitet. Nur wenn sie diese Phase nicht ueberwindet, wird sie nie nicht einmal normales Alltagsjapanisch nicht verstehen. Was sie nach 7 Monaten definitiv nicht versteht. Ich hatte sie gebeten, 3 Handtuecher aufzuhaengen. Sie hatte das nicht verstanden, auch nicht aus dem Zusammenhang, als ich auf die leeren Handtuchhalter wies, dachte, sie solle sie nur halten und packte sie dann in die Schublade zurueck. :o

Sie fragt nichts, sie versteht ungeschriebene japanische Regeln nicht, selbst wenn man sie erklaert, sie traegt nichts zum Familienleben bei, an manchen Tagen habe ich sie nicht einmal getroffen, weil ich frueh los musste und sie dann abends schon in ihrem Zimmer war. Sie scheint wohl eher ein Nachtmensch zu sein, was dann dazu fuehrt, dass sie die Haelfte von Nichtschultagen im Bett liegt und schlaeft. Sie lernt wohl auch Japanisch, aber sie kann sich einfach nicht die Vokabeln merken. Und wenn sie uns mal japanische Nachrichten schickt, dann sind es definitiv wortwoertliche Uebersetzungen aus dem Deutschen.

Was macht man mit so einem Maedchen? Ihre Betreuerin will ihr jetzt mal ne Email schreiben, damit sie in Ruhe lesen und dann schriftlich antworten kann. Ich sehe ehrlich gesagt auch nicht, dass ein Familienwechsel irgendwie gross bei ihr was aendern wuerde. Ausser das sie dann noch weniger kommuniziert und noch mehr an ihrem Telefon haengt und deutsche oder englische Youtubefilmchen guckt. Und das wuerde sie dann bei einer Familie machen, die noch nie einen ATS aufgenommen hat und in ihr wahrscheinlich den ersten richtigen Auslaender trifft, mit dem sie mal ein Wort wechselt.

Ich habe echt angefangen, ueber eine Passwortaenderung beim WIFI nachzudenken, aber dann wuerde sie wohl das Ganze so uebers Telefon machen und fuer den Kram bezahlen. Und wahrscheinlich auch nicht verstehen, warum wir so etwas machen.

Habt ihr noch irgendwie welche Ideen? Mittlerweile gehen uns unsere aus, und irgendwie fangen wir an, uns emotionell von ihr zu distanzieren und doch irgendwie nur noch auf den 22. Juni zu warten.

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Mohnblume
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mohnblume » 23.03.2018, 22:37

Hallo Higanbana,
der Zug ist wahrscheinlich bereits abgefahren und ihr könnt nur noch bis Juni abwarten.
Ist sie sehr unzufrieden mit der Situation? Hinterher wird sie sich evtl ärgern, dass sie so wenig aus dem Jahr gemacht hat. Oder im Nachgang das Jahr positiver sehen, als es Euch erscheint. Das hatten wir auch einmal.

Lieben Gruß
Mohnblume


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