Japan

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Higanbana
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Re: Japan

Beitragvon Higanbana » 05.08.2018, 17:31

Hallo,
:
das hat viele Gruende:

    Gastfamilien zu finden ist auch auf den Inseln nicht einfach. Auf unserer Insel ist es EIN Ehepaar, das sich seit 19 Jahren bereit erklaert, die Kinder aufzunehmen. Daher wohnen alle 6 dort. Und auch wenn die Schule ohne Probleme mehr aufnehmen koennte und wuerde, so gibt es kein anderes Zuhause fuer weitere Kinder.

    Ausbildungspflicht gibt es nur bis Klasse 9. Selbst wenn Leute bereit waeren, dort ATS aufzunehmen, gaebe es keine Schule fuer ATS. Auch die Inselkinder muessen fuer die weitere Ausbildung ihre Insel verlassen und irgendwo zur Untermiete oder im Schulinternat ihrer Oberschule wohnen. Oder eben zu ihren Eltern zurueckkehren, um dort dann wieder zu wohnen.

    Gastfamilien in diesen Programmen werden bezahlt. Und zwar nicht einmal wenig. Wir koennten uns das jedenfalls nicht leisten, jeden Monat 90.000 Yen (800 Euro) an die GF zu ueberweisen. Das geht nur, weil diese Programme Stipendien vergeben, damit sie so die Anzahl der Kinder an diesen Minigrund- und Mittelschulen erhoehen. Und ich bezweifle, dass so viel Geld an Auslaender gegeben wuerde, die nicht den gleichen Status wie japanische Bewohner haetten. Der Grund fuer die Foerderung ist, dass so die Schueler- und Einwohnerzahl erhoeht werden kann.

    Weiterhin ist Wohnraum in Grossstaedten begrenzt (ich erinnere an den Ausdruck "Japanische Kaninchenstaelle"), auch wenn Haeuser auf dem Land eher mal Platz fuer eine weitere Person haetten. Nur gibt es da vielleicht eine Oberschule, wenn ueberhaupt, die taeglich erreicht werden koennte. Wenn diese sich weigert, wie das leider all zu gerne vorkommt, ist die Platzierung dort auf dem Land gestorben.

    Ich kann doch meine Wohnung keinem Fremden zeigen. (Und das stimmt schnell mal so, selbst ich habe schon so manche voellig verkramte Wohnung oder Haeuser gesehen.

    Ein 10-Monat Gast ist mir zu anstrengend.

    Japanische Kinder sprechen Japanisch und kennen die Kultur. Und "ich kann doch kein Englisch!"

    "Ich weiss nicht, wie ich mit Auslaendern umgehen soll." Wenn ich am Telefon war, haben die meisten sofort wieder aufgelegt. Um Gottes Willen, ein Auslaender!

    "Ich weiss gar nicht, dass es solche Programme ueberhaupt gibt." An Leute auf dem Land kommt man oft im Guten gar nicht ran, besonders weil das Gros der japanischen Orgs. die Organisation ihrer Programme von Tokyo aus machen. Die beste Moeglichkeit zur GF Werbung sind Oberschulen. Aber die, die aufnehmen oder potentiell aufnehmen, sind in der Regel in Grossstaedten oder noch haeufiger in Metropolen wie Tokyo.

    Ausserdem, selbst wenn die Insel meiner Tochter eine Oberschulabteilung haette, waere ich mir nicht sicher, ob ATS ueber so eine Platzierung dort so gluecklich waeren. U.U. waeren sie der einzige Schueler in der Klasse oder haetten vielleicht ein oder zwei andere Mitschueler. Auch wenn meine Tochter zufrieden mit dem ist, was sie hat und wie sie ihre Zeit verbringt, so haette ein(e) ATS dort nicht einmal die Moeglichkeit, sich irgend etwas selber im Laden zu kaufen. Mit Freunden oder Freudinnen eben mal Shoppen gehen waere genau so wenig drinnen wie Kino oder andere Vergnuegungen. Es gaebe nur die Schule und die Gastfamilie. Und viel Natur mit jeder Menge Insekten und halbwilden Katzen, die sich aber auch gerne mal streicheln lassen. Ich befuerchte, dass das Gros der ATS sich ueber eine solche Platzierung von vornherein beschweren wuerden.

