Weißrussland (Belarus)

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Matze
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Weißrussland (Belarus)

Beitragvon Matze » 06.03.2007, 22:16

Welche Erfahrungen hast Du in Belarus gemacht? Kannst Du noch unentschiedenen ATS bei ihrer Entscheidung für Belarus helfen? Bist Du noch unentschieden in welches Land Du gehen sollst und liebäugelst mit Belarus? Dann schreibe Deine Fragen etc. bitte hier hinein.
0203 YFU USA in Hillman, Michigan

~Ly~

Beitragvon ~Ly~ » 07.03.2007, 12:52

Fein, die neuen Länderthreads sind gekommen!

War denn schon jmd. mal in Weissrussland. Mich erstaunt es ziemlich, dass das ühaupt angeboten wird, von YFU...!

dewi

Beitragvon dewi » 13.08.2007, 20:07

Nein, ich war nicht als Austauschschüler in Weissrussland, aber ein Teil meiner Familie wohnt in Weissrussland.

Dieses Jahr waren wir wieder dort und es war nicht sehr angenehm. Mich wundert es eigentlich, dass sowas wie ein Austauschjahr überhaupt in Weissrussland stattfinden kann.
Die Regierung muss sich doch voll dagegen lehnen. Als normaler Tourist wird man dort schon scheiße behandelt und muss von einem Amt zum nächsten rennen, nur um alle Stempel zu bekommen damit man wieder ausreisen darf.

Man kann sagen, dass der Präsident an alten Werten festhält. Naja, ich will nicht in diesem Abschnitt des Forums über die weissrussische Politik reden.
Es sei nur gesagt, dass es um einiges extremer ist als in Deutschland.

Jedem zukünftigen ATS in Weissrussland wünsche ich viel Spaß!

Gast

Beitragvon Gast » 20.09.2007, 15:10

Ich war mal für vier Wochen in Weißrussland. Wir haben dort mit einer Gruppe von ca. 20 Leuten im Alter von 18 - 25 einen alten Soldatenfriedhof wieder hergerichtet, also Kriegsgräberfürsorge.

Das ganze ist nun schon zehn Jahre her und mittlerweile wird sich vermutlich einiges geändert haben. Aber sicher geblieben ist die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen dort. Das fand ich einfach unbeschreiblich. Das habe ich so auch noch nirgends erlebt. Die Leute auf dem Land hatten echt so gut wie nichts, kamen aber immer mit Milch, Tomaten, Gurken usw. um die uns bei der Arbeit anzubieten.

Problematisch war allerdings die Verpflegung, wir waren in einer Art Wohnanlage für Angehörige für Fernfahrer untergebracht und da gab es Mittags auch immer essen für uns und die Hunderten von Frauen und Kinder die dort lebten. Das Essen war unglaublich schlecht. Es gab eigentlich nur Nudeln mit einer Frikadelle und am nächsten Tag Buchweizenpapp. Das immer im Wechsel. Dabei gab es dann meist noch eine Scheibe Gurke und ein Stückchen Tomate. Was anderes gab es da nicht zu essen. Oh, Frückstück gab es da auch, das Brot war garnicht mal so schlecht, aber es gab fast nur Marmelade dazu. Essen kaufen war auch ein großes Problem. Wir sind einige male nach Polen gefahren (60km) um dort Lebensmittel einzukaufen. Das mit dem Essen und der sonst schlechten Versorgungslage wird heute aber ganz sicher nicht mehr so sein.

Die Leute sind unglaublich ehrlich. Bei einem Art "Festival" zur Befreiung der Stadt Brest im zweiten Weltkrieg hatte ich eine Cola getrunken, natürlich nicht gekühlt, weil Kühlschränke oder gar Kühlanhänger nicht üblich waren, auf der Flasche war Pfand drauf, ja und wie man das so macht, habe ich die zurückgebracht. Der Pfandbetrag waren glaube ich 35 weißrussische Rubel, das waren umgerechnet 1,2 Pfennige oder so. Ich wollte das Geld eigentlich garnicht wiederhaben, aber die Frau bestand darauf und wühlte in einem großen Pappkarton in der Größe eines Umzugskartons der gefüllt war mit lauter dieser komischen Geldscheine nach diesen 35 weißrussischen Rubel. Das dauerte Ewigkeiten.

Generell dauert da alles ein bisschen länger als bei uns. Im Postamt von Brest haben wir Postkarten abgegeben. Anstatt einfach das Geld für die Briefmarken zu kassieren und die Briefmarken anschließend, nach dem wir wegwaren draufzukleben, klebte die jede Postkarte einzelnd mit den Briefmarken voll, und natürlich super langsam. Für 12 Postkarten hat das ganze eine halbe Stunde gedauert.

Alles war irgendwie verfallen und schrottig, mit Ausnahme der vielen Heldendenkmäler und den darum befindlichen Grünanlagen. Im Sommer ist es da sehr heiß und extrem trocken. Die Grünanlagen um diese blöden Statuen herum wurden aber ständig bewässert. Brest ist eine der 10 Heldenstädt der ehemaligen Sowjetunion, dementsprechend viele von diesen sozialistischen / kommunistischen Denkmäler gab es dort.

