Südkorea

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Kenny
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Re: Südkorea

Beitragvon Kenny » 13.04.2010, 18:26

Gereon hat geschrieben:Ich fänd' Nordkorea ja spannender ;)


Wieso? Weil die Regierung die Bevoelkerung umbringt oder verhungern laesst? Weil die Leute teilweise eine Woche lang mit nur einer Schuessel Reis auskommen muss? Weil die Kinder als Waise aufwachsen muessen, weil die Regierung die Eltern einfach eben mal grundlos umgebracht hat?
Ich habe, als ich in Suedkorea war, durch koreanische Freunde einen Fluechtling aus Nordkorea kennen gelernt. Sie ist als sie knapp 14 war mitten in der Nacht durch einen Fluss nach China rueber geschwommen. Dort hat sie 5 Jahre alleine gelebt, bis sie nach Suedkorea gegangen ist. Sie hat ihre Familie, bestehend aus dem Vater, die Mutter wurde getoetet, zurueck lassen muessen und hat auch keine Moeglichkeit sie irgendwie zu kontaktieren. Fals die Regierung rausfindet dass sie gefluechtet ist, muss sie zurueck nach Nordkorea, wo sie dann hingerichtet wird.
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Re: Südkorea

Beitragvon Takeru » 18.01.2011, 08:50

:jumper: :jumper: :jumper:

Ich werd zu 90% im Juli ein Monat an der Hankuk University sein!
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Re: Südkorea

Beitragvon Mira.Pancake.<3 » 18.01.2011, 14:34

Takeru hat geschrieben::jumper: :jumper: :jumper:

Ich werd zu 90% im Juli ein Monat an der Hankuk University sein!

GLÜCKWUNSCH!
Ich habe auch zwei Ausländer kennen gelernt, die an der Uni waren.
Viel Spaß :jumper:
neidisch!
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Re: Südkorea

Beitragvon Takeru » 19.01.2011, 22:06

Du bist gerade in Südkorea? :o

Ich hab erst im Oktober mit der Sprache begonnen, find mich aber ganz gut zurecht. <3
Wie ist es denn so?
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Re: Südkorea

Beitragvon Mira.Pancake.<3 » 19.01.2011, 23:12

Falsch, seit einer Woche wieder zurück. :mrgreen:

Wie es ist? Wunderbar!

Billig, lecker, stylisch, modern, traditionell, sozial, niemals langweilig und voller guten Dramas und Musik, haha

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Re: Südkorea

Beitragvon Higanbana » 20.01.2011, 04:18

Kenny hat geschrieben:
Gereon hat geschrieben:Ich fänd' Nordkorea ja spannender ;)


Wieso? Weil die Regierung die Bevoelkerung umbringt oder verhungern laesst? Weil die Leute teilweise eine Woche lang mit nur einer Schuessel Reis auskommen muss? Weil die Kinder als Waise aufwachsen muessen, weil die Regierung die Eltern einfach eben mal grundlos umgebracht hat?
Ich habe, als ich in Suedkorea war, durch koreanische Freunde einen Fluechtling aus Nordkorea kennen gelernt. Sie ist als sie knapp 14 war mitten in der Nacht durch einen Fluss nach China rueber geschwommen. Dort hat sie 5 Jahre alleine gelebt, bis sie nach Suedkorea gegangen ist. Sie hat ihre Familie, bestehend aus dem Vater, die Mutter wurde getoetet, zurueck lassen muessen und hat auch keine Moeglichkeit sie irgendwie zu kontaktieren. Fals die Regierung rausfindet dass sie gefluechtet ist, muss sie zurueck nach Nordkorea, wo sie dann hingerichtet wird.
Also glaub mir, du willst da nicht wirklich hin.


Das da vieles im Argen ist, moechte ich nicht bezweifeln. Aber wenn ich z.B. daran denke, was immer ueber DDR gesagt wurde und wird, dann wurden da staendig nur die wirklich nicht guten Spitzen betont und NIEEEEEEE ueber das normale Leben gesprochen. Und das war o.k. Und fuer Kinder vielleicht sogar noch besser als jetzt, weil es allen, egal aus welchen Schichten die gleichen Moeglichkeiten gab und bei Kindern Schwachstellen ausbuegelte. Dank dem System ist ein Freund meines Bruders trotz seiner versufften Eltern richtig ausgebildet worden, hat eine Ausbildung gemacht und verdient jetzt gutes Geld. Waere er unter dem jetzigen ja so viel besseren System aufgewachsen, waere er voll in die Gosse gekommen. Und egal, welche finanziellen Reserven die Familien hatte, es hat nicht das Einkommen der Familie, sondern Interesse und Talent darueber entschieden, ob ich ein Instrument lernen oder Berufssportler werden darf. Aber nein, es wird ja alles in der DDR nur schwarz gezeichnet und das Land als die Hoelle schlechthin beschrieben.

