Die alten Freunde...

Hier geht es um die Nachbereitung des Auslandsaufenthalts. Probleme bei der Wiedereingewöhnung, Treffen von anderen Returnees usw.
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summer-girl
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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon summer-girl » 18.11.2010, 11:07

Ich verstehe mich wieder gut mit meinen alten Freunden! Aber bei uns ist es auch fast schon 'normal', dass man mal ein Jahr lang zuhause in die Schule geht.
Viele von meinen Freunden haben das selbst gemacht (oder sind jetzt gerade in ihren Herkunftsländern :( ). Wir sind es auch gewohnt, dass es ständig heißt: "Bäh, ihr spinnt doch. Wir Chinesen/Südafrikaner/Deutschen machen das so. Das ist doch viel besser!" Aber man muss auch aufpassen, ich habe Freunde, die in NZ geboren wurden und deren Vorfahren zur ersten Generation von Engländern gehörte, die hier gesiedelt haben. Die sind manchmal ganz schön empfindlich. Mir tuts dann weh, wenn sie sowas sagen, wie: "Wenns Dir nicht passt hier, dann geh doch in dein Europa zurück". Dabei ist Neuseeland genauso mein Land! Aber ich glaube, dass die eigentlich auch gerne Verwandtschaft in Übersee hätten, denn jeder will doch eigentlich mal was andres sehen und nicht sein LEben auf einer einsamen Insel verbringen. Deswegen kann ich sie auch schon verstehen, und halte mich dann mit solchen Äußerungen etwas zurück.
Wo kaemen wir hin, wenn alle fragten,
wo kaemen wir hin und keiner ginge um zu schauen,
wo man hinkaeme, wenn man ginge?

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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Laaus* » 31.01.2011, 12:51

malino hat geschrieben:wieso kann denn jetzt nicht nächstes jahr um diese zeit sein und ich an der uni schon 1000000000 leute gefunden haben die alle meine aller aller allerbesten freunde für mein ganzes leben werden? =) das wärs doch...



das wüsste ich auch gern...Momentan habe ich echt zu NIEMANDEM wirklich niemandem mehr kontakt...vll war es aber gut so, ich glaube manchmal dass mir das irgendwie gut tut...weh tut es trotzdem wenn man mit seinen allerbesten freundinnen von denen man bis vor kurzem noch gedacht hat es wären freunde fürs leben....auf einmal nichts mehr zu tun hat....aber sie kommen mir auf einmal alle auch so fremd vor.....vertrauen so wie es davor war wird da jedenfalls nie mehr da sein.
Ich kann so viel von dem was ihr hier geschrieben habt (gerade kary) so nachvollziehen. Ich denke einfach so anders als die anderen, ich bin irgendwie seltsam....dabei war die zeit nach meinem atj eigtl alles gut.
Aber momentan nerven mich alle meine alten freunde.
die lebenseinstellung ist so eine ganz andere..die themen waren immer noten oder typen (und man muss gut sein in der schule und einen freund haben sonst läuft alles scheiße). Ich meine ich habe auch oft genug meine depriphasen und so, aber ich komme einfach nicht mehr klar mit diesem dauernden anpassen. so sein müssen wie alle..bloss nichts peinliches machen...diesen ganzen klischees und stereotypen. Das ist einfach nicht meine Welt. Die meisten haben kein Interesse für gar nichts..Keine Pläne....Dann heißt es dauernd ,,ich hab kein geld, ich kann nicht weggehen". Mein gott, dann soll man halt arbeiten gehen...tue ich auch.....
Dazu kommt dass ich einfach merke, dass ich viel selbstbewusster bin als die meisten meiner Freunde.
ich muss nicht dauernd mit leuten abhängen in deren gegenwart ich mich nicht wohl fühle, ich nicht ich selbst sein kann, ich dauernd gestylt sein muss und nicht ,,dumm" lachen darf.......
Mit einer freundin verstehe ich mich nicht mehr weil ich ihr utner einem facebook bild meine Meinung zu einem Kommentar gesagt habe...weil das ja jemand sehen könnte. echt kindisch sowas.....
Überhaupt kommen mir alle immer sehr kindisch und unreif vor und sehr oberflächlich (obowhl ich eigtl total albern bin und so, seltsam).
Es gibt einige Leute mit denen komme ich in der letzten zeit super klar, aber was solls, sind ja eh nur noch ein paar monate hier....

kann mir jemand sagen, wann dieses gefühl aufhört wenn man seine besten freunde verloren hat?????

