Brasilien

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Quiteña
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Re: Brasilien

Beitragvon Quiteña » 02.09.2013, 23:11

Laaus* hat geschrieben:Aber wenn es doch viel mehr um uns geht und darum dass wir uns dadurch verändern, finde ich es nicht richtig, das als Entwicklungshilfe zu bezeichnen, denn profitieren tun ja letztendlich doch eher wir nach dem Freiwilligendienst, also innerhalb Deutschlands.

Sag mir mal, welche EO weltwaerts als Entwicklungshilfe bezeichnet hat, und ich rufe da hoechstpersoenlich mal an. Sorry, aber weltwaerts ist KEINE Entwicklungshilfe sondern ein "entwicklungspolitischer Freiwilligendienst". Weltwaerts hat nie von sich selber behauptet, Freiwillige als Entwicklungshelfer zu entsenden. :roll: Manche Leute verstehen das vielleicht falsch, aber Fakt ist nunmal, dass weltwaerts offiziell NIE als Entwicklungshilfe bezeichnet wurde. Also behaupte sowas doch nicht.

Was mich einfach stört ist, dass viele ( nicht alle!) es so hinstellen, als ginge es ihnen nur drum Entwicklungsarbeit zu leisten. Wenn nur das das Ziem wäre, könnte man ja auch spenden.

(Erklaer mir doch bitte mal, wieso Entwicklungshilfe und Spenden fuer dich das Gleiche ist? :lol: Also ich sehe da einen riesigen Unterschied! Oder ist man jetzt Entwicklungshelfer, wenn man fuer Unicef spendet? Und wie viel eine Geldspende letztendlich wirklich bewirkt, ist auch eine andere Frage. Manche Projekte brauchen auch gar nicht unbedingt Geld, sondern Unterstuetzung.)
Und nochmal zum mitschreiben: Freiwillige leisten keine Entwicklungsarbeit! Punkt. Und dass man mit der Motivation, etwas zu veraendern und zu arbeiten ins Ausland geht, ist ja auch wichtig, denn wie du bereits sagtest gibt es nicht in jedem Projekt genug Arbeit fuer uns Freiwillige. Eben weil wir keinen Arbeitsplatz blockieren. Im Gegenteil, wir muessen uns oft selber etwas suchen und kreativ werden. Daher halte ich es fuer gar nicht so dumm, wenn man danach fragt, ob jemand Talente wie z.B. Jonglieren hat. Da die Weltweite Initiative ja hauptsaechlich Projekte mit Kindern hat und man manchmal eben selber was starten muss, ist es gut, wenn man irgendwas kann und den Kindern dann z.B. jonglieren beibringen kann. So profitieren beide Seiten: Du langweilst dich nicht und die Kinder haben auch mal eine tolle Abwechslung!
Und natuerlich geht man mit weltwaerts weg, weil man eine neue Kultur kennenlernen moechte. Wir wurden auf meiner Auswahl sogar ueber die Kulturen unserer Wunschlaender befragt, weil man wissen wollte, ob wir denn wenigstens eine Ahnung haben, worauf wir uns da einlassen. Wer sollte denn behaupten, dass es ihm nicht wichtig sei, ins Ausland zu kommen und so ein anderes Land kennenzulernen? Bei weltwaerts geht es ja eben darum, andere Realitaeten zu erleben, mit der Hoffnung, dass man diese Erfahrungen mit nach Deutschland nimmt und sich weiter engagiert, z.B. auch in der Entwicklungszusammenarbeit. Das war ja auch meine Hauptmotivation: Eine neue Lebensweise und Kultur kennenzulernen und einen Einblick in die Arbeit von NGOs und der EZ vor Ort zu bekommen. Und das haette mir ein FSJ in Deutschland nicht geben koennen. Und was das "billig ins Ausland kommen" betrifft: Ja, ich bin weltwaerts dafuer dankbar, denn ich haette mir so ein Auslandsjahr nicht leisten koennen! Und viele andere, super motivierte und tolle Menschen auch nicht!