Und was Fluechtlinge betrifft, so bin ich mittlerweile auch sehr vorsichtig geworden, was ich glauben und nicht glauben kann. Ich habe eine junge Frau getroffen, deren Familie Anfang der 80er Jahre in den Westen ausgewandert ist. Und ihre Klaerung dafuer war, dass sie als Kind dem Verhungern nahe war und z.B. absolut unter Kalziummangel litt, dass sich die Familie aus gesundheitlichen Gruenden entschloss, zu fluechten oder auszuwandern. Und ehrlich gesagt hat mich das richtig uebelst aergerlich gemacht, weil so etwas ueberhaupt nicht im Geringsten den Tatsachen entsprach. Klar, man hatte nicht jeden Tag Bananen, aber Nahrungsmittel des taeglichen Lebens war ueberhaupt kein Problem. Ich haette ihr ja sogar abgenommen, wenn sie gesagt haette, dass ihr Vater oder ihre Mutter gegen irgendwelche Missstaende den Mund aufgemacht hatte und Repressalien ausgeliefert war. Und sie deshalb die Flucht ergriffen. Das war gut moeglich und ist eine traurige Wahrheit. Aber Essen! Aus meiner Sicht eine glatte Luege!

Und auch was die Liebe zum System angeht, so gab es die aus heutiger Sicht vielleicht merkwuerdige zweigeteilte Meinung zu Dingen: eine offiziele und eine private. Fuer Auslaender mag es so ausgesehen haben, dass die gesamte DDR-Bevoelkerung hinter der Regierung stand, aber sie haetten mal hoeren muessen, was privat fuer Witze etc. ueber die alten Maenner in Umlauf waren. Und wie sehr man sehr wohl die Probleme gesehen hatte.

Ehrlich gesagt wuerde mich persoenlich schon einmal interessieren, wo die Wahrheit bei Nordkorea angesiedelt ist. Klar, die Aktionen von Kim Il Song und Co. sind nur zu verurteilen, und ich glaube ehrlich gesagt nicht wirklich, dass sich nach der Thronuebernahme von Il Un die Situation trotz Schulaufenthalts in der Schweiz irgendwie aendern sollte. Ich faende es natuerlich toll, wenn ich mich irren sollte, aber der SANNAN (3. Sohn) scheint nicht nur aeusserlich ganz Papa zu sein.

Aber ich moechte trotzdem mal wissen, wie der Normalnordkoreaner lebt. Kinder gehen auch da zur Schule, Teenager haben auch da ihren Spass, auch wenn der nicht unbedingt mit Computern und WII-spielen zu tun haben muss. Irgendwie verbringen sie auch ihre Zeit. Wie ist das Verhaeltnis in den Familien dort? Wird viel Zeit miteinander verbracht oder gehen Eltern und Kinder immer getrennte Wege? Und wenn man zusammen ist, was macht man zusammen? Spielen, reden, fernsehen? Was ist mit der Hausarbeit? Helfen nordkoreanische Kinder mit? Welchen Stellenwert haben Mahlzeiten? Wie laeuft das mit normaler Koerperhygiene? Aehnlich wie in Japan mit Duschen und dann ins gemeinsame Bad? Oder sind dort z.B. oeffentliche Baeder verbreitet? etc. etc. etc.

Es gibt so viel, was an diesem Land durchaus sehr, sehr interessant ist, gerade weil man wirklich so gut wie NIE mal etwas ueber das Leben normaler Leute hoert.

Und was kritikwuerdige Laender betrifft, schaue dir China an: Die stecken auch Kritiker in Gefaengnisse und verurteilen sie gerne mal zu Tode. Oder fangen absolut kindische Spiele an und drohen mit diplomatischem/oekonomischen Krieg, weil ein Schiffer Landesgrenzen nicht akzeptiert und verstaendlicherweise nach dessen Angriffen vom japanischen Grenzschutz in Verwahrung genommen wurde. Und trotzdem zweifelt keiner wirklich daran, dass China nicht ein Ziel fuer Austausche werden darf. Und nach den Kommentaren hier zu urteilen scheint doch das Land trotz aller Missstaende populaer zu sein.

So weit meine 2 Yen zu dem Thema

Liebe Gruesse

Higanbana

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Re: Südkorea

Beitragvon Takeru » 20.01.2011, 10:34

Higanbana hat geschrieben:Es gibt so viel, was an diesem Land durchaus sehr, sehr interessant ist, gerade weil man wirklich so gut wie NIE mal etwas ueber das Leben normaler Leute hoert.


Deshalb studiere ich Koreanologie.

Higanbana hat geschrieben:Und was Fluechtlinge betrifft, so bin ich mittlerweile auch sehr vorsichtig geworden, was ich glauben und nicht glauben kann. Ich habe eine junge Frau getroffen, deren Familie Anfang der 80er Jahre in den Westen ausgewandert ist. Und ihre Klaerung dafuer war, dass sie als Kind dem Verhungern nahe war und z.B. absolut unter Kalziummangel litt, dass sich die Familie aus gesundheitlichen Gruenden entschloss, zu fluechten oder auszuwandern. Und ehrlich gesagt hat mich das richtig uebelst aergerlich gemacht, weil so etwas ueberhaupt nicht im Geringsten den Tatsachen entsprach. Klar, man hatte nicht jeden Tag Bananen, aber Nahrungsmittel des taeglichen Lebens war ueberhaupt kein Problem. Ich haette ihr ja sogar abgenommen, wenn sie gesagt haette, dass ihr Vater oder ihre Mutter gegen irgendwelche Missstaende den Mund aufgemacht hatte und Repressalien ausgeliefert war. Und sie deshalb die Flucht ergriffen. Das war gut moeglich und ist eine traurige Wahrheit. Aber Essen! Aus meiner Sicht eine glatte Luege!

