Traumatische Erinnerungen?!

Hier geht es um die Nachbereitung des Auslandsaufenthalts. Probleme bei der Wiedereingewöhnung, Treffen von anderen Returnees usw.
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lilith
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Beitragvon lilith » 12.06.2007, 02:18

wow... wenn ich mri da anhoer, wie es euch ergangen is...

und ich dachte meine partnerorga waere scheisse.

kuemmert sich auch nicht. und die familie hat eh immer recht.
ne freundin von mir is heimgeschickt worden, weil se zwei (total durchgeknallte) familien hintereinander hatte und beim zweiten versuch zu wechseln (beim ersten mal ham se die familie (laut aussage der 2. Gastmum) im supermarkt angesprochen und es hiess "wir rufen morgen bei euch an. bis dahin wisst ihr ob ihr die deutsche haben wollt oder nicht")
wurde meine freundin heimgeschickt mit der begruendung sie wurde den ganzen sinn mit schueleraustausch nicht versehen... jaja.


hab mich dann halt mit meiner familie gutgestellt und bin jetzt ihre Tochter!!

aber wenigstens bin ich weder in ner Favela (getto) gelandet noch wurde mir geld aus der tasche gezogen (ok, einmal telefonrechnung... aber ok) schon garnicht von der Organisation selbst.


aber hey. ich mein, dass die Partnerorganisationen in Suedafrika n s*** sind is ja die eine sache.
aber das die deutsche Organisation da garnix macht. is die andere.
weil theoretisch haben sie (genauso wie ihr) nen vertrag unterschrieben. und wenn das ihre partnerorge (umd die sie sich kuemmern muessen) nicht erfullt, koennt ihr sie theoretisch auf Schadensersatz verklagen. :roll:

Daraus laesst sich ja nur schliessen, dass auch die deutschen Orgas sich nich so wirklich kuemmer. bzw. nur um das was innerhalb ihrer Landesgrenzen geschieht. was auch nicht in ordnung ist.

Annie
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Beitragvon Annie » 21.06.2007, 17:40

Ich hatte irgendwie auch so ein kleines Trauma. Ich hab echt viel zugenommen in den 3 Monaten in denen es mir schlecht ging und erst als ich dann abgebrochen habe und nach Hause geflogen bin hab ich gemerkt wie schlecht es mir ging und wie sehr ich mich damals selbst verloren habe. Ich kann mich kaum noch an irgendwas in Amerika erinnern nur noch an Gefühle und Eindrücke.

nobuko

Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon nobuko » 19.03.2012, 12:09

Sorry dass ich dieses ältere Thema wieder herauskrame, aber es passt so gut zu mir.

Ich glaube, dass mich so ziemlich mein ganzes Austauschjahr fast komplett traumatisiert hat und diese Bilder sind immer noch da, wie ein Kinofilm.

Kaum war ich da, wusste ich nach einigen Tagen, dass ich mich selbst nicht mehr wieder erkennen werde. Meine Gastmutter wollte für mich entscheiden welche Activities für mich gut sind - da ich mich dagegen gewehrt habe, hat sie mich in den Kirchenchor gesteckt mit lauter Alten. Außerdem hat sie ständig damit angegeben was für tolle Kinder sie hat und was die nicht alles können.
Meine Gastschwester wurde in der Schule ebenfalls von jedem gehasst und alle dachten, ich bin genauso. Wie ich dann später in dem Jahr herausfand, hatte sie was mit 3 verschiedenen Typen auf einmal, ist quasi fremd gegangen. Mit meiner Gastschwester habe ich bis zum Ende hin monatelang nicht mehr geredet, weil sie falsch war. Ich habe für sie gelogen, weil sie sich mit nem Typen aus dem Internet treffen wollte und sie wollte mir dann nicht mal erzählen, was sie gemacht haben. Hauptsache ich halt ihr den Rücken und sie lästert über mich bei meiner Gastmutter. Außerdem habe ich meiner Gastsis mal $ 100 geliehen, für ihren Freund und habe es nicht wieder bekommen, bis ich es meiner Gastmutter gesagt habe. Das fand ich echt gut von ihr.
Ansonsten hat meine Gastmutter verlangt, dass ich ihr zwei Wochen vorher sage was ich dann und dann um wie viel Uhr mit wem ich was machen will. Ich musste sogar um Erlaubnis fragen spazieren zu gehen.
Ich habe in der Schule jeden Tag geheult und ich habe nie geredet, weil ich selber nicht wusste, was so wirklich passiert und weil ich der Meinung war, dass ich Amerikaner akzeptieren muss.
Generell waren die Freunde die ich mir ausgesucht habe nicht in Ordnung, ich hatte jemanden an der Schule, die hat mich gern danach gefragt, was irgendwelche Worte auf Deutsch bedeuten und wie man sie ausspricht. Mit der durfte ich nichts machen, weil es hieß, ich würde mir nur Freunde suchen, die was mit meiner Heimat zu tun haben. Das hat aber gar nicht gestimmt - und außerdem frag ich mich, wie viel Verständnis meine Gastmutter überhaupt aufbringen kann? Freut man sich als jemand Neues denn, dass man überhaupt jemanden gefunden hat, der einen mag? Anscheinend war ihr das nicht bewusst.
Deshalb war ich nur zu Hause und das hat auch niemanden gepasst. Ja, was wollt ihr überhaupt?