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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Weltenbummler » 01.02.2011, 14:53

Ich freu mich schon sehr auf mein weltwärtts Jahr. Endlich neue Leute kennenlernen!
Ich hab hier in Deutschland schon viele Freune und Bekannte, aber niemanden mit dem ich über alles reden kann. Und zu meinen (alten) Feunden hab ich auch nicht mehr wirklich Kontakt. Gibt einfach keine Gemeinsamkeiten mehr. Die sind auf der Uni und ich geh noch zur Schule/geh im Sommer nach Südafrika. Mit meinem besten Freund dortt schreib ich noch halbwegs regelmäßig aber an Freunden wars das. Eigentlich ziemlich schade weil in meinem ATJ hatte ich nie "Freundemangel" und jetzt verläuft sich das total... :(
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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Laaus* » 01.02.2011, 15:06

Weltenbummler hat geschrieben:Ich freu mich schon sehr auf mein weltwärtts Jahr. Endlich neue Leute kennenlernen!
Ich hab hier in Deutschland schon viele Freune und Bekannte, aber niemanden mit dem ich über alles reden kann. Und zu meinen (alten) Feunden hab ich auch nicht mehr wirklich Kontakt. Gibt einfach keine Gemeinsamkeiten mehr. Die sind auf der Uni und ich geh noch zur Schule/geh im Sommer nach Südafrika. Mit meinem besten Freund dortt schreib ich noch halbwegs regelmäßig aber an Freunden wars das. Eigentlich ziemlich schade weil in meinem ATJ hatte ich nie "Freundemangel" und jetzt verläuft sich das total... :(


ist bei mir auch so.....
ich habe in den letzten wochen und monaten gelernt alleine zu sein glaube ich

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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Quiteña » 01.02.2011, 15:56

@Laaus*: Hmm... ja, das kommt mir bekannt vor. ;)

Auch ich habe kurz nach Ecuador die Freundschaft zu meiner besten Freundin beendet, weil sie mich einfach so scheiße behandelt hat und ich zu der Zeit selbstbewusst genug war, zu sagen: So, jetzt reichts. Natürlich habe ich sie lange Zeit vermisst, aber gleichzeitig - wie du ja schon geschrieben hast - hat es mir auch gut getan. Ich hatte jetzt 1.5 Jahre andere Kontakte, ich war auch teilweise alleine und habe mich einsam gefühlt, weil die beste Freundin nunmal fehlt. Sie war ja immer ein Teil von meinem Leben gewesen, seit der Grundschule.
Aber trotzdem habe ich auch in den Zeiten, in denen ich alleine war, davon profitiert. Ich habe vor allem gemerkt, dass ich mich neben ihr immer total klein gefühlt habe, weil bei ihr immer alles gut lief, sie hatte ein tolles Leben, tolle Freunde, tolle Partys, und wenn wir unterwegs waren, wurde fast immer nur sie angesprochen. Da kommt man sich natürlich irgendwann ziemlich zweitklassig vor. ;)
Das war allerdings immer Normalzustand, erst dadurch, dass wir nichts mehr miteinander zutun hatten, ist mir das aufgefallen. Jetzt haben wir wieder Kontakt, gehen wieder ab & zu zusammen weg, aber es ist trotzdem noch komisch, sie kommt mir einfach fremd vor. ABER ich lasse nicht mehr zu, mich wegen ihr klein zu fühlen und verschaffe mir meinen Respekt. Ich bin stark genug geworden, um zu merken, welche Freunde gut für mich sind, und welche nicht... Auch wenn ich dadurch meine beste Freundin 'verloren' habe und sie mittlerweile nur noch 'eine Freundin' ist. Es ist im Moment irgendwie besser so. Zumal wir auch überhaupt nicht mehr auf einer Wellenlänge sind, aber so gehts mir leider mit sehr vielen... Mir sind ganz andere Dinge wichtig, ich muss nicht cool sein, ich style mich nicht für die Schule, ich interessiere mich nicht mehr für Stars, Trends etc. Naja, was solls, in 1.5 Jahren habe ich höchstwahrscheinlich ein vollkommen anderen Umfeld um mich herum (weltwärts, Uni) und mir ist es im Moment auch ziemlich egal, dann bin ich eben anders. Sollen sie's halt akzeptieren oder eben nicht, ist ihre Entscheidung. Aber ich lasse mich nunmal nicht in Schubladen stecken.