Und auch was die Liebe zum System angeht, so gab es die aus heutiger Sicht vielleicht merkwuerdige zweigeteilte Meinung zu Dingen: eine offiziele und eine private. Fuer Auslaender mag es so ausgesehen haben, dass die gesamte DDR-Bevoelkerung hinter der Regierung stand, aber sie haetten mal hoeren muessen, was privat fuer Witze etc. ueber die alten Maenner in Umlauf waren. Und wie sehr man sehr wohl die Probleme gesehen hatte.

Ehrlich gesagt wuerde mich persoenlich schon einmal interessieren, wo die Wahrheit bei Nordkorea angesiedelt ist. Klar, die Aktionen von Kim Il Song und Co. sind nur zu verurteilen, und ich glaube ehrlich gesagt nicht wirklich, dass sich nach der Thronuebernahme von Il Un die Situation trotz Schulaufenthalts in der Schweiz irgendwie aendern sollte. Ich faende es natuerlich toll, wenn ich mich irren sollte, aber der SANNAN (3. Sohn) scheint nicht nur aeusserlich ganz Papa zu sein.

Aber ich moechte trotzdem mal wissen, wie der Normalnordkoreaner lebt. Kinder gehen auch da zur Schule, Teenager haben auch da ihren Spass, auch wenn der nicht unbedingt mit Computern und WII-spielen zu tun haben muss. Irgendwie verbringen sie auch ihre Zeit. Wie ist das Verhaeltnis in den Familien dort? Wird viel Zeit miteinander verbracht oder gehen Eltern und Kinder immer getrennte Wege? Und wenn man zusammen ist, was macht man zusammen? Spielen, reden, fernsehen? Was ist mit der Hausarbeit? Helfen nordkoreanische Kinder mit? Welchen Stellenwert haben Mahlzeiten? Wie laeuft das mit normaler Koerperhygiene? Aehnlich wie in Japan mit Duschen und dann ins gemeinsame Bad? Oder sind dort z.B. oeffentliche Baeder verbreitet? etc. etc. etc.


Ich muss zugeben, das Land übt auf mich eine sehr starke Faszination aus. Westliche Medien zeichnen allesamt ein einziges Bild des Landes, und das ist jenes des wahnsinnigen Kim Jong Il als Oberdiktator. Zu einem gewissen Grad sicherlich wahr. Allerdings ist auch bekannt, dass Kim Jong-Il bei weitem nicht das Charisma seines Vaters Kim Il-Sung hat und Jong-Il's wichtigste Stütze das Militär ist. Was mich nach einer weiteren Aussage gleich nach Südkorea bringt...
Im Moment geht man davon aus, dass Nordkorea von einem Triumvirat "regiert" wird. Ein Parlament ist de jure zwar vorhanden, de facto aber ein bloßes Werkzeug der Arbeiterpartei. Es gibt offiziell sogar mehrere Parteien in Nordkorea, die Staatsform an sich nennt sich ja auch "Demokratische Volksrepublik (민주주의인민공화국, 民主主義人民共和國, 民主主義人民共和国) aber auch hier ist die genaue Machtverteilung wieder unbekannt. Was hat Kim Jong-Il im Tagesgeschäft wirklich zu sagen? Wie hoch ist der Einfluss des Militärs, des Premierministers oder der Diplomaten? Inwiefern lässt sich der Führungsapparat die Loyalität zum derzeitigen System "erkaufen"? (auf Kosten der Bevölkerung)- ziemlich viele Fragen, die schwierig bis gar nicht zu klären sind. Klar - es gibt einzelne Flüchtlinge oder Überläufer aber die Objektivität und Aktualität der Berichte kann man oft nicht zu 100% nachprüfen.

Südkoreanische Medien zeichnen alle das Bild des Aggressors, der jederzeit Südkorea in Asche legen möchte. Hier ist natürlich auch zu sagen: Rhetorik und tatsächliche Wirklichkeit sind zwei Dinge. Der durchaus brutale Pyeongyanger Militärapparat ist sich - das ist meine Behauptung und die eines meiner Professoren - durchaus dessen bewusst, dass das Regime einen "Krieg" gegen den Süden nicht überleben würde.

Weshalb also Angriffe wie der auf Dae-Yeonpyeong-do im November? ... Ganz einfach. Man sollte einfach einmal einen Blick darauf werfen, wie das Regime in den letzten 20-30 Jahren verhandelt hat. Ein Szenario kurz vorm Krieg? Zumindest von nördlicher Seite her kaum. Eine Provokation? Ja, definitiv. Aber ein Krieg? Selbst die beinharte südkoreanische Propaganda weiß, dass ein Krieg gegen den verarmten Norden einen vorübergehender Todesstoß für die erstarkte Wirtschaft ist.
Niemand der beteiligten würde das wollen.

