Traumatische Erinnerungen?!

Hier geht es um die Nachbereitung des Auslandsaufenthalts. Probleme bei der Wiedereingewöhnung, Treffen von anderen Returnees usw.
Hanna22
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Traumatische Erinnerungen?!

Beitragvon Hanna22 » 17.05.2007, 18:51

Hey, ihr Returnees!

Ich wollte von euch mal wissen, ob es Dinge gibt, die euch, obwohl ihr längst wieder da seid, immer noch "verfolgen", d.h., irgendwas, was Negatives, über das ihr einfach nicht drüber weg kommt und wo ihr euch immer wieder ertappt, wie ihr daran denkt?

Bei mir ist das so, dass ich damals nach fast 3 Monaten nen super harten Familienwechsel durchgemacht hatte, weil mich meine überbelastete Gastmutter nicht mehr "haben wollte" und meine gleichaltrige Gastschwester mich nicht mehr interessant fand. Desto mehr war ich aber mit den beiden kleineren Geschwistern zusammengewachsen und mit dem Gastvater... Ich weiß nicht, mit dem Gastvater war ich ein Herz und eine Seele, wir haben über so viel geredet und uns so klasse verstanden!
Und er war es, der mir (gegen seinen Willen) sagen musste, dass meine Gastmutter und -schwester mich nicht mehr wollen und dass er nichts dagegen ausrichten kann. ( die Gastmutter war anscheinend zu feige). Schwester& Mutter haben sich nicht mal von mir verabschiedet. An dem Tag, wo ich endgültig vom Betreuer abgeholt wurde, haben mein Gastvater und ich nur noch geheult.
Ich habe ihn und die beiden Kleinen in den restlichen 7 Monaten nicht wieder gesehen, die Mutter und die große Schwester hingegen schon. (der absolute Horror)
Ich hab es mir immer irgendwie gewünscht, dass ich ihm begegnen und mich mit ihm trotzdem wieder normal unterhalten könnte, aber es ist halt nie passiert!

Durch die Geschichte hab ich der 2. Familie nicht mehr mein volles Vertrauen geben können, weil es so sehr durch die 1. Familie verletzt war.
Ich hab trotz lieber Umsorgung der 2. Familie meine Freude an Vielem verloren.

Und selbst nach fast 2 Jahren fühl ich mich von der Sache noch psychisch verfolgt! Wir haben uns halt nie ausgesprochen. Ich stell mir immer wieder vor, was ich tun würde, wenn ich die Möglichkeit hätte, wieder auf die beiden Kleinen und meinen Gastvater zu treffen. Aber gleichzeitig hab ich Albträume von der Gastmutter. Denke, dass sie mich hasst...

Ich werde bald wieder zurückfliegen und weiß nicht, ob ich dann nich die Chance nutzen und vielleicht mit meiner 1. Gastfamilie verabreden sollte.

Aber andererseits: wenn ich schon jetzt anfange, zu weinen, wenn diese ganzen melancholischen Erinnerungen von damals wieder hochkommen... (Ich brauch nur ein Familienbild zu sehn, da kommt alles hoch!) dann könnte ich die Situation, mich mit der 1. Familie zu treffen, bestimmt nicht handlen...

Ich möchte unbedingt von der Sache loskommen und weiß einfach nicht wie!
Sorry, dass ich euch mit dieser Story belagere, obwohl ihr euch als Returnees sicher nicht mehr mit sowas befassen müsst, aber vielleicht gibt es ja Welche unter euch, die auch von einer bestimmten Sache langfristig "traumatisiert" sind? Wär schön, wenn ihr eure Gedanken dazu und eigene Erfahrungen schreiben könntet!

