Leben in zwei Welten?

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patrick37

Leben in zwei Welten?

Beitragvon patrick37 » 22.05.2016, 22:48

Ich verfolge in meiner Vorbereitungszeit derzeit viele Blogs und YT-Channels und sehe dabei dass vor allem ATS die in Europa oder Nordamerika sind, vielfach wie in beiden Welten stecken zu scheinen. Sie versuchen zuhause den Anschluss nicht zu verlieren und skypen wöchentlich, melden sich zu Weihnachten, schreiben täglich mit Freunden etc. und wollen auch im neuen Land voll dabei sein.
Ich kann sie natürlich verstehen dass sie Angst haben etwas zu verpassen, aber reist man den nicht in ein anderes Land um auch ein anderes Leben zu führen und somit halt auch das Alte für einen Moment sein zu lassen?
Bin ich mit diesen Gedanken alleine oder gibt es noch anderen die bis auf vielleicht alle 1-2 Monate Skypen nicht viel Kontakt nach Hause hatten.

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Re: Leben in zwei Welten?

Beitragvon Souri » 24.05.2016, 19:27

Ich denke was du da beschreibst ist ein typisches Phänomen was viele Personen unserer Zeit betrifft, quasi jeder hat mehr als einen social media Account und ist mit seinem Smartphone quasi konstant online. Wer einmal mit jemandem auf Facebook befreundet ist löscht diese Freundschaft selten wieder was dazu führt, dass man schnell mal 500 digitale Freundschaften parallel pflegt und immer über das Leben jedes einzelnen informiert wird.

Während meinen ATJ war das in der Tat noch anders, da ich kein Smartphone hatte und Neuseeland quasi noch kein DSL. Skypen war also nicht mal wirklich eine Option stattdessen gab es bei mir unregelmäßige Telefonate über irgendwelche Calling Karten oder günstige Vorwahlen. Ansonsten hatte ich kaum Kontakt nach Hause.

Denke aber wie mir es ging ist heute kaum noch zeitgemäss, den auch vor Ort wird man wohl seine neuen Freunde auf Facebook (oder anderfen Social Networks) hinzufügen wollen und mit diesen darüber interagieren also wird man zwangläufig auch Kontakt mit seinen Freunden in anderen Teilen der Erde haben. Eine wirkliche Patentlösung gibt es dafür glaube ich nicht, aber jeder kann natürlich versuchen sich selbst zu disziplinieren.
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Re: Leben in zwei Welten?

Beitragvon random » 03.06.2016, 21:08

Ich denke auch, dass es etwas mit Social Media zu tun haben könnte. Aber ich denke auch, dass es am Alter liegt. Ich denke, besonders die jüngeren haben Angst um den Freundeskreis und man geht ja auch nicht mit der Einstellung ins Ausland, dass man für immer dort bleibt, sondern auch sehr bald wieder nach Hause zurückkehren wird. Deshalb ist das Bedürfnis umso größer den Kontakt zu halten.

In meinem ATJ habe ich weder Blogs geschrieben, noch Videos gemacht, ich habe nicht mal für mich persönlich Tagebuch geschrieben, komischerweise habe ich nicht mal Fotos gemacht (habe das immer vergessen - komisch oder?). Ich hatte zwar oft Kontakt über ICQ, aber Facebook hatten damals nur meine Freunde aus Amerika und Deutschland konnte man da tatsächlich nur über ICQ erreichen, aber durch die Zeitverschiebung war da nie wer online. Ich habe auch nie zu Hause angerufen, weil ich das nicht durfte und Phone Booths (deutsches Wort vergessen) gabs in Iowa nicht - zumindest nicht da wo ich gewohnt habe. Ich hatte in den USA auch kein Handy, zumindest nicht bis Mitte des Jahres, da haben mir meine Gasteltern eins zu Weihnachten geschenkt, weil sie bzw. wir gemerkt haben, dass man mich doch mal unterwegs erreichen sollte - war sehr nett von ihnen. Damit konnte ich aber nur Telefonieren und SMS schreiben innerhalb des Landes.

Ich denke, dass das Mitteilungsbedürfnis einfach sehr gewachsen ist und dass man heute einfach viel mehr durch Social Media verbreiten kann. Damit sind halt einige Leute groß geworden. Ich finde das aber nicht so schlimm... ist halt so. Ich denke sowieso, dass das heute zum Mittelpunkt zur Kommunikation geworden ist, damit muss man sich abfinden. In manchen Ländern spielen Social Networks auch ne große Rolle, z.B. in Amerika, kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen, damals als ich in den USA war war Facebook ein großes Ding (ist es ja immer noch), aber ohne Facebook hätte ich nicht so wirklich Kontakte geknüpft und andere Schüler aus der High School haben mich gesucht und geaddet. Das hat es "leichter" gemacht. Als ich in Deutschland zurück war kannte Facebook noch niemand so richtig, war schon lustig.

Komme mir gerade ein wenig alt vor. :lol:
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