Was auch noch sehr auffällig war, waren die vielen uniformierten Kräfte, entweder Polizei, Militär oder Paramilitär. Das machte nicht unbedingt den nettesten Eindruck.

Auf jedenfall war es aber eine sehr interessante Erfahrung. Sicher wird heute einiges dort anders sein. So extrem schlecht geht es denen wirtschaftlich ja nicht mehr, aber Weißrussland ist ja nun leider eine Diktatur, anders kann man das wohl nicht beschreiben. Deshalb halte ich Weißrussland als Austauschland auch für ungeeignet. Allerdings könnte man bei China natürlich das gleiche sagen.

Die Grenze zwischen Polen und Weißrussland war damals, obwohl die ja in einem Militärblock waren, sicher nicht viel schlechter bewacht als damals die innerdeutsche Grenze. Die Einreise hatte damals 8 Stunden gedauert, erst nervte der polnische Zoll und beim weißrussischen Zoll wurde auch nochmal alles xmal untersucht. Und das obwohl das alles THW Fahrzeuge waren und wenige Kilometer hinter der Grenze ein THW Lager war zur Verteilung von Hilslieferungen. Wir hatten selbst auch einen halben Anhänger voll mit Medikamenten für dortige Krankenhäuser mitgenommen. Diese Waterei und dieses Durchsuchen der Fahrzeuge war eine unerträgliche Schikane. So nett die Leute dort auch sind, aber ein ganzes Jahr dort verbringen ist sicher nicht das schönste.

Gruß Tobi

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Re: Weißrussland (Belarus)

Beitragvon Jazz » 21.08.2008, 20:39

Oh du warst mit dem Volksbund dort ?! Toll !! Ich war auch gerade mit denen in Görlitz/Zgorgelec und wir hatten ganz viele Belarussen dabei und jetzt will ich auch unbedingt mal hin ! Ich finde das weißrussisch auch viel schöner als das russich :loveyou: Ich will auch !!!!!!!

Die Herzlichkeit ist mir bei den 5 Weißrussen besonders aufgefallen. Alle total aufgeschlossen, herzlich, super spontan und immer zu verrückten Aktionen bereit. Sie haben uns am Ende mit Postkarten, Ansteckern und ähnlichem von ihrem Heimatland beschenkt und wir standen leicht beschämt ohne etwas da !!
Te tiro atu to kanohi ki tairawhiti ana tera white te ra kite ataata ka hinga ki muri kia koe.

Kia ora marire, Aotearoa!

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Re: Weißrussland (Belarus)

Beitragvon Relja » 28.04.2010, 18:48

Ich werde bald eine Klassenfahrt nach Weißrussland machen, weil Swetlogorsk die Partnerstadt meines wohnortes ist. Freue mich schon darauf und bin gespannt wie es wird.
XICO

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Re: Weißrussland (Belarus)

Beitragvon Lvice » 02.05.2010, 11:03

Entweder stell ich mich dumm an, oder ich finds nicht: Bei YFU unter Zielländer finde ich kein Weißrussland ._.
9.4.2010 flaggensuchend in Nürnberg

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Re: Weißrussland (Belarus)

Beitragvon Dutchess » 02.05.2010, 11:12

Lea Hapunkt hat geschrieben:Entweder stell ich mich dumm an, oder ich finds nicht: Bei YFU unter Zielländer finde ich kein Weißrussland ._.

das wird oder wurde auch nur von YFU austria (österreich) angeboten.

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Re: Weißrussland (Belarus)

Beitragvon Lvice » 02.05.2010, 14:50

Danke :lol:
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Re: Weißrussland (Belarus)

Beitragvon Relja » 09.06.2010, 21:36

Ich war jetzt für eine gute woche in Weißrussland auf Klassenfahrt.

Die Leute dort sind so lieb und Gastfreundlich, dass man schon anfängt sich für seine deutsche Gastfreundlichkeit zu schämen. Es ist unglaublich. das Essen dort ist auch serh, seehhhr lecker gewesen.
Schade ist aber, wenn man sieht wie die Leute dort leben. Entweder in kleinen Wohnungen in wirklich alten Plattenbauten oder falls sie auf dem Dort wohnen. In Holzhäusern, die bei uns eher eine etwas größere Gartenlaube wären.
Man ist dort wirklich auf seinen eigenen garten angewiesen.
außerdem sollte man nicht vergessen, dass der Staat eine Diktatur ist. Dort laufen einige Sachen noch anders.

Ich glaube ein längerer Austausch in dem Land kann wirklich toll werden, die Leute sidn so nett, aber es gehört wohl schon ein bisschen mut dazu, weil dort einige sachen wirklich anders gesehen werden. Vor allem über den Krieg. (Versteht mich nicht falsch, sie verherrlichen ihn auf keinen Fall!)
XICO


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