Abbruch anybody?

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Lara :)
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Lara :) » 28.10.2013, 22:58

@1314archo: Wie geht es dir denn mittlerweile?
Ich hatte in meiner ersten Zeit in Irland auch ziemlich viele Downs und ich weiß auch, dass sie manchmal etwas auswegslos erscheinen. Bei mir stand damals schon fest, dass ich über Weihnachten nach Hause fliege und habe mir deswegen Dezember als Ziel gesetzt gehabt und die Zeit danach erstmal ausgeblendet. Mir hat es damals echt geholfen, einfach weil die Zeit überbrückbar und "überstehbar" schien. Außerdem hatte ich in der ersten Zeit auch große Zweifel, warum ich mich überhaupt über ein Austauschjahr entschieden hatte. Meine Lösung damals: ich habe mir eine Liste geschrieben mit Gründen, warum ich ins Ausland wollte und über mein Bett gehängt. Diese Liste hat mich jeden Tag an die Gründe für meinen Traum von ATJ erinnert und mir geholfen etwas an meiner Situation zu ändern.
Das beides waren die Hauptsachen, die mir geholfen haben, die Anfangswochen meines ATJ zu meistern. Natürlich helfen sie nicht, wenn es jemanden wirklich richtig schlecht geht! Bei mir wurde es aber gegen Oktober/November besser und danach konnte ich mein ATJ genießen :)
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Abbruch

Beitragvon Ausgetauscht » 07.01.2015, 07:58

Hey liebe Community,
Ich bin gerade für ein Jahr in der nähe von New York und habe jetzt Halbzeit. Ich bin mit GAPP hier, einer eher unbekannten "Orga". Jetzt habe ich nach meinem halben Jahr Bilanz gezogen und bin zu den Entschluss gekommen, dass wenn es so weiter geht wie bisher, mein Auslandsjahr ehrlich gesagt umsonst war, denn ich bin nur unzufrieden und meine persönliche Entwicklung, was zum Beispiel das englisch angeht nicht wirklich wie erhofft ist. Ich bin in einer spanischen Familie, wo die Eltern kaum englisch sprechen. Mein Gastbruder macht auch nichts mit mir und ignoriert mich eher. Bald muss ich dann noch meine Familie wechseln und zur nächsten Familie, will auch wirklich nicht gehen. Meine Schule ist grausam, ich muss mich selbst jeden Tag dazu zwingen hin zu gehen, zu mal das so in Deutschland nie für mich der Fall war, obwohl ich nie die größte Motivation hatte. Und ich selbst bin mit meiner Entwicklung nicht zufrieden, was auch an mir liegen kann. Jetzt habe ich meine Orga gefragt, ob ich nicht in einen anderen Bundesstaat gehen könnte, wo ich Kontakt zu Leuten habe und dann wieder auf eine GAPP-Schule gehen würde. Jetzt sagen die das, wenn ich nicht zufrieden bin nach Deutschland zurück gehen sollte. Oder die Möglichkeit bestehe, dass ich auf eigene Faust umziehe und alles allein machen müsste, natürlich dann auch alles allein bezahlen. Jetzt bin ich am überlegen, ob ich ernsthaft abbrechen sollte oder warten sollte ob es sich nicht noch verbessert, aber da ich schon fast 6 Monate hier bin, weiß ich nicht ob das wirklich noch besser wird.

Rana
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Re: Abbruch

Beitragvon Rana » 07.01.2015, 15:37

Hallo ausgetauscht,

an deiner Stelle würde ich auf keinen Fall abbrechen, erfahrungsgemäß wird das 2.Halbjahr immer leichter und besser. Und du hast sogar noch einmal die Chance auf eine neue Familie. Du klingst ja auch nicht so, als wäre alles ganz schrecklich. Du siehst nur deine Erwartungen nicht erfüllt. Waren sie vielleicht etwas zu hoch? Hast du zu hohe Ansprüche an dich? Das mit der Sprache braucht Zeit, aber dann, ganz plötzlich, legt sich der Schalter um und es läuft.
Und deine Entwicklung? Oft merkt man erst später, wie man sich weiterentwickelt hat. Das geschieht oft unbewusst.
Nimm deine neue Chance wahr und mach was draus! Es lohnt sich sicher.