Was mich aber auch traurig macht, ist, dass sich mein Freundeskreis in letzter Zeit sooo stark ändert, und das nicht unbedingt was mit mir zu tun hat. Vor den Sommerferien '10 hatte ich mit ein paar Leuten echt viel zu tun, als ich wiederkam hieß es von einer echt guten Freundin immer 'jaja, wir müssen demnächst eeeecht mal wieder was machen!'. Ein paar Mal hats nicht geklappt, weil jemand keine Zeit oder Lust hatte, aber ein paar Mal haben wir noch was gemacht, aber die Freundschaft war bei weitem nicht mehr so, wie vor den Ferien. Mittlerweile machen wir gar nichts mehr zusammen. Keine Ahnung, woran das liegt, vielleicht an der Kursstufe? Weil sie jetzt mit vielen ihrer anderen Freunde zusammen Unterricht hat und den Rest vergisst? :-?
Eine andere, die ich zwar selten sehe in der Schule, aber mit der ich auch ab und zu weg war und immer im Bus ewig geredet habe, hat sich auch total verändert. Sie spricht nur noch mit anderen Türkinnen, der Rest ist ihr scheinbar egal geworden. Im Bus sitzt die neben mir und hört einfach Musik oder liest ein Buch, anstatt sich mit mir zu unterhalten. Dabei gabs bei uns nie Streit oder so. Sie war wohl in den Ferien zu lange in der Türkei. :roll: Zumindest ist das schon vielen aufgefallen und ich finds traurig.
So viele Leute in meinem Umfeld haben sich nach bzw. in den Sommerferien ziemlich verändert, echt krass. Danach gabs fast in jedem Freundeskreis richtigen Zickenkrieg und jetzt sind die Freundschaften alle total anders als vorher. Sehr seltsam, aber naja, so ist das Leben. ;)

Tja, Fazit: Freundschaften sind leider verdammt vergänglich, das habe ich gelernt. ;)

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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Sa-Usa » 04.02.2011, 10:50

Ich habe immer noch sehr guten Kontakt zu meinen alten Freunden. Gut fande ich, dass man durch das ATJ ersteinmal herausgefunden hat, wer seine wirklichen Freunde sind und auf welche man verzichten kann! Ich habe mich während meines Jahres auch nicht viel gemeldet, aber als ich wieder zurück kam, war alles wie immer. Wir sind eine Gruppe von 6 Mädels und halten einfach zusammen. Natürlich wird es jetzt immer schwieriger, da jeder in einer anderen Stadt studiert / lernt, aber wozu gibt es denn Handy's oder Facebook :wink: Seit ein paar Monaten studiere ich und muss sagen, dass ich mich ein bisschen schwer dabei tue, dort Anschluss zu finden..aber ich hoffe, dass das noch was wird. :)
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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Printe » 04.02.2011, 21:33

Sa-Usa hat geschrieben:Ich habe immer noch sehr guten Kontakt zu meinen alten Freunden. Gut fande ich, dass man durch das ATJ ersteinmal herausgefunden hat, wer seine wirklichen Freunde sind und auf welche man verzichten kann! Ich habe mich während meines Jahres auch nicht viel gemeldet, aber als ich wieder zurück kam, war alles wie immer. Wir sind eine Gruppe von 6 Mädels und halten einfach zusammen. Natürlich wird es jetzt immer schwieriger, da jeder in einer anderen Stadt studiert / lernt, aber wozu gibt es denn Handy's oder Facebook :wink: Seit ein paar Monaten studiere ich und muss sagen, dass ich mich ein bisschen schwer dabei tue, dort Anschluss zu finden..aber ich hoffe, dass das noch was wird. :)


das finde ich toll und schön, dass es also auch noch so geht :) man sieht also, es muss nicht in die Brüche gehen. Manche Freundschaften halten eben auch.

