Brasilien

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Alegra
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Re: Brasilien

Beitragvon Alegra » 22.05.2013, 16:42

Hat jemand hier schonmal freiwilligenarbeit in brasilien gemacht oder dort fuer ein oder 2 semester studiert? Darueber denke ich naemlich nach... wenn ich zurueck nach deutschland komme werde ich auch einen portugisisch kurs belegen :)
Ich weiss das hat noch etwas zeit aber ich moechte mich schonmal erkundigen :)

Achso und glueckwunsch zu den gastfamilien, ihr wisse garnicht wie sehr ich euch beneide, das ihr das jahr noch vor euch habt und das ihr nach brasilien geht!
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Quiteña
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Re: Brasilien

Beitragvon Quiteña » 22.05.2013, 17:05

Was die Freiwilligenarbeit angeht: Ich weiss nicht, wie das mittlerweile aussieht, aber in meinem Jahrgang (12/13) waren keine weltwaerts-Entsendungen dorthin moeglich, weil Brasilien keine Visa fuer Freiwillige ausstellen wollte. Aber erkundige dich doch mal, ob es mittlerweile wieder geht, bzw. ob man das vielleicht irgendwie "umgehen" kann. :wink: Aber es gibt z.B. so Programme, bei denen man an einer Sprachschule Portugiesisch lernt und nebenbei in sozialen Projekten mithilft. Wenn dich sowas interessiert, such ich dir den Link mal raus. :)

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Alegra
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Re: Brasilien

Beitragvon Alegra » 22.05.2013, 17:21

Vielen vielen dank fuer deine antwort! Das koennte ich mir auch vorstellen :) waere super lieb wenn du das mal posten koenntest!

Vielen dank!
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Re: Brasilien

Beitragvon luisa » 22.05.2013, 17:59

Hallo!

ich war schon ewig nicht mehr hier, aber ich gehe im Sommer für knapp drei Monate für ein Praktikum bzw. einen Kurzaustausch nach Brasilien und hätte mal ein paar Fragen, - vielleicht kann mir ja der ein oder andere weiterhelfen. War jemand schonmal in Ponta Grossa oder Curitiba und kann mir ein bisschen was erzählen?

Nach dem Praktikum werde ich noch ca. 3-4 Wochen Zeit haben, um ein bisschen mehr vom Land zu sehen. Für die, die sich ein bisschen auskennen - was lohnt sich als Ziel und ist gut erschwinglich von dort aus? Ich dachte auf jeden Fall an die Iguazú-Wasserfälle, aber ansonsten? Und was wäre auch für mich alleine gut machbar?

Ansonsten frage ich mich im Moment ein bisschen wie ich das mit dem Geld anstellen soll. Für drei Monate lohnt es sich ja vermutlich nicht ein Konto aufzumachen. Ich habe leider keine Ahnung, wie viel Aufwand das in Brasilien ist. Die Alternative wären wohl Travellerschecks? Und wie ist das mit Handykarten? Kriegt man die problemlos?

Würd mich über ein paar Tips freuen :D
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Re: Brasilien

Beitragvon Pegasuse » 23.05.2013, 09:53

Alegra hat geschrieben:Hat jemand hier schonmal freiwilligenarbeit in brasilien gemacht oder dort fuer ein oder 2 semester studiert? Darueber denke ich naemlich nach... wenn ich zurueck nach deutschland komme werde ich auch einen portugisisch kurs belegen :)
Ich weiss das hat noch etwas zeit aber ich moechte mich schonmal erkundigen :)