Wir hatten vorgestern an der Uni ein sehr interessantes Künstlergespräch mit dem niederländischen Dokumentarfilmer Pieter Fleury, der 2004 eine Dokumentation mit dem Titel "North Korea: A Day in the Life" gedreht hat. Ambition war es, das Leben eines "normalen" Nordkoreaners für einen Tag einzufangen. Die Doku an sich ist auch sehr gelungen. NUR: Der Regisseur sagt selbst, er durfte sich nichts aussuchen, wo gedreht wurde. Das wurde alles fein säuberlich von der Regierung organisiert.

Man darf nicht vergessen. Die DDR war niemals so isoliert, wie das in Nordkorea heute der Fall ist.
Zudem gab es in der DDR nicht ein Strafrecht, dass bei einem kleinen Vergehen gegen die Partei sofort die ganze Familie in ein Arbeitslager interniert wird. [aber mein DDR-Wissen ist nichts im Vergleich zu jemandem, der dort aufgewachsen ist.]
Und... Zwischen dem Leben in der Hauptstadt Pyeongyang und dem Leben der restlichen 20 Millionen Nordkoreaner liegen Welten. Das, was wir also in 90% der Fälle über Nordkorea sehen, ist das Leben in den Städten Pyeongyang, Nampo, Kaesong und CO.

An unserem Institut gibt es Ambitionen, an eine Genehmigung für ein "Forschungsprojekt" zu kommen. Allerdings scheint das bei der heutigen Lage hoffnungslos.

Wie das Leben der "einfachen" Leute außerhalb Pyeongyangs (v.a. im Nordosten) aussieht bleibt darüberhinaus das wohl größte Rätsel.

Und was Kim Jong-Un betrifft... Ich habe da vor kurzem einen ausführlichen Artikel darüber geschrieben. Wenn jemand Interesse hätte... PN :)



Higanbana hat geschrieben:So weit meine 2 Yen zu dem Thema


2 Yen sind immerhin schon 28 Won. :D
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Re: Südkorea

Beitragvon Mira.Pancake.<3 » 20.01.2011, 15:09

Hm...also ich sage mal meine Meinung dazu.

Ich habe jetzt ein Jahr lang in Korea gelebt. Ein Mal habe ich eine Art Aussichtsturm auf Ganghwado besucht. Es war nebelig, ich konnte nichts sehen, aber Nordkorea war von dort aus nur wenige Kilometer entfernt und uns wurde gesagt, wie es abläuft (ich glaube den Menschen, was ihr denkt, weiß ich nicht).

Vom Aussichtsturm aus sieht man eigentlich ausschließlich Bauern, die in normal ärmlichen Verhältnissen leben, arbeiten, Kinder haben usw..
Jedoch wird davon ausgegangen, dass das alles nur Show ist, um eine heile Welt vorzuspielen, und dass es ein wenig weiter im Land ganz anders aussieht.
Es gibt die minimale reiche Schicht und der Rest ist arm, am Verhungern, es fehlt an Essen und allem möglichen anderem Zeug.

Für mich eine durchaus realistische Angelegenheit, wenn ihr mich fragt, immerhin war es vor 60 Jahren in Südkorea noch ganz ähnlich und meine Mutter hat auch Tag für Tag mit dem Überleben gekämpft. Dass dort viele Menschen täglich an Verhungerung sterben, finde ich ziemlich wahrscheinlich.

In einer koreansichen Dokumentation im Fernsehen wurde eine Flüchtlingsfrau interviewt. Von Menschenfarmen und Kanibalismus war die Rede. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber die Sachen, die sie erzählt hat, waren schrecklich.

Südkoreaner sind wegen der ganzen traurig. Wirklich sehr traurig. Jedes Mal, wenn darüber gesprochen wird, verdunkeln sich alle Mienen. Sie wollen nur eine Wiedervereinigung oder zumindestens die Gewissheit, ob ihre Verwandten überhaout noch am Leben sind.

Wegen diesen ganzen Angriffen aber, da haben sie nicht die gerinste Angst. Ich habe erst auf einer deutschen Internetseite von den Ereignissen in Winter gelesen - an dem Tag war ich shoppen. Meine Familie und meine Freunde haben nicht ein Mal darüber geredet. Sie machen sich keine Sorgen. Es ist völlig normal.

Sie hoffen auf eine eventuelle Wiedervereinigung dieses Jahr, wenn der Präsident stirbt und es für kurze Zeit kein Staatsoberhaupt gibt.
Aber ist das überhaupt noch aktuell???
Keine Ahnung, man spricht nicht über Nordkorea in Südkorea.
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Re: Südkorea

Beitragvon Takeru » 20.01.2011, 20:51

Sie hoffen auf eine eventuelle Wiedervereinigung dieses Jahr, wenn der Präsident stirbt und es für kurze Zeit kein Staatsoberhaupt gibt.
Aber ist das überhaupt noch aktuell???


Das ist mehr eine menschlich idealistische Hoffnung denn eine (im Moment) realistisch.

Die Wirtschaft liegt zu weit auseinander, als dass eine Wiedervereinigung für den Staat Südkorea Sinn machen würde.

Allerdings... die besten Geschichten schreiben immer noch die Menschen selbst. Siehe deutsche Wiedervereinigung, Fall des Eisernen Vorhangs oder jetzt der Umsturz in Tunesien.

Das ist alles sehr schwer herauszusagen, aber ich glaube...

