Japan

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Sylphe
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Re: Japan

Beitragvon Sylphe » 30.05.2018, 19:42

Ich mische mich nach langem auch mal in euer Gespräch ein in der Hoffnung, dass in diesem Forum noch mehr Leute wieder zum Leben erwachen.

Von diesen Vorbereitungstreffen würde ich bei allen Organisationen, außer vielleicht bei YFU, gar nichts erwarten. Sie sind, wie Higanbana schon gesagt hat, sehr stark auf die USA, Kanada, Neuseeland und Australien bezogen. Damals auf meiner eigenen Orientierung im Jahr 2015 war ich mit einem anderen Mädchen zusammen die einzige, die nach Japan gegangen ist und natürlich wurden wir beide nicht speziell auf Japan vorbereitet. Nachdem dann noch so doofe Fragen gestellt wurden, die für jemanden, der nach Japan fliegt, einfach nur bescheuert klingen, hatte ich genug von dem Ganzen. Bei meiner Organisation durfte ich für diesen Spaß namens Orientierung und Vorbereitungstreffen auch noch extra zahlen. Eine der Fragen war "Darf mein Kind wirklich gar keinen Alkohol konsumieren?", die mich einfach nur wütend gemacht hat, da sowohl in den Staaten als auch in Japan das gegen das Gesetz wäre und es selbstverständlich ist, dass man damit aus dem Programm fliegt, da man sich strafbar gemacht hat.
Auch bezweifle ich stark, dass ihr bei AYUSA viel früher als bei GLS und anderen Organisationen die Informationen zur Schule und Gastfamilie erhalten werdet. Ich kenne jemanden persönlich, der nächste Woche für einen Monat mit AYUSA nach Japan geht und auch sie hat nur ungefähr 3 Wochen vorher alle Informationen erhalten. Dass manche schon Monate vor der Abreise die Informationen zur Schule und Gastfamilie haben, passiert wirklich sehr selten und wenn überhaupt nur bei YFU und AFS, habe ich im Gefühl. Ich persönlich habe alle Informationen etwas mehr als einen Monat vor Abreise erhalten und das ist denke ich auch normal. Natürlich gibt es noch Extremfälle, die nur wenige Tage vor der Abreise (unter anderem eine ehemalige Austauschschülerin mit AYUSA in Japan) die Informationen zur Gastfamilie erhalten. Die Organisationen können die Gastfamilien ja nicht einfach so herzaubern.
Wie Higanbana schon sagte, sind Platzierungen im Großraum Tokyo wirklich sehr häufig. Die Wahrscheinlichkeit, dass man in Yamaguchi oder Okayama landet, ist sehr gering. Ich kenne nur ganz wenige Leute, die in solchen Präfekturen waren, aber dafür eine sehr große Menge an Leuten, die im Großraum Tokyo gelandet sind.
Ich hoffe jedenfalls, dass deine Tochter ein tolles Jahr haben wird. Dass sie schon Japanisch kann, ist super. Ich habe schon vor meiner Abreise den JLPT N3 bestanden und deshalb nicht wirklich Probleme mit der Kommunikation in Japan gehabt. Trotzdem wird verlangt, dass man lernt, selbst wenn man schon so einiges kann. Normalerweise hilft so ein Austauschjahr ja extrem, seine Kenntnisse im Japanischen stark zu verbessern, so auch bei mir.
Kann man deine Tochter vielleicht auch persönlich erreichen?

Liebe Grüße :D

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dosanko
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Re: Japan

Beitragvon dosanko » 31.05.2018, 16:15

Sylphe hat geschrieben:Bei meiner Organisation durfte ich für diesen Spaß namens Orientierung und Vorbereitungstreffen auch noch extra zahlen.


Naajaaaa, das stimmt so aber nicht ganz. :wink: Das Orientierungstreffen, das an einem Nachmittag stattfindet ist im Preis enthalten, aber leider wie beschrieben nur auf die englischsprachigen Länder bezogen, für alle anderen wirklich unnütz.
Das andere Orientierungstreffen, der Get-Ready-Workshop, kostet zwar extra (wobei er bei mir damals für Japan-ATS sogar noch kostenlos war), ist aber komplett freiwillig. Dafür wird dort aber tatsächlich länderbezogene Vorbereitung geboten und zumindest unser Workshop war damals wirklich toll, wir waren aber auch eine Gruppe von 11 Japan-ATS und eine witzige Truppe. 8)
Außerdem kommt ja in Japan noch die dreitätige Orientierung von WYS dazu, die natürlich inklusive ist, auch wenn manche Punkte etwas merkwürdig waren. Wir haben zum Beispiel nach unserer ca. 15-stündigen Anreise, als alle bloß schlafen wollten, erst mal einen Japanisch-Test geschrieben und einen Film geguckt, den keiner verstanden hat, dank mangelnder Sprachkenntnisse und jeden morgen haben wir Radio Taisou gemacht. :lol: Und die Cafeteria-Lady hat mich gezwungen, morgens eine Schale Reis auf mein Tablett zu nehmen, obwohl ich keinen wollte. :wink:


@Higanbana: Das mit der Schule eurer Tochter klingt ja wirklich super interessant, von so kleinen Schulen hört man ja wirklich nicht oft. :D Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen?
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Higanbana
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Re: Japan

Beitragvon Higanbana » 01.06.2018, 15:49

Hallo Dosanko,

ist ja toll, wieder mal was von dir zu hoeren. Wir geht es dir so?