Liebe Gruesse

Higanbana

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relch
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Re: Japan

Beitragvon relch » 05.08.2018, 18:59

Interessant. Danke für die ausführliche Erklärung!
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Re: Japan

Beitragvon TheVillageGirl » 06.08.2018, 15:28

Hallo an alle :)

Ich will noch nicht zu laut schreien oder mir zu viele Versprechungen machen, aber meine Bewerbung bei Rotary wird jetzt direkt an den Jugenddienstleiter des für mich (hoffentlich) zuständigen Clubs geschickt. Das würde für mich heißen, dass ich dem Auslandsjahr ein Stückchen näher kommen würde.

Jetzt kann es sich nur noch um Tage handeln, bis ich eine Antwort bekomme. Also fängt noch mal das große Zittern und Daumendrücken an. Ich halte euch auf dem Laufenden!


@Higanbana Ich habe auf deinem Blog gelesen, dass es scheinbar einige ATS gestört hat, dass du Deutsche bist und deine Familie damit nicht "rein japanisch". Natürlich wäre das etwas gewöhnungsdürftig, insbesondere für Deutsche, aber ich fände das tatsächlich ziemlich interessant. Aber wie du schon geschrieben hast: Wer nicht will, der hat schon :wink:

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Re: Japan

Beitragvon Severina » 09.08.2018, 20:54

Während Shiruki gerade an der Email an die Gastfamilie bastelt, kann ich mitteilen, dass dieselbe bekannt gegeben wurde - zumindest die für die ersten drei Monate.

4 Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren, Mutter und Vater und Oma und Opa - ein volles Haus, welches nicht in Numazu, sondern in Fuji steht.

Jetzt können wir endlich über Mitbringsel nachdenken!

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Re: Japan

Beitragvon Higanbana » 10.08.2018, 11:07

Hallo,
TheVillageGirl hat geschrieben:Hallo an alle :)

Ich will noch nicht zu laut schreien oder mir zu viele Versprechungen machen, aber meine Bewerbung bei Rotary wird jetzt direkt an den Jugenddienstleiter des für mich (hoffentlich) zuständigen Clubs geschickt. Das würde für mich heißen, dass ich dem Auslandsjahr ein Stückchen näher kommen würde.

Jetzt kann es sich nur noch um Tage handeln, bis ich eine Antwort bekomme. Also fängt noch mal das große Zittern und Daumendrücken an. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Ja, ich druecke dir die Daumen, dass es klappt.

@Higanbana Ich habe auf deinem Blog gelesen, dass es scheinbar einige ATS gestört hat, dass du Deutsche bist und deine Familie damit nicht "rein japanisch". Natürlich wäre das etwas gewöhnungsdürftig, insbesondere für Deutsche, aber ich fände das tatsächlich ziemlich interessant. Aber wie du schon geschrieben hast: Wer nicht will, der hat schon :wink:
Naja, aber was ist schon rein Japanisch? Oder sagen wir mal besser Standardjapanisch? Japan ist so unterschiedlich in den verschiedenen Regionen, dass jemand in Tokyo selbst bei 2 japanischen Eltern eine voellig andere Erfahrung machen wuerde als bei einer Platzierung in Kyushu oder Shikoku oder Hokkaido. Die Schule nimmt den groessten Teil des Tages ein, nach Klubs ist man oft erst gegen 19.30 Uhr bis 20 Uhr zuhause. Und das waere "fruehestens". Am Wochenende ist auch oft Klub und/oder Schule. Und wenn ich an unsere Familie denke, mein Mann spricht schon seit ueber 16 Jahren nur Japanisch mit mir, meine Kinder hatten nie jemand anderen als mich, der Deutsch mit ihnen sprach. Daher war, egal, was ich machte, der Japanischinput immer weeeeeeeit groesser als der deutsche. Und da meinen Kindern Japanischsprechen immer leichter fiel als Deutschsprechen und sie auch seeeeeeehr wohl von klein an auch wissen, dass ich sehr wohl Japanisch spreche, haben sie auch gar nicht erst versucht, auf deutsche Fragen auch Deutsch zu antworten, sondern hoechstens mal ein deutsches Wort in einen japanischen Satz eingebaut. "Willst du Milch?" -"Milch iran (brauch nicht)." "Ist dir kalt?" - "Kalt-kunai." Daher wuerde man selbst sprachenmaessig wenig Deutsch hoeren. Und auch essensmaessig ist alles Japanisch, da auslaendische Sachen dank fehlender Zutaten viel zu aufwaendig waeren. Der einzige grosse Unterschied zu anderen Familien waere, dass wir uns ab und zu einen deutschen oder manchmal auch einen englischen Film anschauen. Das wuerde in reinjapanischen Familien eher nicht passieren. Und natuerlich haette man im Fall des Falles jemanden, sprich eine einzige Person in der Familie, die Deutsch und Englisch versteht. Aber nur mit den Sprachen wuerde man zu keinem anderen Familienmitglied oder auch Freunden eine tiefergehende Beziehung aufbauen koennen. Und wir gehen zu den grossen Kirchenfeiertagen in die Kirche, was einem auch eher selten in japanischen Familien passieren koennte. Immerhin sind nur 1% aller Japaner Christen.