In einer koreansichen Dokumentation im Fernsehen wurde eine Flüchtlingsfrau interviewt. Von Menschenfarmen und Kanibalismus war die Rede. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber die Sachen, die sie erzählt hat, waren schrecklich.

Südkoreaner sind wegen der ganzen traurig. Wirklich sehr traurig. Jedes Mal, wenn darüber gesprochen wird, verdunkeln sich alle Mienen. Sie wollen nur eine Wiedervereinigung oder zumindestens die Gewissheit, ob ihre Verwandten überhaout noch am Leben sind.


...das ist vom Staat durchaus so gewollt.
Man bedenke, wie die Industrialisierung in Südkorea ablief und vergleiche sie mal mit dem heutigen China. Männer wie Park Chung-hee oder Syngman-Rhee waren alles andere als "nette" Präsidenten.

Ich denke dass dieses "kollektive" Verhalten - dieses "sehr traurig sein" - in Korea ein gesellschaftliches Phänomen ist.

Ich kann mir vorstellen, die meisten Koreaner wünschen sich im Moment keine Wiedervereinigung sondern eher eine Lockerung des Grenzverkehrs. Eben Besuche im Norden, Briefkontakt,...
Aber würde das Regime in Pyeongyang derartige Sachen unkontrolliert erlauben, würden viele Punkte der Ideologie entkräftigt werden.

Fakt ist ja: Der Norden hält seinen Einwohnern vor, sie würden in einem Arbeiterparadies leben. Der Süden sei nur eine von westlichen Mächten gesteuerte Marionettenpuppe voller Anarchie und Chaos.

Umgekehrt hält der Süden dem Norden vor, dass dort ALLES sehr schlimm sei. Inwiefern das ist... ich denke, man kann es sehr schwer beurteilen. Ein Freund von mir war bereits in Nordkorea, er hatte auch die Gelegenheit in den Norden und den Nordwesten zu reisen. Man kann selbst da noch argumentieren, dass man "nur" Theater sieht. Aber ob dem so ist? Schwer zu sagen.

Was ich kurz sagen wollte.
Ich denke, dass das "Sein" in der Frage sehr schwer zu eruieren ist.
Und sollte Kim Jong-Il sterben... ich halte einen großartigen Systemwechsel für unrealistisch. Schließlich dachte man nach Kim Il-Sungs Tod vor 20 Jahren dasselbe.
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Re: Südkorea

Beitragvon Higanbana » 21.01.2011, 05:26

Hallo,
Takeru hat geschrieben:Südkoreanische Medien zeichnen alle das Bild des Aggressors, der jederzeit Südkorea in Asche legen möchte. Hier ist natürlich auch zu sagen: Rhetorik und tatsächliche Wirklichkeit sind zwei Dinge. Der durchaus brutale Pyeongyanger Militärapparat ist sich - das ist meine Behauptung und die eines meiner Professoren - durchaus dessen bewusst, dass das Regime einen "Krieg" gegen den Süden nicht überleben würde.

Weshalb also Angriffe wie der auf Dae-Yeonpyeong-do im November? ... Ganz einfach. Man sollte einfach einmal einen Blick darauf werfen, wie das Regime in den letzten 20-30 Jahren verhandelt hat. Ein Szenario kurz vorm Krieg? Zumindest von nördlicher Seite her kaum. Eine Provokation? Ja, definitiv. Aber ein Krieg? Selbst die beinharte südkoreanische Propaganda weiß, dass ein Krieg gegen den verarmten Norden einen vorübergehender Todesstoß für die erstarkte Wirtschaft ist.
Niemand der beteiligten würde das wollen.

Erstaunlicherweise sagst du viele Dinge, die ich meinem Mann auch mal gesagt habe, so dass er auch das allgemeine Bild von Nordkorea etwas anzuzweifeln angefangen hat.

Und Propaganda. Ja, ich befuerchte auch, dass man diesen Aspekt echt in Ostasien nicht unterschaetzen darf. Und Suedkorea ist da bei weitem kein unschuldiges Bluemchen. Ich habe mal die fotographische Dokumentation eines Schulprojekts einer Schule im Netz gesehen. Dessen Thema: Wir hassen Japan! Und das wurde dann mit Anzuenden der Fahne, grossen schwarzen Fusstritten auf Japan und aehnlich dargestellt. Sicherlich will ich von dem einen Projekt nicht behaupten, dass das ALLE Schulen machen, aber die Werke der Schueler sind stolz oeffentlich in einem Fussgaengertunnel oder Bahnhofstunnel ausgestellt gewesen. Und es waren Unmengen, mindestens 40-50 Stueck. Und anscheinend hatte keiner etwas dabei gefunden. Leider habe ich die Adresse nicht mehr.

Man darf nicht vergessen. Die DDR war niemals so isoliert, wie das in Nordkorea heute der Fall ist.

Da faellt mir ein, was unser Staatsbuergerkundelehrer zu uns mal gesagt hatte, als es um Bruderlaender ging. "..., aber China und besonders Nordkorea sind etwas schwierige Geschwister."

