Abbruch anybody?

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Printe
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Printe » 08.05.2013, 20:14

DelfiniBelgien hat geschrieben:Ich bin jedes mal wenn ich so etwas lese erstaunt über solche Kommentare: Dir ist schon klar das psychische Krankheiten genauso schlimm sein können wie physische Probleme? In diesem Fall kann es nämlich fatal sein mit jemanden zu reden der keine Ahnung von der Sachen hat. Dann lieber gleich zum Arzt oder School Counselor! Und nein, ich rede jetzt nicht von Heimweh!


und ich bin jedes Mal erstaunt, dass es immer noch Leute gibt, die anscheinend nicht richtig lesen können. Eine psychische Krankheit ist nicht von jetzt auf gleich da, sie entwickelt sich. Und am Anfang mögen die zitierten psychischen Einbrüche liegen - das kann auch eine Heimwehattacke sein.
Ich habe ja auch nicht gesagt, dass man nicht zum Psychologen gehen soll. Ich habe doch nur gesagt, dass man - egal was für Probleme man hat - es auch im Gastland Menschen gibt, mit denen man reden kann!! Bevor man professionelle Hilfe aufsucht! Denn manchmal klärt sich dann auch einiges so.
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon nobuko » 09.05.2013, 02:25

eisvogel hat geschrieben:Sorry, egal was du denkst, aber mäßige bitte deine Ausdrucksweise (und nein, da hilft auch kein Zwinkersmiley)!.

Ich bleibe bei dieser Meinung und der Zwinkersmiley soll nichts ins helle Licht rücken, sondern bedeutet, dass ich ihre Einstellung dazu schlicht und ergreifend einfach belächle.

Es war so gemeint, wie es geschrieben steht - sonst hätte ich mich anders ausgedrückt.

Ich habe deine Bitte zur Kenntnis genommen.

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon lala^ » 10.05.2013, 00:51

nobuko hat geschrieben: [...] sondern bedeutet, dass ich ihre Einstellung dazu schlicht und ergreifend einfach belächle.


Das ist doch schon wieder recht herabwertend ausgedrückt. Als wäre sie/er irgendwie dumm oder so. Man muss nicht mit jedem einer Meinung sein, aber ich finde, auch im einem Forum gilt: Der Ton macht die Musik.

Nur mal so nebenbei...
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Grey » 11.05.2013, 22:31

Zur Lebenslauf-Sache: Ich habe auch abgebrochen bzw. wurde von meiner Gastfamilie heimgeschickt, weil ich einfach zu unfähig war, und ich schreibe immer rein:
"blablaba high school in blablabla - August 2008 bis Februar 2009 (oder März, weiß ich grad gar nicht)".
Ich bin abends daheim angekommen und ab dem nächsten Tag wieder in meine deutsche Schule gegangen, aber nicht aus Angst vor eine Lücke im Lebenslauf. :roll:
Mein abgebrochenes Austauschjahr hat sich nicht negativ auf meine Zukunft ausgewirkt, finde ich. Aber vielleicht schätze ich die Kausalitäten auch falsch ein.
Es tut mir leid um das Geld, klar, aber ändern kann ich es auch nicht mehr und meine Eltern haben - das rechne ich ihnen hoch an - mir nie einen Vorwurf gemacht, ich hätte mit meinem Abbruch und meinem vermurksten ATJ allgemein ihr Geld zum Fenster hinausgeworfen, obwohl ich es verstanden hätte.
Und nur weil jemand "durchgehalten" hat, obwohl es ihm/ihr schlecht ging, kann man nicht darauf schließen, dass das Unglück anderer, die mit Abbruch liebäugeln, von ihnen subjektiv ebenso empfunden wird wie das eigene (selbst wenn - man kann nicht davon ausgehen, dass sie auf gleiche Belastung gleich reagieren) und sie sich deswegen einfach nicht genug anstrengen, schließlich habe man selbst auch durchgehalten.

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Soll ich oder soll ich nicht? - Abbruch.