Ich habe ein Auslandssemester in Rio de Janeiro gemacht. Meine Erfahrungen sind positiv, aber insbesondere was Visum, Behördenkram etc. angeht, will ich mir das nicht nochmal zumuten. Sofern deine Universität eine Partnerschaft mit einer brasilianischen Uni hat, alles easy (bzw. trotzdem aufwendig, aber machbar). Als Freemover wie ich es war, würde ich es nicht nochmal machen.
Freiwilligenarbeit kannst du auch in Rio mehr oder weniger "unter der Hand machen" (meines Erachtens sogar mit normaler 90-tägigen Aufenthaltsgenehmigung). Wie legal / offiziell das ist, weiß ich natürlich nicht. Zumindest würdest du Quitenas Problematik mit der Visa-Ausstellung umgehen. Link: http://bealocal.com/tours/volunteer-work


luisa hat geschrieben:Nach dem Praktikum werde ich noch ca. 3-4 Wochen Zeit haben, um ein bisschen mehr vom Land zu sehen. Für die, die sich ein bisschen auskennen - was lohnt sich als Ziel und ist gut erschwinglich von dort aus? Ich dachte auf jeden Fall an die Iguazú-Wasserfälle, aber ansonsten? Und was wäre auch für mich alleine gut machbar?

Ansonsten frage ich mich im Moment ein bisschen wie ich das mit dem Geld anstellen soll. Für drei Monate lohnt es sich ja vermutlich nicht ein Konto aufzumachen. Ich habe leider keine Ahnung, wie viel Aufwand das in Brasilien ist. Die Alternative wären wohl Travellerschecks? Und wie ist das mit Handykarten? Kriegt man die problemlos?

Würd mich über ein paar Tips freuen :D


Gut erschwinglich sind die Inlandsflüge, sofern du zeitig genug buchst. Damit bist du auch überall relativ schnell. Ich denke, neben Iguazú (von der brasilianischen Seite hat man die bessere Aussicht, aber die schöneren Wanderwege gibt es definitiv auf argentinischer Seite, d.h. ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall rübergehen, sofern das mit deinem Visum vereinbar ist) ist Rio de Janeiro ein Muss ;) Ansonsten gibt es an der Küste viele tolle Inseln / Küstenorte, wie Florianopolis, Buziós, Ilha Grande, Ilhabela. Amazonas-Gebiet ist bestimmt auch toll zu sehen. Was viele noch empfehlen ist Minas Gerais.
Du darfst als Ausländer wahrscheinlich eh kein Konto aufmachen, außer die Bankangestellte lässt sich bestechen oder erweichen ;) Bei Handykarten ist es ähnlich - manche verkaufen die auch nicht an Ausländer, manche wollen einfach deine DNI sehen und manche machen es einfach. Das würde ich vor Ort testen und notfalls ein Freund / eine Freundin darum bitten, da man ohne Handy in Brasilien ziemlich aufgeschmissen ist.
Du kannst doch einfach eine Kreditkarte (z.B. Visa) nach Brasilien mitnehmen - an den meisten "internationaleren" Banken (ich war meistens bei der HSBC oder Santander) kannst du dann Geld abheben. Nichts abheben würde ich in den Glaskästen, die überall rumstehen. Die werden oft manipuliert. Da sollte man in Brasilien generell vorsichtiger sein - vorher den Geldautomat gut inspizieren und wenn dir was komisch vorkommt, lieber sein lassen. Ich hatte auch noch meine EC-Karte von der dt. Bank mit. Damit konnte ich auch Geld abheben. Erkundige dich einfach mal hier in Deutschland bei deiner Bank, was die für Auslandskonditionen oder Partner-Banken im Ausland hat.

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Re: Brasilien

Beitragvon timmy15 » 24.05.2013, 12:12

Woran macht sich das eigentlich fest ob ein Land Freiwilligenarbeit ermöglicht. Liegt das am Wohlstand im Land?