Sorry, aber ich finde es nicht okay, wie du hier etwas so radikal schlecht machst. Zumal du scheinbar nichtmal verstanden hast, worum es bei weltwaerts geht (Stichwort: "Entwicklungshilfe" :nosmile: ). Du hast nie selbst so einen Dienst geleistet und kannst doch daher gar nicht beurteilen, wie sinnvoll oder nicht sinnvoll sowas sein kann. Niemand behauptet, als Freiwilliger koenne man sofort die Welt verbessern und ja, natuerlich gibt es auch Kritikpunkte (z.B. eben zu diesen postkolonialen Einstellungen mancher Freiwilliger, und so ein schwarzes Schaf kenne ich uebrigens auch), aber ich weiss, wie mein Projekt, die GIZ und andere Freiwillige dazu stehen und das klingt definitiv nicht so negativ wie bei dir! Im Gegenteil. Da die GIZ jetzt aufhoert, suchen viele ehemalige GIZ-Projekte jetzt uebrigens neue Entsendeorgas, weil sie gerne weiterhin Freiwillige haetten. Ganz so sinnlos und doof scheint weltwaerts also nicht zu sein. :wink:

Naja, ich will hier keine Diskussion starten, ist ja auch der falsche Thread. Ich bin hier jetzt auch raus, weil ich eh das Gefuehl habe, dass du meine Beitraege nicht richtig liest oder falsch verstehst. Ich meine das alles hier auch ueberhaupt nicht boese, ich moechte das hier nur nicht so stehen lassen, um Leute, die selber mal einen Freiwilligendienst machen moechten, nicht mit diesen falschen Tatsachen stehen zu lassen.
(Falls jemand noch was dazu schreiben will, wuerde ich vorschlagen, dass man dann im weltwaerts-Thread auf diese Beitraege antwortet, sonst wirds zu sehr offtopic. :wink: )

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Grey
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Re: Brasilien

Beitragvon Grey » 04.09.2013, 00:46

[ellenlanger pro-kontra-weltwärts-OT entfernt, ich glaube, es ging auch niemand groß darauf ein, also müsste das Verständnis der Posts danach nicht vermindert sein. Entschuldigt bitte, dass ich mich zu (auch noch in sich relativ unzusammenhängendem) OT habe hinreißen lassen. Habe das, was ich geschrieben habe, gespeichert, falls die Diskussion woanders weitergeht und ich Lust habe einzusteigen, poste ich es einfach da ;) ]


Und um mein schlechtes Gewissen wegen all dieses Off-Topic hier etwas zu beruhigen: Ich finde Brasilien ein interessantes Land, da ich mich ein wenig mit ihm beschäftigt habe. Eine meiner besten Freundinnen im ATJ kam als Kind aus Brasilien in die USA und zog nach dem High School-Abschluss wieder dorthin zurück. Wir haben über Facebook noch sporadisch Kontakt und ich freue mich immer, wenn sie Fotos hochlädt. Sie wohnt in Porto Alegre und sie scheint dort sehr glücklich zu sein.
Portugiesisch kann ich leider kein bisschen. Aber vielleicht lade ich mich irgendwann mal bei meiner Freundin ein...unangekündigt. :lol:
Zuletzt geändert von Grey am 04.09.2013, 19:49, insgesamt 4-mal geändert.

Laaus*

Re: Brasilien

Beitragvon Laaus* » 04.09.2013, 13:48

@ Quitena: sorry, aber ih glaube DU bist hier eher diejenige, die meine Beiträge nicht richtig liest. Ich habe mehrmals betont, dass weltwärtsprojekte durchaus gut und sinnvoll sein können und es teilweise mit Sicherheit auch sind. Auch gibt es sicher ,,gute" Freiwillige, die wirklich etwas verändern wollen und wirklich die Kultur eines anderen Landes kennenlernen wollen bzw etwas für sich selbst mitnehmen wollen.
Das habe ich nie bestritten und das war damals auch meine Motivation, einen freiwilligen dienst zu machen. Leider sind das aber nicht alle und wie gesagt ich kenne viele Freiwillige aus der Uni. Man kriegr da eben doch bei vielen ( so quitena, jetzt les bitte mal richtig,
nicht bei allen!) das Gefühl dass sie es auf gut deutsch ,, einfach mal mega krass fanden in so einem richtigen Slum in Lateinamerika gewesen zu sein" und das finde ich ziemlich widerlich. Was das kostenlose Jahr im Auslabd angeht, dir nehme ich das voll und ganz ab, aber wie gesagt andere, wollen wirklich einfach günstig ins ausland und zwar nicht un daraus zu lernen oder dem Land etwas Gutes zu tun, sondern man gewinnt den Eindruck, sie hätten genauso gerne work and travel gemacht aber da weltwärts halt kostenlos ist, machen sie halt ein bisschen freiwilllgen arbeit und nein, die schienen auch nicht bemüht darum zu sein kreativ zu werden. Die waren einfach nur froh, dass sie viel freizeit hatten um im Land rumzuziehen.
Wie gesagt, weltwärts kann etwas gutes sein, aber es läuft einfach zu viel falsch und ja, das kann man auch beurteilen ohne einen Freiwilligendienst gemacht zu haben. Nur wenige meiner mitstudenten interessieren sich für die wirklichen Probleme der länder in denen sie einen Freiwilligendienst gemacht haben, damit hat weltwärts meines Erachtens mein Ziel verfelt.
Und darüber hinaus: ok, wenn weltwärts keine Entwicklungsarbeit sein soll, dann frage ich mich ob es richtig ist, da so viel Geld reinzustecken. Man könnte es auch in richtige Entwicklungsarbeit stecken oder in Bildung innerhalb Deutschlands. Ich sehe für die deutsche Gesellschaft wenig Effizienz dieser Programme ( die die vorher so eine vorbildliche einstellung wie du hatten kann man gerne fördern, aber die hätten diese Einstellung auch ohne weltwärts gehabt, die die das Ganze nur als Karrieresprungbrett und persönliches Abenteuer sehen werden es trotz weltwärts weiterhin tun). Weisst du es gibt viele schöne Dinge, die man tun könnte wenn ein Staat unendlich viel Geld hat, aber das ist nunmal nicht der Fall. Glaubst du im Übrigen die Politiker die darüber entscheiden, haben alle Projekte gesehen oder selbst einen solchen Dienst absolviert? Mit Sicherheit nicht.
Dann gibt es noch Projekte wo junge menschen teilweise echt gefahren ausgesetzt werden ( bei entwicklungshilfe mag das dazu gehören, aber wenn weltwärts keine Entwicklungshilfe ist, ist es dann richtig junge Menschen in ein Slum zu stecken nur der erfahrung wegen!).
Ich betone nochmal, dass ich weltwärts im Prinzip eine gute Sache finde, ich überlege selbst irgendwann nochmal einen freiwilligendienst zu machen, aber dann sollen die, die es sich leisten könnten, es selbst finanzieren und es sollten weitere Massnahmen ergriffen werden, um eben diese schwarzen schafe besser auszusortieren. Weniger Projekte, von weniger orgas, die man dann auch besser ,,überprüfen" kann und freiwillige sollten zb innerhalb deutschlands vorher auch ein paar monate freiwilligenarbeit leisten (da zeigt sich dann nämlich wer wirklich dazu bereit ist)
Und nicht jeder der spendet ist entwicklungshelfer, aber es ist ja der deutsche staat der da geld reinsteckt und dieses Geld könnte man in ,,echte" Entwicklungsarbeit stecken. Schulen bauen etc.
Von einem weltwärts Gehalt könnte man oft drei Monatsgehälter bsw eines Lehrers bezahlen. Wer sagt dir dass freiwillige nur Jobs machen die sonst nicjt besetzt werden?
Vielleicht würde an vieler stelle eine Arbeitsstelle geschaffen werden, was aber nicht getan wird da die freiwilligen für den untenehmer günstiger sind.
Desweiteren muss ich Grey zustimmen, wenn es wirklich nur darum geht, einen Kulturaustausch zu fördern könnte man doch auch Leute aus Entwicklungsländern zu uns holen . Tut man aber nicht! Im Gegenteil; asylbewerber haben nicht einmal eine Arbeitserlaubnis, Deutschland will nicht mal mehr FlÜCHTLINGE aufnehmen. Wo ist da bitte der entwicklungspolitische Ansatz?
Ich finde es einfach nur heftig, wie sämtliche weltwärtsfreiwillgw ( und da zähle ich dich nach deinen Äusserungen hier auch zu quitena) alles derart durch eine rosarote Brille sehen und Leuten gleich vorwerfen, doch nur das komplette programm schlecht machen zu wollen und sowieso keine Ahnung zu haben, nur wenn man sich mal KRITISCH dazu äussert und seine Bedenken ( die nicht von irgendwoher kommen sondern wie in meinem Fall aus persönlicher Erfahrung mit Freiwilligen, Bewerbern und Organisationen).
Wenn du genau lesen würdest, würde dir auffallen, dass ich nicht generell gegen Freiwilligendienste bin, sondern eben die Motive vieler Organisationen, Bewerber ubd freiwilligen hinterfrage. Es gibt übrigens auch die Diskussion ob mit den Freiwilligendiensten nicht sogar den betreffenden Ländern geschadet wird: ich meine wir ,, nutzen" im Grunde die Menschen in ärmeren Ländern für unsere Erfahrungen aus, dafür unsere Persönlichkeit zu entwickeln, eine Kultur kennenzulernen... Wir haben damit unter Umständen auf dem DEUTSCHEN Arbeitsmarkt bessere Chancen, unser Land wird dadurch unter Umständen erfolgreicher, auch wirtschaftlich. Ist das fair? Solltest du dann nicht deinen freiwilligwn Geld geben dafür dass du von ihnen lernen kannst? ( schliesslich wird ja immer wieder betont, dass es doch viel mehr die freiwilligen selbst sein sollen die von der Erfahrung profitieren, da weltwärts ja keine entwicklungsarbeit ist).
Das nur mal so als Denkanstoss bevor du hier gleich wieder anfängst weltwärts vehement zu verteidigen.
Ein staat hat immer Gründe, meist geht es darum sich selbst besser zu stellen und das ist meines Erachtens nach auch das motiv der BRD ( gute bildung für deutschland, zukünftige Arbeitnehmer die sich in einer Globalisierten Welt zurecht finden). Glaubst du im Ernst ein Staat, der schon Probleme hat genug Kitaplätze zu schaffen und sich über studiengebühren ubd Ausbildungsplätze streitet, hat mal eben Geld übrig, um ein paar Auslandsaufenthalte zu finanzieren, die den aufnahme Ländern kaum etwas bringen, aber den Teilnehmern ein paar einschneidende Erfahrungen bereiten? Nicht im Ernst oder? Da stecken doch ganz andere Interessen dahinter. Andere Länder und kulturen gibt es auch in Australien, Singapur, auch In Spanien oder Portugal.... Aber es konmen nur Entwicklungs- und Schwellennländer in Frage. Kommt dir das nicht seltsam vor, wenn es doch gar nicht um Entwicklungsarbeit geht? Andere Kulturen gibt es viele, unsbhängig von Wirtschaft und Politik des Landes, arme und bedürftige Menschen auch. Da wird man wohl mal hinterfragen dürfen was eigtl hinter der ganzen Sache steckt, was einen Staat wie Deutschland dazu bewegt da so viel Geld reinzustecken, meine Vermutungen habe ich genannt. Aber klar dass ich das ich das nicht beurteilen kann, ohne diese Gelder selbst in Anspruch genommen zu haben. Ich studiere ja auch nur Politikwissenschaft.
Ich hatte überlegt das zu weltwärts zu schreiben aber dann müsste man die ganze Diskussion hier
verschieben. Aber ich habe da nichts mehr zu sagen, ich habe weltwärts nie schlecht gemacht wie es mir hier unterstellt wurde, ich habe lediglich einige meiner kritischen Bedenken geäussert und erklärt warum ich mich damals dagegen entschieden habe. Mir sind sowohl die pros als auch die Kontras von Freiwilligendiensten bewusst ( die man ja privat inzwischen auch wie urlaubsreisen buchen kann was ich noch dämlicher finde), mein Fazit ist daraus folgend nunmal, dass ich sie nur bedingt sinnvoll finde (stichwort Kosten!). Da musst du mir nicht gleich wieder die proseite aufzählen^^, meine Meinung wird sich dadurch nicht ändern...


@ Brasilien: Freiwillige, die eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, haben übrigens auj mit weltwärs noch gute Chancen, ein Visum für brasilien zu bekommen, zumindest war das bei mir damals so, als es hiess dass weltwärts in Brasilien schwer wird.
Aarg iwie finde ich das Land immer noch toll,
Warum kann ich nicht mehrere Auslandssemesrer machen?!!

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Re: Brasilien

Beitragvon Orava » 04.09.2013, 15:49

Ab jetzt wird dann bitte wirklich im weltwärts-Thema geantwortet; hier wird alles folgende, das nicht mit Brasilien zu tun hat, gelöscht. Danke!
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Re: Brasilien

Beitragvon Nala » 19.09.2013, 01:54

Schon jemand der 14/15 gehen will? :) jemand fragen?
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14.04.2012 - SesamstraßenBT in Hamburg ... 19.08.2012 Auswahlgespräch bei YFU

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