Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

In dieses Forum gehört alles, was einen während des Auslandsaufenthalts bewegt. U.a. Schulfragen, Heimweh, Probleme mit der Gastfamilie, Gastfamilienwechsel, Rückflüge, Sport usw.
cuyana
wohnt im Forum
Beiträge: 2694
Registriert: 21.05.2004, 20:38

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon cuyana » 30.10.2012, 14:45

x
Zuletzt geändert von cuyana am 04.02.2013, 19:52, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
FunKyLui
ist jeden Tag hier
Beiträge: 78
Registriert: 21.06.2011, 19:43
Geschlecht: weiblich
Organisation: Treff
Jahr: 12/13
Aufenthaltsdauer: 10 Monate
Land: USA,IN,Munster

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon FunKyLui » 31.10.2012, 04:56

Hi :D ,
ich glaube ich habe vor drei Monaten schonmal hier reingepostet und war mir damals schon unsicher, ob wechseln, oder nicht. Ich hoffe wenigstens einer nicht sich die Zeit das alles durchzulesen. :D Naja, aber irgendwie kam alles anders. Ich habe also schwere Gehirnerschütterung bekommen und meine Gastmutter versäumte es dem NY Office das mitzuteilen. Sie entschuldigte sich auch halbwegs bei mir, dass sie ja nicht wusste, dass meine Gehirnerschütterung so schlimm werden würde. Jedenfalls dachte NY echt darüber nach mich nach Hause zu schicken und ich bin nur knapp daran vorbeigeschlittert. Ich will ihr jetzt auch keine großen Vorwürfe machen und ich werde kurz aufzählen warum ich über wechsel nachdenke.
Also am Anfang war es halt so, dass ich ziemlich geschockt war, alles unaufgeräumt, wirklich unaufgeräumt, fast wie Messihaus und Schimmel in der Garage und so. Drei Katzen die überall haaren und auf die Tische klettern und deine Milch schlecken und so...Jetzt haben sie sich auch noch einen klenien agressiven Welpen angeschafft, was zusätzlich Stress bedeutet... Meine kleinen Gastgeschwister und ich verstehen uns ziemlich gut und sie mögen mich sehr und ich mag auch sie gerne. Ist halt manchmal nur ein bisschen stressig mit drei Hyperaktiven Kindern umzugehen, aber das ist nicht das eigentliche Problem.
In meinen ersten beiden Wochen schickte meine Gastmutter zweimal meine 10-jährige Gastschwester vor um zu fragen, ob ich wechseln möchte, weil Vater und Gastbruder in letzer Zeit so agressiv werden. Alles war noch neu und ich sagte nein, weil ich die Familie ja eigentlich ganz gut leiden konnte. Ich vermute das meine Gastmutter depressiv ist, schon alleine weil sie die ganze Zeit im Bett liegt und fernshehn schaut. sie gibt mir viele freiheiten, aber zwischen uns stimmt die chemie irgendwie nicht. sie wundert sich warum ich immer so still bin, ich kann einfach ihre narzistische Art nicht ab. Zitat:" Everbody likes me but he(irgendein ein ats) was the only one who did not." Ich glaube das hängt mit der depression zusammen, weil sie einfach bestätigung braucht. der vater ist nett, aber kommt erst spät nach hause und deren ehe läuft auch nicht so gut. ich habe sie noch nie küssen gesehen, oder zumindest berühren. meistens kommandieren sie sich herum, schreien die kinder an und beide gehen getrennte wege. dann ist da noch das ding, dass da oft rumgeschrien wird im haus. am anfang hat mich das halt ziemlich geschockt, weil meine erziehung ehr lieb und ruhig ablief. ich weiß nicht ob es normal für amerika ist, aber dann schreit die gastmutter meinen gastbruder an:get your butt out of the door! yell, yell, yell. es ist einfach ihre art von erziehung, aber es macht mich einfach fertig, das ganze geschreie. sie füllt ihre kinder auch mit medikamenten ab. gegen hyperaktivität etc. mein 11-jähriger gastbruder hat asberger(meint