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Re: Brasilien

Beitragvon Joanna (: » 24.05.2013, 15:06

Also ich war bis hier weder in Tucurui noch in manaus . Ich weiß aber dass Tucurui im Nordosten ist und da war ich schon und fands echt sehhhhr schön dort. Aber ich weiß nicht wie es mit deiner Stadt ist weil sie nicht am Meer liegt .. Ich war halt nur in den strandstädten.. Und manaus ist doch Amazonas schon .. Also muss Super sein dort und du wirst richtig viel unterschiedliches dort erleben glaube ich!
Ich war in der Stadt Guararema. 1 Stunde von Sao Paulo entfernt!! Meine Stadt ist halt sehr klein aber ich habe micj dran gewöhnt und finde es mittlerweile sogar ganz entspannend !!
also in den Sommerferien war ich auf einer großen Nordost-Tour für 3 Wochen mit anderen Austauschschülern ! Ich war in den Städten Maceio, Salvador, natal, Porto seguro, Rio de Janeiro, chapada diamantina und angra dos Reis!! Mir hat eigentlich alles richtig gut gefallen .. Nur Porto Seguro fand ich eher langweilig!!
Und vor dem Trip war ich mit meiner Familie und Freunden über Neujahr am Strand für eine Woche :) und davor war ja Weihnachten und auch mein Geburtstag also hab ich in der Zeitspanne davor eigentlich eher nichts gemacht , nur Freunde getroffen , auf Parties gewesen und so :)
Also ich weiß dass der Süden echt richtig schön ist aber auch sehr europäisch .. Vor allem auch deutsch .. Also da ist es ab Sao Paulo und nördlicher grundsätzlich eher spannender ... Aber ich kenn auch richtig viele Austauschschüler aus dem Süden denen es richtig richtig gut dort gefällt!!!
Dann weiß ich noch dass die Region pantanal&bonito Richtig toll ist und der Amazonas natürlich!! Ich weiß nicht wie es wäre dort zu leben aber für eine reise auf jeden jeden jeden fall Wert :)
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Re: Brasilien

Beitragvon Joanna (: » 24.05.2013, 15:10

Also das oben geschriebene sollte an Nala und Lalita gehen . Bin mit dem Handy online und deswegen ein bisschen verwirrt und hab nicht gesehen dass dazwischen noch was geschrieben wurde!
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Re: Brasilien

Beitragvon luisa » 24.05.2013, 18:10

Danke Pegasuse!

Das hilft mir schonmal ein bisschen weiter. Das mit der Handykarte wird sich bestimmt irgendwie mit Hilfe meiner Gastfamilie einrichten lassen und den Rest kläre ich nochmal mit der Bank.
Vielen Dank auch für die Reisetips! Mal schauen wozu mein Budget reicht :)
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Re: Brasilien

Beitragvon Teatime » 27.05.2013, 14:43

timmy15 hat geschrieben:Woran macht sich das eigentlich fest ob ein Land Freiwilligenarbeit ermöglicht. Liegt das am Wohlstand im Land?


Naja... Wenn man bedenkt, dass ich statt in Kenia auch einen Freiwilligendienst in Deutschland (oder Australien, oder Norwegen, oder der Schweiz) haette machen koennen... Da gibts schon einen riesen Unterschied im Wohlstand :P Du denkst wahrscheinlich explizit an Freiwilligendienste wie Weltwaerts, oder? Weltwaerts ist zum Beispiel entwicklungspolitisch und dementsprechend explizit auf Entwicklungslaender ausgerichtet, waehrend es auch ganz viele andere Arten von FWD gibt (zum Beispiel der IJFD, der ebenfalls finanziell gefoerdert werden kann, aber ein viel weiteres Spektrum an Laendern und Einsatzfeldern bietet, Kulturweit, oder noch ganz andere Programme, in denen man den Komplettpreis selbst zahlt).

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Re: Brasilien

Beitragvon Lalita » 20.06.2013, 20:52

@ Joanna (: Dankeschön!!