Eure Hanna

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Beitragvon Monx » 17.05.2007, 18:57

Du hast doch bestimmt ne Email Adresse von deinem ersten Gastvater. Sag ihm doch dass du dich gerne mit ihm und den 2 kleinen treffen wuerdest wenn du jetzt wieder hinfliegst!!! Mit der Gastmutter wuerde ich mich wohl nicht mehr treffen! Du musst das einfach abhaken! Die hat dich scheisse behandelt!! Da hilft reden auch nichts, sonst haette sie damals schon mit dir geredet! Aber trotzdem wuerde ich auf jeden Fall den Rest der Familie wieder sehen wollen und wuerde es auch machen, wenn ich du waere! Viel Glueck bei einer entscheidung :wink:

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Beitragvon Hanna22 » 17.05.2007, 19:09

Ich glaube nicht, dass die Mutter das "zulassen" würde... sie war damals schon misstrauisch. Vielleicht würde er es ihr zu liebe nicht tun :cry:

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Beitragvon Monx » 17.05.2007, 19:15

Naja das kann natuerlcih sein, aber dann kannst du auch nichts machen. Ich meine natuerlcih, dass er keinen streit mit seiner frau anfaengt ist doch logisch oder? Aber ich meine, hey, fragen kannst du trotzdem mal...und das wuerde ich einfach machen bevors in die Usa geht. Und wenn er sagt das es nicht geht oder gar keine antwort kommt: hey dann weisst dus auch. aber kopf hoch. ihr hattet ne mehr oder weniger schoene zeit dort (dein gastvater, geschwister und du) und dann halt dich an deine erinnerungen...und ueber die gastmutter denk einfach nicht mehr nach...die war vielleicht auch einfach nur eifersuechtig wie gut du dich mit ihrem mann verstanden hast. btw: wie alt warren denn diene gasteltern??

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Beitragvon Hanna22 » 17.05.2007, 19:17

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Beitragvon Monx » 17.05.2007, 19:47

Und kann es denn sein dass sie wirklich eifersuechtig war? Oder dass sie sonst was vermutet hat??

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Beitragvon Hanna22 » 18.05.2007, 10:08

Hätte sie keinen Grund zu haben brauchen! Keine Ahnung, was in ihr vorgegangen ist. Jedenfalls scheint sie ein schlechtes Gewissen zu haben, bis heute.

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Beitragvon Maple-Ridgianerin » 18.05.2007, 11:46

ich komm mal zum thema zurück.
bei mir ist es auch so, dass es mir immer noch weh tut, wenn ich an den Gastfamilienwechsel denke. Ich hätte auch vieles besser machen können, die andere Seite allerdings auch. Es tut mir weh, darüber nachzudenken, weil es einfach so kompliziert war.
deswegen verdränge ich es meistens.
aber ich kenne das gefühl, zurückgewiesen zu werden. das ist schwer zu verkraften
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Beitragvon ReShera » 18.05.2007, 18:03

Ich hab schon mal im "Härteste Erfahrungen"-Thread aufgeschrieben, was ich so alles erlebt habe. Ich zitier mich grad mal selbst, bin zu faul das alles nochmal aufzuschreiben :wink:

ReShera hat geschrieben:Die 3 Wochen in meiner ersten Gastfamilie in Soweto (in einem der schlechteren Teile) war das härteste was ich je gesehen und erlebt habe.
Zum einen das Zusammenleben mit einem Gastbruder, der mir total unheimlich war und immer ins Bad kam, wenn ich grade drin war (das man nicht abschließen konnte, dessen Tür nicht richtig schloß und die direkt auf den Hof rausführte), der nachts mal in meinem Zimmer stand (das ebenfalls nicht abschließbar war und dessen Tür man nicht ganz zumachen konnte, weil keine Türklinke vorhanden war) und mit einer Gastmutter, die mich als Prestigeobjekt ansah und wollte, dass ich putze während sie mit ihren Freundinnen tratscht und ihnen erzählt, dass ich ja für sie arbeite.

