Westafrika

In Afrika zählt Südafrika zu den klassischen Austauschländern, aber auch in andere afrikanische Länder kann man einen Austausch machen. Darüber hinaus kann man hier über Länder diskutieren, in die man noch keinen Austausch machen kann.
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milky
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Westafrika

Beitragvon milky » 09.09.2013, 19:30

Hallo liebe Forumsmitglieder

Ich werde diesen Frühling nach Senegal gehen, um dort für 2 Wochen eine Schule zu besuchen, zusammen mit ungefähr 10 Leute meiner Schule. Da ich diesesmal echt keine Erwartungen und grosse Informationsquellen habe, wird das ganze ein kleines Abenteuer. Ich freue mich momentan noch nicht riesig darauf, einfach, weil es noch so fern liegt. Aber was mich interessieren würde, ob schon jemand da war, respektive in den benachbarten Länder ?

Ich werde auf jeden Fall hier eine Fotostrecke posten und auch meine Erlebnisse erzählen. Falls dann jemand mal nach Senegal will :rollsmily: .

Falls jemand mehr Informationen zu dem ganzen Geschehen haben will, kann ich per PN auch gerne die HP von unserem Verein schicken.

(An die Moderatoren, hoffe es ist okay, dass ich ein neues Thema eröffnet habe)
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Re: Westafrika

Beitragvon canadian » 13.09.2013, 16:59

Ich war noch nicht im Senegal, aber länger in Westafrika - habe u.a. auch in Benin studiert und bin auch in der Gegend gereist. Freu' dich drauf - Westafrika ist ja allgemein deutlich ärmer und auch ganz anders als Südafrika - aber von den Leuten her wunderbar. Schade, dass ihr nicht mehr Zeit habt, zwei Wochen sind ja leider echt nicht lange!
Falls du dich ein wenig einlesen und die freie Zeit dort planen willst, kann ich dir die üblichen Verdächtigen empfehlen: 'The Rough Guide to West Africa' bzw. 'Lonely Planet West Africa'.
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Re: Westafrika

Beitragvon milky » 20.01.2014, 17:09

Danke für die Empfehlungen.

In 75 Tagen sind wir in Senegal. =D Freue mich unglaublich stark. Wir sind eine tolle Reisegruppe und anders als bei Südafrika, will ich mir keine Erwartungshaltung aneignen, also nehme ich das ganze sehr locker. Da die Aufenthaltsdauer leider nur 12 Tage beträgt, werde ich bestimmt keine "tiefen" Einblicke in die Kultur bekommen, aber wir werden ja sehen. Ich werde versuchen, ein kleines Filmchen zu drehen, eben auch wegen dem Projekt.

Falls Interesse vorhanden ist, könnte ich anschliessend nach Rückkehr teile meines Tagebuches hier posten, also so Ausschnitte von dem, was mir so aufgefallen ist.

:prost:
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Re: Westafrika

Beitragvon canadian » 15.02.2014, 16:52

Fände ich spannend!
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Re: Westafrika

Beitragvon milky » 11.04.2014, 14:34

Habe jetzt kurz I.net und muss sagen, Senegal ist so spannend, herausfordernd, anstrengend und faszinierend wie kein anderes Land zuvor. Total glücklich, dass ich hier sein darf und das erleben kann. Echt unfassbar.
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Re: Westafrika

Beitragvon milky » 27.04.2014, 17:32

Puuh, jetzt ist es leider schon vorüber.

Seit über einer Woche sind wir schon wieder in der kalten, verregneten Schweiz :schuechtern: Und ich muss zugeben, es ist ziemlich schwer in nur 2 Wochen das Land und die Leute warhzunehmen. Hinter die Fassade zu schauen gelingt ja manchmal auch nach einem Jahr nur schwer. Doch haben wir schon sehr viel erlebt, doch ziehe ich jetzt viele Dinge vor. Ich hoffe, ich kanns einigermassen darstellen und glaubwürdig beschreiben, ohne Vorurteile und dabei doch nicht ein ganzes Buch zu schreiben.