Hat noch irgendjemand Last-Minute-Tipps was ich mitnehmen soll oder so? Für mich geht es am 28.06. ja los.. Ich freue mich so!
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Re: Brasilien

Beitragvon Laaus* » 01.09.2013, 18:23

Brasilien ermöglicht zum Beispiel kein weltwärts mehr, weil sie keine unausgebildetetn abiturienten als Arbeitskräfte und Weltverbesser in ihrem Land haben wollen, was ich auch richtig finde, da ich nicht viel von diesen Programmen halte.
Entwicklubgsländer sind das im Übrigen alles nicht, sondern Schwellenländer, was schon ein grosser Unterschied ist. Ich habe übrigens nichts gegen sinnvolle EntwicklungsZUSAMMENARBEIT, wie sie beispielsweisse die GIZ leistet. Aber viele weltwärts Projektw dienen viel mehr dazu, Deutschen die Möglichkeit für einen Freiwilligendienst zu geben, was in vielen nichts anderes ist als ein günstiges finanziertes Auslandsabenteuer. Sicher sind nicht alle Freiwilligendienste schlecht, aber das man als normaler abiturient in Ländern mit schweren politischen strukturellen Problemen gross was ändern kann, ist doch ein bisschen eine Illusion.
Naja offftopic, geht ja um Brasilien. Irgendwie reizt es mich immer noch sehr, aber es ist schon krass teuer für ein Auslandssemester und ich weiss ja nicht ob icj ein stipendium kriege

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Re: Brasilien

Beitragvon Quiteña » 01.09.2013, 20:36

aber das man als normaler abiturient in Ländern mit schweren politischen strukturellen Problemen gross was ändern kann, ist doch ein bisschen eine Illusion.

Das behauptet ja auch niemand und das ist auch nicht das Ziel von weltwaerts! Im Gegenteil, letztendlich sollen doch WIR uns veraendern, um dann eben selber Wege zu finden, etwas zu aendern. Und das funktioniert auch! Es gibt genug Freiwillige, die jetzt selber was gestartet haben und nicht nur vor Ort, sondern auch in ihrem Umfeld etwas bewirken.
Ich weiss, das gehoert eigtl. in einen anderen Thread, aber das ist jetzt schon das 2. Mal, dass ich so eine Kritik von dir ueber weltwaerts lese und irgendwie wundert mich das ein bisschen. Wolltest du damals nicht selber weltwaerts gehen und wurdest nur nicht genommen? Und jetzt findest du es ploetzlich total doof?
Ich verstehe die Kritik, weil natuerlich auch unter Freiwilligen selbst diskutiert wird, wie viel so ein Einsatz ueberhaupt bringt. Aber ich moechte das nicht so stehen lassen, weil du das Ganze auch ein wenig falsch darstellst. Du hast doch auch in einem anderen Thread (ich glaub es war bei "nochmal ins Ausland") geschrieben, dass die EOs (Entsendeorgas) einem vorgaukeln wuerden, man wuerde die Welt verbessern oder so aehnlich. Welche EO sagt denn sowas? Denn eigentlich muesste von allen Seiten klar sein, dass weltwaerts eben keine(!) richtige Entwicklungshilfe ist, sondern hauptsaechlich ein Lerndienst. Falls dir wirklich mal eine EO sowas erzaehlt hat, dann haben die das Programm selber nicht verstanden. :wink:
Uebrigens hat sogar die GIZ-Bolivien-Chefin gemeint, dass weltwaerts fuer sie auch eine Form der Entwicklungszusammenarbeit ist, nur eben auf einer anderen Ebene. Und da hat sie auch Recht, finde ich. Bei weltwaerts (und auch anderen FWD) steht eher die interkulturelle Kommunikation im Vordergrund, was bei grossen EZ-Institutionen eben nicht der Fall ist! Freiwillige wohnen auch in aermeren Gegenden, hauptsaechlich in Gastfamilien und leben das Leben der "normalen" Leute, waehrend die GIZ-Mitarbeiter allesamt im teuersten und nobelsten Viertel der Stadt gewohnt haben und sich teilweise nicht mal alleine in meine Gegend getraut haben. Mein bolivianisches Umfeld fand es uebrigens auch super, dass sich mal eine Europaerin zu ihnen getraut hat und dort auch richtig wohnt, und ich mir kein teures Appartement in einer schoeneren Gegend gemietet hab. :wink: Und ja, als Freiwilliger kann man nicht die Welt veraendern, Armut abschaffen und alle Probleme loesen, aber wer den Sinn verstanden hat, der kann auf jeden Fall etwas veraendern, auch, wenn es nur Kleinigkeiten beim Projekt oder eben die Voelkerverstaendigung sind. Denn es ist ja auch ein grosser Unterschied, ob man nur darueber liest, oder ob man einen richtigen Einblick in die EZ und die Strukturen vor Ort hat. Und EOs wie die GIZ achten da schon sehr drauf, dass niemand mit einer Abenteuerurlaub-Einstellung entsendet wird. Aber schwarze Schafe, die das Konzept nicht verstanden haben, gibt es bekanntlich ueberall, auch beim Schueleraustausch.