Beitragvon _lincheeen » 30.07.2013, 22:08

Hey an euch alle! :-)
Also ich habe beschlossen mal hier rein zuschreiben, da ich gerne mal eure Meinungen und Erfahrungen hören möchte.
Mal wieder die Frage: Hat wer schon abgebrochen und wie ging es euch danach?

Okay damit ihr was dazu sagen könnt, muss ich natürlich erstmal meine Situation erklären.
Ich bin nun ein bisschen mehr als 5 Monate in Brasilien und habe damit die Hälfte geschafft.
Und ich muss sagen, damit hab ich schonmal ein riesiges Ziel erreicht, denn ehrlicherweise war der Großteil meiner Zeit hier richtig doof.
Ich wohne im Norden von Brasilien, in einer mittelgroßen Stadt. Hier im Norden ist es seeeehr warm (im brasilianischen Winter werden es 40°) und die Kulturunterschiede sind sehr gross. Es ist eher ärmlich hier. Aber hey dazu bin ich ja gekommen um mich einzufügen. Doch leider macht mir die Hitze sehr zuschaffen.

Und nun zu "meiner Geschichte". Und achtung, es wird lang!
Es begann damit, dass mir am Tag meiner Abreise im Februar gesagt wurde, dass meine Gastfamilie sich nicht mehr melde, aber schon eine neue gefunden sei, die auch echt nett aussah.
So flog ich dann voller Vorfreude, aber ehrlich gesagt auch mit ein paar Zweifeln ob es das richtige sei los nach Brazil. Die zweifel kamen daher, da ich echt ein super Leben in Deutschland habe/hatte. Ich bin ein absoluter Familienmensch und habe mich auch super mit allen verstanden. Hatte viel Spaß mit meinen Freunden und alles.
Aber ich wollte es trotzdem wagen, da ich die Erfahrungen haben wollte und kennenlernen wollte wie andere Leute so leben. Soviel dazu.
Dann hier angekommen schien auch erstmal alles ganz in Ordnung. Meine Familie war okay, halt nicht die eigene, aber ich dachte das solle alles noch kommen.
Ich begann dann auch zur Schule zugehen, was echt der Horror für mich war. Sie ging den ganzen Tag. Ich bin also aus dem Haus, wenn die Sonne aufging und nach Hause, als sie wieder unterging und dann ab ins Bett.
Ich habe wirklich wirklich versucht mich daran zugewöhnen, doch ich wurde immer wieder krank. Außerdem kam noch ein anderes Problem dazu. Es gab zwei Gruppen auf meiner Schule. Die einen Mädels, die mindestens 3x die Woche zur Kirche gehen und super viel für die Schule lernen, um später eine Chance auf einen guten Job zuhaben. Zu dieser Gruppe gehörte ich und die Mädels waren auch echt sehr lieb zu mir, nur leider wollten sie nie etwas unternehmen und ich konnte mit ihnen einfach über manche Dinge nicht unterhalten, was mich sehr traurig machte. Die andere Gruppe sind die Mädels die auch mit Kiffen und von denen manche schon mit 16 schwanger werden, und so leid es mir auch tut, das ist nicht übertrieben!
Und diese Mädels wurden zu meinem Problem, da sie andauernd schlecht über mich geredet haben und irgendwelche Lügen verbreitet haben und zum Schluss nichtmal mehr mit mir geredet haben.
Damit beschloss ich dann, dass ich da nicht bleiben könne, denn ich bin echt ein sensibler Mensch und ich hatte den gar nichts getan und bin sogar noch auf sie zugegangen.
So wendete ich mich an meinen Betreuer und er meinte sie würden alles dafür tun, damit ich hier glücklich werden würde.
Gleichzeitig wurde es auch seltsam mit meiner Familie. Ich lebte mit meiner Gastmutter die 25 war zusammen und sie hatte immer weniger Zeit für mich. Das war für mich sehr schwierig, da sie meine Beziehungsperson war, der ich viel erzählt hatte. Es war ab und zu so, dass ich sie ein zwei Tage nicht sah, da sie abends nach der Arbeit feiern ging mit ihrern Freundinnen und nicht nach Hause kam, dennoch mochte ich sie ganz gern.