Aber das mit Strafen und der angenommen Strenge: Urteilst du da nicht zu sehr vom europaeischen Standpunkt aus? Fuer ne Miniaffaere landen Liebespaare in Suedkorea im Knast, fuer eine Portion Opium, ja selbst nur fuer eine Hanfpflanze auf der Fensterbank kann man ein paar Jahre unter der Aufsicht meines Mannes verbringen. Ostasien ist oder scheint in punkto Strafe einfach strenger als Deutschland oder Oesterreich zu sein. Und wenn das Verhalten eines jeden Familienmitglieds in der Verantwortung des Vaters oder der Eltern liegt, dann waere es ja nur logisch, dass die dann auch fuer das Verhalten die Konsequenzen erdulden muessen. Sicher, aus dem deutschen Blickwinkel wirkt das hart, aber wenn ich in asiatischen Relationen denke, wirkt auch wieder nicht ueberraschend. Kinder muessen machen, was Eltern sagen. Und wenn sie Scheisse bauen, dann habe ich als Elternteil versagt. Ob die Denkweise gut oder schlecht sei, sei dahingestellt, aber so ist es ja selbst oft noch in Japan.

Und... Zwischen dem Leben in der Hauptstadt Pyeongyang und dem Leben der restlichen 20 Millionen Nordkoreaner liegen Welten. Das, was wir also in 90% der Fälle über Nordkorea sehen, ist das Leben in den Städten Pyeongyang, Nampo, Kaesong und CO.

Ist das nicht bei den meisten asiatischen Laendern der Fall? Mich hatte auch mal ne Chinesin gefragt, ob meine Eltern arm seien, weil ich erwaehnte, dass ich INAKA wohne. Und als ich das vehement verneinte, meinte sie "Ach so, dann ist es so wie in Japan." Wenn ich mal Dokumentationen von China ausserhalb der grossen Industriezentren sehe, dann scheint es dort auch immer zu sein, dass eine der groessten Sorgen der Familien sei, wie sie ihre Familie nun ernaehren sollen. Und oft scheint es eine der groessten Ambitionen zu sein, dass Kinder irgend etwas lernen, dass sie von der Region in die grossen Staedte gehen und diesem Leben entfliehen koennen. Dass das in Nordkorea genau so oder noch schlimmer ist, wuerde mich ehrlich gesagt nicht weiter gross ueberraschen.

Und was Kim Jong-Un betrifft... Ich habe da vor kurzem einen ausführlichen Artikel darüber geschrieben. Wenn jemand Interesse hätte... PN :)

Oh, ja, buette buette, buette!!!!! Stimmt es echt, dass er sich einer Operation untergehen liess, um sich auch koerperlich weiter Papa anpassen zu lassen. Boah, wie kann mit Ende 20 schon so aussehen!!!

2 Yen sind immerhin schon 28 Won. :D

So teuer ist das schon!? Als ich ueber Seoul geflogen war, war der Kurs 1:10, meine ich.

****
Uebrigens, wo ich jetzt Theater hoere: Vor ein paar Jahren gab es mal ein Spiel Nordkorea gegen Japan, meine ich, in Japan. Und natuerlich kam da auch diese *hust* koreanischen Freudenmaedchen, ehm Cheerleader. Und eine von ihnen sah ploetzlich, wie ein Bild vom ehrenwerten Shogun-sama im Regen hing, und erst rastete sie, und dann der ganze Rest der Gruppe auch aus. Und die jungen Frauen fingen an, einen Aufstand zu machen und heulten, weil ihr Meister so misshandelt wurde.

Mein Mann und ich sahen die Dokumentation im Fernsehen und fragten uns echt, in wie weit das Theater oder echte Gefuehle sind. Aber ich habe mal erlebt, wie eine chinesische Klassenkameradin ausgeflippt ist, weil ich anzudeuten wagte, dass dieses 10m grosse Bild von Mao (?) auf einem der uralten Bauwerke in China steht und den Eindruck des Gebaeudeensembles stoert. Es sei eine ehrenwerte Person, und als eine solche habe er voll und ganz das Recht, dort zu stehen, so der O-Ton. Daher kann ich mir durchaus auch vorstellen, dass zumindest diese Freudenfrauen darauf konditioniert werden, wirklich so zu sein. Aber ist der Rest auch so? Oder sehen auch sie, dass es nicht paradiesisch sein, wenn eben die Grunddinge des taeglichen Lebens abgesichert sind? Ich meine sogar, mal ein Kurzinterview von einem Fluechtling gesehen zu haben, der meinte, dass man unter sich im Privaten sehr wohl das System dort kritisiere. Aber in wie weit das fuer seinen Umkreis oder die Allgemeinheit zutraf, weiss ich natuerlich nicht.

@Mira
Mira, nee, ich glaube nicht, dass es zu einem Systemwechsel kommt. Wo sollte der herkommen? Die einzige Moeglichkeit waere ein allgemeiner Aufstand, aber ich bezweifle in dem Fall, dass die Regierung so wie zu DDR-Zeiten nachgeben wuerde und nicht militaerisch reagiert. Auch da bestand die grosse Wahrscheinlichkeit, dass man mit Panzern auf Leute losgeht, was der Grosse Bruder bestimmt auch gefordert haette. Aber gluecklicherweise waren die DDR-Groessen dann doch nicht so skrupellos. Bei China und Nordkorea waere ich mir da nicht sooo sicher...