Sorry, das war Offtopic, aber ich wollte die Kritik hier nicht so stehenlassen. Freiwilligendienste koennen wirklich fuer beide Seiten sinnvoll sein, es kommt nur eben auch auf die persoenliche Einstellung an. Brasilien erteilt uebrigens keine Visa mehr an Freiwillige, weil sie nicht will, dass den Einheimischen Arbeitsplaetze weggenommen werden, und nicht, weil die Regierung solche Programme allgemein doof findet. :wink: Bei Programmen wie weltwaerts wird da uebrigens drauf geachtet, dass keine Arbeitsplaetze durch Freiwillige besetzt werden und nur Arbeiten gemacht werden, die keine bezahlte Arbeit ersetzen. Wie das allerdings bei so privaten Freiwilligendienst-Anbietern laeuft, weiss ich nicht. Aber das ist ja auch wieder ein anderes Thema...

Laaus*

Re: Brasilien

Beitragvon Laaus* » 02.09.2013, 17:52

Wenn alle Leute, die weltwärts machen, dieselbe Einstellung hätten wie du, dann hätte ich gegen diese Freiwilligendienste auch gar nichts einzuwenden, da ich diese Einstellung auch teile und deshalb auch weltwärts machen wollte. Allerdings war es genau diese Heuchelei vieler Bewerber und teilweise auh gewisser Organisationen, die mich im Laufe des Bewerbungspeozesses immer mehr davon abgeschreckt haben. Klar kann ein Freiwilligendienst etwas bewirken, natürlich geht es dabei in vielerlei Hinsicht auch um Kulturaustausch und darum dass WIR etwas lernen. Aber wenn es doch viel mehr um uns geht und darum dass wir uns dadurch verändern, finde ich es nicht richtig, das als Entwicklungshilfe zu bezeichnen, denn profitieren tun ja letztendlich doch eher wir nach dem Freiwilligendienst, also innerhalb Deutschlands. Natürlich ist es AUCH immer der Wunsch etwas im Land zu verändern, wenn auch im Kleinen, und etwas Gutes zu tun oder eben einen Kulturaustausch zu erleben, von dem beide Seiten profitieren können. Betonung liegt auf auch, denn ganz ehrlich, wenn es allen Freiwilligen doch NUR darum gehen würde Gutes zu tun ( ubd so haben sich auf den Auswahlen die meisten präsentiert) dann könnten sie auch einen Freiwilligendienst hier in Deutschland machen, wo sie sich nicht erst einleben müssen und siche auch gleich mehr mit anpacken würden. Was mich einfach stört ist, dass viele ( nicht alle!) es so hinstellen, als ginge es ihnen nur drum Entwicklungsarbeit zu leisten. Wenn nur das das Ziem wäre, könnte man ja auch spenden. Für ganz viele ist weltwärts eben schon eine möglichkeit nochmal günstig ins Ausland zu kommen und Hand auf Herz, auch dir wird es sicher gefallen haben, noch einmal ein Jahr dort zu leben, die Kultur mitzubekommen etc. Klar ist es gut, dabei noch etwas gutes zu tun, aber viele geben damit dann derart an, dass ich mir gesagt habe, da have ich keine Lust mehr drauf. In meinem alten Studiengang waren 90% mit weltwärts weg und ich muss sagen, keiner von denen war besonders sozial oder hatte ein Aufe dafür, was alles schief läuft in der welt. Nicht wenige hatten die vorstellung von einer ,,Dritten welt" und dass wir Europäer ja generell besser wissen, wie man Probleme löst. Und fast alle haben nur mit ihren