So viel zum Thema Gastfamilie. Jetzt kommen wir zum Thema Mädchen.

Mich hat am Anfang so viel eingeschüchtert, dass ich mich von den Activities auch fernhielt. Ich habe null Anschluss gefunden, weil mich alle Typen angemacht haben und obwohl es mich genervt hat und ich gar nicht wolle, haben mich alle Mädchen dafür gehasst, noch eine Sache die mich eingeschüchtert hat, weil immer wenn ich mich nur mit jemandem unterhalten wollte, wurde ich schon doof angeguckt. Deshalb habe ich auch mit niemandem mehr geredet eigentlich, außer mit ein Paar Mädchen, die nicht zu den coolen gehörten.
Irgendwann hab ich aber mal meinen Mut zusammengenommen und wollte mich für meine Gastfamilie verbessern und mich intergrieren. Deshalb kam ich auf die - bescheuerte - Idee beim Wrestling Cheerleading Tryout mitzumachen. Ich als jemand, der sich eh nix mehr traut schon gar nicht seinen Mund aufzumachen, werde natürlich gleich missverstanden, dass ich nicht dazugehören will, gut, dann grenzen sie mich aus und halten mich zum Narren, haben mir nicht mehr von irgendwelchen Meets erzählt, wann irgendwas gecancelled wurde, was wir mitbringen hätten sollen .. einfach nichts habe ich gesagt bekommen .. so hab ich immer gerne dumme Blicke einkassieren müssen, bis ich gemerkt habe dass sie das mit Absicht machen.
Ich habe davon meiner Gastmutter erzählt, fand sie nicht in Ordnung, aber abbrechen wollte sie mich nicht lassen, weil sie der Meinung war, dass man sowas nicht abbricht und sich da durchbeißt. SUPER GEILE EINSTELLUNG ECHT BOMBE UND SO. Es war ja im Endeffekt auch egal wie sehr ich mich bemühte auf die scheiß Weiber zuzugehen, aber vll. war es einfach zu spät oder sie brauchten ein Opfer.^^Ich weiß es nicht. Das gleiche haben sie dann auch mit der Wrestling Managerin gemacht, die habe ich dann mal ganz unauffällig im Bus getröstet, die wurde dann letztendlich meine Freundin.
Das ging dann weiter bis ins nächste Jahr und ich war echt scheiße froh, als das vorbei war.

Danach ist es nur noch aufwärts gegangen und dann hab ich ein Paar Monate bevor ich zurück geflogen bin, auch endlich gewusst zu welchen Leuten ich gehöre.

Und ich werds wohl nie vergessen was ich dort erlebt habe, sei es noch so scheiße. Was mich nicht umbringt, macht mich nur komischer und ich hab erst im Nachhinein kapiert, dass es mir wirklich scheiße ging und das ich eig fast gedemütigt wurde. Aber das Problem lag ja auch an mir. Whatever, ich glaube wirklich dass ich im ATJ ernsthafte Depressionen deshalb hatte, die ich nur nie bemerkt habe und ich denke ganz weg sind sie sicher noch nicht. Weil ich deshalb noch oft heulen muss.

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Hanne-80
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Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon Hanne-80 » 22.03.2012, 18:20

Meine traumatischsten Erinnerungen sind eindeutig am Anfang meiner Zeit anzusiedeln, als die Sprachbarriere noch da war. Da konnte ich mich wirklich Null verständigen und bin mit den Öffentlichen nur umhergeirrt. Und niemand konnte mir helfen ;(