Das war hart, aber schlimmer war die Gegend und meine erste Schule: Zwei Straßen weiter standen die Wellblechhütten, auf dem Weg zur Schule oder zum Taxistand kam ich an Leichen vorbei, einmal wurde in einer Nebenstraße ein Mann erschossen, ich habe es gesehen und habe daraufhin in tierischer Angst gelebt, dass mich jemand verfolgt, weil ich Zeuge war und mich findet (wäre ja nicht schwer eine einzige Weiße in einer nur von Schwarzen bewohnten Gegend zu finden). In meiner ersten Schule waren alle Scheiben eingeschlagen, es lagen Spritzen und Kondome überall und ich wurde angetatscht und belästigt, diskriminiert und bedroht.

Das war schon hart, aber am definitiv schlimmsten waren die paar Minuten, die mir wie Stunden vorkamen, als mich ein paar Typen aus der ersten Schule auf der Straße festgehalten haben und ich nicht wusste, was da noch alles kommt und was sie mit mir vorhaben.

Danach habe ich gewechselt, nach 3 Wochen und 10kg weniger ging es so nicht mehr.

Die Erfahrung, dass einem niemand hilft, wenn man auf offener Straße bedroht wird, und dass eine org einen im Stich lässt und man in einem fremden Land eine neue Familie + Schule finden muss, war insgesamt sehr hart.
Und schlimm war als die Schwester einer Freundin von mir gestorben ist, weil sie nach einer Vergewaltigung versucht hat mit einem Kleiderbügel abzutreiben, mir wurde das erzählt und ich konnte es überhaupt nicht fassen.


Einige dieser Dinge bereiten mir von Zeit zu Zeit immer noch Alpträume. Manche Sachen habe ich auch nicht aufgeschrieben, weil sie einfach zu persönlich und zu schmerzhaft sind, um drüber zu sprechen. Es ist zwar mittlerweile fast 4 Jahre her, aber ich denke einige Dinge werden mich mein Leben lang begleiten, einiges vergisst man einfach nicht. Ich habe es akzeptiert, es waren Erfahrungen, die schmerzhaft und hart waren, aber im Endeffekt haben sie mich nur stärker gemacht, ich habe daraus gelernt und ich kann damit leben, aber ich rede trotzdem nicht gern darüber.
Wer am Ende ist, kann von vorne anfangen, denn das Ende ist der Anfang von der anderen Seite! ~Karl Valentin~

Snow-White gast

Beitragvon Snow-White gast » 19.05.2007, 11:25

Ich habe auch bis heute noch Alpträume..
Ich war in Finnland, habe nach 5 Monaten abgebrochen weil ich nicht mehr konnte.

