Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

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Elo

Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Elo » 22.01.2011, 10:55

das d spreche ich eher wie ein th im Englischen. Also eher natha als nada.
Und die Vokale werden ja auch anders gesprochen. Im Deutschen würde man naaadaa mit zwei offenen a sagen, ich spreche die -a eher kurz, mit "Verschluss" oder wie man das nennen soll.
In Guayaquil ist Spanisch insesamt eine ziemliche Suppe, man verschluckt sehr viele Buchstaben. Die -ado Endung klingt eher nach -ao.
Und das s klingt manchmal eher nach einer Mischung aus weichem h und ch (wie in ich)
Das j in mejor z.b. klingt eher nach einem h, mehor ;)

Solche Details kommen natürlich sehr auf die Region an. Aber generell kann man schon sagen, dass es wichtiger ist, das einfache r zu rollen, als das -rr. ;)
Hört einfach genau hin.

Am liebsten würde ich dir vormachen, was ich unter einem harten l verstehe.. also so, als ob man fast mit der Zunge schnalzen würde, wenn man ein l sagt.
r klingt natürlich nicht genau wie ein l, aber eher wie ein hartes L, als wie ein deutsches Rachen-r. Damit hat es eigentlich nichts zu tun, weil man es in einer komplett anderen "Mundregion" ausspricht.

Man, ist das schwer, das schriftlich zu erklären :D Mir fällt Aussprache relativ leicht in Sprachen (habe ich viel schneller drauf als korrekte Grammatik ;)) deshalb nervt es mich manchmal, wenn sich Leute überhaupt keine Mühe geben, die Wörter korrekt auszusprechen. In Gquil habe ich viele Deutsch getroffen, die nach 3 Jahren dort eine schlechtere Aussprache hatten als ich nach 1 Monat, die keine Anstalten gemacht haben, ihren deutschen Sound etwas abzumildern.

Ein Schlüsselerlebnis hatte ich in Santo Domingo de los Colorados im Kentucky Fried Chicken. Die Verkäuferin hat mich gefragt, aus welcher Region von Ecuador ich denn komme, sie könnte meinen Akzent nicht einordnen. Nach 5 Monaten habe ich das wirklich als Kompliment aufgenommen :)

cuyana
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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon cuyana » 22.01.2011, 11:23

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Dutchess
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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Dutchess » 22.01.2011, 13:03

cuyana hat geschrieben:
Naja, ich bleibe bei meiner Meinung, dass Spanisch weicher ausgesprochen wird ;) Aber vielleicht ist das in Mexiko auch anders.
Es wird ja nicht umsonst gesagt, dass Deutsch hart klingt. Unter anderem, weil wir ja eigentlich z.B. "Thiger" statt "Tiger" sagen oder "Hunt" statt "Hund". Wenn man das nicht ablegt wird man nie gut sprechen koennen.

Naja, gibt ja auch Muttersprachler, die das rr nicht rollen koennen... muss ich mir wohl mal nen paar Tipps erschnorren...

vielleicht liegts eher an meinem deutschen wohnort... also wir sagen "hund", und nicht "hunt" :lol:

als ich drueber nachgedacht hab, ist mir aber zb aufgefallen, dass ich 'tina" in "meine Tante heisst Tina" anders ausspreche als "me bañe en la tina". also nicht nur das 'a', sondern auch das 't'.

na ja. ich kenn auch 2 mexikaner die das 'r' nicht rollen koennen, also so garnicht, aber zumindest bei dem einem ist es mir nie aufgefallen, weil es echt nur wenige gibt die das immer machen. meistens wirds nur so angedeutet.
aber beim 'rr' wirds immer gerollt, ob das jetzt einfach oder doppelt ist keine ahnung.
(bei meinem freund hoert sich das etwa nach "pekhro" an, aber deutlich besser als bei mir... ich sprech eh nie ueber perros oder carros, finde nichts raro und rio auch nicht... :verlegen: )

@lemony
ich glaub ich schreib dir mal ne pn :wink:

@anna s.
also meine VHS-spanischlehrerin (war ne spanierin) ist nie auf die aussprache eingegangen. klar, vor welchen buchstaben c und g wie ausgesprochen werden schon, aber nicht aufs r.

cuyana
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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon cuyana » 22.01.2011, 13:13

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Swille
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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Swille » 24.01.2011, 00:32

cuyana hat geschrieben:Oh und ich habe eine Abneigung gegen Leute, die der Meinung sind, dass man einen Akzent ja sowieso nicht verlieren kann. Kann man auch nicht, wenn einen niemand dabei unterstuetzt. Aber ich kenne selber genug Menschen, die dieses Argument widerlegen