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Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon *~*Mia*~* » 22.03.2012, 20:44

nobuko: Darf ich dich fragen, wie du heute damit zurecht kommst? Mir ist es, zumindest was die Gastfamilie betrifft, glaube ich ähnlich ergangen. Es scheint, als ob du dich auch zu einer Person verändert hast, die du nicht sein wolltest, zurückgezogen und verunsichert (oder ist das falsche Interpretation?^^)
Ich hatte echt Probleme mit meiner Gastmutter. Ich durfte fast nie meine Freunde treffen, musste immer zuhause bleiben (also nicht einfach so mal für ne halbe Stunde oder so spazieren gehen). Zuhause hing die ganze Familie nur vor dem Fernseher. Kurz, es war echt langweilig. Meine Gastmutter hat meine Gastgeschwister daran gehindert, mich wie eine richtige Schwester zu sehen, sie hat ihnen z.B. verboten, dass sie etwas von mir nehmen dürfen, dass ich ihnen anbiete, sogar Chips oder so... Teilweise hat sie wochenlang kein Wort mit mir gesprochen, weil ich angeblich etwas nicht so gemacht habe, wie sie wollte, was sie mir aber nie gesagt hat, sondern ich über meine Gastschwestern rausfinden musste. Sie hat mir allerlei Dinge angeworfen, von wegen ich sei unhöflich, hasse meine Gastgeschwister, würde zu viel mit meinem Gastvater reden (bei Fragen musste ich mich IMMER an sie wenden, da sie sonst die Wände hoch ging...), würde ständig mit andern Austauschschülern rumhängen usw. Nichts von dem war wahr, nicht einmal im entferntesten.
Nach einiger Zeit hatte ich richtig Angst davor, sie irgendetwas zu fragen, sie um etwas zu bitten. Denn jedes Mal wenn ich es versucht habe, gab es den reinsten Psychoterror. Ständig hat sie dinge gefragt wie, warum willst du deine Freunde treffen? Haben sie dich gefragt oder du sie? Warum willst du sie schon wieder sehen, du hast sie doch erst vor 2 Wochen gesehen (sie waren nicht in meiner Schule) etc.
Ich habe mich immer mehr verkrochen, immer mehr vermieden irgendetwas zu unternehmen, da sie wieder wütend werden könnte oder mich wochenlang ignorieren könnte. Anfangs habe ich meinen Freunden erzählt, warum ich sie nicht treffen konnte. Bis meine Gastmutter dahinter gekommen ist und mir eine riesenlange Predigt gegeben hat von wegen, ich würde schlecht über sie sprechen hinter ihrem Rücken usw. Danach habe ich meine Freunde belogen. Habe immer neue Ausreden gesucht, warum ich sie nicht treffen konnte.
Am Schluss vom Jahr hat sie mir sogar verboten, mich von meinen Freunden zu verabschieden. Ich flog also nach Hause ohne ihnen (bis auf 2) überhaupt tschüss zu sagen. Viele haben mich noch lange nachher gefragt, warum sie mich so lange nicht mehr gesehen haben. Sie waren verletzt, dass ich mich nicht verabschiedet habe. Nicht, dass ihr das jetzt flasch versteht, ich habe mir Mühe gegeben, mich mit ihr zu verstehen. Wir haben sogar angesprochen, ob ein Gastfamilienwechsel nicht für uns beide besser wäre, nur leider ging das von der Organisation her nicht. Ich habe mir immer viel Mühe gegeben, freundlich zu ihr zu sein, sie nach ihrer Meinung zu fragen, sie in meine Entscheidungen mit einzubeziehen. Aber auch das hat ihr nie gepasst. Sie hat mir immer vorgeworfen, ich würde sowieso machen was ich wolle, egal was sie jetzt dazu sagt. der Höhepunkt war aber, als sie mich vor meinen Gastschwestern angeschrieen hat und gesagt hat, ich wolle doch eh keine Gastschwestern und ich sei in der Familie unerwünscht.
Durch meine Gastmutter habe ich mich sehr zurückgezogen, wurde noch schüchterner als zuvor. Erst als ich wieder zuhause war konnte ich langsam wieder realisieren, dass sie mir nichts mehr zu sagen hat, dass ich wieder selbstständig sein kann. So habe ich mit der Zeit meine Selbstständigkeit zurückbekommen. Aber auch jetzt noch (2 Jahre später), werde ich so wütend, wenn ich an diese Zeit denke. Ich kann kaum mit ihr sprechen. Zwar sind wir immer betont freundlich zueinander, aber man merkt uns beiden an, dass zu viel vorgefallen ist, als dass wir uns je wieder verstehen würden.
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Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon nobuko » 22.03.2012, 21:49

@Mia
Ja ich habe mich zu dieser Person verändert, die du beschrieben hast. Mein Selbstvertrauen habe ich in Iowa verloren, davon hatte ich mal unheimlich viel.
Ich komme heute eher weniger damit zurecht, wenn ich ehrlich bin. Ich vergesse es zwar manchmal, aber ich habe einfach keinen Mut mehr irgendwelche Dinge zu tun und ich scheitere oft, weil ich im Vornherein schon das Schlimmste von mir erwarte. Das ist erst seit ich in meinem Austauschjahr war so und seit ich wieder zurück bin, geht es mir zwar besser, aber irgendwie sind da Narben geblieben.

Und so krass wie deine Gastmutter war meine zwar nicht, aber es kommt sich schon verdächtig nahe.

zu deiner Sig: das gleiche hat mir meine Gastmutter auch geschrieben, als ich mein erstes Foto was ich wieder in Dland gemacht hab auf Facebook hochgeladen hab :lol:

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Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon *~*Mia*~* » 23.03.2012, 22:06

Ging mir sehr ähnlich, gleich nach dem Austausch... Irgendwie hab ichs da aber wieder "raus geschaft", zumindest so mehr oder weniger :roll:
Mir hat es geholfen, zu verstehen, dass diese Leute (bzw. meine Gastmutter) mich nicht wirklich kannten und ich deshalb nicht diese Person bleiben will, zu der sie mich gemacht hat. Ich mache mir aber etwas Sorgen, wie das wird, wenn ich zurück gehe :-? diesen Herbst werde ich für einige Monate zurück gehen, zwar nicht in meine Gastfamilie, aber doch nur eine Stunde von ihnen entfernt leben... Ob es dann wieder so wird wie vor zwei Jahren? :-?
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Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon malino » 27.03.2012, 01:15

Oh man.. bei mir (dämlicherweise) nur als ich nach langer Zeit weider zu Besuch dort war..
1) Kam von 3-Tage-Reise mit ner Freundin (ATS) wieder und hatte auch per SMS immer mal wieder meine Ankunft (Uhrzeit) angekündigt. Gut, da stand ich dann vor dem Haus und es war nur meine Gastschwester überhaupt in der Stadt... Die hatte aber keine LUST mich reinzulassen... Und zwar den ganzen Abend nicht.... Die ganze Nacht nicht... Ist auch nicht ans Telefon gegangen sondern hat nur SMS beantwortet à la "schlaf bei ner Freundin" und (ungelogen!) waren leider ALLE meine Freundinnen außerhalb der Stadt... War ihr jedoch herzlich egal... Am Ende konnte ich dann bei der anderen ATS schlafen. Bin den nächsten Tag gegen Nachmittag nachhause zurückgekehrt.. Hat nicht interessiert wo ich war und nix... Witzigerweise war die gleiche Nacht gar nicht so weit entfernt (wieder) ne große Schießerei...

2) Man ließ mich über das Wochenende ganz alleine zu Hause (allerdings auch ohne richtige Angabe, wann wer wiederkommen würde etc. - Gastschwester ist in son Naturschutzpark gefahren übers Wochenende, Gastmutter zu ner Freundin in die Hauptstadt vom Bundesstaat, etc.). Ohne Schlüssel - dh ohne Möglichkeit rauszugehen und dann wieder reinzukommen. Ohne Geld (ich hab gesagt, ich müsste nochmal zur Bank und was abheben, wurde aber alleine nicht gelassen und fahren wollte mich keiner), ohne Guthaben auf dem Handy (dh quasi ohne Ausweg aus der Einsamkeit^^), ohne Internet, ohne Möglichkeit vlt fernzusehen oder so (nicht, dass mir das wichtig wäre.. aber es wär vlt ne nette Ablenkung gewesen), und was ich echt schlimm fand: ohne essen?!?!?!?!?!?!?! Und zwar so richtig ohne essen....... Ja, danke dann auch..... und wie gesagt auch ohne Möglichkeit essen zubestellen... denn keine Nummern vom Bestellservice auffindbar, kein Handyguthaben, kein Telefonanschluss, kein Geld... Hallelujah!

3) Freunde der Gastschwestern haben meine Schubladen durchwühlt (schlimm genug...), meine Klamotten angezogen und sind dann so nach hause gegangen, meine Klamotten angezogen und dann wohl gedacht "och nö, doch nich" und sie irgendwo hingepfeffert in der Wohnung... Klamotten angezogen, dreckig gemacht und dann irgendwo hingepfeffert... Außerdem haben sie Sachen aus meinem Zimmer, aus der (geschlossenen) Schminktasche geklaut... Gut, ich kanns verkraften, dass das Make-Up wegwar... Aber es ist eher das Prinzip... Und der Gedanke, dass aus dem eigenen Zimmer und aus geschlossenen Taschen geklaut wird... Da fällt es schwerer sich wohl zu fühlen...