sie nach recherche im internet :roll: ) und seitdem gibst auch medikamete dagegen, ach ja, und er ist depressiv und hasst seinen vater. so was wie familienleben, gibt es hier eigentlich nicht. jeder geht seine eigenen wege. die kinder hängen vorm computer, der vater ist in seinem zimmer und die mutter wie immer im bett vor dem fernseher. wir haben vllt einmal pro woche dinner zusammen und ich ernähre mich eigentlich ausschließlich von cornflakes und schul lunch. meine gm scheint ein schlechtes gewissen zu haben und bietet mir dann den drei wochen alten kartoffelsalat an, oder eine tiefkühlpizza. vieles ist abgelaufen im kühlschrank. Habe letztens einen 3 wochen abgelaufen yoghurt gegessen. und die sardinen sind auch schon 6 monate abgelaufen. sind noch von der letzten ats(würde ich sowieso nicht essen, wegen vegatarimus aber trz.). Dann ist da noch das Problem mit den Großeltern, die seit zwei jahren am sterben sind. gerade heute hatte der großvater 2 herzinfarkte, aber schaffst doch immer irgendwie nicht zu "verrecken". die oma hat eine lebensgefährliche krankheit, weill aber nicht ins krankenhaus und kümmert sich lieber um den schwerkranken opa.
auch das macht meine gastmutter fertig, weil die großelterns sozusagen ihre eltern waren und sie nun immer so nah am sterben sind. als ich mit der gehirnerschütterung extra in die concussion clinic gefahren sind, hat sie den brain doctor, oder wie das heißt nach den krankheiten ihres opas gefragt, weil ich und er halt den gleich doktor hatten, obwohl es doch um meine gesundheit ging. wenn man meine gastmutter um hilfe bittet hilft sie einem auch einigermaßen und dann wird sie lebendig und kann auch für einen da sein und ja, manchmal hat auch die ganze familie zusammen spaß und lacht, aber das ist sehr selten. ich fühle mich ehr wie in einer unaufgeräumten wg, mit mitgliedern die zu viele probleme haben um sich um einen ats zu kümmern. im moment teile ich mir auch das kleine zimmer mit meiner gastschester, weil mein zimmer, was eigentlich zu ein sun room ist im winter und frühling minustempereaturen annimmt. ich weiß jetzt nicht ob das gründe zum wechseln sind, weil ich auf keinen fall meine high school verlassen will, wegen meiner freunde und dem sportprogramm dort und auch sonst ziemlich schüchtern bin und angst habe, dass ich in der anderen Familie auch wieder zu ruhig bin. oder ich habe angst, dass es in der anderen Familie sclechter wäre. und während der gehirnerschütterungszeit hat mein gm mir ja auch ganz gut geholfen und meine deutsche mutter hat sie über mail gefragt, ob es ihnen mit mir zu viel wäre im moment(war die idee meiner mutter das zu fragen, ohne mein wissen :-? ), daraufhin meinte meine gastmutter, dass sie mich auf jeden fall behalten wollen. sie haben halt schon 8 andere ats gehostet und alle außer eine, die sie jetzt hassen, sind geblieben, obwohl das haus schon damals so aussah und die failiensitu glaube ich auch schon ähnlich war. ich habe hier auch meine freiheiten und sie erlauben mir eigentlich auch alles, außerdem ist meine mum area rap und meine gastgeschiwster und so würden es nicht verstehen wenn ich jetzt wechseln würde und so. ich weiß echt nicht was ich machen soll.wer auch ummer das bishierhin gelesen hat, bitte ich um rat! :)
Zuletzt geändert von FunKyLui am 04.11.2012, 01:29, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
-Jule-
wohnt im Forum
Beiträge: 2927
Registriert: 09.09.2004, 19:37
Geschlecht: weiblich
Organisation: div.
Jahr: 05/06.08.09/10
Land: ES/VN/ES/CO
Wohnort: Rheinland

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon -Jule- » 31.10.2012, 10:18

