Abbruch anybody?

In dieses Forum gehört alles, was einen während des Auslandsaufenthalts bewegt. U.a. Schulfragen, Heimweh, Probleme mit der Gastfamilie, Gastfamilienwechsel, Rückflüge, Sport usw.
Gast

Sollte ich abbrechen?

Beitragvon Gast » 05.04.2013, 00:46

Hi,
bin jetzt seit fast 9 Monaten in den USA und seit 7 Monaten durch eine schwere Geirnerschütterung sehr krankn geworden. Ich bin durch Gastfamilienwechsel gegeangen, hatte noch nie so viel Stress. Heute hätte mich meine Gastfamilie fast nach Hause gesendet, weil ich den letzten Monaten sehr deprissiv war.
Dinge haben sich etwas gebessert, also psychologisch. Symptome sind noch da, aber keiner glaubt mir mehr, jeder denkt ich lüge. Die Schule, meine Ärzte, sogar meine Gastfamilie. Ich müsste jetzt eigentlich nochmal zum Psychologen, aber das wurde mir verboten, da ich ja anscheinend über alles Lüge!
Ich werde noch bis zum Neuolgentermin in 20 Tagen warten und mich dann entscheiden..
Das Problem, ich habe hier echt gute Freunde gefunden und mag die Schule sehr.
Außerdem würden mich meine Eltern hassen, da die in 3 monaten mich abholen kommen und jeder würde in mir den Abvrecher sehen.
Any advise? :)

Benutzeravatar
Mysla
ist wirklich nicht mehr zu helfen
Beiträge: 3142
Registriert: 08.10.2007, 05:49
Geschlecht: weiblich
Organisation: privat
Aufenthaltsdauer: länger als 12 Monate

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Mysla » 05.04.2013, 02:37

Meinst du das ernst, dass deine Eltern dich hassen wuerden?
Meine ehrliche Meinung dazu ist: geh nach Hause. Und dort zu einem Arzt. Gehirnerschuetterungen sind nun nichts womit man spassen sollte und Depressionen schon gar nicht. Du bist krank und da brauchst du professionelle Behandlung sowie Unterstuetzung und Rueckhalt. Den hat man, vor allem als Jugendlicher, eben am ehesten zuhause. Falls das mit den Eltern ernst gemeint war (und das frage ich, weil ich weiss, wie es ist, wenn das Verhaeltnis zu den Eltern schwierig ist), dann gibt es da in Deutschland auch Angebote, die dich unterstuetzen.

Mit deinen Freunden kannst du Kontakt halten. Das ist heute so einfach wie noch nie. Ich habe mit einem Maedchen aus meinem ATJ selbst nach bald 6 Jahren noch fast taeglich Kontakt. Ausserdem wirst du so oder so Amerika verlassen muessen, und nachdem was du schon hier geschrieben hast, finde ich es erstaunlich, dass du noch immer dort bist!

Die anderen werden dich uebrigens auch weder als Abbrecher noch als Versager sehen. Wenn man heimgeht, weil man krank ist oder weil man auf unglaublich grosse Probleme gestossen ist, dann hat das nichts negatives. Wenn du mal hier ein bisschen rumliest, wirst du merken, dass die meisten Abbrecher daheim mit offenen Armen empfangen wurden.

Im Moment geht es aber eh nur um Dich und Deine Gesundheit. Depressionen sind gut in den Griff zu bekommen, wenn man da richtig behandelt (und das ist ja nicht gegeben, wenn du nicht mal zum Psychologen darfst). Ich weiss natuerlich nicht, warum man dir Luegen unterstellt und ob da was dran ist. Aber einfach von dem was du schreibst, empfehle ich persoenlich dir ganz dringend die Heimreise. Ich hab gesehen, was passiert, wenn man psychische Krankheiten nicht behandelt und ich spuere jeden Tag, wie es ist, wenn die Gesundheit dauerhaft futsch ist.
Sprich am besten auch mal ganz offen mit deinen Eltern ueber alles.
Ich wuensch dir jedenfalls ganz viel Kraft und dass du eine Entscheidung findest :)
"Immer weiter gerade aus. Nicht verzweifeln, denn da holt dich keiner raus. Komm, steh selber wieder auf"
--Nena & Friends, Wunder geschehn--