Nach zwei Monaten fragte mich ein anderer Austauschschüler, wie es mir in meiner Willkommensfamilie gefalle und so fand ich raus, das es nie geplant war, dass ich bei ihr wohnen bleibe, was mir von meiner Organisation aus aber nie erfahren habe. Man wolle es mir später sagen. Für mich wiederum eine starke Enttäuschung, da ich damit meine Bezugsperson verlieren würde. Meine Gastmutter bot mir zwar an da zubleiben, doch dagegen habe ich mich dann doch entschieden, da ich dann 3 Monate alleine leben müsste während sie in den USA studiert.
Ich habe es dann aber wiederum als positiv angesehen, da ich schon richtig viel alleine war.
Mir wurde wegen der Schule immer gesagt ich könne nächste Woche zur neuen Schule gehen, doch als dann 1 1/2 Monate vergangen waren, konnte ich nicht mehr und hatte einen Nervenzusammenbruch. Ich dachte, wenn ich noch einen Tag zu der alten Schule gehen müsse, würde ich direkt nach Hause fliegen, denn ich hatte weder körperlich noch psychisch Kraft.
Zum Glück hat meine Gastmutter sich dann ziemlich für mich eingesetzt und bei meinem Betreuer angerufen und er meinte ich solle erstmal nicht mehr zur Schule gehen. So vergingen 1 1/2 Monate in denen ich nur zuhause sah und nichts machen konnte. Es war schrecklich!
Mein Betreuer meldete sich gar nicht mehr, er ging nicht ans Telefon antwortete nicht auf Sms, Facebook-Nachrichten oder E-Mails und selbst AFS-Deutschland hat nichts gemacht und meinte nur, ich solle mir das Handbuch, das mir mitgegeben wurde nochmal durchlesen.
In all dieser Zeit habe ich mich immer zusammengerissen um noch auf die Wechsel zuwarten, doch es war wirklich schwierig, hat mich aber widerum auch stärker gemacht.
Dann endlich Ende Juli war es soweit und ich wurde zu meiner neuen Familie gebracht.
Und ich war schonmal wirklich positiv begeistert sie haben eine kleine 2-Jährige Tochter und die Eltern unternahmen auch ab und zu mal was. Ich dachte nun wird es besser!
Doch nun bin ich hier und fühle mich eher, als ob ich alles falsch mache. Ich muss um spätestens 8 aufstehen, darf nur nachts iPod hoeren und wenn ich mal tagsüber ausruhe wird von meinem Gastvater gemekert, dass ich noch gar nicht im Haushalt gearbeitet hätte.
Ich muss sagen, ich helfe echt gerne, aber wenn man nichtmal ein Danke oder Bitte bekommt ist es deprimierend. Wenn ich etwas erzähle kommt nur "aha"..
Außerdem sind es immer kleine Situationen die mich wirklich runterziehen. Ich war zum Beispiel krank und hatte mich die ganze Nacht übergeben, aber meine Gasteltern fragten nichtmal am nächsten Tag, ob es mir besser gehe, obwohl sie wussten dass es mir richtig schlecht ging. Der einzige Kommentar von meinem Gastvater war, ich soll doch das nächstemal bitte pünktlich zum Mittagessen sein.
Wegen der neuen Schule kam immer noch nichts, mir wurde nur gesagt, ich sei nun an der neuen angemeldet, aber wie ich hinkommen solle und wann sie anfange, darauf wurde nicht geantwortet. Außerdem wurde meiner Familie gesagt, dass nach einer Woche mein Betreuer nochmal vorbei käme, um zu sehen wie es liefe. Aber nichts.
Ich fühle mich echt einfach ungebliebt und habe mittlerweile auch fast keine Lust mehr auf mein Auslandsjahr. Ich habe meine Hälfte geschafft, was ich den größten Teil der Zeit nicht gedacht hätte und ich denke ich wäre auch glücklich, wenn ich nun nach Deutschland zurückgehen würde. Meine einzige Sorge ist, dass ich so endlos enttäuscht bin, dass es alles so gelaufen ist und mein Traum damit so geplatzt ist. Beziehungsweise ich auch irgendwie nicht glücklich war in dieser Zeit..
Danke an alle die bis hier hin gelesen haben. Was ratet ihr mir?
Lieber durchhalten um zusagen man hat es geschafft, oder doch nun aufhören?
Liebe und sehr sonnige Grüße, Lina :-)

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Gast » 30.07.2013, 23:54

deine erzählungen erinnern mich so sehr an mein eigenes atj *seufz* ich wünsche dir ganz viel kraft für alles, was noch kommen mag und ich denke, du hast dich bisher wirklich tapfer geschlagen!
ich habe mein jahr erst nach acht monaten abgerbochen, obwohl es mir von anfang an wirklich ähnlich wir dir ging, und ich kann im nachhinein nur sagen, ich wünschte, ich wäre früher gegangen. das soll jetzt nicht heißen, dass man leichtfertig abbrechen sollte, aber es gibt situationen, in denen schadet man sich andernfalls nur selbst, und in deinem fall klingt das für mich sehr danach. viele (auch in diesem forum), verteufeln es sofort, auch nur den gedanken ans abbrechen zu äußern und ich habe mich damals davon sehr beeinflussen lassen. ich leide heute noch unter den erlebnissen, die ich während meines atj gemacht habe, deswegen möchte ich dir raten: versuch, was du kannst, um deine situation zu verbessern (und das hast du mmn bisher wirklich super gemacht), aber wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht mehr. und auch das ist ok.
letztendlich können wir alle deine situation nur von außen kommentieren, du aber musst die entscheidung treffen. hast du denn deinen eltern schon erzählt, wie es dir im moment geht?
warte noch zwei wochen, bevor du die entgültige entscheidung triffst, aber mach dich nicht selbst kaputt, nur weil du meinst, du müsstest bleiben.

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon -Jule- » 31.07.2013, 00:45

Gast hat geschrieben: versuch, was du kannst, um deine situation zu verbessern (und das hast du mmn bisher wirklich super gemacht), aber wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht mehr. und auch das ist ok.
letztendlich können wir alle deine situation nur von außen kommentieren, du aber musst die entscheidung treffen. hast du denn deinen eltern schon erzählt, wie es dir im moment geht?


So sehe ich das auch, ist wirklich eine schwierige Situation in der du da steckst. Hast du sonst keinen Kontakt zu irgendwem? Kannst du außerhalb neue Leute treffen (Sport, Hobby, ect?). Kannst du dich nochmal AFS wenden? Das mit der Betreuungssituation ist wirklich sehr mies, da würde ich mich sicherlich nochmal beschweren (vllt auch mal jemand ranghöheren von AFS-Brasilien kontaktieren und deine Situation schildern?).
Aber wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht mehr. Wissen deine Eltern in Deutschland über alles Bescheid?

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Abbrechen (in meiner Situation)?

Beitragvon mrniceguy » 26.08.2013, 01:14

Ich bin seit 3 Wochen hier und plane, nach 3 Monaten hier abzubrechen, um dann vor meinem Bday und Weihnachten zuhause zu sein. Gründe dafür:
Mir geht es ziemlich schlecht, ich dreh durch wenn ich dran denke, 10 Monate hier zu verbringen.
Ich versuche alles, aber Freunde zu finden ist schwer, wenn 40 der 300 Schüler ATS sind und alle eigentlich nur genervt sind von den ATS. Darüber hinaus sind die teens hier auch total langweilig.
Ich kann mir nicht vorstellen mit denen hier wirklich richtig befreundet zu sein und nen geiles Jahr zu haben, weil alle so langweilig, oberflächlich und träge sind (liegt vielleicht daran, dass ich an ner privat schule bin und die Leute nicht wirklich sehr aufgeweckt sind)
Ich habe gemerkt, die USA sind einfach nichts für mich, aber es ist ja nicht garantiert, dass es einem gefällt.
Heimweh und Kulturschock habe ich zwar schon hinter mir (war hart und habe in dieser Zeit mental viel gelernt), aber ich wäre trd. am liebsten bei meiner Familie und Freunden, weil ich mit denen auch sehr 'eng' bin.

Mein Englisch ist sowieso schon fast perfekt und ich habe auch schon soooo viel über mich selbst gelernt. Ich bin selbständiger, habe gelernt Dinge zu schätzen, habe eingesehen wie wichtig gute Noten und Schule sind und was für Chancen ich in DE habe und bin aufjedenfall ein ''stärkeres ich'' und dankbar für diese Erfahrung, unglaublich wie 3 Wochen einen verändern!
Deshalb sehe ich das ATJ bereits als Erfolg und möchte mich hier auch nicht 10 Monate durchquälen, wenn es nicht besser wird, denn das ist ja auch nicht der Sinn und der Abbruch wird sicher hart, aber auch eine Erfahrung und das nehme ich lieber auf mich, als die 10 Monate.

Meine Eltern hätten nichts dagegen, wenn ich abbreche, sie sind trotzdem stolz.
Dass ich abbrechen will liegt denke ich auch daran, dass es mir in DE extrem gut ging und die letzten Jahre ein Traum waren, weswegen das ATJ das nur schwer toppen kann. Von meiner Seite aus war es naiv und dumm, zu denken ich halte es 10 Monate aus, weg von zuhause...
Würdet ihr in meiner Situation abbrechen? Was sind eure Erfahrungen?
Respekt an alle, die es durchziehen!

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Der Das-macht-mich-gerade-fertig-im-Austausch-Thread

Beitragvon mrniceguy » 26.08.2013, 01:42

Danke für eure Antworten.
Mein Englisch ist gut, weil ich Englischsprachige Verwandte habe.
Tut mir leid wenn das arrogant rüber kam, sollte es nicht, denn mit langweilig meine ich, dass die an den Wochenenden entweder in der Mall rumsitzen oder ins Kino gehen, was ich irgendwie auch schade finde.
Was habt ihr mit euren Freunden im ATJ so unternommen?
Zuletzt geändert von mrniceguy am 27.08.2013, 00:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Der Das-macht-mich-gerade-fertig-im-Austausch-Thread

Beitragvon -Jule- » 26.08.2013, 08:13

Mrniceguy,
sorry, aber ich glaube, du hast noch nicht allzu viel in den 3 Wochen gelernt. Kulturschock etc. ist nicht nach 3 Wochen vorbei, ich vermute sogar du bist noch mitten drin. Was hast du denn erwartet? 10 Monate nur das aufregendes zu erleben, von einem Höhepunkt zum nächsten? Tja, die Realität sieht nunmal anders aus, auch in den USA gibt es den Alltag. Und in den 3 Wochen wirst du ganz bestimmt nicht schon alle Leute genügend kennengelernt haben, um die - für mich sehr arrogant klingende - Aussage tätigen zu können, dass die eh alle langweilig wären.
Streng dich mal ein wenig mehr an, nach 3 Wochen "aus Langweile" aufgeben ist für mich nichts, worauf man stolz sein kann.

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Re: Der Das-macht-mich-gerade-fertig-im-Austausch-Thread

Beitragvon Monx » 26.08.2013, 09:06

mrniceguy hat geschrieben:Heimweh und Kulturschock habe ich zwar schon hinter mir

Falsch! Du steckst gerade mitten drin so wie du hier schreibst.

Und wahrscheinlich versuchst du hier durch deine ganzen Argumente Zustimmung zum Abbruch zu bekommen. Aber es tut mir Leid, die wirst du hier wohl von keinem kriegen! Jetzt schon abzubrechen mit deinen Argumenten ist alles andere als etwas worauf man stolz sein könnte. An deiner Stelle würde ich versuchen mich mal anzustrengen Freunde zu finden und nicht gleich alle von oben herab zu behandeln. Von deinen Aussagen her bist du nämlich kein Stück besser als die "oberflächlichen, langweiligen" Schüler an deiner Schule. Bist du in irgendwelchen Clubs? Wenn du erst mal keine amerikanischen Freunde findest, dann freunde dich wenigstens mit anderen ATS an. Auch das ist nicht unbedingt falsch. 40 ATS bei 300 Schülern ist zwar eine Menge, aber unter den 40 ATS wird es bestimmt einige (sogar die Mehrheit) geben, die sich gut eingelebt hat und auch Freunde gefunden hat/ Freunde findet. Von daher ist das Argument von dir höchstens eine Ausrede.
Was du geschrieben hast klingt alles mehr als Arrogant, vielleicht ist das auch das Problem, warum du keine Freunde findest. Das Zauberwort heißt vielleicht auch einfach: anpassen.
Viel Erfolg!

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Orava » 26.08.2013, 10:44

Hui, willkommen im Kulturschock ;)
Das ist nie angenehm... aber zum Abbrechen ist es für dich wirklich viel zu früh. Was du im Moment erlebst, ist normal und passiert den meisten Austauschschülern.

Allgemeine Tipps:
- Gib dir Mühe, Freunde zu finden, quatsch Leute beim Lunch an, such dir einen Sport oder ein anderes Hobby bei dem man Leute trifft, schränk den Kontakt zu Deutschland ein.

Die Phase geht vorbei und dann wirst du bestimmt auch ein super Austauschjahr machen.
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon miss.random » 26.08.2013, 11:51

Jup, du hast immer noch den Kulturschock, auch wenn du anders denkst. :lol:

Tritt nem Club bei (auch wenn die Leute erst doof erscheinen, was auch Teil des Kulturschocks ist), rede halt mit den Austauschschülern, versuch was in der Freizeit zu machen, unternimm was für die Familie und perfekt wird dein Englisch noch lange nicht sein. Das ist auch von Niemandem nach den ATJ. ;)
Warte bis die ersten 3 Monate vorbei sind und die wirst über die ganze Situation anders denken, versprochen!

Ach ja, das Ziel deines ATJ ist es nicht das "beste Jahr deines Lebens" zu werden oder dein Leben in Deutschland zu tippen, du wirst dich ganz ganz oft zu Tode langweilen in den USA, kann ich dir versprechen, genau wie in Deutschland dir auch mal langweilig ist. Ziel eines ATJ ist es ein Jahr in einem fremden Land mit fremden Menschen und deren Kultur zu leben, was neues zu lernen und sich ANZUPASSEN. (Stichwort für dich)
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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon mrniceguy » 26.08.2013, 12:44

Ich denke, ihr habt recht. Erstmal werde ich 3 Monate warten, nach 3 Wochen das zu entscheiden ist zu früh und vielleicht ist das auch wirklich der Kulturschock.
Ich versuche nächste Woche beim Footballtraining mit zu machen, hoffentlich lerne ich da Leute kennen.
Danke für eure Tipps, ich meld mich dann vielleicht in 3 Monaten.

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Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Printe » 26.08.2013, 14:03

ganz nebenbei: zu behaupten, dass

mrniceguy hat geschrieben:Mein Englisch ist sowieso schon fast perfekt


(nach drei Wochen, alles klaro!)
und
mrniceguy hat geschrieben:Darüber hinaus sind die teens hier auch total langweilig. (...)
weil alle so langweilig, oberflächlich und träge sind


finde ich ziemlich arrogant. Hallo!! Du bist drei Wochen dort. DREI! Da steckst du noch nicht mal wirklich im Kulturschock drin. Der fängt bekanntlich erst nach der aufregenden Anfangsphase an und kann dann bis zu vier Monate, vll. auch länger, andauern.
Und wie du über die Leute dort urteilst finde ich, tut mir Leid, einfach nur anmaßend und unreif. Nach drei Wochen kann man doch nicht behaupten, dass die Menschen, die nun mal einer anderen Kultur angehören, langweilig und oberflächlich sind. Ganz ehrlich - wäre ich Amerikaner und du würdest als ATS mit dieser Einstellung auf mich zukommen, da hätte ich auch keinen Bock auf dich. Denk mal drüber nach.
Wenn der Weg schön ist, lass uns nicht fragen, wo er hinführt.
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