Ich habs mir durchgelesen :) ich fürchte aber, so einen wirklichen Rat hab ich nicht an dich. Du hast das ja alles schon ganz gut analysiert und im Grunde genommen musst du wohl schauen, ob du auf Dauer damit klar kommst oder nicht. Ich denke, das ist echt personenabhängig. Die anderen ATS, naja gut, vielleicht fanden die es genausowenig toll aber haben ihr gesamtes Leben dann nach draußen/Freunden/Sport verlagert? Wer weiß das schon, dazu muss man aber auch der passende Mensch sein. Du scheinst ja eher ruhig zu sein und ich kann mir vorstellen, dass dir eine liebevolle Familie, die mehr zusammen macht, lacht, unternimmt besser zu dir passen würde. Leider gibt es keine Garantie für solch eine Familie. Du hast ja geschrieben, du hast Freunde in der Schule, weswegen du auch nicht deine High School wechseln möchtest. Könntest du da vielleicht mal nachfragen, ob die wen kennen, der dich vielleicht aufnehmen möchte? Gegebenenfalls könntet ihr euch dann auch im Vorfeld kennenlernen, sodass beide Seiten ein wenig schauen können, ob man gut zueinenander passt?
Ich finde es mal wieder sehr sehr ungünstig, dass deine Gastma deine Area Rep ist! Ich frag mich eh, wie die sich vernünftig um die ATS kümmern kann, wenn die fast nur im Bett liegt... Ich würd mich wirklich mal an die höhergestellte Mitarbeiterin über deiner Gastma wenden und zwar nicht (!) um zu petzen, sondern um Hilfe/Ratschlag zu erbitten und deine Situation offen zu legen. Vielleicht kannst du Sachen sagen wie "Ich habe das Gefühl, dass ich eher eine Last bin und daher fühle ich mich unwohl" also eher von dir ausgehen und dich nicht so viel über deine Gasteltern beschweren.

Gast

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon Gast » 31.10.2012, 21:01

Hallo! Ich habe mir auch deine Geschichte durchgelesen und stimme Jule zu. Manche ATS würden damit vielleicht problemlos klarkommen, andere hätten die Familie vielleicht schon längst gewechselt. Nun musst du einfach entscheiden, wie du damit auf Dauer klarkommst.

Und ich habe eine Frage. Das soll jetzt keinesfalls beleidigend sein oder so, aber meine Organisation und auch alle anderen Organisationen, über die ich mich informiert habe, haben immer alle den Eindruck erweckt, dass sie sich die Gastfamilie genau anschauen, mit ihnen ein Gespräch führen, etc. Da frage ich mich als zukünftige Austauschschülerin, wie eine Familie ohne wirklich intaktes Familienleben, wie es FunKyLui ja beschreibt, in einer dreckigen Wohnung und mit weiteren familiären Problemen, überhaupt als Gastfamilie infrage kommt. FunKyLui sagt ja auch, dass ihre Gastmutter auch echt nett sein kann und dass die Familie durchaus mal Spaß zusammen hat, aber was bringt es Austauschschülern, wenn das nur einmal in 8 Wochen vorkommt? Es ist eine GastFAMILIE und irgendwie sollte man sich dort doch auch wie ein akzeptiertes Familienmitglied fühlen, oder? .___. Also, hoffentlich sehe ich das jetzt nicht komplett falsch und wenn das so ist, dann tut es mir leid und vielleicht bin ich auch einfach nur empfindlich, aber ich habe jetzt schon öfter von ATS gehört, deren Gastfamilien sich kaum um sie gekümmert haben und auch irgendwie nie ein Anzeichen dafür da war, warum die Familie einen Austauschschüler aufnimmt. Ich höre das echt immer öfter und bin einfach verwirrt, weil auch meine Organisation mir versichert hat, dass die Auswahl der Gastfamilie gründlich und auf den gegenseitigen Hobbies und Interessen basiert. ô.o