Hallo alle,

Naajaaaa, das stimmt so aber nicht ganz. Das Orientierungstreffen, das an einem Nachmittag stattfindet ist im Preis enthalten, aber leider wie beschrieben nur auf die englischsprachigen Länder bezogen, für alle anderen wirklich unnütz.
Das andere Orientierungstreffen, der Get-Ready-Workshop, kostet zwar extra (wobei er bei mir damals für Japan-ATS sogar noch kostenlos war), ist aber komplett freiwillig. Dafür wird dort aber tatsächlich länderbezogene Vorbereitung geboten und zumindest unser Workshop war damals wirklich toll, wir waren aber auch eine Gruppe von 11 Japan-ATS und eine witzige Truppe.

Seid ihr euch sicher, dass ihr beide ueber die gleiche Org. sprecht? Und sicherlich kann es von Jahr zu Jahr auch anders ein.

Außerdem kommt ja in Japan noch die dreitätige Orientierung von WYS dazu, die natürlich inklusive ist, auch wenn manche Punkte etwas merkwürdig waren. Wir haben zum Beispiel nach unserer ca. 15-stündigen Anreise, als alle bloß schlafen wollten, erst mal einen Japanisch-Test geschrieben und einen Film geguckt, den keiner verstanden hat, dank mangelnder Sprachkenntnisse und jeden morgen haben wir Radio Taisou gemacht. Und die Cafeteria-Lady hat mich gezwungen, morgens eine Schale Reis auf mein Tablett zu nehmen, obwohl ich keinen wollte.


Klingt ungefaehr wie das, was ich von YFU Japan und AYUSA auch gehoert hatte. AYUSA hatte nur 2 Naechte-3 Tage Vorbereitungen, und da wurde dann ein Uebungs-JLPT geschrieben und sich gemeinsam dafuer angemeldet. Dann ging man gemeinsam einkaufen. Und je 3 Maedchen (und wahrscheinlich dann auch Jungen) sollten zusammen ins Ofuro, wo sich dann viele der Maedchen weigerten, sich vor anderen Maedchen auszuziehen und dann noch mit ihnen ins gleiche Becken zu steigen. Und am 3. Tag wurden dann die Leute zum Flughafen oder Bahnhof geschafft.

Und ich weiss noch, wie sich unser Gastkind No. 0 ueber die Vorbereitung von YFU Japan aufregte, weil die im Grossen und Ganzen die gleichen Inhalte hatte wie die von WYS. Nur anstelle des Einstufungstests gab es wohl eine Einfuehrung ins Japanische.

@Higanbana: Das mit der Schule eurer Tochter klingt ja wirklich super interessant, von so kleinen Schulen hört man ja wirklich nicht oft. Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen?

Naja, als Oberschueler ist man nur auf die riesigen Oberschulen, die ja keine Pflichtausbildung sind. Grund- und Mittelschule sind Pflichtausbildung, und egal, wie wenig Leute in einer Region leben, so muss dort auch die Ausbildung geliefert werden. In Inakagegenden, wovon du auch viele in Hokkaido haben solltest, hast du sehr oft Minischulen. Hier gibt es relativ wenige Zusammenlegungen von Schulen, auch wenn es zukuenftig sicherlich auch mehr werden sollten. Daher sind da nicht wenige Schulen, die unter 100 Kinder in den 6 Jahren Grundschule haben. Und schnell mal sogar noch weniger. Meine L. und ich haben vor 10 Jahren im Maerz mal eine Minischule mit nur 26 Schuelern in Usuki, Praefektur Oita, besucht, die dann aber zum 1. April hin aufgeloest wurde. Die Schueler sollten dann die 6 km bis nach Usuki Innenstadt reinfahren, was schon fuer alle ein grosser Schock darstellte. Schulbusfahren ist hier ja nicht normal, es sei denn, es geht um Kindergaerten (uebrigens auch eine Schule in Japan).

Naja, und Japan hat ja auch jede Menge Inseln, wo oft nur ne Handvoll Menschen wohnen. Aber sobald da ein Kind ist, muss der Besuch einer oertliche Grundschule sichergestellt werden. Wenn die Inseln dicht genug am Festland sind, kann man noch einen Besuch dort organisieren, aber viele Inseln sind 2 oder mehr Stunden vom Festland entfernt. Und von dort muss man dann ja auch erst einmal zu einer Schule kommen. Daher bleibt nichts anderes uebrig, als fuer diese Inseln Minischulen einzurichten.

Naja, da durch Abwanderung in die Staedte oder gar die grossen Ballungszentren Tokyo oder Osaka Kinder in diesen Regionen immer kleiner werden, haben relativ viele Schulen ihre Tueren fuer Externe geoeffnet. Teilweise nur so, dass man wahlweise auf die zustaendige oder die Minischule gehen kann, wenn man als Eltern die Anfahrt sicherstellen kann. Und ein Teil der Schulen geht da noch weiter, dass sich richtige Homestay- oder Wohnheimprogramme anbieten, wo Stadtkinder mal ein Jahr aus dem Beton rauskoennen und die Vorzuege der Natur kennenlernen koennen.

Bei uns war es so, dass meine Tochter gerne mal fuer ein Jahr an die Minischule im Heimatort meines Mannes wollte, aber ich dachte mir schon, dass meine Schwiegereltern da nicht fuer ein Jahr mitspielen. Dann sah ich zufaellig mal ein Drama "Shima no Sensei", wo es genau um so ein Inselprogramm ging. Toechterle fand es sehr interessant, und so schaute ich mal, wo es solche Programme gibt. Von Nagasaki und Shimane wusste ich zumindest, dass es so etwas fuer Oberschueler gibt. Und zu meiner Ueberraschung fand ich, dass Kagoshima da sehr viele Programme *)anbietet. Leider liess sich Toechterle nicht von den Vorzuegen von Yakushima ueberzeugen. Tanegashima war da eher ihr Ding, aber da mehrte sie so lange rum, bis die Frist abgelaufen war. Und beim 2. Programm dort waren lange schon vorm Ablauf der Frist 11 Bewerber auf gerade einmal 5 Plaetze. Ich fragte Toechterle also, ob sie auf Risiko spielen oder sich auch noch wo anders bewerben moechte. Sie waehlte das Letztere, und so bewarben wir uns fuer das Programm in Mishima und ueberliessen dem Verantwortlichen die Zuteilung der Insel. Und so landete sie im wahrsten Sinne des Wortes auf Takeshima. Die pdf ueber das Programm ist etwas aelter und stimmt nicht mehr ganz.

*)Das sind aber bei weitem nicht alle Programme. Wie gesagt, in Bergdoerfern gibt es so etwas auch sehr oft, entweder fuer ein Jahr oder fuer die Dauer der Sommerferien. Oder auch Okinawa oder die Tokara Inselgruppe bietet so etwas auch an. Wenn man nur ein wenig sucht, kommt da im Internet ziemlich viel zusammen.

Ich hatte mal kurz geguckt, hier ist ein Programm in Hokkaido: https://www.shikaoi-study.jp/

Uebrigens hat die tolle Privatschule von vor 2 Jahren oder auch die Schule hier um die Ecke eine Aufnahme abgelehnt. Die Schule der ATS von diesem Jahr will ich nicht unbedingt fragen, weil das so eine Paukschule ist (die second best-brained people's school hier in der Praefektur), dass alles, selbst die teure Schulreise, auf die Vorbereitung auf das Studieren an Unis in Tokyo ausgelegt ist. Und so fun events, einfach so, weil man jung ist und nette Erlebnisse haben will, gibt es dort auch nicht. Ich habe jetzt mal WYS gefragt, ob sie eine oeffentliche Schule fragen koennte, wo sie schon mal eine Schwedin hatten und die auch gerne ATS von AFS aufnimmt. Leider ist die Schule nicht gerade nebenan. Aber im Vergleich, was man in Tokyo so im Berufsverkehr erlebt, ist das hier ja alles immer noch im Rahmen.

Liebe Gruesse

Higanbana

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Re: Japan

Beitragvon Fredy » 01.07.2018, 00:36

Higanbana hat geschrieben:Die Schule der ATS von diesem Jahr will ich nicht unbedingt fragen, weil das so eine Paukschule ist (die second best-brained people's school hier in der Praefektur), dass alles, selbst die teure Schulreise, auf die Vorbereitung auf das Studieren an Unis in Tokyo ausgelegt ist. Und so fun events, einfach so, weil man jung ist und nette Erlebnisse haben will, gibt es dort auch nicht. Ich habe jetzt mal WYS gefragt, ob sie eine oeffentliche Schule fragen koennte, wo sie schon mal eine Schwedin hatten und die auch gerne ATS von AFS aufnimmt. Leider ist die Schule nicht gerade nebenan. Aber im Vergleich, was man in Tokyo so im Berufsverkehr erlebt, ist das hier ja alles immer noch im Rahmen.


Ich glaube Japan ist nicht so frei und das kommt auf dem Land eben noch mehr zur Geltung.
Dafür ist Japan wesentlich sicherer.

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Re: Japan

Beitragvon Higanbana » 10.07.2018, 15:14

Ich glaube Japan ist nicht so frei und das kommt auf dem Land eben noch mehr zur Geltung.
Dafür ist Japan wesentlich sicherer.



Danke fuer deinen Beitrag. Sei mir bitte nicht boese, aber ich verstehe echt nicht, was du damit sagen willst. Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?


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