Ein wenig stutzig macht mich dein von dir gewählter Name "ausgetauscht". Das klingt so, als würde etwas mit dir gemacht werden, ohne dein Zutun, ohne dass du es willst. Ist ja nicht umsonst Teil der deutschen Grammatikform des Passivs.
Pack es an! Nach dem Winter kommt ein wunderbarer Frühling und Sommer in New York und die Lebensgeister erwachen wieder - willst du das verpassen?
Alles Gute
Rana

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Ausgetauscht » 08.01.2015, 04:00

Nein der Name, war nur so gewählt, ohne jeglichen Gedanken dahinter. Vielen Dank für deinen Text, hat mir irgendwie wieder Mut und Antrieb gebracht um das letzte halbe Jahr auch noch zu meistern. Aber ein Problem sehe ich immernoch darin, dass die Eltern zum Beispiel kein Englisch sprechen, was ich persönlich ziemlich wichtig fände, so dass ich nochmal mehr Englisch sprechen könnte. Und das New York im Sommer ziemlich cool ist, kann ich mir vorstellen, aber da ich in einer Stadt wohne, wo bei vielen Menschen das Geld knapp ist, bleibt dabei auch nicht viel übrig für Trips nach New York und alleine macht NY auch keinen Spaß, also kann ich das auch nicht wirklich genießen.
Gruß Paul

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Teatime » 19.01.2015, 18:13

Hallo Paul,

laut Wikipedia sprechen in den USA über 45 Millionen Menschen Spanisch - deine Gastfamilie ist also keine Ausnahme, sondern eine typische amerikanische Familie. Auch wenn viele Organisationen die Verbesserung der Sprache als Grund für einen Austausch nennen, sollte eigentlich die Kultur im Vordergrund stehen und in die bekommst du bestimmt einen ganz besonderen Einblick, den viele andere nicht haben. Wenn du die Familie nicht ohnehin wechseln würdest hätte ich dir wahrscheinlich vorgeschlagen, deine Gastfamilie mal zu fragen, ob sie dir nicht ein bisschen Spanisch beibringen könnten, weil du gerne mehr von ihnen verstehen würdest.
Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass dir dein Englisch selbst nicht besser vorkommt - höchstwahrscheinlich wird den Leuten, mit denen du vorher in Deutschland Englischunterricht hattest, trotzdem schon ein Unterschied vorkommen. Grammatik und Rechtschreibung werden übrigens durch einen Austausch in der Regel sowieso nicht besser, höchstens das Sprachgefühl und die Aussprache :wink:

Was genau ist denn an der Schule grausam? Gibt es nicht irgendwelche Clubs, denen du beitreten kannst? Über Sport kann man glaube ich ganz gut Anschluss finden und hättest vielleicht auch ein wenig Ablenkung.
Vielleicht hast du gerade auch einfach nur einen Kulturschock, weil alles irgendwie anders ist und zudem noch ganz anders als du es dir vorgestellt hast. Wenn du die Menschen und die Kultur um dich herum sind bewusst so akzeptierst, wie sie sind, dann fällt es dir auch viel leichter, dich darin zurechtzufinden.

Du schaffst das! :)

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Kleenkrimmel » 01.02.2015, 17:14

Dass die Leute in deiner Umgebung kein Geld haben, war bei mir auch so. Versuch dich einfach drauf einzulassen was die so unternehmen. Wir sind zB den ganzen Tag rumgefahren mitm Auto, weil der Sprit ja dort nich so teuer war. Klar alleine shoppen ist blöd, war dann eben nur selten und hab nur gekauft was nötig war. Evtl kannst du sie ja auch mal auf ne Pizza einladen oder so. Und falls der Trip nach NY Zug, Bus nich soo teuer ist evtl ja auch.

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Auslandsjahr abbrechen?

Beitragvon blvckanna » 22.02.2016, 23:45

Auslandsjahr abbrechen?

Ich bin seit 6,5 Monaten in Norwegen und denke wirklich darüber nach, nach Hause zu gehen. Meine erste Gastfamilie hat mich rausgeschmießen und dann bin ich in eine neue gekommen. In dieser War es allerdings noch schlimmer als in der ersten. Meine Gastmutter hat lügen über mich erzählt und gesagt, dass ich psychisch krank und all sowas. Jetzt wurde ich auch da raus genommen und wurde ans andere Ende des Landes zu einer Mitarbeiterin der Organisation geschickt. Alle meine Freunde sind in der anderen Stadt und ich muss jetzt nochmal ganz von vorne anfangen (an einer neuen Schule und in einem neuen Ort). Ich bin echt verzweifelt und weiß nicht, was ich tun soll.  Einerseits will ich das Jahr unbedingt durchziehen, aber ich bin einfach so traurig, enttäuscht und wütend über das was bisher passiert ist.