Benutzeravatar
miss.random
wohnt im Forum
Beiträge: 2283
Registriert: 01.11.2007, 22:01
Geschlecht: weiblich
Organisation: EF | Nordplys
Jahr: 06/07 | 14
Land: USA, Georgia | Island
Wohnort: Land of ice and snow

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon miss.random » 31.10.2012, 21:20

Bei ihr liegt die Antwort wohl auf der Hand: Ihre Gastmutter ist ihre AreaRep, da kam niemand wohl zu ihr um zu kontrollieren. ;)
Zumal in anderen Kulturen auch ein anderes Bild von Sauberkeit/Ordnung herrscht. Ich lese hier ständig, wie die deutschen hier geschockt sind wie es dreckig bei den Leuten in den USA ist. Das sind dann oft wohl auch Kulturunterschiede. Ich habe auch in den USA gemerkt, dass Dinge oft unordentlicher sind...
If a man does not keep pace with his companions, perhaps it is because he hears a different drummer. Let him step to the music which he hears, however measured or far away. (Henry David Thoreau)
Buu-Frau, Spassbremse und Bedenkenträgerin vom Dienst. Anscheinend auch reif für eine Therapie, doch mir wurde nie gesagt für welche.
http://a-stranger-in-iceland.blogspot.com <- ein Hobbit in Mittelerde

Gast

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon Gast » 31.10.2012, 21:25

Okay, das verstehe ich. Aber es ist ja nicht nur die Unordnung, sondern auch oft die familiären Probleme, wie sie auch FunKyLui beschrieben hat. Bei ihr ist es vielleicht eine andere Situation, aber wiegesagt..ich habe das schon oft von ATS gehört. Familien, die sich nicht um ihre Austauschschüler kümmern und so weiter...Das macht mir einfach irgendwie sorgen :-?

Benutzeravatar
FunKyLui
ist jeden Tag hier
Beiträge: 78
Registriert: 21.06.2011, 19:43
Geschlecht: weiblich
Organisation: Treff
Jahr: 12/13
Aufenthaltsdauer: 10 Monate
Land: USA,IN,Munster

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon FunKyLui » 31.10.2012, 21:43

Bei eminer Gastfamilie ist es halt so, dass die Area Raps von der Orga alle miteinenader befeundet sind und bei Hasuvisitation wird dann oft mal eine Auge zugedrueckt. Ich glaube meine Gastfamilie war mal echt ne gute, aber jetzt haben die einfach eigene Probleme zu bewaeltigen und muessen ihre Familie erstmal wieder reparieren. Falls die Grosseltern dann auch noch sterben wuerden wuerde das entwefer bedeuten dass es besser oder schlchter werden wuerde. Keine Ahnung, ist halt ziemlich schwierig. Meine denkt ueber sich selbst aber auch , dass sie ne gute Gastfamilie ist. Und naja, wenn eine Orga 100 Kinder unterbringen muss, dann druecken die schonmal oefters n Auge zu. Mein Gastvater ist uebrigens auch Area Rap, na toll!

cuyana
wohnt im Forum
Beiträge: 2694
Registriert: 21.05.2004, 20:38

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon cuyana » 31.10.2012, 21:56

x
Zuletzt geändert von cuyana am 04.02.2013, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.

Gast

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon Gast » 31.10.2012, 21:59

Aber sowas kann doch nicht sein ôo Man muss sich doch als ATS gut aufgehoben fühlen und ich muss doch sichergehen können, dass die Partnerorganisation eine Familie findet, in der man als Familienmitglied akzeptiert wird und mit der man ein einzigartiges Jahr verbringen kann. Das mit den Familienstrukturen verstehe ich total und ich will ja auch nicht in eine Familie, die genauso ist, wie meine, aber es gibt auch Grenzen, finde ich. Und z.B. Gewalt, Aggressivität und Vernachlässigung gehört für mich nicht zu einer geeigneten Gastfamilie. Keine Ahnung.. ich habe einfach irgendwie Angst :-?

Benutzeravatar
-Jule-
wohnt im Forum
Beiträge: 2927
Registriert: 09.09.2004, 19:37
Geschlecht: weiblich
Organisation: div.
Jahr: 05/06.08.09/10
Land: ES/VN/ES/CO
Wohnort: Rheinland

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon -Jule- » 31.10.2012, 22:10

Ehrlich gesagt, wenn ich jetzt Mutter wäre und mein Kind würde ein ATJ machen, dann würde ich mir auch Sorgen machen. Grade da man hier im Forum echt einige Geschichten zu hören bekommt, die einfach nicht sein dürfen. Andererseits sollte man aber auch bedenken, dass es dem Großteil der ATS sehr gut geht, die melden sich halt nur weniger, da sie völlig in ihrem neuen Leben drin sind und Zeit/Lust für intensives Schreiben in Foren eher fehlt ;)

cuyana
wohnt im Forum
Beiträge: 2694
Registriert: 21.05.2004, 20:38

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon cuyana » 31.10.2012, 22:37

x
Zuletzt geändert von cuyana am 04.02.2013, 19:55, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
FunKyLui
ist jeden Tag hier
Beiträge: 78
Registriert: 21.06.2011, 19:43
Geschlecht: weiblich
Organisation: Treff
Jahr: 12/13
Aufenthaltsdauer: 10 Monate
Land: USA,IN,Munster

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon FunKyLui » 01.11.2012, 03:02

Ja,freu dich drauf! Obwohl es für mich gerade irgendwie nicht leicht ist bin ich trotzdem glücklich! Es gibt noch so viel mehr als die Gastfamilie!Ich liebe meine High School und den Sport und so! Es gibt nichts besseres. Hab keine Angst und lass dich nicht abschrecken!

lunamoon
ist am Tag 5x hier
Beiträge: 139
Registriert: 30.07.2011, 21:12
Geschlecht: weiblich
Organisation: YFU
Jahr: 12/13
Aufenthaltsdauer: 10 Monate
Land: Rumänien, Deva
Kontaktdaten:

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon lunamoon » 20.11.2012, 20:18

Also: Ich möchte ja schon längere Zeit wechseln. Aber inzwischen habe ich das Gefühl, dass YFU mich gar nicht wechseln lassen will. Sie vertrösten mich immer wieder und ich treffe mich zwar dauernd mit meinem Betreuer aber er sagt immer, ich muss ihm richtige Gründe nennen. Ich bin inzwischen total unsicher, ob meine Gründe wirklich ausreichen für einen Wechsel oder ob ich selber schuld bin.
Deswegen wollte ich mal hier fragen, wie ihr das seht:
Ich habe mich von Anfang an nicht wirklich wohl gefühlt. Es gibt ja so Menschen bei denen man sofort spürt, dass das nicht passt und (leider) war es bei mir mit meiner GF so. Ich habe das aber erstmal auf Heimweh und so geschoben. Jetzt bin ich aber schon 3 Monate hier und es geht mir genrell echt super (ich habe viele Freunde und liebe Rumänien einfach nur). Ich vermisse mein zu Hause kaum noch und trotzdem fühle ich mich total unwohl in der Familie. Der Gastvater ist ein Nationalist und sehr enttäuscht/wütend, dass ich seine Meinungen zum Thema Deutschland und 3. Reich nicht teile. Mit ihm habe ich aber zum Glück gar keinen Kontakt mehr. Mit meiner Gastmutter verstehe ich mich ganz gut. Sie ist die Einzige, die Interesse an mir als Person hat und nicht nur als Deutsche. Aber sie ist nie da. Sie arbeitet sogar am Sonntag und vereist auch oft geschäftlich. Meine Gastschwester war am Anfang ganz nett. Inzwischen macht sie sich nur noch über mich lustig, versucht mich zu ärgern und lästert über mich. Sie ist sogar gemein zu meinen Freunden. Sicher spielt da auch viel Eifersucht mit rein, weil sie immer Einzelkind war und alles hinterher geworfen bekommt. Aber das kann es nicht nur sein. Es gibt nämlich eig. nichts worauf sie neidisch sein kann.
Ich habe am Anfang echt versucht mich dort zu integrieren und bin immer runter gegangen, um mich zu unterhalten und so. Aber es war nie jemand da. Nach einiger Zeit habe ich es dann halt aufgegeben, weil ich das Gefühl hatte, dass es eh nichts bringt (und das hat es auch eig. nicht). Ich bin auch immer nett zu meiner Gastschwester und biete ihr an, dass wir was zusammen machen (gestern z.B. ob wir zusammen backen wollen) aber sie blockt immer ab und meckert dann, dass ich mich nicht integrieren wolle. Das Problem ist, dass ich Nachmittags meistens zu Hause bin, wenn ich nicht grade Kurse (tanzen, sprachkurse) besuche, weil es hier nicht üblich ist sich unter der Woche zu treffen. Deswegen bin ich dann sehr viel am Computer (aber ich habe sehr wenig Kontakt nach Dtl., ich schaue immer nur Serien und Filme). Dies sieht dann für die GF so aus, als würde ich mich zurückziehen (meine Gastschwester erzählt das so den Eltern) und als würde ich sie nicht mögen. Aber ich kann ja gar nichts anderes machen, da sie, wenn jmd. zu Hause ist, eh keine Zeit haben.
Würde ich mich mit meiner Gastschwester gut verstehen, würde ich auch gar nicht wechseln wollen. Aber so halte ich das einfach nicht mehr wirklich aus. Meint ihr, dass das reicht, um die Familie zu wechseln? Oder habe ich wirklich zu schnell aufgegeben?