Ich hatte manchmal gelesen, dass zukuenftige ATS fehlende Fortschritte in der Gastlandsprache auf die Existenz einer Deutschen schieben und daher ablehnen. Aber die, die wirklich die Sprache lernen wollten, sprachen die Sprache fliessend am Ende des Jahres. Unsere Finnin mochte Buchlernen nicht und brauchte daher viel zu lange, um mit der aktiven Sprache zu beginnen. Und die letzte Deutsche versuchte nicht einmal, unsere Vorschlaege zur effektiven Sprachaneignung umzusetzen und kam dann mit "Ich kann es mir nicht merken." oder "Der Kopf tut mir weh, wenn ich Japanisch hoere." Im Gegensatz zu der Finnin, die zwar nicht lernte, aber viele japanische Dramen schaute und ein gutes Sprachohr hatte, verbrachte die Deutsche ihre Freizeit mit deutschen und englischen Youtubeclipsschauen. Und daher war dann ihr Japanisch so schlecht wie das von anderen nach 2 Monaten.

Um's kurz zu fassen, du haettest hier bei uns weniger unjapanische Elemente, als du wahrscheinlich erwarten wuerdest. Ich glaube, wir waeren eine groessere Enttaeuschung fuer ATS, wenn wir ploetzlich nach Deutschland ziehen und dort ATS aufnehmen wuerden, weil da dann unsere Lebensweise in vielem Undeutsch waere.

Während Shiruki gerade an der Email an die Gastfamilie bastelt, kann ich mitteilen, dass dieselbe bekannt gegeben wurde - zumindest die für die ersten drei Monate.
4 Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren, Mutter und Vater und Oma und Opa - ein volles Haus, welches nicht in Numazu, sondern in Fuji steht.
Jetzt können wir endlich über Mitbringsel nachdenken!


Herzlichen Glueckwunsch! Schoen, dass ihr endlich Bescheid bekommen habt. Ich hatte uebrigens heute frueh schon mal geschaut, auch Fuji-Shi hat mehrere oeffentliche Baeder und Schwimmhallen, wo Toechterle ihrem Schwimmdrang folgen koennte, ohne unbedingt in den Schulklub eintreten zu muessen.

Ich habe auch mal geschaut, wie weit es ungefaehr ist. Natuerlich weiss ich nicht genau, wo in Fuji sie wohnen wird (Wenn du mir die PLZ 000-0000 per PM schickst, dann kann ich es fuer sie nachschlagen.), aber gesetzt den Fall, ihre Reise beginnt am Fuji (Haupt)bahnhof, dann wird sie inklusive Laufen vom Bahnhof zur Schule ca. 40 min brauchen. Bis zu einer Stunde ist auch bei der relativ weiten Entfernung voellig normal. Wir wohnen auch nur 8 km von der Schule unserer Daenin weg, aber egal, ob sie nun den Zug nimmt oder mit dem Bus faehrt, so wird sie trotzdem mit einer Stunde rechnen muessen.

Ich werde wahrscheinlich naechste Woche wenig Moeglichkeiten haben, lange Ausfuehrungen zu schreiben, weil ich wahrscheinlich nur uebers Handy antworten kann. Aber wenn da noch etwas ist, was ihr wissen wollt, dann meldet euch einfach.