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon relch » 23.02.2016, 14:50

Du sagst, du hast Freunde in der anderen Stadt- kann nicht einer von denen dich für die letzten drei Monate aufnehmen?
Wenn nicht, würde ich es an der neuen Schule wenigstens versuchen, die Sprache sollte dir ja inzwischen auch leichter fallen. Wenn es dir da nicht gefällt, kannst du ja immer noch abbrechen. Vielleicht wird es auch besser in der neuen Stadt?
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patrick37

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon patrick37 » 24.02.2016, 00:30

Natürlich würde ich als erstes versuchen in der alten Stadt bei jemandem unterzukommen den du entweder oder der gerne eine Gastfamilie werden möchte. Letzteres erfährst du aber meistens leider erst per Zufall wenn sie hören dass du nach einer suchst :wink: Hier könntest du z.B. deine Freunde bitten (oder selber vorbeigehen wenn es nicht zu weit weg ist) dass sie in der Klasse und auch in der Schule nach möglichen Gastfamilien fragen.

Sollte das wieso auch immer, nicht gehen würde ich dir wirklich empfehlen zu bleiben und es nochmals zu versuchen. Klar ein Stadtwechsel nach 6 1/2 Monaten ist wirklich wirklich hart aber wenn du es nicht versuchst, hast du die letzten Monate ganz verloren und deine alten Freunde wirst du dadurch in dieser Zeit auch nicht mehr treffen können... Ich würde es daher wirklich nochmals mit einem positiven Gedanken versuchen. Den auch die die letzten 3 1/2 Monate können noch schön sein wenn du gute Freunde und Familie gefunden hast.

Gast

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Gast » 10.09.2018, 15:26

Hallo,
ich bin jetzt seit 2 Wochen in Ecuador und mir geht es echt schlecht!
Eigentlich wollte ich immer einen Schüleraustausch nach Australien machen, aber da man sich bei Rotary nur 3 Länder wünschen kann und Australien extrem unwahrscheinlich ist, habe ich es mir gar nicht mehr gewünscht.
Mit meiner Wahl Ecuador war ich dann auch echt glücklich, obwohl ich fast nicht über das Land wusste. Mir wurde zwar viel über Südamerika erzählt, und wenn ich genauer zugehört hätte, hätte ich vieles ahnen können, aber ich habe immer sehr positiv gedacht: Das klappt schon.
Alle Menschen denen in Deutschland davon erzählt habe, meinten wie mutig das von mir ist mit 16 ein ganzes Jahr nach Ecuador zu gehen, aber ich habe immer gedacht: Was ist denn daran so mutig?
Ich bin eh schon immer so ein Heimwehkind gewesen, und habe früher sogar auf einwöchigen Klassenfahrten Heimweh gehabt. In letzter Zeit ist das aber eigentlich besser geworden, und ich war mir sicher: während meines Schüleraustauschs werde ich Heimweh habe, aber das klappt schon... ich habe mir da gar nicht so wirklich viele Gedanken drüber gemacht. Ich hatte mir das schon so lange gewünscht, dass es einfach klappen musste.