Benutzeravatar
MaykaGoesDownUnder
hat nichts besseres zu tun
Beiträge: 356
Registriert: 15.03.2013, 20:49
Geschlecht: weiblich
Organisation: priv.; Hausch und Partner; kA
Jahr: '13; '14;
Aufenthaltsdauer: 12 Monate
Land: PL; Australien;
Wohnort: Bonn
Kontaktdaten:

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon MaykaGoesDownUnder » 05.04.2013, 07:17

@hallo Gast, ich drücke Dir fest die Daumen und wünsche alles, alles Gute!!!
Wie hat Deine Familie in D auf alles reagiert, was Du im ATJ erleben musstest: Gehirnerschütterung, mehrmonatige Depressionen und gleichzeitig Gastfamilienwechsel usw.? Hast Du Zuhause (in D) jemanden, mit dem Du dich gut verstehst (vielleicht eine Oma?) die vermitteln könnte?

Gast

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Gast » 08.04.2013, 21:31

Danke Leute, hab mich jetzt fuers hierbleiben entschieden, einfach weils nur noch 2 Monaten sind, die ich mich hier noch durchquaelen kann, habs ja die letzen 7 monate geschafft. habe mit meiner fam offen geredet und sie meinten ich kann jederzeit nach hasue kommen, aber ich weiss wie verletzt sie wearen, wenn ich das tun wuerde.
meine gastfamilie geht mir in letzter zeit auch total aufn sack, eiifach, weil sie so kontrollierend werden. ich wuerde letztens sogar angebafft, dafuer dass ich nichts zum fruehstueck gegessen habe und ich ja nutritious diet brauce. so ein bull shit. :roll:

paris13
ist neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 15.04.2013, 10:26

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon paris13 » 25.04.2013, 10:40

gibts denn auch leute die einen nur 3 monatigen aufenthalt abgebrochen haben? habe noch 7 wochen vor mir.. kommt mir aber so lange vor..

Benutzeravatar
Ganzweitweg
ist am Tag 5x hier
Beiträge: 135
Registriert: 11.01.2013, 22:02
Geschlecht: weiblich
Jahr: 2013
Aufenthaltsdauer: 5 Monate
Land: Kanada

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Ganzweitweg » 27.04.2013, 18:55

Also einen 3 Monatigen Aufenthalt abbrechen wollen finde ich heftig :O Was sind denn deine Gründe?
cheerlzo.tumblr.com

Gast

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Gast » 28.04.2013, 21:35

Wieso "heftig"? Klar kann man drei Monate immer noch eher durchstehen, obwohl es einem total schlecht geht, als zehn Monate. Aber auch drei Monate können ziemlich lang sein - besonders, wenn man 15, 16 Jahr alt ist, aber eigentlich für jeden. Und sich zu quälen, bloß um nicht als Abbrecher dazustehen, finde ich nicht besonders sinnvoll. Klar sollte man sich gut überlegen, ob man das wirklich möchte. Und sich nicht später selbst darüber ärgert. Aber wenn klar ist, dass es - aus welchen Gründen auch immer - nicht besser wird, dann zeigt es auch eine gewisse Reife, nicht nur um des Durchhaltens Willen durchzuhalten!
Eine Freundin von mir hat einen dreimonatigen Aufenthalt in Frankreich abgebrochen. Gut, es war kein richtiger Austausch, sondern ein Internat, und es war von vornherein mehr die Idee ihrer Mutter als ihre eigene gewesen. Aber es war einfach klar, dass sie sich da nicht einleben würde können. Und wieder zu Hause war sie einfach nur glücklich und um eine Erfahrung reicher.

Benutzeravatar
Kiki
hat nichts besseres zu tun
Beiträge: 293
Registriert: 03.07.2011, 11:52
Geschlecht: weiblich
Organisation: DFSR
Jahr: 12/13
Aufenthaltsdauer: 10 Monate
Land: Kanada

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Kiki » 28.04.2013, 22:10

Nach 3 Monaten abbrechen macht für mich wirklich keinen Sinn. Es ist nicht böse gemeint aber wenn man abbricht wenn man nur 3 Monate weg ist dann hat man es nicht versucht. Ein austausch ist nicht leicht und es ist nicht so das es am Anfang vielem Freunde hat. Ich hatte selber nach einem Monat Probleme aber ich hab weitergekämpft und hab jetzt eine tolle Zeit.
Man muss es nur versuchen und es dauert eine gewisse Zeit bis man sich ein leben aufbaut aber man muss es wollen und versuchen.
Wenn man vor 3 Monaten abbricht hat man es nicht versucht und dann hat es auch nichts mit reife zu tun abzubrechen sondern das man vor seinen Problemen weglauft
Das is meine Meinung also ich wurde es versuchen
Wer kämpft kann verlieren,
jedoch wer nicht kämpft hat schon verloren

Bild

25.02.2012 Schwebend in Wuppertal

Benutzeravatar
hackfleisch
gehört zum Inventar
Beiträge: 1433
Registriert: 17.01.2012, 23:30
Organisation: privat | ?
Jahr: 12/13 | ?
Aufenthaltsdauer: 11 Monate
Land: Dänemark | Island?
Kontaktdaten:

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon hackfleisch » 29.04.2013, 07:49

Ich war selber kurz davor, nach 4 Monaten abzubrechen. Ich bin aber wieder aus meinem Tief rausgekommen und bin jetzt überglücklich dass ich das geschafft habe und geblieben bin. ich hab damals unglaublich viel liebe Hilfe von den anderen Weltwntdeckern bekommen. Und darunter waren unter anderem Sachen wie: Das Aulsnadsjahr ist keine Sache mit der du irgendwem irgendetwas beweisen musst. Wenn es dir schlecht geht, geh nach Hause, wenn du das willst.
Du sollst an deinem Auslandsjahr nicht kaputtgehen, du kannst nach Hause wenn du das willst! Das ist ok!
Abzubrechen bedeutet nicht, dass man nicht reif genug fuer ein Auslandsjahr war, sondern einfach nur, dass man stark genug war, sich einzugestehen dass das hier doch nichts fuer einen ist!
Es ist in Ordnung, seine Meinung zu ändern. Selbst wenn du anfangs dachtest, dass du das locker schaffst, ist es keine Schande, abzubrechen.

Und ich bin der Meinung, du hast es versucht. Und wenn du nicht mehr kannst, solltest du überlegen ob es nicht besser fuer dich ist, nach Hause zu gehen. Wenn du das denn willst. Das musst du entscheiden, niemand anders.
klar, 3 Monate ist was anderes als ein ganzes Jahr, aber das heißt ja nicht, dass es einem nicht auch schlecht gehen kann, oder?
Bild
Mein Jahr in Dänemark 2012/2013

Mein Blog & Mein Kleiderkreisel & Meine Tauschothek

Benutzeravatar
Quiteña
austauschschueler.de-Junkie
Beiträge: 803
Registriert: 16.07.2009, 16:16
Geschlecht: weiblich
Jahr: 09; 12/13; 15
Land: Ecuador; Bolivien; Südkorea

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Quiteña » 29.04.2013, 17:15

Naja, ich finde nicht, dass es was mit Staerke zutun hat, wenn man einen nur 3-monatigen Aufenthalt nach der Haelfte abbricht. 3 Monate sind wirklich eine ueberschaubare Zeit, und ich denke, dass man auch mit 14/15/16 Jahren schon in der Lage sein sollte, auch mal ein paar Wochen lang die Zaehne zusammen zu beissen, auch wenn vielleicht nicht alles so laeuft, wie man es sich vorgestellt hat. Klar, wenn man wirklich grosse Probleme hat, z.B. gesundheitliche oder mit der Gastfamilie und man kann nicht wechseln, dann ist das natuerlich was anderes. Aber bei paris13 klingt das viel mehr nach Heimweh und "ich will nach Hause". ;)
Und natuerlich muss man niemandem etwas beweisen, aber ich weiss, dass ich im Nachhinein nicht stolz, sondern enttaeuscht von mir waere, wenn ich abgebrochen haette. Mich wuerde der Gedanke quaelen, dass ich es vielleicht doch haette schaffen koennen und zu schnell aufgegeben haette. Ausserdem: Wer weiss, was man in den restlichen Wochen noch alles tolles erlebt und wen man noch alles kennengelernt haette.
Man kann vor schwierigen Zeiten weglaufen, aber man kann auch versuchen, das beste daraus zu machen und daran zu wachsen.

Und 12 Wochen sind wirklich was anderes als ein halbes oder ganzes Jahr, und wenn man davon eh schon die Haelfte geschafft hat, dann packt man die restlichen Wochen mit etwas Willenstaerke und Durchhaeltevermoegen doch auch noch. Schliesslich hat man ja auch nicht den quaelenden Gedanken, dass noch x Monate fehlen, sondern man hat das Ende doch schon fast in Sichtweite.
Letztendlich muss paris13 aber natuerlich selber entscheiden, was sie macht, zumal hier auch niemand ihre Gruende kennt.

Benutzeravatar
Jaka
gehört zum Inventar
Beiträge: 1301
Registriert: 22.09.2009, 14:49
Geschlecht: weiblich
Organisation: GLS / ASF
Jahr: 10/11 13/14
Aufenthaltsdauer: 12 Monate
Land: Costa Rica / Ukraine
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Jaka » 29.04.2013, 22:55

hackfleisch hat geschrieben:Ich war selber kurz davor, nach 4 Monaten abzubrechen.
Abzubrechen bedeutet nicht, dass man nicht reif genug fuer ein Auslandsjahr war, sondern einfach nur, dass man stark genug war, sich einzugestehen dass das hier doch nichts fuer einen ist!
Es ist in Ordnung, seine Meinung zu ändern. Selbst wenn du anfangs dachtest, dass du das locker schaffst, ist es keine Schande, abzubrechen.

Und ich bin der Meinung, du hast es versucht. Und wenn du nicht mehr kannst, solltest du überlegen ob es nicht besser fuer dich ist, nach Hause zu gehen. Wenn du das denn willst. Das musst du entscheiden, niemand anders.
klar, 3 Monate ist was anderes als ein ganzes Jahr, aber das heißt ja nicht, dass es einem nicht auch schlecht gehen kann, oder?

Naja nach 3 Monaten abbrechen wenn man noch fast ein Jahr vor sich hat ist eine Sache.
Aber noch vor 3 Monaten abbrechen finde ich heisst nunmal leider nicht alles versucht zu haben.
Ab einem bestimmten Zeitpunkt glaube ich auch nicht dass es überhaupt Sinn macht abzubrechen.
Es muss ja erstmal alles abgeklärt werden und ein Flug gebucht werden etc.
Lohnt es sich dann bei dem ganzen Aufwand wirklich 2 vllt 3 Wochen früher nachhause zu können?
Natürlich ist das eine andere Sache wenn eine wirklich unmögliche Situation ist.
Wieso Ukraine? Hier ist mein Blog!
30.01.2010 - Eingeschneit in Köln - Weltenbummler im Globetrotter | 06.03.2010 - Durchgefüttert in Dusseldoof |
17.04.2010 Wiesen-Chiller in Dortmund | 19.06.2010 Verewigt in Dusseldoof

DelfiniBelgien
ist neu hier
Beiträge: 10
Registriert: 28.03.2013, 18:48
Organisation: GLS
Jahr: 12/13
Aufenthaltsdauer: 6 Monate
Land: belgien

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon DelfiniBelgien » 01.05.2013, 13:07

paris13 hat geschrieben:gibts denn auch leute die einen nur 3 monatigen aufenthalt abgebrochen haben? habe noch 7 wochen vor mir.. kommt mir aber so lange vor..

wenn ich das richtig verstehe, bist du noch keine 2 Monate da? Nach drei Monaten fände ich es ja schon in Ordnung, abzubrechen, wenn man sich sicher ist, das nichts die Situation verbessern kann - nach 1 1/2 und ohne wichtigen Grund (psychische oder physische Krankheit, ein Todesfall in der Familie ect.) klingt das für mich aber ehrlich gesagt mehr nach normalem Heimweh, das bald wieder vorbei sein kann! Fast alle ATS habe irgendwann eine Phase, wenn wir nur noch nach Hause wollen, die geht aber wieder vorbei. Rede einfach mal mit deiner Gastfamilie oder mit deinem Area Coordinator.

nobuko

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon nobuko » 04.05.2013, 23:36

Gast hat geschrieben:dann zeigt es auch eine gewisse Reife, nicht nur um des Durchhaltens Willen durchzuhalten!

Ich finde das hat weder etwas mit Reife noch mit Durchhaltevermögen zu tun.

Versuche dir mal vor Augen zu führen was in der fernen Zukunft passieren wird.
Du kommst zurück und brauchst erstmal Arbeit (wenn du Glück hast gehst du ja wie viele andere zurück in die Schule). Du musst dir dann erstmal Arbeit suchen und musst dich mitten im Nichts wieder einordnen, sowohl im Berufs-, Schul- und Privatleben. Natürlich musst du das auch, wenn du nicht abbrichst, nur ohne Abbruch hast du eben einen geplanten Zeitraum eingehalten, du entgehst dadurch einfach den Versuch in einen Trott zu verfallen. Sowas verursachen Abbrüche einfach, das kannst du mir glauben. Vor allem in deinem Alter sollte dir das schnell bewusst werden, das ein Rückzieher oft zur "Kein Bock mehr auf nix"-Einstellung führt.

Stell dir die Fragen: Was sagen zukünftige Arbeitgeber zu deinem Abbruch? Wie begründest du deinen Abbruch? Lohnt es sich dann überhaupt noch deinen Auslandsaufenthalt in deiner Bewerbung zu nennen (es wäre in meinen Augen wahnsinnig bedauernswert wenn nicht)? Wenn du dafür gute Argumente bringen kannst, ist es ja in Ordnung. Ab einem bestimmten Alter frägt dich keiner mehr ob du abgerbochen hast oder nicht, aber da du noch relativ jung bist und dein Auslandsaufenthalt wahrscheinlich das interessanteste Augenmerk in deinen Bewerbungsunterlagen sein wird, neben Schullaufbahn und zweiwöchigen Praktika kann man unter 150 Schülern damit auf jeden Fall deutlich positiver auffallen. Würde ich mir also genau überlegen, was ich tue und wie ich einen Abbruch definiere.

Ich würde 7 Wochen trotzdem noch durchstehen, so lange ist das nicht und glaub mir, ich war in meinem Austauschjahr monatelang in so einer Phase und mir ging es sehr lange schlecht, habe es trotzdem aber trotz allem fertig gemacht, weil ich einfach keine Lust auf ne riesige Lücke im Lebenslauf hatte und weil einfach zu viel Geld mit im Spiel war.

Gast

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Gast » 05.05.2013, 18:49

Ich weiß nicht - irgendwie leuchten mir manche der hier genannten Argumente sehr gut ein, andere aber auch gar nicht, und diese anderen stören mich irgendwie ziemlich. Was mir einleuchtet: Dass man es selbst später bereuen könnte, aus welchen Gründen auch immer. Dass man sich deswegen fühlt, als hätte man versagt, dass man die Reaktion der Schulkameraden fürchtet, dass man ein schlechtes Gewissen wegen des vergeudeten Geldes hat usw. Das muss man auf jeden Fall alles bedenken, bevor man abbricht, denn ein Abbruch ist auf jeden Fall ein großer Schritt und sollte genauso gut überlegt sein wie das ATJ selbst. Das Problem dabei, sich wieder einzuordnen, stelle ich mir nicht sooo groß vor (zumindest bei einem dreimonatigen Aufenthalt, denn bei Sachen, die kürzer als ein Jahr gehen, haben die Lehrer meistens sowieso keine Ahnung, wann der Schüler wiederkommt, und die Mitschüler bis auf die besten Freunde auch nicht), aber es ist in der Tat etwas, das man bedenken könnte. Nicht einfach das Zuhause verklären.

Aber:

Das GELD sollte keine Hauptrolle spielen. Wenn es erstmal weg ist und der Aufenthalt total verkorkst ist, dann hat man die Wahl dazwischen, das geld für sieben Wochen Alltag zu Hause ausgegeben zu haben oder für sieben Wochen "Durchhalten" im Ausland. Beides ist nicht das, was man sich gewünscht hatte, aber vielleicht ist das, was man sich gewünscht hatte, eben einfach nicht mehr zu kriegen, und dann muss man das nun einmal akzeptieren.

Der LEBENSLAUF sollte erst recht keine Hauptrolle spielen. Wenn einem ein Abbruch peinlich ist oder man zumindest nicht mit einem angehenden Chef darüber reden will, dann lässt man ihn halt weg. Na und? Nur, damit da ein Auslandsaufenthalt steht, den man überhaupt nicht genossen hat, der dann aber ausdrückt, dass man ach so weltgewandt ist, weiter "durchhalten"? Mal ehrlich, auch Leute, die nie an ein ATJ gedacht haben, können einen überzeugenden Lebenslauf abliefern, und ein ATJ ist inzwischen auch nicht mehr so selten, dass man damit aus der Masse heraussticht. Eher sticht man heraus, wenn man den Mut hat, zu seinen Entscheidungen zu stehen. Und da ich finde, dass der Lebenslauf bei der Entscheidung, ins Ausland zu gehen, keine Rolle spielen sollte, sollte er das auch nicht bei der Entscheidung, wieder nach Hause zu fahren.

Da sich diejenige, die das Thema mal angestoßen hat, lange nicht mehr gemeldet hat und ihre Entscheidung selbst bestimmt längst getroffen hat, geht es hier jetzt ja eigentlich nicht mehr um ihre Situation, sondern ums Grundsätzliche. Und da finde ich, dass auch die Reaktionen auf ihre Frage nicht besonders toll waren. Da sie es wohl sowieso schwer hat, ist es nicht hilfreich, ihr vorzuhalten, ihr fehle Durchhaltevermögen. Und Leute, die nicht richtig lesen, und die Frage, einen dreimonatigen Aufenthalt nach der Hälfte abzubrechen, damit verwechseln, einen neunmonatigen nach einem Drittel abzubrechen, helfen auch nicht gerade weiter. Na toll, erzählt ihr doch, dass nach fünf Monaten alles gut wird und die ersten drei Monate immer die Heimwehphase sind! Das wird ihr sehr helfen...

Vielleicht reagiere ich auch etwas über. Aber da ich sowohl Leute kenne, die mit einem Abbruch glücklich waren, als auch einen Jungen, der tatsächlich ein ganzes Jahr durchgehalten hat, obwohl es ihm echt schlecht ging, der nur leider seitdem (ist ca. 6/7 Jahre her) mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, sein Studium abbrechen musste etc., und weitere, die auch psychologische Beratung gebraucht haben, finde ich, damit ist nicht zu spaßen. Das soll nicht heißen, dass ein Abbruch für jeden richtig ist, der sich gerade nicht wohlfühlt. Aber das heißt, das man diese Möglichkeit nicht von vornherein verteufeln sollte.

Und ich habe eben leider das Gefühl, dass gerade in weltgewandten toleranten ATS-Kreisen MANCHMAL (nicht immer!) die Leute nicht weitsichtig genug sind, um Leute, die anders denken, die nicht ins Ausland wollen oder nur kürzer, ernst zu nehmen. Schon, dass jemand "nur" ein halbes Jahr weggeht, ist manchmal schon ein Grund, das nicht als "richtige" Auslandserfahrung anzusehen. Gut, es ist anders, aber ist es deswegen schlechter als ein ganzes Schuljahr?

Es tut mir sehr leid, hier so "böse" Sachen zu sagen. Sie sind eigentlich auch nicht böse gemeint, sondern nur nachdenklich. Ich hoffe, damit niemanden verletzt zu haben, aber weil ich keine Lust auf persönliche Angriffe habe, die ja leider immer mal wieder vorkommen, schreibe ich trotzdem als "Gast". Ich bewundere alle, die sich durchgebissen haben im ATJ! Aber nicht jeder ist gleich, und nicht für jeden ist das Gleiche richtig.

Sorry für den langen Post.

Gast

Re: Abbruch anybody?

Beitragvon Gast » 05.05.2013, 21:07

Da muss ich den Gast hier über mir einfach mal recht geben!
Sorry aber scheißt auf euren Lebenslauf! Wenn es euch schlecht geht (und damit meine ich nicht das wenn man ein wenig Heimweh hat etc...) dann beendet lieber euer atj! Mein bester Freund hat nach 7 Wochen sein atj abgebrochen und jeder der die Umstände von ihn kannte und etwas verstand hat nimmt ihn das auch nicht übel!


Social Media

       

Zurück zu „Zeit während des Austauschs“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast