Ich mache alles mit meiner Gastschwester

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Ich mache alles mit meiner Gastschwester

Beitragvon Gast » 15.12.2016, 17:06

Hallo! Also ich mache gerade mein Austauschjahr in Argentinien und nach vier Monaten voll von Hochs und Tiefs bin ich in wieder in einem Topf angekommen. Wir haben Ferien, die Leute aus meiner Klasse haben mich total vergessen, ich kann gerade in keinen Club beitreten, vielleicht nächste Woche und die anderen Austauschschüler sind auf Reise (zwei verschiedene Orgas :P) was heißt ich habe keine Freude. Eine Person, die mich schon von Anfang an begleitet ist meine Gastschwester. Es lief mit ihr nicht vom ersten Tag an gut, dafür brauchten wir erstmal ein wenig Zeit. Und nun gut, ich mache sehr viel mit ihr, sie hat mich zum Interact Club mitgenommen, nimmt mich mit zu ihren Freunden, was ich auch richtig gut finde, denn die anderen ATS sind auch da, wir sind eine große Gruppe und es stört mich nicht, dass sie mich mitgenommen hat. Aber, wenn sie sich dann alleine mit ihren besten Freunden trifft, fühle ich mich wie das fünfte Rad am Wagen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht sie sind, die mir dieses Gefühl geben, sondern ich selber mir alles einbilde. Aber es ist mir bis jetzt einfach noch nicht gelungen eigene Freunde zu finden, dazu kommt noch, dass wir in der gleichen Klasse sind. Ich weiß nicht, ob ich mir einfach nicht genug Mühe gegeben habe oder ob es an meiner Klasse liegt, dass keine Freundschaften entstehen. Ich habe auch schon einige Male etwas mit ihnen gemacht, aber nachdem ich einige Male gefragt habe, ob sie etwas machen wollen und immer gesagt wurde "jaja, dieses Wochenende kann ich leider nicht, aber nächstes, da machen wir alle was zusammen!!" hab ich es auch satt noch zu fragen. Nun hat mir ein Klassenkamerad gesagt, wir müssten uns unbedingt treffen und er würde in der Gruppe fragen und bis heute ist nichts passiert. Ich kriege es nicht auf die Reihe mit meiner Gastfamilie über die Idee zu sprechen meine Klasse zu wechseln, ich habe auch Angst, dass ich mit meiner Klasse vielleicht mehr Zeit brauche. Wir sehen uns aber auch erst im März wieder und ich will dann meine letzten vier Monate nicht in einer Klasse verbringen, in der ich mich einfach nicht wohl fühle. Dazu noch ständig unter dem Auge meiner Gastschwester. Momentan befinde ich mich in einem Tief, ich weiß nicht, wie ich so die ganzen Ferien überstehen soll, ich will nicht mehr abhängig von meiner Gastschwester sein und ich habe Angst, dass mein Austauschjahr misslingt. Ich bin gerade mit allem überfordert und wahrscheinlich wäre es das beste einfach mal mit meiner Gastfamilie zu sprechen, doch das kann manchmal so schwer sein. Ich frage mich, was ich falsch gemacht habe oder was ich falsch mache. Dazu vermisse ich mein Zu Hause so sehr.

Vielen Dank für alle Antworten, auch wenn ich nicht wirklich weiß, wie ihr mir helfen könnt.

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Re: Ich mache alles mit meiner Gastschwester

Beitragvon Monx » 15.12.2016, 18:25

Hey,

also ich war ja in Uruguay und bei mir was es ganz ähnlich. Ich war bis zu den Sommerferien mit meiner Gastschwester in einer Klasse und wir haben immer was mit ihren Freunden gemacht. "Eigene" Freunde hatte ich nicht wirklich. Ich fand das zwar nicht unbedingt schlimm, aber es ist natürlich nicht so schön, wenn man immer davon abhängig ist, was die Gastschwester macht. Ich bin direkt in die Abschlussklasse gekommen, weswegen vor den Sommerferien alle ihren Abschluss gemacht haben. Ich habe mich dann dazu entschlossen auch gleich die Schule zu wechseln und einfach einen Neustart zu versuchen. Dort war es dann schon etwas besser. Es war nach 7 Monaten im Gastland aber auch einfach nicht mehr so schwer auf andere zuzugehen, da ich bis dahin recht gut spanisch konnte. (Mit den Freunden von meiner Gastschwester konnte ich am Anfang quasi gar nicht reden, weil sie kaum englisch konnten und ich gar kein spanisch). Trotzdem habe ich auch in dieser Klasse nicht wirklich gute Freunde gefunden, was aber mit Sicherheit auch einfach an mir selbst lag und daran, dass ich mit meiner Gastfamilie noch viel gereist bin und selten in der Schule war.
Bist du denn in einer kleinen Stadt? Weil in Uruguay konnte man das ganze Jahr über Clubs beitreten. Oder gibt es bei dir vielleicht einen ACJ oder ähnliches in der Nähe, weil durch ehrenamtliche "Arbeit" kommt man auch mit Leuten in Kontakt.

Ob du nun die Klasse wechseln sollst oder nicht, kann ich dir nicht beantworten. Ja, es kann was bringen, muss es aber nicht. An deiner Stelle würde ich einfach nicht aufgeben! Schreib den Klassenkamerad, der dich nach einem Treffen gefragt hat, doch einfach nochmal an und frage was nun los sei. Oder schlage gezielt Leuten etwas vor wie bspw. "Wollen wir heute Nachmittag ein Eis essen gehen?" Die Latinos sind ja eher spontan und da lange im Voraus zu planen, klappt meist nicht. Und komm dir auf keinen Fall blöd dabei vor öfter nachzufragen. So ist das halt einfach als ATS. Ich denke die meisten hier können darüber berichten wie viele Absagen sie bekommen haben, bevor sie sich endlich mal mit jemandem treffen konnte :wink:

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Re: Ich mache alles mit meiner Gastschwester

Beitragvon tynchen » 15.12.2016, 20:00

Monx hat geschrieben:Hey,

also ich war ja in Uruguay und bei mir was es ganz ähnlich. Ich war bis zu den Sommerferien mit meiner Gastschwester in einer Klasse und wir haben immer was mit ihren Freunden gemacht. "Eigene" Freunde hatte ich nicht wirklich. Ich fand das zwar nicht unbedingt schlimm, aber es ist natürlich nicht so schön, wenn man immer davon abhängig ist, was die Gastschwester macht. Ich bin direkt in die Abschlussklasse gekommen, weswegen vor den Sommerferien alle ihren Abschluss gemacht haben. Ich habe mich dann dazu entschlossen auch gleich die Schule zu wechseln und einfach einen Neustart zu versuchen. Dort war es dann schon etwas besser. Es war nach 7 Monaten im Gastland aber auch einfach nicht mehr so schwer auf andere zuzugehen, da ich bis dahin recht gut spanisch konnte. (Mit den Freunden von meiner Gastschwester konnte ich am Anfang quasi gar nicht reden, weil sie kaum englisch konnten und ich gar kein spanisch). Trotzdem habe ich auch in dieser Klasse nicht wirklich gute Freunde gefunden, was aber mit Sicherheit auch einfach an mir selbst lag und daran, dass ich mit meiner Gastfamilie noch viel gereist bin und selten in der Schule war.
Bist du denn in einer kleinen Stadt? Weil in Uruguay konnte man das ganze Jahr über Clubs beitreten. Oder gibt es bei dir vielleicht einen ACJ oder ähnliches in der Nähe, weil durch ehrenamtliche "Arbeit" kommt man auch mit Leuten in Kontakt.

Ob du nun die Klasse wechseln sollst oder nicht, kann ich dir nicht beantworten. Ja, es kann was bringen, muss es aber nicht. An deiner Stelle würde ich einfach nicht aufgeben! Schreib den Klassenkamerad, der dich nach einem Treffen gefragt hat, doch einfach nochmal an und frage was nun los sei. Oder schlage gezielt Leuten etwas vor wie bspw. "Wollen wir heute Nachmittag ein Eis essen gehen?" Die Latinos sind ja eher spontan und da lange im Voraus zu planen, klappt meist nicht. Und komm dir auf keinen Fall blöd dabei vor öfter nachzufragen. So ist das halt einfach als ATS. Ich denke die meisten hier können darüber berichten wie viele Absagen sie bekommen haben, bevor sie sich endlich mal mit jemandem treffen konnte :wink:


Also ich wohne außerhalb der Stadt, es ist zwar nicht weit weg, aber sobald die Dinge spät enden, kann ich halt nicht alleine zurück fahren. Mir würde auch eine einzige Person reichen, aber ich habe sie bis jetzt noch nicht gefunden. Ich wurde schon einige Male von einem Mädchen eingeladen worden, mit ihr tanzen zu gehen, konnte bis jetzt aber nie gehen, weil immer etwas dazwischen gekommen ist und jetzt, wenn ich Zeit habe, ist die Gruppe auf Reisen. Ich bin mir sicher, dass es mit der Zeit besser wird, es ist auch nicht so schlecht, dass ich früher nach Hause möchte.

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Re: Ich mache alles mit meiner Gastschwester

Beitragvon -esperanza- » 16.12.2016, 01:20

Hallo :)

Ich war auch in Uruguay und mir ging es in meiner ersten Klasse ähnlich, nur dass ich keine Gastschwester hatte. Ich war die ersten Monate recht alleine, ausser manchmal wenn die ganze Klasse was zusammen gemacht habe dann war ich da auch. Ich habe dann Anfang Dezember die Gastfamilie gewechselt in einen anderen Ort, wo ich niemanden kannte und habe dann bis Maerz nur Leute ueber meiner Gastfamilie, Nachbarschaft und Kirche kennengelernt. Als ich dann aber im Maerz (diesmal in eine oeffentliche Schule, die erste war Privat) kam, war alles anders. Wir waren eine kleine Klasse (ca. 13-14 Leute kamen regelmaessig der Rest war so gut wie nie da) und ich war direkt teil einer 4er Gruppe. Wir haben jede Pause zu 4 zusammen verbracht, waren nach der Schule Churros essen etc. etc. Leider gab es einen Riesenstreit zwischen den anderen drei nachdem ich weg war, sodass ich zu 2en ein bisschen den Kontakt verloren habe. Die andere ist bis heute eine super Freundin, und hat mir die ersten zwei Jahre nach meiner Rückkehr auch in Deutschland noch täglich(!) geschrieben und jedes mal wenn ich zurueck bin haben wir was gemacht, obwohl wir keine gemeinsamen Freunde mehr hatten. Mit der restlichen Klasse hatte ich eig ausserhalb der Schule nie Kontakt, aber auch da melden sich einige via Facebook noch heute.

Ich kann dir nicht sagen was am besten ist in deiner Situation, aber ich glaube dass es nach der ersten Haelfte das Austauschjahres alleine wegen der Sprache leichter ist. Und wirklich verlieren kannst du auch nichts. :)

Gerne kannst du mir auch eine PM schreiben, falls du noch Fragen hast oder einfach mal reden willst.

VlG
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Re: Ich mache alles mit meiner Gastschwester

Beitragvon tynchen » 16.12.2016, 05:46

-esperanza- hat geschrieben:Hallo :)

Ich war auch in Uruguay und mir ging es in meiner ersten Klasse ähnlich, nur dass ich keine Gastschwester hatte. Ich war die ersten Monate recht alleine, ausser manchmal wenn die ganze Klasse was zusammen gemacht habe dann war ich da auch. Ich habe dann Anfang Dezember die Gastfamilie gewechselt in einen anderen Ort, wo ich niemanden kannte und habe dann bis Maerz nur Leute ueber meiner Gastfamilie, Nachbarschaft und Kirche kennengelernt. Als ich dann aber im Maerz (diesmal in eine oeffentliche Schule, die erste war Privat) kam, war alles anders. Wir waren eine kleine Klasse (ca. 13-14 Leute kamen regelmaessig der Rest war so gut wie nie da) und ich war direkt teil einer 4er Gruppe. Wir haben jede Pause zu 4 zusammen verbracht, waren nach der Schule Churros essen etc. etc. Leider gab es einen Riesenstreit zwischen den anderen drei nachdem ich weg war, sodass ich zu 2en ein bisschen den Kontakt verloren habe. Die andere ist bis heute eine super Freundin, und hat mir die ersten zwei Jahre nach meiner Rückkehr auch in Deutschland noch täglich(!) geschrieben und jedes mal wenn ich zurueck bin haben wir was gemacht, obwohl wir keine gemeinsamen Freunde mehr hatten. Mit der restlichen Klasse hatte ich eig ausserhalb der Schule nie Kontakt, aber auch da melden sich einige via Facebook noch heute.

Ich kann dir nicht sagen was am besten ist in deiner Situation, aber ich glaube dass es nach der ersten Haelfte das Austauschjahres alleine wegen der Sprache leichter ist. Und wirklich verlieren kannst du auch nichts. :)

Gerne kannst du mir auch eine PM schreiben, falls du noch Fragen hast oder einfach mal reden willst.

VlG
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Danke! Ich bin immer dazwischen, während ich in einem Moment daran denke, dass nur ein Klassenwechsel mir helfen kann, bin ich im anderen Moment total dazu motiviert es zu versuchen. Wahrscheinlich schaue ich einfach wie es jetzt so mit den Leuten läuft und entscheide im Laufe der Ferien. Vielleicht ergibt sich ja auch die passende Situation, um mit meinen Gasteltern zu reden. Schließlich sind sie ja auch nicht böse zu mir, sondern machen es mir einfach ein bisschen schwerer wirklich gute Freundschaften zu schließen, so wie ich es bei anderen ATS gesehen hatte. Aber was man im ATJ auch lernt: Niemanls vergleichen und das will ich dann auch nicht tun :)


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