4) über den Sommer wurden die tollsten Ausflüge gemacht und keiner wollte mich dabei haben... ich bin irgendwie immer "übrig" gewesen und saß dann da alleine im Haus rum...

5) die Nacht in der ständig eine Horde (!) stark pubertierender Gören (Freunde der Gastschwester) die (ursprünglich abgeschlossene) Tür zu meinem Zimmer aufgebrochen hat.. ich war früher schlafengegangen, da mein Fuß kaputt war und das ziemlich weh tat. Was natürlich dadurch besser wird, dass die Gören raufhauen, klar.... Dann haben sie Fotos von mir gemacht (beim "Schlafen"), und sind ständig um mein Bett rumgelaufen und haben das "wer traut sich sie anzufassen"-Spiel gespielt.... Gegen Halb 9 Morgens (irgendwann reichts!) wurds mir zu doof und ich hab sie auf Deutsch angemault sie sollen mich in Ruhe lassen. Da hing der Haussegen zwischen mir und meiner Gastschwester ziemlich schief...


Im Vergleich zu dem, was ihr durchgemacht habt, ist meins entsprechend unbedeutend - das ist mir auf jeden Fall klar! Was es nur für mich so schwierig macht ist, dass ich während des Austauschs eine so hammertolle Zeit da verbracht habe... Und als ich dann abgeklärt hab, den Sommer wiederzukommen, haben sich alle so gefreut und irgendwie hab ich weder die Familienmitglieder noch die Familienstrukturen noch irgendwas wiedererkannt.... Das ist immernoch unglaublich hart... Weil ich echt häufig dachte "Wäre DAS hier das ATJ - ich würde die Familie SOFORT wechseln".... Aber dann ist es der (sooooooo) langersehnte Besuch... und das macht das alles so schwierig.... Ich kann mir immer noch niht vorstellen, dass es ein und die selbe Famliie war... viel lässt sich durch die Mentalität begründen.... aber doch nicht alles... Irgendwie bin ich immernoch ziemlich enttäuscht und versteh das alles gar nicht so richtig...
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Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon Shalott » 24.07.2012, 20:07

Für mich war definitiv traumatisch morgens aufzuwachen, weil mein Gastbruder geschrien hat, da meine Gastmutter ihne grade durch den kompletten Flur prügelte. So spielte sich das dann öfter ab. Generell, das meiste was mit meiner Gastma zu tun hatte war schlimm. Aber von dieser einen Sache träume ich heute noch.
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Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon Sagu » 02.10.2012, 22:08

Was genau es war weiss ich nicht mehr, aber Folgen davon waren unter anderem Anorexia nervosa..

Gast

Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon Gast » 03.02.2013, 03:48

Ja, posttraumatische Belastungstörung von erster Familie+gesundheitliche Probleme, die Angstprobleme ausgelöst haben, die psychischologische Hilfe benötigen. It's a long story to tell!

nobuko

Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon nobuko » 03.02.2013, 13:07

Gast hat geschrieben:Ja, posttraumatische Belastungstörung von erster Familie+gesundheitliche Probleme, die Angstprobleme ausgelöst haben, die psychischologische Hilfe benötigen. It's a long story to tell!

Das wurde bei mir vor kurzem auch festgestellt, genau wegen den gleichen Ursachen. Befinde mich deshalb auch in psychologischer Behandlung.

Gast

Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon Gast » 03.02.2013, 13:52

Bist du nach Hause gegangen? Weil ich bin noch im Ausland und meine Eltern wollen mich zurueckholen un in eine Klinik stecken.

nobuko

Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon nobuko » 03.02.2013, 15:42

Nein, ich habe erst jetzt (Jahre danach) erkannt, dass ich während meinem Austauschjahr schwer depressiv war und mein ATJ auch so durchlebt habe bis ich im Juni wieder nach Hause flog.

Es hat sich nur in meiner Ausbildung jetzt stark als Konzentrationsschwäche verdeutlicht und mein Selbstbewusstsein ist auf dem Tiefpunkt. Seit den USA habe ich auch verstärkte Schlafprobleme und eine enorme Sozialphobie. Das war mir dann doch zu krass und ich bin zum Neurologen und Psychologen.

Seit 2 Wochen nehme ich jetzt Schlaftropfen und Anti-Depressiva - durch den Schlaf geht es mir jetzt deutlich besser.

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Re: Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon *-nicLas-* » 17.04.2013, 16:11

Das erste Mal ein Messer am Hals zu haben. Nicht unbedingt traumatisch aber hängen bleibt es schon! :D
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