Und Herr Kim hat nicht umsonst den SANNAN, den 3. Sohn zu seinem Nachfolger erwaehlt und nicht Nr. 1 und 2. Der offizielle Grund: Er ist Papa vom Charakter am Aehnlichsten. Der japanische Exkoch hatte erzaehlt, dass der 2. Sohn Yasashii -lieb und sanft- sei, was Papa absolut misfaellt und wohl auch als weiblich bezeichnet wurde. Sohn Nr. 1 waere als CHOUNAN - aelterster Sohn - durchaus in Frage gekommen, aber er hat sich Papas Wuenschen widersetzt. Und der Grund oder wahrscheinlich eher der Ausloeser, dass er in Ungnade gekommen ist und aus dem Land geworfen wurde, war die Aktion mit der Einreise nach Japan unter einem falschen Pass, um sich Disneyland anzuschauen. Und zumindest laut dem Koch soll der 3. Sohn relativ ambitioes und skrupellos im Umsetzen seiner Ziele sein (ich mag das Wort skrupellos in dem Fall nicht wirklich, ich meine, er hat alles dran gesetzt, um seine Ziele durchzusetzen, was ja nicht unbedingt negativ sein muss). Aber er soll wohl auch ein Gefuehl von Sanftheit (Yasashisa) haben und hatte sich wohl auch mal um ein Problem des Kochs gekuemmert, obwohl er ihn nie darum gebeten hatte. Aber das alles klang fuer mich in keiner Weise so, als dass er je anzweifeln wuerde, dass das, was Papa macht, nicht unbedingt das Beste fuer sein Land ist. Und jetzt wird er, so wie das schon bei Papa und Opa war, antrainiert, so dass noch weniger auf irgendwelche Aenderungen von oben zu hoffen ist.

@Takeru
Wenn du kommen kannst, dann lasse uns sicher noch mal detaillierter darueber reden. *freu*

Liebe Gruesse

Higanbana

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Takeru
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Re: Südkorea

Beitragvon Takeru » 21.01.2011, 07:57

Ich habe leider im Moment keine Zeit, ausführlicher zu antworten. Aber das hier sprang mir ins Auge.

Higanbana hat geschrieben:Aber das mit Strafen und der angenommen Strenge: Urteilst du da nicht zu sehr vom europaeischen Standpunkt aus? Fuer ne Miniaffaere landen Liebespaare in Suedkorea im Knast, fuer eine Portion Opium, ja selbst nur fuer eine Hanfpflanze auf der Fensterbank kann man ein paar Jahre unter der Aufsicht meines Mannes verbringen. Ostasien ist oder scheint in punkto Strafe einfach strenger als Deutschland oder Oesterreich zu sein


Ja, wo du Recht hast.
In Südkorea gab es eine Frau, die verurteilt wurde, weil sie nordkoreanische Musik auf ihrem MP3-Player hatte. (!) :o
( http://www.google.com/hostednews/afp/ar ... 16DcQRb3Kg )

Das heißt, ich könnte in Südkorea meinem iPod sei Dank ins Gefängnis kommen.

-

Strenger ja. Aber zwischen einer Strafe und einer Abführung der ganzen Sippe in ein Arbeitslager und gleichzeitiger gesellschaftlicher "Auslöschung" ist doch ein Unterschied.

Sieh dir mal diesen Artikel an. ( http://www.globalsecurity.org/intell/wo ... g-camp.htm )
Dazu habe ich noch folgende Zahlen (Schätzungen von 2009) in einer älteren Arbeit meinerseits gefunden:

- Man geht von 12-20 Lagern in Nordkorea aus.
- Ca. 180.000 Menschen sollen inhaftiert sein.

Diese Dinge sind dann wieder Sachen, bei denen man dem Regime wirklich jegliche Sympathie absprechen muss.
ABER: Denken wir auch an Guanatanmo oder die Situation mancher Häftlinge in anderen Staaten.
Auch hier gilt: Solange das Land nicht geöffnet ist, kann man keine genaue Situation des Bildes zeichnen. Aber hier ist das, was man von Flüchtlingen hört (ob es wahr ist oder nicht), einfach nur grausam.

Bei China und Nordkorea waere ich mir da nicht sooo sicher...


Ich glaub China fürchtet nichts mehr, als einen Zusammenbruch des Systems. Ebenso wie Südkorea.
Was hätten die Länder davon? -> Schulden + Flüchtlinge.
Was hätte Nordkorea davon? -> Chaos.

Mein persönliches Modell wäre ja eine "Föderation Korea" mit der Republik Südkorea und der Republik Nordkorea unter der Flagge mit den blauen Umrissen des Landes. Allerdings mit einigen Einschränkungen, was die Migration von Nord- nach Süd angehen würde. Dafür mit einem Entwicklungsprogramm seitens China, den USA, Südkorea, Russland und (in Eigeninteresse) Japan.
Also sprich ein Aufbau einer Infrastruktur - Straßen, Elektrizität, Wasserversorgung,... Ich denke, die Chaebols (jetzt fällt mir der jap. Begriff nicht mehr ein... :o ) würden sich über die viele Arbeit freuen.
Und in ferner Zukunft dann eine Wiedervereinigung als "Republik Korea".

Aber das ist Wunschdenken.