Noch nie in meinem ganzen Leben hatten wir so gastfreundliche Menschen um uns gehabt. Angefangen hat das bei uns im Flughafen. Unser "Leiter" respektive der unesco Verantwortliche aus unserer Schule Thies, hat uns mit einigen Lehrern nachts um 12.00 abgeholt und zusammen sind wir die Strecke von Dakar nach Thies gefahren. Am Flughafen waren wir natürlich todmüde und als da plötzlich junge Männer unsere Koffer tragen wollten, wehrten wir uns zuerst vehemment dagegen, weil uns nicht bewusst war, dass sie uns kennen, respektive sie unsere Partner waren. Das war schonmal was zum schmunzeln, aber Vorsicht ist natürlich besser als bei Unbedachtsamkeit gestraft zu werden. Als wir dann endlich endlich ankamen, gingen wir zuerst zu unserer Schule und bekamen da natürlich was : ESSEN. Und das richtig viel und richtig gut eigentlich, wäre da nicht bereits unser Mahl im Flugzeug gewesen und und der simple Fakt, dass bereits ein Uhr ist. Dementsprechend klein war unser Hunger. Nichts da, von allen Seiten wurden wir dazu gebracht zu essen, was wir dann taten, weil wir höflich bleiben wollten. Das war dann auch immer bei allen Mahlzeiten so, die wir zusammen mit Senegalesen genommen. Wir assen uns assen und als wir uns rappelvoll fühlten, legten wir den Löffel hin, doch dann wird man böse angeschaut und gefragt ob's denn nicht schmecke, was man dann aber wieder beteuerte und nochmal versucht in sich rein zu stopfen. Das war manchmal echt anstrengend und auch mühsam, einiger unserer Mädchen kamen da schon an ihr Limit, weil es Sie so stresste. Sie wollten ja nicht unhöflich sein, doch der Magen konnte nichts mehr aufnehmen etc.
Am zweiten Tag gingen wir nach Dakar, in so einem "gefährlichen" Kleinbus. Anders als in der Nacht konnten wir nun sehen, was um uns geschieht. In der Nacht vorher sind uns allerdings auch schon bereits Dinge aufgefallen, wie z.B. die Mondsichel liegt und nicht wie bei uns steht, oder dass trotz wenig Beleuchtung und später Stunde, extrem viele Leute, v.a. Männer auf der Strasse waren. Am Licht kam dann der Dreck und die Tiere zu Tage. Erstaunlicherweise haben wir uns ganz schnell an den Dreck gewöhnt und niemand hat gesagt: "IIIGIIIIT DRECK", sondern es war eher eine interessante Feststellung. Wir hatten da auch keine Hemmungen auf dem ganzen Plastikschrott und was da sonst noch alles lag draufzutretten. Und wo es Müll hatte, hatte es auch viele Ziegen. Ja genau, wir haben kaum Hunde und Katzen gesehen, dafür umsomehr Schweine, Ziegen, Schafe und Hühner die sich in den Gassen und auf der Strasse rumlungern. Zu den Strassen muss man sagen, dass es eine neue "Autobahn" gibt, welche sehr angenehm zu fahren waren, die Konditionen waren also besser als erwartet, genauso wie das Essen, wir waren sowieso allgemein überrascht oder hatten einen positiven Eindruck. Die Senegalesen sprechen gar nicht so ein schwerverständliches Französisch, jedenfalls nicht, wenn sie mit uns sprechen, wenn sie dann ihres Wolof/Franz gemisch anfangen, dann hört es bei uns auf.

In Dakar haben wir dann so Departements etc. gesehen und da war es einfach wieder typisch Afrika, es hatte 5 Leute für die Arbeit, welche eig. einer machen konnte. :rollsmily: Da habe ich mich so richtig zurückversetzt gefühlt. Einer kuckt, dass die anderen arbeiten, einer ist am Telefon und redet mit seiner Frau, der dritte hämmer i.wie auf das nicht funktionierende DVD Gerät ein, der vierte hat Durst und trinkt gerade aus der Flasche und der fünfte macht sich wirklich am Problem zu schaffen, nämlich den Stecker richtig einstecken. Anschliessend kamen endlos lange Reden von so Parlamentarier die uns weismachten, wie demokratisch alles zu und her ging. Dazu muss man sagen, dass diese Sachen sehr prestige waren und alles nach Geld gestunken hat. Wieso genau wir jetzt da waren, wusste eig. bis zum Schluss niemand. Das war auch so eine Sache, wir liesen uns einfach die ganzen Ferien von unserem "Leiter" und den Lehrer und Schüler aus der Schule herumführen, da man als Weisser eig. immer bei den Preisen und allem anderen recht verarscht wird. Dem konnten wir mehr oder weniger entgehen und wir fühlten uns durch ihre Anwesenheit auch viel sicherer, auch da in Thies kaum mal Touristen sind, da es sich nicht um ein Touristenort an sich handelt, wie es an der Küste der Fall war. In Dakar fuhren wir dann an das westlichste Ende und da war das soo nervig, man wusste sofort, dass es auf Touristen ausgelegt war. Die Leute umschwirrten uns wie Bienen und wollten uns allesmögliche verkaufen, natürlich nur Schrott. Kettchen, Bändelchen, Masken, Shirts, Caps etc. alles billig Scheiss aus China. Oder sie hatten so Vögelchen in einem engen Käfig, ganz viele auf einem Haufen, und man konnte die dann kaufen und quasi die Freiheit schenken oder einen Wunsch freilassen, was weiss ich. Natürlich haben wir weder einen Vogel befreit, noch den Schrott gekauft. SOuvenirs gab es in Thies eh zu einem viel günstigeren Preis. Also falls jemand nach Senegal reisen sollte, sucht euch zuerst wahre "Freunde", respektive jemanden zuverlässigen, wo ihr wirklich darauf vertrauen könnt, der euch dann begleitet, das beugt Unnanehmlichkeiten vor :nee:

Ach ich könnte noch sooo viel schreiben... doch momentan habe ich echt keine Zeit, dass hier werde ich nach und nach soweit editieren, dass es schlussendlich ein Reisebericht wird. :drei: Doch falls das jemand bis jetzt liest, auf Rückmeldungen würde ich mich freuen.
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Re: Westafrika

Beitragvon Leyla » 27.04.2014, 21:48

Ich finde den Bericht richtig interresant und würde auch gerne selber mal für einen kürzeren Aufenthalt nach (West)Afrika. Freu mich wenn du den Bericht noch ein bisschen ergänzt! :)
War das so ein kurzer Schüleraustausch von der Schule oder wie bist du dazu gekommen ?
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Re: Westafrika

Beitragvon milky » 03.09.2014, 08:06

Ach, irgendwie hatte ich das hier ein bisschen vergessen :/ Tut mir leid.

Jedoch kommen momentan mit dem Ebola schwierige Zeiten auf uns zu, da es nun offiziell auch in Senegal Kranke gibt. Wir sind sehr besorgt um unsere Freunde und hoffen, dass Thies nicht heimgesucht wird.

Hat sonst noch jemand "direkte Probleme" mit Ebola ?

Momentan bin ich noch nicht besorgt, dass Ebola nach Europa kommt. Aber dies kann sich ja noch ändern....
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