Benutzeravatar
Orava
Moderator
Beiträge: 2888
Registriert: 14.05.2006, 22:41
Geschlecht: weiblich
Organisation: YFU, Studium
Land: Finnland, Estland

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon Orava » 20.11.2012, 22:05

Hast du schonmal mit der Betreuung von YFU Deutschland gesprochen? Wenn nicht, mach das mal, echt. Kannst denen ne Mail schreiben, Skypen, die können dich auch anrufen... und die können dir Tipps und Ratschläge geben. Genau dafür kriegen die ihr Gehalt! Und die sind richtig nett, versprochen :)
Und wenn die der Meinung sind, dass es besser für dich wäre, zu wechseln, und du das auch findest, dann kümmern die sich drum, dass YFU Rumänien sich dadrum kümmert!
Teic, Ziemeļu vējš:
No kurienes manī tāds spīts?
Pēc negaisa vienmēr būs saule,
Pēc nakts - vienmēr rīts.

lunamoon
ist am Tag 5x hier
Beiträge: 139
Registriert: 30.07.2011, 21:12
Geschlecht: weiblich
Organisation: YFU
Jahr: 12/13
Aufenthaltsdauer: 10 Monate
Land: Rumänien, Deva
Kontaktdaten:

Re: Grund genug fuer Gastfamilienwechsel?

Beitragvon lunamoon » 21.11.2012, 07:40

Meine Mutter hatte mit YFU Deutschland gesprochen. Die haben dann auch bei YFU RO angerufen, um das zu klaeren. Aber ihnen wurde gesagt, dass es eine Familie fuer mich gibt und ich vor die Wahl gestellt wurde: 1. sofort in diese Familie wechseln, die aber 100 km entfernt von Cluj ist 2. erstmal zu warten und es nochmal probieren oder 3. in der jetztigen Familie bleiben.
Diese Wahl hatte ich nie. Mir wurde zur Wahl gestellt: entweder noch etwas warten und dann wechseln oder gar nicht wechseln. Ich habe mich fuers erste entschieden.
Als ich meinen Betreuer darauf angesprochen habe, meinte er, dass das wohl ein Missverstaendnis war. Ich finde das aber inzwischen schon ziemlich merkwuerdig. Vorallem, weil es hier ja eig. genug GF gibt. Ich warte das naechste Gespraech jetzt nochmal ab und schaue, was neues dabei rauskommt (auch wenn ich nicht glaube, dass es da irgendwas neues gibt)


Social Media

       

Zurück zu „Zeit während des Austauschs“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast