Abbruch anybody?

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-Jule-
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Re: Der Das-macht-mich-gerade-fertig-im-Austausch-Thread

Beitragvon -Jule- » 26.08.2013, 16:14

Crossposting wird hier übrigens auch nicht gerne gesehen :nee: Jetzt hast du in 2 Threads den gleichen Text geschrieben und es ist ziemlich verwirrend, da du auf beide Posts Antworten bekommen hast.
Könnte ein Mod das vielleicht zusammenlegen?

EditOrava: jep

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fuchsgesicht
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon fuchsgesicht » 29.08.2013, 02:46

Kennt ihr eigentlich dieses Gefühl, dass man sich total abgeschotten vom Rest der Welt fühlt? Momentan geht es mir, als ob ich Deutschland und all meine Lieben und Freunde nie wieder sehen könnte... als wäre es mir unmöglich, dieses Land hier jemals wieder zu verlassen und als würde ich für Ewigkeiten hier festsitzen. Ich fühle mich so unendlich weit weg von allem, was für mich Zuhause bedeutet und bin so unfassbar unglücklich hier.

Wenn ich wenigstens das Gefühl hätte, dass ich nicht aus der Welt bin und in wenigen Monaten alles beim Alten ist und ich wieder in meinem Zimmer in Deutschland sitze - aber ich fühle mich, als säße ich auf einem anderen Planeten ohne Rückfahrticket und als wäre ich für immer allein. :( Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sonne hier schon wieder untergeht, wenn meine Eltern zur Arbeit fahren. Das macht mich so traurig. :( Ich glaube, es ginge mir echt wesentlich besser, wenn die Entfernung nur halb so groß wäre. :(

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon sarahjudith » 30.08.2013, 23:41

Naja potentiell kann ich dich verstehen.
Fühle mich im Moment auch unglaublich weit von allem weg und glaube auch, dass es mir etwas besser gehen würde, wäre ich irgendwo in Europa, wo wenigstens die Möglichkeit bestehen würde, mal Besuch zu bekommen oder selbst mal nach Hause zu fahren. Allerdings weiß ich ja von meinen beiden vorherigen Aufenthalten auch, dass die Zeit mal vorbei geht...Aber glaub mir, danach wird kaum noch was beim Alten sein, so ein Jahr verändert doch, dich und auch deine Freunde in Deutschland werden sich weiterentwickeln, gerade, da ja bei euch jetzt auch die Schule vorbei ist und so wie so jeder seinen eigenen Weg einschlägt.
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon fuchsgesicht » 07.09.2013, 03:36

Hallo ihr Lieben,
Ich bin gerade mal wieder am Ende und hoffe auf euren Rat.
Wie ja schon mehrmals geschrieben geht es mir hier einfach nur schlecht. Ich sollte ja eigentlich die Gastfamilie wechseln, habe mich auch schon total gefreut aber das hat dann doch alles nicht so geklappt. Ich hänge quasi seit drei Wochen in der Luft, ohne, dass ich weiß, was mit mir passieren wird und was kommt. Ich bin dann kurzzeitig zu einer anderen Frau gezogen, weil es bei meiner alten Gastfamilie nicht mehr auszuhalten war (Demütigungen, ständiges allein-Sein, durfte nicht raus). Eben bis AFS was Dauerhaftes für mich findet. Diese Frau hat mich dann aber von heute auf morgen auch quasi "vor die Tür" gesetzt (total unerwartet) und so stand ich dann da, wurde von AFS in ein Hotel gebracht und hatte eine Art Nervenzusammenbruch. Ich kann mich im Nachhinein gar nicht mehr richtig erklären, aber in dem Moment war es einfach zu viel. Zu viele Enttäuschungen... Nun habe ich mich für den Abbruch entschieden. Ich kann das einfach nicht mehr, diese Ungewissheit und Angst, diese nervliche Belastung, das allein-Sein, das starke Heimweh, das nichts-Tun, hinzukommen tagelanger Durchfall, Schwindel- und Ohnmachtsanfälle, Zittern, Migräne, Hautausschlag, ich habe 0 Kraft im Körper gehabt, konnte kaum noch lange stehen.

Ich war/bin einfach psychisch und körperlich am Ende, jeden Tag am Weinen, es geht nicht mehr. Jetzt sitze ich seit Tagen im Hotel und warte, dass mein Flug geht...