Geschichten geprahlt und was sie doch alles gesehen haben, wie krass die slums waren usw. Da frag ich mich eben dann schon, ob das der deutsche Staat finanzieren soll. Deswegen habe ich eine eher kritische Einstellung zu Freiwilligenpogrammen, Betonung wieder auf kritisch. Ich denke so wie du Quitena denken viele hier im Forum, aber es gibt auch viele schwarze schafe. Bei drr weltweiten initiative wurden genau deshalb viele dieser themen hinterfragt und ja ich wurde da nicht genommen, u.a. Weil ihnen MEINE meinung zu weltwärts damals nicht kritisch genug war. Bzw sollte ich jonglieren etc lernen und das finde ich dann schon ein zeichen dafür, dass das keine sinnvolle entwicklungspolitisxjw arbeit sein kann. Viele freiwillige berichten auch, dass sie in ihrem Projekt gar nichts zu tun hatten und ich habe gerade bei manchen projekten von bspweise afs oder aber auch vom daad das gefühl, dass sie nur irgendein projekt schaffen, damit sie da jemanden hinschicken können. Das finde ich nicht so super. Fazit: freiwilligen Dienste und entwicklungsarbeit können sinnvoll und gut sein, aber man sollte die einzelnen Orgas und vor allem doe Freiwilligen doch mal genauer hinterfragen, vor allem deren motive. Und ich finde freiwillige sollten so ehrlich sein und zugeben, dass sie das Ganze zumindest auch für sich machen, genau wie das ATJ. Alles andere finde ich dann doch etwas heuchlerisch.

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sarahjudith
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Re: Brasilien

Beitragvon sarahjudith » 02.09.2013, 20:52

Sorry fürs Offtopic, aber ich finde deine Einstellung gegenüber den Freiwilligendiensten auch etwas radikal. Klar kann und sollte man Programme wie weltwärts, kulturweit etc hinterfragen und daran mit Sicherheit auch viel Kritik äußern, dennoch haben die Programme aber auch viele gute Seiten. Ich war selbst auch auf vielen weltwärts Auswahlen und ich fande nicht, dass die Leute da mit einer ich will die welt verbessern Einstellung ankamen, sondern i Gegenteil schon vorher sehr reflektiert darüber nachgedacht haben. Ich kenne auch viele ehemalige Freiwillige, die selbst Projekte initiert haben, eigenen Vereine oder NGOs nach ihrem FWD gegründet haben, um sich weiterhin zu enagieren. AAuch in meinem STudiengang sind super viele ehemalige weltwärts-Freiwillige und die prahlen nicht über ihre Erlebnisse rum. Klar, gibt es Projekte die nicht so sinnvoll sind, aber es kommt ja auch wirklich immer auf die eigene Einstellung drauf an und auf die Eigeninitiatve. Zudem finde ich den Aspekt des interkulturellen Austausches extrem wichtig, hab den für mich damals bei kulturweit sehr zu schätzen gewusst und ich glaube schon, dass meine Anwesenheit für einige einen Unterschied gemacht haben und dass ich im ganz kleinen Kreis auch gewisse Vorurteile gegenüber Deutschland abbauen konnte.
Klar, habe ich keine Berge versetzt, aber das war mir auch vorher klar, aber ich glaube dennoch,dass es für beide Seiten eine Bereicherung war.
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