Ich weiß, ich bin erst seit 2 Wochen hier, aber mir geht auch seit 2 Wochen es echt beschissen. Es kommt mir jetzt schon ewig vor... Ich glaube, das ist einfach die ganze Mentalität der Ecuadorianer. Es ist einfach alles so anders und ich kann mir gar nicht vorstellen hier wirklich zu leben. Klar es ist interessant und wenn ich hier einfach nur mal so zu Besuch wäre könnte ich über vieles lachen, aber ich soll hier leben.
Mich macht einfach die Ungerechtigkeit Komplet fertig. Nicht nur, dass hier viele Häuser am Straßenrand einfach kein Dach haben und an jeder Ecke ein Bettler sitzt, sondern auch, dass meine Gastmutter mit der Haushaltshilfe den kompletten Haushalt schmeißt und auch noch arbeiten geht, und mein Gastvater die Entscheidungen trifft. Das scheint hier aber einfach so zu sein (besonders auf dem Land, und ich lebe in einer sehr kleinen Stadt). Meine Gastfamilie traut mir nicht wirklich viel zu. Sogar beim Kofferauspacken hat meine Gastmutter mir die ganze Zeit gesagt wo ich was einpacken soll.
Außerdem habe ich das Gefühl ich muss alles was mir wichtig ist aufgeben um mich hier wohl fühlen zu können. Nicht nur mein Bestreben nach Gleichberechtigung... Ich würde so gerne Sport machen, das hilft mir immer sehr Dinge zu verarbeiten. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass Sport immer und überall möglich ist. Ich würde mich so gerne mal wieder richtig auspowern, aber so etwas scheint es hier für Mädchen nicht zu geben. Ich habe gefragt, ob es ein Sport Team in meiner Schule gibt, aber irgendwie keine richtige Antwort bekommen. Ich habe aber auch noch kein Mädchen getroffen was Interesse an Sport hat... Die fragen mich alle nur, warum ich keine Ohrlöcher habe und warum ich mich nicht schminke. Außerdem haben sie mir erzählt, dass sie am liebsten Feiern (natürlich mit Alkohol). Erstens mag ich keinen Alkohol und zweitens ist es natürlich auch von Rotary verboten.
Der einzige Gedanke, der mir im Moment hilft ist, dass ich versuche irgendwie 3 Monate durchzuhalten... aber selbst das erscheint mir ewig! Natürlich gibt es auch Momente in denen es mir gut geht, aber die sind eher die Ausnahme und auch nicht im Alltag, sondern immer dann, wenn wir mal etwas ganz anderes machen.
Von zuhause in Deutschland bekomme ich immer gesagt: Du schaffst das, du bist stark und wir glauben an dich. Irgendwie habe ich mittlerweile das Gefühl, dass alle anderen da mehr in mir sehen als ich selber... Ich war mir vor meinem Abflug so sicher und war so optimistisch, dass alles gut wird, dass ich meine Ängste Komplet verdrängt habe.

Die anderen Austauschschüler sind alle in der Faszinationsphase und verstehen gar nicht, warum es mir nicht gut geht. Diese Phase scheine ich nicht zu haben. Ich kann mir einfach gar nicht vorstellen hier ein ganzes Jahr zu leben und würde gerne einfach im Dezember wieder fliegen.Ich denke ja schon, dass mir das alles hier irgndetwas bringt, es bingt nie nichts, aber irgendwie merke ich gerade, dass ein jahr agnz schön viel für mich ist. Ich bereue es im Moment total Ecuador ausgewählt zu haben, weil es mich echt fertig macht.

Was soll ich nur tun? Ich fühle mich so alleine, weil niemand meine Situation versteht.

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon TheVillageGirl » 10.09.2018, 21:01

Hallo Gast :)

Ich bin zwar selbst noch keine Austauschschülerin und gehe erst nächstes Jahr ins Ausland, kann deine Gefühle aber dennoch gut verstehen! Jetzt möchte ich also versuchen, dir vielleicht den ein oder anderen Tipp zu geben oder dir zumindest eine Schulter zum Ausheulen zu bieten.

Gast hat geschrieben: Mit meiner Wahl Ecuador war ich dann auch echt glücklich, obwohl ich fast nicht über das Land wusste.


Grundsätzlich möchte ich auch mit Rotary gehen, sodass mir die Länderwahl noch bevorsteht. Natürlich habe ich Länder, in die ich lieber möchte als in andere. Dabei vertrete ich jedoch die Ansicht, dass man in den Lieblingsländern vielleicht motivierter ist, aber auch in anderen Ländern ein tolles Jahr haben kann. Ecuador hat dir vorher ja auch gefallen, also sehe ich da gar nicht das große Problem :)

Gast hat geschrieben: Sogar beim Kofferauspacken hat meine Gastmutter mir die ganze Zeit gesagt wo ich was einpacken soll.


Ich möchte hier nicht zwangsweise deine Gastfamilie in Schutz nehmen, versuch es trotzdem mal so zu sehen: Wie du schon festgestellt hast, herrscht in Ecuador ein riesiger Spalt zwischen den Armen und den Reichen herrscht. Außerdem ist es in Lateinamerika üblich, seine Kinder wirklich in Watte zu packen. Wenn Jugendliche aus dieser Region nach Deutschland kommen, beschweren sich die deutschen Gastfamilie meist über das fehlende Engagement im Haushalt. Die Eltern machen dort sehr viel für ihre Kinder, was vor allem deine Gastmutter nun auch an dir auslebt. Sie ist es vermutlich nicht gewohnt, dass jemand in deinem Alter so selbstständig sein kann und meint es nicht böse.

Die Einstellung der Mädchen in deiner Schule ist selbstverständlich ungünstig. Aber es ist sehr gut, dass du dich trotzdem strikt an die Regeln von Rotary hältst, klasse! Was antwortest du denn auf solche Fragen? Vielleicht könntest du in deinen Antworten etwas über die deutsche Kultur preisgeben, sodass sie ein Interesse an Deutschland bekommen? Das muss natürlich nicht funktionieren, aber es könnte sein. Mir fällt es auch sehr schwer, mich mit Fremden zu unterhalten und mich in neue Umgebungen einzuleben. Also wäre es für mich leichter gesagt als getan.

Gast hat geschrieben: Was soll ich nur tun?


Vermutlich würde ich einfach auf eigene Faust meine Umgebung erkunden. Wäre das bei dir möglich? Ich fotografiere gerne und würde dann wohl nach schönen Ecken suchen, einfach alles ablichten, um die Erinnerung zu behalten. Es kann oft schon helfen, rauszugehen und nicht deprimiert im Zimmer zu sitzen. Lerne dein Gastland bestmöglich kennen, solange du dort bist :)

Und wenn du in einem Monat feststellst, dass du nach Hause möchtest, dann ist das halt so. Zwar sagen viele, dass man niemals abbrechen sollte, aber ich sehe das anders. Wir nehmen dieses Abenteuer freiwillig auf uns und können selbst entscheiden, wann es genug ist. Ja, es steckt viel Geld darin. Ja, es gibt Menschen, die diese Entscheidung nicht verstehen können. Die Wahl wird auch nicht leicht fallen, das kann ich verstehen, aber alles hat Vor- und Nachteile. So etwas nennt sich Opportunitätskosten: Nimmt man a, muss man auf b verzichten und umgekehrt.

Denk in Ruhe über deine Entscheidung nach - Du hast alle Zeit der Welt ;)

- Sophie aka. TheVillageGirl

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon -esperanza- » 13.09.2018, 13:43

Gast hat geschrieben:
Was soll ich nur tun? Ich fühle mich so alleine, weil niemand meine Situation versteht.



Hey :)

erstmal Kopf hoch... Ein Schüleraustausch ist eine Achterbahn der Gefühle und manchmal ist gleich der Start sehr holprig...

Wie ist denn dein Spanisch? Viele der Sachen die du erzählst hätte ich damals nach zwei Wochen in Uruguay noch gar nicht verstanden.... Ich weiß es ist schwierig und nicht das was du jetzt hören willst, aber sei open minded und gib Ecuador und deiner Umgebung dort eine Chance!

Frag deine Klassenkameradinen ob sie etwas mit dir unternehmen wollen, und auch wenn du ihre Interessen nicht teilst, probier es einfach aus - vielleicht hast du bei einem Mädelsnachmittag an dem ihr euch gegenseitig schminkt ja doch etwas Spaß? Und ich bin sicher, dass es auch Mädchen gibt die Sport machen. Gibt es vllt sogar ein Fitnessstudio? Damals in Uruguay gab es solche Studios - oft ohne Geräte, einfach nur ein Raum - indem dann den ganzen Tag irgendwelche Kurse angeboten wurde, von Zumba bis Bauch, Beide & Po.

Hast du Gastgeschwister? Was machen die den ganzen Tag so?

Ich weiß, dass es als Jugendliches Mädchen schwer ist nach Südamerika zu gehen, man gibt selbstständigkeiten und Freiheiten auf, die man oft schon Jahrelang gehabt hat. Aber glaub mir es lohnt sich... Auch wenn es alles ganz anders ist, es gibt Sachen die du lieben lernen wirst und anschließend vermisst....

Ich bin nicht mehr so oft hier im Forum du kannst mit aber gerne per PN deine E-Mail Adresse/Whatsapp NR. senden und dann kann ich dir gerne auch nochmal ein paar persönlichere Geschichten erzählen :)

Ich hatte auch meine Phase in der ich überzeugt war schon im Januar heimzufliegen, und mittlerweile sage ich auch 10 Jahre später noch, dass mein Auslandsjahr in Uruguay das BESTE Jahr war. Halt die Ohren steif, du schaffst das. Un abrazo!
Gracias a ti, yo soy feliz... ♥


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