Und ich bin ja eig. auch der Meinung, dass Japan und Korea was Wirtschaft, Handel und CO betrifft sehr eng zusammenarbeiten sollten. Sofern es auch viele Unterschiede in Kultur und Lebensweise geben mag [und sofern auch der historische Umstand ein nicht gerade positiver ist], so sehr sind sich die Länder doch ähnlich. :o
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Gast

Re: Südkorea

Beitragvon Gast » 19.10.2011, 12:16

Hallo! Ich bin noch dabei, mich zu entscheiden, ob ich mein ATJ in Südkorea oder beispielsweise in den USA mache. Könnt ihr mir sagen, wie groß die Koreaner, die ihr kennengelernt habt, durchschnittlich sind? Ich bin leider 1.75m (w) groß und käme mir sicherlich ziemlich doof vor, wenn ich immer zwei, drei Köpfe größer wäre als die anderen. Danke.

Saki

Re: Südkorea

Beitragvon Saki » 19.10.2011, 12:52

Ich weiß nicht, inwiefern Japaner und Koreaner da unterschiedlich sind, aber ich bin auch so groß wie du und in Japan gab es Mädchen, die (fast) so groß waren wie ich. An eine, die etwas größer als 1,50m gewesen sein mag, kann ich mich erinnern, aber sonst habe ich sehr wenige um mehrere Köpfe überragt. In meinem Praktikum wurde ich weit von einem Lehrer überragt, der war mindestens 1,85m.
Und selbst wenn du kleiner wärst, dann wärst du trotzdem die (große) blonde/brünette/rothaarige aus Europa. Auffallen tust du eh mit großer Wahrscheinlichkeit.

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Re: Südkorea

Beitragvon Higanbana » 19.10.2011, 13:36

Hallo,

also meine SEMPAI, DOUKYUUSEI oder auch KOUHAI aus Korea hatten sich nur unwesentlich von Japanern unterschieden. Wenn, dann war es nur in der Mode und nicht in der Groesse. Die Maedchen waren alle zwischen 1,57 und 1,65 m gross. Mit 1,75 m wirst du groesser als die Meisten sein, aber RIESIG bist du trotzdem nicht. Und ausserdem hat Ayane voellig recht, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Du kannst 1,50 m sein und wirst trotzdem auffallen. Aber alles Andersartige und Fremde wird irgendwann auch mal normal, und nach 3 Monate Daenemark hatte ich die 8 Daenen asiatischer Herkunft auch nur noch nebenbei wahrgenommen. Und auch ich als die einzige Nichtasiatin unter 3000 Studenten und vielleicht eine von 3-5 nichtasiatischen Auslaendern im 25.000 Einwohnerstadtteil bin im Sommer auch nicht mehr so etwas Besonderes gewesen, dass jedes Mal die Kieferlade runterfallen musste. Irgendwann war mir auch egal, wenn mich die Uni wieder fuer ein Prospekt etc. fotographieren wollte. Ein Foto? Klar, wann denn. Ihr wollt mich fuer irgendeine internationale Aktion? Klar, immer. Was muss ich vorbereiten? Und was springt dabei heraus? Du willst mit mir reden? Gerne! Du wunderst dich, wie sich strassenhundblonde Haare anfassen? Bitte fasse sie doch mal an. Irgendwann gewoehnt man sich echt an so eine "Pseudostarbehandlung", und irgendwann wird sie auch verschwinden. Und ausserdem wuerde ich nicht nur das Negative dabei sehen wollen: Leute haben mehr Interesse an einem, und man lernt schneller Leute kennen. Und wenn du fuer einen Marsmenschen gehalten wirst, dann verschafft das einem auch in gewissem Masse Freiheit, weil etwas mehr anders sein dann echt keinen Unterschied mehr macht und man so, wie man ist, hingenommen wird.

Ich wuerde nach Korea gehen, wenn es das Land ist, was dich interessiert. Nicht, dass die USA nicht interessant sind, aber dorthin gibt es so viele Moeglichkeiten, und es gibt so viele Moeglichkeiten, um Englisch zu lernen. Mal eine laengere Zeit Teil der koreanischen Gesellschaft zu werden ist dagegen noch so gut wie unmoeglich, weil die Aufnahme und Akzeptanz von Auslaendern eben doch noch nicht so selbstverstaendlich sind wie das im Schmelzkessel USA ist. .

LG

Higanbana

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Re: Südkorea

Beitragvon Thyra. » 13.11.2011, 21:10

Hey :huhu:

also ich hab da mal 'ne Frage, kennt einer von euch High Schools in Busan oder Seoul, die Austauschschüler aufnehemen? Also ich regle grade mein ATJ selber & hab auch schon Familien gefunden, die mich aufnemhemn würden, aber da ich die Sprache nicht so gut kann, dass ich mich am Unterricht aktiv beteiligen könnte, lehnen mich alle ab oder antworten erst gar nicht. :( Ich habe mir schon die Finger wund getippt, hab mit der Botschaft geschrieben, mich mit Schulen in Verbindung gesetzt und auch mit Jugendorganisationen dort geschrieben, aber i.wie kann mir keiner so recht helfen. Es wäre super lieb, wenn ihr mir Schulen und eventuell die e-mail adressen schreiben könntet! :) Es ist mir wirklich wichtig & ich bin für jede Hilfe dankbar! :wink:


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