Meine Gastfam hat mich als Putze, Kindermädchen , Frustablasser benutzt. Jeden Tag hat man mich fertig gemacht. Ich sollte in einem Zimmer schlafen in das ein Hund jeden Tag gemacht hat . Man hat mir oft gesagt , dass ich keine Rechte habe . Sie wollte mir sogar meinen Freund (aus DE !! ) verbieten. Es war den ganzen Tag laut weil sie sich nur angeshrien haben. Ich sollte keine Freunde haben weil sie selber keine hatten . (Jedesmal wenn ich mit meinen Weg war waren sie sauer und haben mich ausgequetscht. ) Da ich sehr gut in der Schule bin/war , war ich natürlich besser als ihre Kinder (Jeden tag zu spät, nie lernen ) darum wurde ich immer wenn eine Test/Arbeit zurück kam fertig gemacht.
In der letzten Woche habe ich 8 kg abgenommen weil ich kein Essen mehr bekam und ich einfach so fertig war.
Ich hatte keine funktionierende Heizung, da ich am weitesten vom Ofen weg war , war es Nachts sehr kalt. Ich wurde andauernt krank. Man gab mir die Schuld daran. Warum ich mich denn wegen so ein bischen kälte so anstellen würde.
Den ganzen Tag lief das Fernsehen laut bis Abends um 12 (wiegesagt die Kinder kamen immer zu spät) Am Ende schlief ich nurnoch mit Ohrenstöpseln, als sie das merkte wurde der Fernseher noch lauter gemacht.
Alle in der Familie waren essgestört weswegen es nur Kartoffeln und Gemüse gab . Das wure 4 Tage aufgewärmt. Weil die Tochter nur einen viertel Kinder Teller voll aß, die Mutter nur Pulver und der SOhn nur bei Freunden aß... Ich hatte ständig Hunger, als ich um etwas mehr gebeten habe wurde mir gesagt ich würde eh zu viel essen .
Ich musste an Weihnachten Plätzchen machen und alles dafür kaufen. Sie hätte das garnicht gemacht weil das zu viele kcal hat.
Weil ich schwarze Kleider trage sagte man mir ich wäre krank und gestört. Sie könnten das garnicht verstehen.
In meinem Gastfam Brief stand, dass ich Gesangsunterricht habe und 3mal die Woche ins Fitnessstudio gehe. Und ich froh wäre wenn ich das weiter machen dürfe. In der Fam sagte man mir , dass ich eh nicht singen kann (ich habe nie für sie gesungen) und wenn ich Sport will soll ich ins Kinder und Senioren Aerobic. Das habe ich auch gemacht, nachdem sie mich gezwungen haben weil die Tochter das unbedingt machen wollte.. Nachdem ich mir beide Kniescheiben damit kaputt gemacht habe (Ich habe nicht viel kraft in den Knien und darf eh nicht so viel "springen" ) und dann 2 Monate nicht ging weil ich solche Schmerzen hatte (und sie das nicht interessierte) riefen sie bei YFU an und meinten ich würde mich von allen abgrenzen , hätte ja keine Freunde ( Wer in Finnland war weiß, dass die meisten nach der Schule nicht so viel machen ;) Ich habe mich mit ihnen immer noch nach der Schule getroffen was meiner fam garnicht aufgefallen ist) und würd alle hassen .
Was ein Quatsch. Naja nach 5 Monaten war ich so krank , dass ich abgebrochen habe. Das beste was mir jeh passieren konnte.
Das sind nur ein paar Dinge... ich habe vieles verdrängt..
Ich habe starke Neurodermitis bekommen, sogar im Gesicht hatte ich sie.Von Kopf bis Fuß, ich habe 3 Monate gebraucht, jetzt habe ich es etwas unter Kontrolle. Aber bis heute macht mich das alles krank.

Und natürlich mache ich mir Gedanken was gewesen wäre wen ich in die USA , nach Kanada usw gegangen wäre .

Das ATJ war SO etwas besonderes für mich , mein Traum :( :heul3:

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Beitragvon Kayani » 19.05.2007, 20:46

Hey, ich glaube ich kenne dich, allerdings aus nem anderen Forum, ne Frage warum hast du damals nicht sofort gewechselt, wieso hast du dir das 5 (!) Monate angetan?

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Beitragvon Mbali » 19.05.2007, 21:31

Hab auch schon unter "Härteste erfahrungen" einiges geschrieben, aber was für mich ganz besonders schlimm war:

Während der Sommerferien war ich mit meiner gastschwester im Norden des Landes, wo mein Vater und der ganze Familienanhang wohnte...
Dort wurde von morgens bis abends eine Sprache gesprochen, die ich null konnte/kann/können werde... keiner hat auf mich Rücksicht genommen und ich war praktisch den ganzen tag unter Menschen, habe aber nichts verstanden und wurde ignoriert... so ging es ne ganzen monat... Ich habe mich noch nie im Leben sooo einsam gefühlt und werde es auch hoffentlich nicht wieder... aus lauter Verzweiflung habe ich mich Hals über Kopf in jemanden verliebt, der in dieser zeit mein einzige stütze war... letztendlich habe ich herausgefunden, dass das alles nur geheuchelt war, ich nur aufgrund meiner Hautfarbe "interessant" war und er sogar in meiner Gegenwart schlecht über mich geredet hat... natürlich in sepedi, dieser von mir so sehr gehassten Sprache, sodass ich nichts verstand...
Um das ganze noch "perfekt" zu machen, habe ich in dieser Zeit auch noch fast eine Vergewaltigung erlebt...

so sher ich mein ATJ auch geliebt habe... ich glaube ich kann sagen, dass dies (rückblickend) die schlimmste Zeit meines Lebens war...
"Happiness is a daily decision."

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Beitragvon ReShera » 19.05.2007, 23:09

Mbali hat geschrieben:ich nur aufgrund meiner Hautfarbe "interessant" war und er sogar in meiner Gegenwart schlecht über mich geredet hat... natürlich in sepedi, dieser von mir so sehr gehassten Sprache, sodass ich nichts verstand...
Um das ganze noch "perfekt" zu machen, habe ich in dieser Zeit auch noch fast eine Vergewaltigung erlebt...


Ich finde es einfach nur erschreckend wie sehr sich unsere Erlebnisse ähneln. Bei allem was du geschrieben hast, bei ausnahmslos allem, was ich zitiert habe, kann ich sagen: ist mir auch passiert. Ich hab deinen Beitrag gelesen und hab gedacht: "Das hätte ich genauso schreiben können, das ist im Prinzip meine Geschichte, mit klitzekleinen Unterschieden" (ich hab mich nicht verliebt sondern es war meine erste Gastfamilie, die mich nur aufgrund meiner Hautfarbe aufgenommen hat um mit mir anzugeben und sich darüber lustig zu machen, dass ich das scheiß Sotho bzw. Zulu nicht verstehe, die mir Medikamente gestohlen haben und Geld, die mir das Gefühl gegeben haben der einsamste Mensch auf der ganzen Welt zu sein).

Ich bin gerade wirklich sprachlos und unsagbar traurig, ich sitz hier und kanns nicht fassen und grad kommt alles wieder hoch, so ne Scheiße.
Wer am Ende ist, kann von vorne anfangen, denn das Ende ist der Anfang von der anderen Seite! ~Karl Valentin~

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Beitragvon Snow-White gast » 20.05.2007, 15:20

Kayani hat geschrieben:Hey, ich glaube ich kenne dich, allerdings aus nem anderen Forum, ne Frage warum hast du damals nicht sofort gewechselt, wieso hast du dir das 5 (!) Monate angetan?


Weil man am Anfang noch denkt , dass man
a) selbst Schuld ist und versucht sich zu ändern
dann b) merkt man , dass es wohl nicht an einem liegt und da was falsch läuft aber man möchte auch niemanden enttäuschen. Dann denkt man c) dass das vielleicht alles noch besser wird und man noch warten muss.

Es stand schon nach 4 monaten fest , dass ich wechseln möchte. Da sagte man mir von der Orga ich solle es versuchen auszuhalten (!) , dann nach Druck von meiner Mutter aus DE haben sie erstmal angefangen zu suchen . Dann kam aber Weihnachten und Silvester und da hat die Orga ja Ferien :roll: . Man wollte mir dann ENDE Januar eine Fam vielleicht geben . Die Familie hat mir aber schon früh klar gemacht, dass sie mich nicht mehr will also hätte ich über einen Monat bei einer Betreuerin auf dem Boden schlafen müssen und hätte nicht mehr zur Schule können weil es keinen Bus aus der Stadt um die Uhrzeit gab .
Und wenn dann noch die Sachen von vorher auf einem Lasten hat man einfach keine Kraft mehr.

Klar , JETZT würde ich sagen, hätte ich bloß schon nach z.b. 4 Wochen gewechselt. Aber das ist vorbei .

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Beitragvon Hanna22 » 26.05.2007, 02:10

Hey ihrs!
Es is wirklich gut zu hören, dass es mir nicht allein so geht. Das Forum ist in der Hinsicht, dass man zusammen drüber reden kann, einfach super klasse!


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