Habe auch ein ärztliches Attest, allerdings hat der Psychologe die körperlichen Beschwerde ausgelassen und nur attestiert, dass ich Probleme habe, mich an die Gegebenheiten des Landes anzupassen und eine depressive Neigung aufweise, da die Proben, die mir entnommen wurden, keine Besonderheiten aufwiesen (für mich ein Indiz mehr, dass das alles auf die Psyche zurückgeht).

Nun mache ich mir totale Sorgen, dass ich die Kosten für das Programm tragen muss. Ich bin wirklich jeden Tag am heulen, weil meine Eltern das Geld einfach nicht haben und ich auch tierische Angst habe, sie so zu belasten. Im Vertrag steht, man muss zahlen, wenn der Abbruch einfach mal so gemacht wird, ohne ernsthafte gesundheitliche oder psychische Probleme und wenn man nicht alles versucht hat (Gastfamilienwechsel, Projektwechsel). Nun hätte ich ja wechseln können, wenn auch nicht sofort, aber ich habe dafür einfach keine Kraft mehr und zu große Angst, dass es nicht besser wird und ich dann noch länger dieser Situation ausgesetzt bin. Hab schon im AFS Büro gefragt, da hieß es nur, dass Ministerium entscheidet sowas erst nach Monaten. Hab dann meine alte Teamerin gefragt, die im AFS Büro Deutschland arbeitet, und die meinte, es wäre sehr wahrscheinlich, dass ich die Kosten tragen müsste.

Ich bin jetzt am Boden zerstört und verstehe die Welt nicht mehr. :'( Ich wollte doch was Sinnvolles und Gutes tun und jetzt ruiniere ich mir eventuell meine Zukunft damit. Ich habe solche Angst, dass mich das schon wieder total belastet und ich seit Tagen allein in diesem Hotelzimmer sitze und brechen muss und Kopfschmerzen habe und weine. Hätte ich das mit den Kosten gewusst, hätte ich eher noch die 9 Monate hier irgendwie alleine abgesessen und alles ertragen... klar, Geld sollte bei sowas keine Rolle spielen, aber ich weiß, wie schwierig die finanzielle Situation Zuhause ist... :( Hat jemand Erfahrung mit weltwärts und weiß vielleicht mehr darüber? :(

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon -Jule- » 07.09.2013, 13:06

Ich kann dir leider nicht weiterhelfen, da ich mich mit weltwärts nicht genügen auskenne. Ich würde dir aber raten, in Deutschland möglichst schnell zu deinem Hausarzt zu gehen und von allen psychischen sowohl physischen Problemen zu erzählen, damit entweder er dir etwas ausstellen kann, dass du nicht einfach so abgebrochen hast, oder er dich an einem Kollegen weiterweist. Ich denke, das sollte auf jeden Fall richtig dokumentiert werden, auch wenn es dann leider nur im Nachhinein ist. Gibt es vor Ort keine deutschen/internationalen Ärzte, wo du dich vielleicht noch hinwenden kannst?

Tut mir wirklich leid für dich, dass das jetzt alles nur noch schlimmer wurde :( Und du sagst, du hast keine Ahnung, warum die andere Frau dich vor die Tür gesetzt hat?

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon MaykaGoesDownUnder » 07.09.2013, 15:27

Hallo fuchsgesicht :)
Das ist total Sch... dass es Dir so schrecklich geht. Du schreibst, dass Du jetzt nur im Hotel sitzt und wartest und weinst und Dir Sorgen um die Kosten machst... und das noch am anderen Ende der Welt :( :troest:
Steht Dein Entschluss abzubrechen schon 1000% fest?
Hast Du dir überlegt vielleicht das Hotel zu verlassen? Auf die Straße zu gehen? Menschen kennen lernen?
Auf der Straße spielende Kinder anzusprechen? Vielleicht würdest Du dann eine oder paar Idee bekommen und könntest Dein eigenes Projekt starten. Du könntest etwas tun, was Du magst und kennst... vielleicht den Kindern Jonglieren, Stricken, Schreiben oder eine Sprache beibringen. ..Du könntest mit Kindern malen, basteln oder aus "Müll" Kunstwerke machen... oder den Kindern etwas, was Du gut kannst beibringen, oder eine Schule einen Kindergarten oder ein Kinderkrankenhaus unterstützen... zB. als Clown ;)
Wenn Du dann auf "Probleme" anderer Menschen konzentriert bist, dann bist Du nicht mehr nur auf Dich fixiert... und dann werden Dir eigene Probleme und Sorgen und Schmerzen als viel kleiner erscheinen! Das geht mir jedesmal in Afrika so... eigentlich nicht nur in Afrika ;) Hättest Du Lust das mal zu probieren?

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon fuchsgesicht » 08.09.2013, 07:47

Dafür ist es "leider" zu spät - ich musste direkt was unterschreiben, dass ich innerhalb von 14 Tagen das Land verlasse und morgen Nacht geht schon mein Flug. Ich hätte es hier aber gesundheitlich sowie psychisch eh nicht mehr ausgehalten, bin mehrmals zusammengebrochen und brauche jetzt einfach meinen Familienrückhalt. Das hier war wirklich die schlimmste Erfahrung meines Lebens... :(

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Grey » 09.09.2013, 12:42

Ich kann Dir leider auch nicht helfen, aber da der Arzt Dir da ja nicht weiterhelfen konnte, würde ich sofort in Deutschland zu einem gehen.

Es tut mir auf jeden Fall total leid, dass alles so kam. Von dem, was Du schreibst, erscheinst Du mir sehr sympathisch und wie jemand, der in einem guten Projekt einen tollen weltwärts-Aufenthalt hätte haben können. Ich denk an Dich, hoffentlich bist Du da bald raus und es geht Dir besser! :drueck:

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon cheerleadertussie » 21.09.2013, 16:19

Habe das hier gerade erst gelesen und auch nur die letzten paar Posts. Soweit ich das verstanden habe, warst du mit weltwärts weg, oder?!
Ich habe auch abgebrochen und mach dir mal wegen den Kosten etc keine Sorgen. Das war auch am Anfang mit mein größtes Problem, da ich nicht wollte, dass meine Eltern das zahlen müssen und ich auch nicht kurz mal 5000€ hatte/habe.... Hat sich alles erledigt mittlerweile. Jetzt geht es erstmal um dich und lass all die Orgasachen aus dem Blickfeld. Rede mit AFS wenn es dir besser geht und du dich wieder engelebt hast.
Wenn du Fragen hast kannst du mir gerne hier oder per PN schreiben :)
Das wichtigste ist, suche dir jemanden zum Reden!! Wenn du mit deinen Freunden nicht unbedingt sofort darüber reden willst, sag das ihnen und stoße sie nicht vor den Kopf. Das habe ich getan, in dem ich meine weltwärtszeit bis jetzt totgeschwiegen habe und ich bereue es!

Kopf hoch :drueck:

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon 1314archo » 05.10.2013, 21:51

Ich schreibe nicht, weil ich Rat brauche, sondern nur um zu Berichten, vielleicht geht es ja anderen ähnlich.
Ich bin seit 2 Monaten in den usa und mir ging es noch nie so schlecht. Bald ist es so weit, ich muss meiner Hostfam sagen, dass ich ende Dezember gehen werde, um dann zum Anfang des 1. Semester wieder in Dtl zu sein. ''Einfach weg von hier'' ist an was ich denke.. immer. Die letzten Tage ging es mir besonders schlecht. Ich habe hier keine Ups & Downs, bis jetzt war alles ein großes down :( Ich sehe nichts was passieren kann, dass ich länger bleibe. Heule fast täglich, kp warum, mir gehts einfach nur kacke, und ich als Junge heule NIE... zumindest in Dtl nicht.. schon komisch irgendwie.. Ich vermisse alles extrem und will nur heim :( Habe mich auf dieses Jahr sooo gefreut, und jetzt ist es so wie ich es mir NIE hätte vorstellen können. Ich habe viel über mich selbst gelernt was ich kann, mir zutrauen kann, und was nicht geht, was für ein Mensch ich bin, und ich merke in vielen Situationen, dass ich sogar selbstbewusster bin. Gerade weil es mir so kacke geht denke ich, dass ich viel lerne über mich. Ich merke dass die usa nicht mein Land ist. Ein tolles Land, aber nicht für jeden, ich passe hier einfach nicht hin. Die Mentalität der Leute, die Kultur... Wenn man hier ist merkt man wie anders es doch alles ist. Ich kann kein Jahr ohne meine Freunde und Familie aushalten, mein Leben in Dtl war so perfekt, warum bin ich überhaupt hier frage ich mich.. Ich sehe keinen Grund noch länger zu bleiben, ich muss ja niemanden in Dtl. was beweisen. Das Forum hat mir sehr geholfen, bin hier fast jeden Tag (nichts zu tun) und merke dass viele in der gleichen Situation sind. Ein Semester lang schei** fühlen ist ja dann auch genug. Außer die anderen ATS (mit denen ich mich teilweise gut verstehe) hält mich hier nichts. Ich denke einfach ich bin nicht geeignet für ein ATJ. Ich hoffe ihr habt alle gute Erfahrungen, für mich ist es jetzt genug.

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon MaykaGoesDownUnder » 06.10.2013, 13:48

@1314archo :-) bitte gib nicht so schnell auf... vielleicht solltest du erst mal nur die Gastfamilie wechseln... vielleicht liegt es an der kleinen Welt in der du momentan lebst.
In einer anderen Welt und mit einer ganz anderen Familie kann das plötzlivh ganz anders aussehen :-) Wie groß ist der Ort in dem du lebst? Ich drücke Dir die Daumen!
Sorry für den Post... du wolltest eigentlich nicht, dass man dir Ratschläge erteilt... ;-)

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Printe » 06.10.2013, 19:19

MaykaGoesDownUnder hat geschrieben:Sorry für den Post... du wolltest eigentlich nicht, dass man dir Ratschläge erteilt... ;-)


aber ich muss dir zustimmen, Mayka. Tut mir Leid wenn ich jetzt wieder die Buh-Frau bin die nix kapiert, aber für mich hört sich das wieder nach einer typischen Heimwehattacke an. Deshalb sag ich mal, was ich dazu denke:
1314archo hat geschrieben:mir ging es noch nie so schlecht (...) Ich habe hier keine Ups & Downs, bis jetzt war alles ein großes down :(

warum siehst du denn alles so negativ?? Ich kann beim besten Willen nicht glauben, dass AUSNAHMSLOS ALLES "so kacke" ist. Es gibt immer positive Aspekte, und die muss man sich in schlechten Zeiten eben besonders stark vor Augen halten. Ich finde deine Einstellung sehr pessimistisch.
Habe mich auf dieses Jahr sooo gefreut, und jetzt ist es so wie ich es mir NIE hätte vorstellen können

Lieber 1314archo - es kommt doch immer anders als man denkt....vor allem ein ATJ ist doch kein Friede-Freude-Eierkuchen-Jahr? Oder siehst du das anders?
1314archo hat geschrieben:Wenn man hier ist merkt man wie anders es doch alles ist

Du hast dich für eine ATJ entschieden, um eine andere Kultur kennenzulernen. Bist du jetzt überrascht, dass sie auch tatsächlich anders ist? Dass du dir fehl am Platz vorkommst ist völlig normal!! So fühlt sich jeder ATS zu Beginn seiner Zeit, wirklich. Man ist allein, kennt sich nicht aus, mit der Sprache holperts und man weiß nicht wie man anfangen soll, sich ein Leben dort aufzubauen. Kein Wunder: Man kennt die Kultur ja auch noch nicht.
Das Forum hat mir sehr geholfen, bin hier fast jeden Tag (nichts zu tun)

hast du mal daran gedacht, dass Langeweile ein hevorragender Heimwehköder ist? Tu was dagegen! Meld dich in Sportkursen an, triff dich mit Leuten, mach was nach der Schule, frag deine Gastfamilie oder Lehrer, was es für Aktivitäten gibt. Rumsitzen und nichts tun - hallo Heimweh.
die anderen ATS (mit denen ich mich teilweise gut verstehe)

ist ja lobenswert, aber mir hat in Zeiten des Heimwehs auch oft geholfen, mit Einheimischen Kontakt aufzunehmen und nicht gerade mit denen, mit denen man sich auf deutsch auch noch gegenseitig betüdeln kann. Viele ATS, die sich nur untereinander treffen, isolieren sich schnell vom Land und den Leuten dort und finden keinen Anschluss.
Heule fast täglich, kp warum, mir gehts einfach nur kacke, und ich als Junge heule NIE... zumindest in Dtl nicht.. schon komisch irgendwie.. Ich vermisse alles extrem und will nur heim :(

Heimweh. Auch ein Junge hat das mal, vor allem im ATJ ist das doch wirklich normal!! Und da verurteilt dich doch keiner für! Wie gesagt, du fühlst dich fremd, alles ist anders, und man sehnt sich nach dem Bekannten, Vertrauten, nach Freunden und dem alten Alltag. Ja, das ist in Ordnung! Aber irgendwann muss Schluss sein, und du musst aus diesem Loch raus. Einmal tief durchatmen, sich sagen: "Okay, ich vermisse meine Freunde, aber ich habe gute Gründe gehabt, in die USA zu gehen und jetzt möchte ich mein Jahr auch genießen." Lern Amerikaner kennen, urteile nicht zu schnell über sie und sprich mit deiner Gastfamilie oder deinem Koordinator. Die werden dir sehr gerne helfen, schließlich möchten sie doch nicht, dass sich ein ATS in ihrem Land und ihrem Zuhause unwohl fühlt!!

entschuldige, wenn ich mich so hart anhöre, aber bitte gib nicht auf und gib dir stattdessen einen Ruck. Ich verspreche dir, du wirst es nicht bereuen. Man sagt, den Kulturschock, den du im Moment durchlebst, kann in den meisten Fällen bis zu 4 Monate dauern. Gib dir zeit, dich einzuleben. (und "Einleben" heißt nicht, nach zwei Wochen den Schulweg und die Namen der Lehrer zu kennen etc.!)
Wenn der Weg schön ist, lass uns nicht fragen, wo er hinführt.
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon 1314archo » 07.10.2013, 01:11

Trotzdem danke, dass ihr geantwortet habt und mir Mut machet :)
Ich werde mal etwas genauer beschreiben.
Ich finde hier nicht alles negativ. Es gibt natürlich Sachen die mir gefallen, woran ich Spaß hab, z.B. wenn ich mit den ATS im Kino bin oder bowlen gehe(welche übrigens nicht Deutsch sind). Aber auch im Kino, oder im Fitnessstudio, oder wenn ich mit der Gastfamilie (mit der ich mich relativ gut verstehe) was unternehme, dann kann ich es trotzdem leider nicht genießen, ich denk dauernd nur daran wie viel Spaß ich immer in Dtl. hatte bzw haben würde.
Die Kultur wird anders, das wusste ich, aber so anders? Ich dachte ''ist doch nur Amerika'', hätte das ja vorher nicht ahnen können, wie denn auch?
Ich habe vorher nie von einem ATS gehört, dass es auch einfach mal ''nicht passen'' kann. Freunde und Familie meinten nur zu mir es wird mir hier super gefallen, und alles wird toll, und ich hab das dann halt geglaubt. Und nein, ich denke nicht dass das hier Friede-Freude-Eierkuchen ist, was soll die Frage denn?
Und leider ist es schwer an meiner Schule AmiFreunde zu finden, auch für die anderen ATS, denn wenn 50 von 300 Schülern ATS sind, dann merkt man schon, dass die Schüler null Interesse haben und es satt haben, jedes Jahr sich mit ATS anzufreunden, um dann später wieder goodbye forever zu sagen. Und die Amis die ich kenne, mit denen habe ich einfach nichts gemeinsam, die sind zu verschieden und passen garnicht zu mir.
Viele der ATS sind hier für 5 Monate, und keiner von denen würde verlängern, denen gefällt es auch nicht so gut, ich bin also nicht allein mit meinen Gedanken, nur dass ich halt 10 Monate bleiben soll. Zwei ATS, die schon seit 1 Jahr hier sind meinten, in den ersten Monaten haben die ihre Heimat extrem vermisst und wollten nur nachhause, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran, das werde ich sicherlich auch, trotzdem würden sie immernoch sofort gehen wenn sie könnten, und das fand ich dann auch krass. Die meinten die fühlen sich einfach unwohl hier.
Ich weiß zum Glück, dass es neben mir noch viele andere ATS hier im Forum gibt, die das gleiche erlebt haben und genau so fühlen. Ich denke dass nicht jeder dafür gemacht ist, ein Jahr im Ausland zu verbringen.
Sinn des ATJ ist es ja auch nicht einfach ein Jahr weg zu sein, sondern selbstbewusster und selbstständiger zu werden und einfach fürs Leben dazu zu lernen.
Jetzt liegt es an mir zu entscheiden, ist es mir das ganze wert, dann noch 5 Monate zu bleiben, wenn es mir schlecht geht, und ich mich nicht wohl fühle, wozu das ganze frage ich mich? Lerne ich noch etwas dazu? Oder macht mich das ganze nur kaputt? Bin ich einfach nicht geeignet? Macht es mich stärker wenn ich bleibe, oder werde ich dann zurück blicken und sagen, diese letzen 5 Monate waren nur eine Verschwendung meiner Jugend?
Im Endeffekt liegt es an mir zu entscheiden, was ich mache, denn nur man selbst kann die Situation in der man ist richtig einschätzen, niemand anderes kann einem sagen was richtig und was falsch ist, das muss man mit sich selbst vereinbaren können.

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Printe » 07.10.2013, 10:44

okay, da war ich zu voreilig, andere ATS können natürlich aus allerlei Länder stammen. Was die Sache aber nicht unbedingt besser macht. Es ist zwar einerseits toll, sich mit ihnen zu verstehen und Spaß zu haben, doch sollte man sich bewusst sein, dass man sich dadurch die Integration in die amerikanische Kultur erschwert und sich automatisch von den "Amis" isoliert.
In Kanada sind ATS auch so normal wie nichts anderes, da bist du nichts besonderes. Und entschuldige mal, von den Einheimischen hat doch niemand auf dich gewartet. Die werden nicht auf dich zugehen - das musst du schon tun. Und zwar mit ein bisschen Motivation und Hartnäckigkeit. Wenn du nette Amerikaner triffst und durchsickern lässt, dass es dir um echte Freundschaft geht und nicht nur "mal eben was machen" (obwohl das bestimmt auch gut wäre!!), werden sie dich ja nicht einfach abblitzen lassen. Man sagt auch nicht "Goodbye forever", viele haben immer noch Kontakt zu ihren Schulfreunden im Ausland, ich auch noch.
1314archo hat geschrieben:Die Kultur wird anders, das wusste ich, aber so anders? Ich dachte ''ist doch nur Amerika'', hätte das ja vorher nicht ahnen können, wie denn auch?
Ich habe vorher nie von einem ATS gehört, dass es auch einfach mal ''nicht passen'' kann. Freunde und Familie meinten nur zu mir es wird mir hier super gefallen, und alles wird toll, und ich hab das dann halt geglaubt. Und nein, ich denke nicht dass das hier Friede-Freude-Eierkuchen ist, was soll die Frage denn?

Was die Frage soll? Na lies doch mal deinen eigenen Beitrag. Du hast dir von deinen Freunden das Blaue vom Himmel erzählen lassen und darauf basierend geglaubt, dass es dir nur gut ergehen wird. So was nenn ich Friede-Freude-Eierkuchen. Wie du ahnen solltest, dass selbst die USA anders sind als Deutschland? Hattest du kein Vorbereitungsseminar, wie hast du dich überhaupt auf das Land vorbereitet?
Ich würde dir nur den Rat geben, wenn du noch an deinem "alten Leben" in Deutschland klammerst und am liebsten alles genauso hättest wie zu Hause - dann ist das ATJ vermutlich wirklcih nichts für dich. Aber dann frage ich mich, was hast du dir von einem ATJ erhofft, wie sahen deine Erwartungen aus, hast du mal an Schwierigkeiten gedacht, die auftreten könnten? wie hast du damals gedacht sie zu meistern? Was war denn deine Motivation ins Ausland zu gehen? Man möchte doch eine andere Kultur kennenlernen, neue Leute treffen etc. Aber dafür muss man auch offen sein. Für mich kommst du so rüber, als ob du eigentlich viel lieber dein deutsches Leben zurückhaben möchtest und nichts neues ausprobieren willst. Denn das macht Arbeit und ist anstrengend. Ja, das tut es, aber es lohnt sicht!!! Du wirst ganz anders nach Deutschland zurückkehren nach dem Jahr, und natürlich wirst du noch allerlei Erfahrungen machen in den nächsten Monaten - als ob man nach zwei Monaten schon "fertig" wäre mit Erfahrungen sammeln, also wirklich...
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon -Jule- » 07.10.2013, 18:01

Ich frage mich gerade auch ernsthaft, ob du dich überhaupt auf dein ATJ vorbereitet hast?

Übrigens geht es in einem ATJ um ganz genau das, was du nicht möchtest: auch mal schlechte Phasen zu überstehen, auch wenn nicht alles toll ist, die Leute sind anders, nicht so wie man sich das vorstellt etc..Dadurch wird man selbstständiger und reifer, nicht dadurch nach einer kurzen Zeit zu sagen "Och nö, irgendwie ist hier doch alles anders, naja, dann fahr ich halt wieder"
In ein fremdes Land gehen und gleich ist alles super und man hat die Zeit seines Lebens ist schon sehr utopisch. Da fehlt doch auch irgendwie fehlt ein wenig der Reiz dann.
Die Amerikaner sind anders - natürlich sind die anders! wäre doch auch langweilig, wenn überall alle gleich wären?

Ich finde du gibst zu schnell auf und lässt dich auf das Abenteuer gar nicht ein. Sei froh, dass du eine nette Gastfamilie hast und keine schwerwiegenden Probleme!


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