Aber dein Beitrag hat mir irgendwie auch zu denken gegeben - einerseits echt toll, dass du dich noch so gut mit deiner Clique verstehst. Andererseits hat das natürlich auch seine "Nachteile", wenn man das überhaupt so formulieren kann - vll eher "unangenehme Nebeneffekte". Denn wie du selbst sagst, hast du es schwer, Anschluss zu finden in deiner studi-Stadt. Wenn man jahrelang (?) mit der gleichen Clique zusammenhing, einfach eingeschworen war und ALLES zusammen gemacht hat, ist es sicher schwer, auf einmal von allen getrennt zu sein! Man ist auf sich alleine gestellt, was man nicht unbedingt kannte (du vll. noch am ehesten, weil du im ATJ warst). Aber trotzdem bin ich mir sicher, dass du auch neue Freunde finden kannst - ein neuer Lebensabschnitt begintt. Was nicht heißen muss, alte Freunschaften zu begraben. Aber warum nicht neue gründen? Geduld, und selber die Initiative ergreifen :wink: Das klappt schon, nur Mut!
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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Laaus* » 07.02.2011, 15:56

ja genau das habe ich mir auch schon gedacht. Obwohl ich damit eigtl kein Problem habe, ich finde alte freundschaften können bestehen und sich trotzdem neue entwickeln, hat im atj ja auch gut geklappt.....
bin aber gerade dabei mich irgendwie mit meinen mädels auszusprechen....

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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon resma » 25.04.2011, 15:01

Hallo zusammen!
Ich hab auch so ein ähnliches Problem bez. meiner Freunde. Momentan bin ich zwar noch im Austauschjahr (ich komm Anfang Juni nach Hause) aber ich hatte vor ein paar Tagen Besuch von meinen zwei besten Freundinnen (waren sie zumindest mal...) und eine brachte auch ihren Freund mit. Ich hatte mich da super drauf gefreut, war echt so happy die zu sehen und dann im Endeffekt war es das totale Desaster. Erstens war das Problem, dass ich den Freund meiner Freundin nicht kannte und der ein totaler Ekel ist, was ich ja vor ihm nicht sagen konnte (und er war immer mit uns zusammen...) und zweitens kam ich einfach auch mit meinen Freundinnen nicht klar! Ich glaub zwar nicht dass sie sich so verändert haben aber ich pass einfach nicht mehr dazu.
Und das Problem ist, zu Hause war ich nie wirklich beliebt in meinem Jahrgang. Ich war immer so in einer Gruppe von ca 7 Mädels und wir haben uns super verstanden. Jetzt hab ich halt ziemliche Angst einfach garkeinen Anschluss zu finden wenn ich wieder heimkomme weil ich nicht glaube dass ich in meiner Gruppe noch dazupasse und ich befürchte auch dass die anderen es nicht merken werden dass ich mich verändert habe... :(
ich will mein letztes Schuljahr nicht ganz alleine verbringen... ich mein, ich hab zwar vor außerhalb der Schule Leute kennen zu lernen aber trotzdem werd ich einen Großteil der Zeit in der Schule verbringen und wenn ich da überhaupt keinen hab mit dem ich reden oder was zusammen machen kann wär das schon scheiße...

lg
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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon squall » 25.04.2011, 16:04

Für mich waren die ersten Monate kurz nach meinem ATJ bisschen schwierig in der Hinsicht... ich weiss nicht, obs mir damals nur so vorkam, aber ich hatte das Gefühl, dass sich alles total krass verändert hat, dass ich viel zu viele Sachen nicht mit erlebt hab und deshalb nie so richtig mitreden konnte und immer ein bisschen außen vor war. Also quasi wie plötzlich in eine andere Welt geworfen... :-?

Ich glaube aber mittlerweile, das lag zu mind. 70% an mir, bzw. daran dass ICH es eigentlich war, der sich so extrem verändert hat und die anderen erstmal nicht wussten, wie sie damit umgehen sollten... mittlerweile ist aber wieder alles gut und ich hab sogar das Gefühl, ich hab zusätzlich zu meinen alten Freunden noch einige neue dazu gewonnen, weil ich durch mein ATJ auch gelernt hab, offener zu sein :) also, am Anfang war es schwierig, aber es renkt sich alles wieder ein.
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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Printe » 25.04.2011, 18:17

squall hat geschrieben:also, am Anfang war es schwierig, aber es renkt sich alles wieder ein.


tut es das? Ich dachte das auch mal. Aber mittlerweile bin ich so ehrlich, mir selbst einzugestehen, dass sich bei mir gar nichts wieder eingerenkt hat. Im Gegenteil: Nach dem Austauschjahr habe ich mich gerade deswegen sehr bemüht, wieder Kontakt zu alten Freunden herzustellen, neue Freunde dazuzugewinnen und mehr zu unternehmen. Es war nicht einfach für mich und auch sicherlich nicht für meine (besten) Freunde, denn ich hatte mich gewiss verändert, auch wenn ich das nicht dachte.
Wenn ich jetzt auf die ganze Situation blicke, sehe ich da eine Lücke zwischen mir und meinen "Freunden". Ich habe es versucht, ich wollte mit ihnen zusammen sein, Dinge unternhmen, Anschluss finden. Aber ich habe gemerkt, dass ich mir nichts vormachen kann. Wir passen einfach nicht mehr zusammen, wir schweben nicht mehr auf einer Wellenlänge. Das ist traurig, aber ich finde es besser, dies einzusehen und zu respektieren, als es sinnlos immer und immer wieder zu versuchen.
Geblieben ist mir meine beste Freundin - und selbst da weiß ich nicht mehr, ob wir uns nicht "auseinandergelebt" haben. Denn um sich das einzugestehen, dazu habe ich (noch) nicht den Mut. Ist es wirklich schon so weit? Kann ich unserer Freundschaft nicht noch eine Chance geben? Ich hatte immer geglaubt, wir seien Seelenschwestern. Und daran halte ich noch fest, ich kann einfach nicht loslassen. Soll ich überhaupt loslassen?

Ich glaube, im letzten Jahr bin ich zunehmend zu einer Einzelgängerin geworden. Das hat mich psychisch irgendwie schon belastet, aber ich wusste auch nicht, wie ich das ändern sollte. Die Leute aus meiner Stufe, mit denen verstand ich mich einfach nur oberflächlich gut und das war's. Es kam sogar so weit, dass ich an mir selbst gezweifelt hab, ob ich vll. zu anspruchsvoll bin, was Freundschaften angeht, zu ungeduldig, zu egoistisch. Nun ja, letzte Woche habe ich auf der Skilehrerausbildung jede Menge neue Leute kennengelernt, mit denen ich mit glänzend verstehe. Da fällt es mir ganz leicht, ich selbst zu sein, mich nicht verstellen zu müssen, um Interesse vorzuheucheln oder so zu tun, als ob. Gewissermaßen hat mich das wieder ein wenig beruhigt, denn es tat einfach verdammt gut, wieder auf Leute zu treffen, mit denen man hemmungslos herumalbern kann, mit denen man aber auch über ernstere Sachen reden kann und mit denen man alles teilt. Schade um meine alten Freunde. Aber wenn es nicht mehr geht, macht es aus meiner Sicht auch keinen Sinn mehr, mich daran festzuklammern. Wir haben schöne, sehr schöne Zeiten durchlebt. Und dafür bin ich ihnen so verdammt dankbar. Jetzt kommt ein neuer Abschnitt, und ich bin gespannt, welche interessanten Menschen ich kennenlernen werde.
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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Laaus* » 29.04.2011, 16:43

Inzwischen glaube ich, dass man den kontakt zu den Leuten, die einem wirklich etwas bedeuten nie verlieren wird. Auch wenn Menschen kommen und gehen. Ich denke, es ist da ähnlich wie mit beziehungen: manche halten ein leben lang andere sind eben nur für eine bestimmte Zeit, ist einfach so.
In Venezuela habe ich auch nur noch zu seehr wenig Leuten richtigen Kontakt, wenn ich ehrlich bin. Aber diese wenigen Leute sind auch diejenigen, die mir echt was bedeuten.
Hier ist es ganz ähnlich: ich weiß, dass wenn ich studieren gehe, ich nur noch zu ganz wenigen meiner alten freunde kontakt haben werde, auch wenn ich viele Bekannte habe, bei denen ich es eigentlich schade finde sie nicht mehr zu sehen.
Aber so ist das: Bekannte kommen und gehen, es wird immer neue geben, nur Freunde bleiben....
Umso schöner ist es manchmal dann, wenn man Leute, die man lange nicht mehr gesehen hat, nach langer Zeit wiedersieht und merkt, dass man sich doch noch gut versteht.
Was ich gar nicht mehr mache, ist, so Freundschaften zwanghaft aufrechtzuerhalten: Wenn einen einfach nichts mehr verbindet oder man sich einfach nichts mehr zu sagen hat, dann ist es auch besser, sich das nicht anzutun, für seine wahren freunde hat man doch eh schon soo wenig Zeit. Das ist momentan mein Standpunkt hier ^^

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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon baguette » 29.04.2011, 17:54

Also während meines ATJ hatte ich guten Kontakt zu meinen Freunden in Deutschland. Problematisch ist es erst geworden als ich wieder da war.
In meine Clique war schon arg auseinader gebrochen weil in der 11 ziemliche viele neue in meine Stufe gekommen sind und dann haben sich eben neue Grüppchen gebildet und ich war eben das erste halbe Jahr immer ziemlich ausenvor. Inzwischen hat sich zwar alles wieder normalisiert nur sind einige meiner Freunde inzwischen eher Bekannte...ärgert mich und macht mich traurig aber inzwischen hab ich mich damit abgefunden und freu mich schon während meines Studiums neue Leute kennenzulernen. ;)

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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon Weltenbummler » 30.04.2011, 14:23

Also meine Umfeld hat sich an sich nicht groß verändert, nur halt die Bindungen. Mit Leuten mit denen ich mich vorher total gut verstanden ists jetzt nicht mehr so eng und andersrum. Find ich aber auch vollkommen normal, wenn ich nicht weg gewesen wäre wärs sicherlich nicht anders gekommen. In dem Alter verändert man sich ja sowieso und Interessen ändern sich. Ich komme mit meiner Stufe sehr gut klar, hab viele Freude und Bekannte und kann mich nicht beschweren. Allerdings bin ich jetzt auch schon seit fast 2 Jahren wieder zurück. Am Anfang wars schon sehr schwer, ich hatte mit einem heftigen Kulturschock zu kämpfen und die ersten 4 Monate gings mir ziemlich schlecht. Aber danach gings wieder bergauf. Ich fühl mich sehr gut integriert, auch wenn ich keine/n "Seelenverwandten" unter meinen Freunden habe mit der/dem ich meine wirklich tiefen Interessen teilen kann. Aber feiern, Jungs und Schule haben wir ja eh alle gemeinsam und ich hab mich gut arrangiert damit. Also ich bin happy, nur das ganze Gezicke und Drama nervt mich, aber da halt ich mich meistens eh raus.
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Re: Die alten Freunde...

Beitragvon KaiserChief » 06.06.2011, 14:52

Jetzt jährt sich mein Rückflug bald zum 3. Mal aber das Thema "Freundschaften Vorher/Nachher" hab ich eigentlich noch nie so wirklich reflektiert.

Wenn ich so darüber nachdenke war das Austauschjahr aber sehr sehr hilfreich. Auf der einen Seite gingen zwar einige "Freunde" verloren, auf der einen Seite konnte ich auch wieder viele neue gewinnen. Sowohl im Ausland als auch zurück in Österreich und mein Freundeskreis "passt" jetzt irgendwie mehr zu mir. Ich fühle mich einfach viel wohler, hab jetzt mehr WIRKLICH Gleichgesinnte unter meinen Freunden. Natürlich spielt da auch die Tatsache eine Rolle, dass ich mich meiner Zeit in England mehr auf andere Hobbies und Leidenschaften konzentrierte, vor allem Musik machen. Dadurch hab ich tolle Leute kennengelernt, die ich jetzt zum Teil meine engsten Freunde nennen darf.

Im Endeffekt bin ich sehr froh darüber, wie sich das entwickelt hat.


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