Liebe Gruesse

Higanbana

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Re: Japan

Beitragvon Severina » 28.08.2018, 10:28

So, alldieweil Shiruki in der letzten Zeit sehr beschäftigt war und ist - eine große Verabschiedungsrunde geht heute zu Ende - melde ich mich noch mal.

Wir bedanken uns für das Angebot, die Bus/Zugverbindung zur Schule herauszusuchen - da hat sich das 'Kind' selbst ins Zeug legen wollen und das auch geschafft. Und wie es dann manchmal so ist - es war für die Katz, denn gestern kam eine Gastfamilienänderung. Offenbar ist leider ein Mitglied der ersten Familie schwer erkrankt. Vielleicht kann sie ja später dorthin - jetzt ist die Sorge um das Familienmitglied selbstverständlich wichtiger. Die neue Familie lebt auch in Fuji und es ist ein Paar in den 60ern mit zwei erwachsenen Kindern und zwei kleinen Enkelsöhnen - zum Glück passen die Gastgeschenke so einigermaßen, die überzähligen (die erste Familie hatte ja 4 Kinder zwischen 3 und 13) bleiben erst Mal zu Hause, vielleicht kann sie die ja bei einer weiteren Gastfamilie noch brauchen. Email an die neue Familie ist raus, Tochter hofft auf baldige Antwort. Von der Fahrzeit her ist die neue Adresse sicher günstiger - das Viertel grenzt fast direkt an den Bahnhof der Tokaido Main Line, mit der sie auch bis zur Schule fahren kann.

Gerade eben haben wir im Rathaus die Elternunterschriften auf dem Formular beglaubigen lassen, welches ihr das alleinige Reisen in Japan erlaubt, denn Morgen geht es los - zwei Nächte in Yokohama, danach nach Fuji, am Montag dann gleich der erste Schultag in Numazu. (Bei der ersten Reise letzten Sommer zur Sprachschule hatte sie einen von mir selbst formulierten Dreizeiler dabei, den der deutsche Zollbeamte als 'nicht ausreichend' betrachtete (und sie dann doch durchwinkte ?!?), da gehen wir diesmal auf Nummer sicher...)

Sie hatte sich ja ernsthaft für den Bergsteiger-Club interessiert - witzigerweise ist das Hobby des neuen Gastvaters 'Mountain Climbing' :-). Sie wird sehen, was sich vor Ort ergibt.

Bemerkenswert finden wir auch, dass die reservierten Plätze in dem Flieger München/Tokyo mehr oder weniger HINTEReinander zu liegen scheinen. Nicht alle in der Gruppe haben ihren Platz geschrieben - es kann daher noch sein, dass immer zwei nebeneinander sitzen. Vielleicht sogar geplant - neben Shiruki sitzt nämlich ein Junge, der in dieselbe Präfektur vermittelt wurde. Aber das ist natürlich auch unwichtig,die 11 Stunden gehen schon rum.

Vielleicht kann ja hiermit jemand was anfangen:
Leave for the Alternative Seikatsu-kan with your suitcase and luggage that will be sent to your host familiy

lautet ein Programmpunkt im Time Schedule für die Zeit in Yokohama. 'Alternative Seikatsu-kan' - das sagt Shiruki nichts. Das ergibt sich sicher, wenn sie dort ist, aber etwas neugierig ist sie natürlich schon.

So, ich geh dann mal die letzten Sachen waschen :-)
Danke fürs zulesen!

PS: Higanbana, ich habe gerade gesehen, dass sich das mit Eurem neuen Gast gut anläßt :jumper: Ich drücke die Daumen, dass es so bleibt!

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Re: Japan

Beitragvon Higanbana » 29.08.2018, 07:54

Hallo,

Meine Vermutung ist, dass AYUSA auch die Sachen vorschicken wird wie alle anderen Orgs. in Japan, weil Zuege wenig Platz fuer Gepaeck haben und Japaner leicht reisen.

Seikatsukan klingt wie der Name eines Gebaeudes, wahrscheinlich das, wo die ATS uebernachten werden. Was das alternative heissen, weiss ich auch nicht. Ich wuerde mein Geld auf "Es gibt 2 Gebaeude. Und sie meinen wahrscheinlich das Nebengebaeude." setzen.

Habt ihr meine PM gelesen?

Lg

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Re: Japan

Beitragvon Severina » 29.08.2018, 18:51

Ich habe die PN jetzt gelesen und beantwortet.

Das mit dem Nebengebäude ergibt ja Sinn - danke, und ja, das Gepäck wird vorgeschickt.

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Re: Japan

Beitragvon Higanbana » 02.09.2018, 03:59

Severina hat geschrieben:Ich habe die PN jetzt gelesen und beantwortet


Hallo,

es tut mir leid, aber ich habe keine PM bekommen. Kann es sein, dass du sie nur an deine Tochter geschickt hast.

Liebe Gruesse

Higanbana

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Re: Japan

Beitragvon Severina » 03.09.2018, 18:15

Ich habe einen neuen Versuch gestartet, ich glaube, jetzt müsstest du was bekommen haben.

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Re: Japan

Beitragvon Sylphe » 04.09.2018, 04:03

Hallo, ich hätte eine kurze Frage. Bis nächsten August bin ich jetzt noch hier in Japan und möchte während der Zeit wirklich noch so einiges vom Land sehen. Diesmal hätte ich auch die Möglichkeit, entweder nach Hokkaido oder nach Okinawa zu fliegen. Für welchen der beiden Orte ich mich auch entscheide, ich werde dort alleine hingehen müssen. Nur macht Okinawa alleine denn Spaß? Hokkaido wäre ein reiner Städtetrip, den ich natürlich auch alleine machen kann. Aber in Okinawa möchte ich natürlich auch schwimmen und tauchen gehen, doch ist es alleine nicht etwas öde? Ich bin gerade sehr ratlos... habt ihr irgendwelche Tipps?

Liebe Grüße

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Re: Japan

Beitragvon Higanbana » 04.09.2018, 06:40

Hallo,

also beides hat seine Vor- und Nachteile.

Hokkaido hat kuehlere, weniger feuchte und daher angenehmere Sommer, hat ein zu kaltes Meer, um dort zu baden, dafuer gibt's Fluesse. Hokkaido hat keine Habu Giftschlangen, dafuer gibt's Baeren. Hokkaido ist groesser, man kommt zu anderen Orten hin, ohne Faehren benutzen zu muessen. Es gibt Zuege, die man auch mit dem Seishun 18 Ticket benutzen kann. Und aehnlich wie man in Finnland weniger leicht Gespraechspartner oder gar Freunde findet als in Italien, so wird es dir dort auch eher schwerer finden.

Okinawa hat heissere und feuchtere Sommer, die aber durch das dichtbeiliegende Meer weniger schlimm ist als so einige Teile von Kyushu. Das Meer ist toll und dichtbei. Die Praefektur hat eine interessante Kultur. Also L. und ich vor fast 11 Jahren da waren, hatten wir keine Probleme, Gespraechspartner zu finden. Und du kannst Japanisch reden. Faehren verbinden die Inseln, so dass du nicht nur auf der Hauptinsel rumhaengen musst. Und auch wenn z.B. Japaner durch Sehenswuerdigkeiten durchrennen, so hatten wir fuer das Schloss 4 Stunden gebraucht anstelle von nur 90 min. Gleiches galt fuer das Naturhistorisches Museum. Und fuer den Kulturthemapark eine Busstunde noerdlich von Naha hatte das Buch zur Schulreiseplanung max. 90 min eingerechnet. Wir waren von 10 - 17 Uhr im Park, weil wir alles mal ausprobieren wollten. Und hatten es dann trotzdem nicht geschafft.

Wie gesagt, wo auch immer du hingehst, du wirst deinen, wenn auch voellig anderen Spass haben.

Liebe Gruesse

Anett

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Re: Japan

Beitragvon Fredy » 06.10.2018, 20:18

Higanbana hat geschrieben:
Ich glaube Japan ist nicht so frei und das kommt auf dem Land eben noch mehr zur Geltung.
Dafür ist Japan wesentlich sicherer.



Danke fuer deinen Beitrag. Sei mir bitte nicht boese, aber ich verstehe echt nicht, was du damit sagen willst. Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?


Warum sollte ich dir böse sein, es ist doch eine gute Diskussionsgrundlage.
Ich bin der Meinung das eine etwas strengere Gesellschaft gegen die Ströme der Zeit etwas besser klarkommt und das davon
die Sicherheit profitiert. Selbst in Deutschland ist man etwas strenger in der Einhaltung der Regeln als in der Stadt.

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Re: Japan

Beitragvon Severina » 28.10.2018, 18:03

Ich dachte mir, dass ein paar Neuigkeiten über Shiruki und ihr Austauschjahr für Austauschwillige interessant sein könnten, daher melde ich mich nochmal. Dies umso mehr, als in Foren oft mehr negatives geschrieben wird, weil man sich Hilfe erhofft - da möchte ich auch mal positive Erfahrungen schildern.

Sie ist jetzt seit 8 Wochen in Japan. Wie es scheint, hat sie eine tolle Gastfamilie erwischt, die sie voll einbinden (sie geht z.B. mit Gassi, zur Hundeschule, ins Restaurant und einkaufen, ist mit nach Tokio gefahren, als ein anderer Gastbruder dort einen Tanzauftritt hatte, sie hat auch bei einem Sportfest ihres Wohnortes für 'ihr' Wohnviertel mitgemacht...). Die "zwei erwachsenen Kinder" haben sich als Sohn (= Gastbruder) und dessen Frau entpuppt, diese wohnen wohl mit ihren zwei Söhnchen und seinen Eltern (=Gasteltern) zusammen. Es gibt mindestens noch zwei erwachsene Söhne (die Namen der drei Brüder unterscheiden sich nur im ersten Buchstaben - wie sind die damit bloß zurechtgekommen, als das noch Kinder waren? :-D). Zunächst waren sie als Gastfamilie nur für die ersten drei Monate geplant, jetzt wird sie aber mindestens zusätzlich den Dezember dort bleiben.
Sie ist dem "Teezeremonie-und-Ikebana-Club" beigetreten - einerseits wegen der Argumente von Higanbana, andererseits, weil im vorab favorisierten Bergsteiger-Club keine Mädchen waren und weil die Schwimmer im Moment nicht schwimmen (dort wird sie möglicherweise nächsten Frühsommer mitmachen).
Der Gastvater hat sie schon einige Male mit ins Schwimmbad genommen und will auch mal mit ihr Bergsteigen, ihre Gastmutter macht Kalligraphie mit ihr.

In der Schule kommt sie ihrer Aussage nach ganz gut zurecht. Sie ist in Klasse 10 eingestuft. Hier in D hatte sie Mathe und Chemie als LK, das hat sie jetzt auch - der Stoff ist wohl kein Problem, um das Sprachverständnis bemüht sie sich. Von Bio meinte sie, dass sie die Fachbegriffe z.T. noch nicht mal auf Deutsch kennt :-)(hatte in der Oberstufe kein Bio mehr). Sie lesen gerade 'Kansun' (mir sagt das nichts), das sei altes Japanisch, so dass sie dafür viel nacharbeiten muss. Bei den ersten Tests nach ihrer Ankunft hat sie nur Englisch mitgeschrieben, bei den Tests im Dezember möchte sie auch Mathe und Chemie mitschreiben. Sie wurde bereits dafür gelobt, wie viel besser sie jetzt Japanisch versteht :-). Ein Ausflug nach Yokohama wurde auch schon gemacht.
Hausaufgaben bis 22 Uhr sind an der Tagesordnung.

Alles in allem gefällt es ihr sehr gut, sie genießt ihr Abenteuer in vollen Zügen.

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Re: Japan

Beitragvon Higanbana » 09.11.2018, 02:02

Hallo Severina,

ist ja schoen zu hoeren, dass es so top bei euch laeuft.

Ja, mit unserer Daenin laeuft es auch gut. Es ist schoen, sie hier zu haben. Ich habe auch so einiges ueber Daenemark und selbst mein Daenisch gelernt. Ich war mir nie im Klaren darueber, wie stark mein Reichsdaenisch doch so juettlaendisch gefaerbt war.

Unsere kleine Daenin hat sich fuer den Kimonoklub ihrer Schule entschieden und lernt jetzt gerade das Anziehen. Sie hatte vor 10 Tagen auch eine Auffuehrung und hatte sich tapfer geschlagen.

Uebrigens ist es schade, dass dieses Forum geschlossen wird. Damit endet etwas, dass mich 15 Jahre begleitet hatte und mich in so mancher Zeit, wenn ich in Japan einsam war, wieder aufgeheitert.

Liebe Gruesse

Higanbana


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