Haha, oh ja... Ich Mir wollte hier einer letztes Wochenende nicht glauben, dass ich Deutsche bin. Er meinte ich hätte einen so starken Andalusischen Akzent, speziell den meine Erasmusstadt, dass ich defintiv nicht Deutsche sein könnte oder schon ewig hier wohne. Es hat mich echt lange gekostet ihm beizubringen, dass ich erst seit drei Monaten hier bin :D

Also wenn man will kann man glaube ich viel. Ich bemühe mich immer so mit den Leuten zu sprechen, wie es vor Ort üblich ist, also hier spreche ich dann halt spanisches Spanisch (mit ein paar Lateinamerikanismen) und habe ohne es zu merken und ganz viele Sachen aus dem Andaluz übernommen. Ich verschlucke ganz oft das "s" (aber noch deutlich weniger als die Einheimischen), sagte ständig "Joder" und so...
Es passiert mir aber auch noch ganz oft, wenn ich mich nicht konzentriere, dass ich z.B. die "tu" Formen nicht benutze, sondern die "vos" Form, aber das finden die hier immer super süß.
Außerdem passiert es mir manchmal das ih das "ll" und "y" noch ausversehen Argentinisch ausspreche, weil ich hier ein paar Argentinische Freunde habe und mit denen natürlich auch so spreche, wie ich das in Argentinien gelernt habe.
Das witzigste ist aber, dass die hier das "ll" wie ein ganz weiches "sch" aussprechen, da ist die Umstellung nicht ganz so stark

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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon cuyana » 24.01.2011, 00:44

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Swille
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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Swille » 24.01.2011, 15:05

Kommt ganz drauf an. Manchmal switche ich dann immer so hin und her. Das ist aber noch komplizierter, wenn die ganze Clique da ist, denn da sind dann drei Argentinier, eine Mexikanerin, eine aus der DomRep, einer aus Guate und dann meistens noch zwei drei andere Latinos und manchmal auch zwei Spanier.
Dann kann es passieren, dass ich mit den Spanier im Argentinischen Akzent rede und mit dem Argentinier was von "coger el autobus" erzähle...
Meistens rede ich dann aber einfach "argentinisch" mit allen, weil mir das dann zu blöd ist, die verstehen mich ja. Mit meiner Mitbewohnerin den anderen Erasmusleuten und meinen spanischen Kommilitonen rede ich meistens Spanisches Spanisch.
Mir passiert es nur sehr oft, dass ich Wörter anders betone oder mir sowas wie "venite" statt "ven" rausruscht.

Neulich wars einfach nur zum hinschmeißen, wir waren feiern und vor den Bars werden des öfteren so Free Entrance Karten für die Diskos verteilt (allerdings nur bis 3 gültig und deswegen waren wir noch nie da :D). Die eine Argentinierin leicht betrunken hat mit dem Kerl nur englisch gesprochen (obwhol das sehr deutlich war, dass das spanisches Englisch ist) und ich mit ihr dann halt "argentinisch" und der KErl guckt mich völlig verwirrt an und meint "eres Urugaya?" (das geilste war, als er "Uruguascha" sagte :D
Und dann später DAS Kompliment schlechthin! Die Argentinierin stellt mich ein paar Kommilitonen vor und sagt, dass ja Deutsch bin, aber in Argentinien war und deswegen so spreche wie die da. Und dann sagt sie, dass sie am Anfang dachte, dass ich Argentinierin bin, die schon ewig in Deutschland wohnt und deswegen manchmal so komisch rede. Ich habe mich soooo guuut gefühlt :D

Viele merken aber relativ schnell noch, dass ich nicht von hier komme, aber mittlerweile merken sie nicht immer sofort, das ich aus Deutschland bin sondern müssen erst überlegen. Außer ich bin nur mit Erasmusleuten unterwegs, dann zählen viele eins und eins zusammen (zu hell für eine Italienerin, betont nicht wie eine Französin, sieht nicht Osteuropäisch aus, also Deutsche :D).

Was ich aber am schwierigsten finde, sind die komplett anderen Wörter, wie "echar de menos" statt "extranar" oder "enfadado" statt "enojado" und so. Da weigere ich mich dann manchmal, denn ich finde "te echo de menos" klingt komisch ;)

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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Moro2-Milena » 24.01.2011, 15:52

Gut, Spanisch habe ich gelernt in La Paz, Bolivien...
Es war ein sehr reines, sehr langsames, gebildetes und deutliches Spanisch.
Klar, es gab verschiedene Wörter, die woanders nicht benutzt werden, es gibt Ausdrücke wie "ya pues" "che" und all die Verniedlichungen, aber im allgemeinen sprechen die Bolivianer in den Anden sehr klar.

Vor 4 Monaten bin ich dann in der DomRep angekommen und habe den totalen Schock bekommen. Dominikaner sprechen furchtbar schnell, undeutlich, lassen vieles weg, ürzen ab und haben uuuuunglaublich viele Wörter, die es nichtmal laut leo.org Wörterbuch gibt. :lol:

Ich kam mir sooo doof vor, ich habe die ersten Wochen garnichts verstanden. (Obwohl ich doch Spanisch spreche?!)

Mittlerweile verstehe ich sie sehr gut und fange auch an wie die Dominikaner zu reden...

"Que lo que? Como tu ta? Ven pa ka Que hay una vaina bien chulo"

Sie lassen immer wieder sehr gerne Buchstaben weg oder formen Wörter um, wie z.B. mojado = mojao enamorado= enamorao

Auch wird das r sehr gerne in L umgewanelt, so werde ich z.B. immer mit "mi amollll" begrüßt. "Polfavoll, dame un chin de esa vaina"

Hach ich könnte stundenlang fortsetzen, das dominikanische Spanisch sollte schon fast als eigene Sprache bezeichnet werden. :lol:

Freunde von mir (Dominikaner) sind 2010 nach Kolumbien geflogen und hatten dort teilweise Verständigungsschwierigkeiten. :lol:
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Meine homepage zum Jahr in der Dom. Republik: http://www.monika-domrep.de.tl

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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Jaka » 26.01.2011, 01:19

ich bin letztens gefragt worden ob ich tica waer
das mit dem d weglassen ist hier auch voll oft so, also in den endungen zB. pintado ist dann eher pintao
aber am besten ist das rr das sprechen die naemlich total seltsam aus ich kann gar nicht erklaeren wie aber es ist verdammt seltsam und schwierig auszusprechen (also am Anfang)
dann sagen die ticos noch staendig mae und hijueputa
also saetze sehen dann manchmal so aus
"mae! q hijueputa mas playo mae!" also mae muss in jedem satz vorkommen
und man siezt eig immer manchmal sagt man vos aber eig nur usted
und auch sonst voll viele worterfindungen...
und was die meisten hier ueberhaupt gar nciht moegen ist wie die Leute in Nicaragua sprechen (oder in venezuela weil das so aehnlich ist)
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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Printe » 22.03.2012, 02:20

Jetzt kann ich hier auch mal mitreden :rollsmily:

die Unterschiede sind schon krass, finde ich. Man hört in Ecuador sofort raus, wer von der Costa ist, wer von der Sierra, dann noch den Indígena-Akzent und so weiter....
besonders wenn man die Sprache hier gelernt hat und vorher noch "akzentjungfrau" (weiß grad nicht wie ich das ausdrücken soll :lol: ) war, nimmt man den Akzent der Region, in der man wohnt, direkt an, ob man will oder nicht. So erkennen wir Freiwilligen schon, wer wo arbeitet und so :lol:

An der Küste stimmt schon stark, was Lemony gesagt hat, also -ado wird zu -ao, ein "s" gibt es nur auf dem Papier (Emeralda statt Esmeraldas)und die Satzmelodie ist auch gaaaanz anders :wink:
In der Sierra, zumindest hier wo ich wohne, ist der allergrößte Unterschied jedoch die Aussprache des "ll". An der Costa ganz "normal" castellanisch als "lj" ausgesprochen, geht das hier gar nicht - da wird man sofort als mono (abwertend für die costenos) bezeichnet. Statt "poljo" oder "galjina" sagt man hier "poscho" oder "gaschina", mit dem weichen "sch" wie in "Dschungel". (also stimmhaft, nicht stimmlos wie der argentinische Akzent, den ich ir auch schon mal anhören musste^^)

Sehr interessant war es einmal, als ich mit einer Freundin in Quito im Hostal übernachtet habe. Wir waren im Schlafsaal untergebracht, und später am Abend kam noch eine große Gruppe Latino-Girls dazu. Wir hörten hin, verstanden bis auf einzelne, sehr wenige Wörter rein gar nix. Und dachten, das muss sicher portugiesisch sein - manchmal ähnlich, aber doch zu anders um den Kontext nur im Geringsten erahnen zu können. Trotzdem wollten wir nachfragen, und was war die Antwort? "Chile." :lol: :o Krasse Sache, da versteht man mal gar nichts. Ich dachte, der argentinische Akzent wäre so anders, aber die Argentinier, die wir am Strand kennen gelernt haben, habe ich einwandfrei verstanden. Die Chilenos - keine Chance :lol:
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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon -Jule- » 22.03.2012, 08:06

anna.s. hat geschrieben:J

. Statt "poljo" oder "galjina" sagt man hier "poscho" oder "gaschina", mit dem weichen "sch" wie in "Dschungel". (also stimmhaft, nicht stimmlos wie der argentinische Akzent, den ich ir auch schon mal anhören musste^^)



So war das ganz oft in Kolumbien auch! Hat mich irgendwie fasziniert und irgendwie gefällts mir auch, so zu sprechen :) So richtig Probleme, irgendwen zu verstehen hatte ich bis jetzt nicht. In die meisten Akzente hört man sich nach einiger Zeit ja rein und ich nehm den auch immer sehr schnell auf. Ich mag auch irgendwie gar nicht anders reden, als da wo ich grade bin. Ich denk immer, dass das so seltsam kommen muss. Deutscher Akzent + z.B. andalusischer in Kolumbien :lol:

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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Lauriz » 22.03.2012, 14:31

anna.s. hat geschrieben:In der Sierra, zumindest hier wo ich wohne, ist der allergrößte Unterschied jedoch die Aussprache des "ll". An der Costa ganz "normal" castellanisch als "lj" ausgesprochen, geht das hier gar nicht - da wird man sofort als mono (abwertend für die costenos) bezeichnet. Statt "poljo" oder "galjina" sagt man hier "poscho" oder "gaschina", mit dem weichen "sch" wie in "Dschungel". (also stimmhaft, nicht stimmlos wie der argentinische Akzent, den ich ir auch schon mal anhören musste^^)

Das ist aber nicht in der ganzen Sierra so. Über mein "Poscho" wurde letztens von Quiteños und vor allem Cuencanos gelacht, wobei Cuenca ja ganz komisch redet. Die singen und carro ist "carscho", burro "burscho" usw. Ein lustiges Völkchen da unten im Süden ;)
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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Printe » 23.03.2012, 01:42

deshalb sage ich ja auch, "zumindest da wo ich lebe" :wink:
es ist witzig, denn obwohl die Mehrheit wirklich "poscho" statt "poljo" sagt, gibt es auch bei mir im Dorf Leute, die sagen "poljo". und das mit "buscho" statt "burro" - das ist kein Dialekt des Südens, sondern auch hier vertreten... weiß noch ganz genau, wie ich ein Mädel aus der 2. Klasse gefragt hatte, was sie denn da für ein Tier gemalt hätte. Sie sagte: "un peschito". Ich nur so: Hä? Ein Perro? Nein, ein peschito!!! sie schrieb es auf, und natürlich war es ein "perrito" - also verniedlichungsform mit "sch", das ist auch ne coole Kombi :lol:

Ich habe erst zweimal Cuencaner getroffen, und es läuft immer gleich ab (war mit Quitenos unterwegs): Die Quitenos lachen über den Singsang, die Cuencaner über die angeblich monotone Satzmelodie der Quitenos. :rollsmily:

jaja Akzente und Dialekte sind schon was Lustiges finde ich :drei: :rollsmily:
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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Noana » 23.03.2012, 01:55

Nur kurz ne Frage: Sagt ihr zu Pollo wirklich "Poljo" oder doch auch "Pojo" so wie ich hier in Argentinien?

(Und ja, nicht überall in Argentinien wird Pollo zu "Poscho" ;) )
Bild
11'633 km bis ans Ziel

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Re: Spanisch, Dialekte und Besonderheiten

Beitragvon Lauriz » 23.03.2012, 03:49

Noana hat geschrieben:Nur kurz ne Frage: Sagt ihr zu Pollo wirklich "Poljo" oder doch auch "Pojo" so wie ich hier in Argentinien?

Also bei uns ist es weniger ein "Poscho", sondern mehr ein "Pocho", genauso wie alla "acha" ist.
„Wie es Leute gibt, die Bücher wirklich studieren und andere, die sie nur durchblättern, gibt es Reisende, die es mit den Ländern ebenso machen: sie studieren sie nicht, sie blättern sie nur durch.“
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