Was nun?

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ttt
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Was nun?

Beitragvon ttt » 31.08.2014, 21:52

Hallo Forumsleser!

Unser Sohn ist seit Donnerstag in USA. Leider hatte er einen schlechten Start erwischt.
Am Ankunftstag am Flughafen mußte er auf die Gastfamilie (Mutter, Tochter 15, Sohn 14) warten. Er stand als letzter dort und wurde nicht erwartet. Es war für ihn nicht so schön.
Nachdem die Familie ankam, sind sie mit ihm Essen gegangen, was in meinen Augen eigentl. nett war.
Jedoch während des Essens sagte die Gastmutter, dass mein Sohn die Gastfamilie wechseln kann, wenn er sich nicht bei ihnen wohl fühlt ( er ist doch gerade angekommen...m.E. war das sehr taktlos von der Mutter ).
Beim Rausgehen fragte sie ihn, ob er deutsche Süßigkeiten mithätte ()

Er teilt sich das kleine Zimmer mit dem Gastbruder. Wenn das nur das einizige Problem wäre, dann wäre ich noch zufrieden. Doch es stellte sich heraus, dass die Mutter wochentags und auch am Wochenende bis 21-22 Uhr arbeitet und die Kinder so auf sich gestellt sind. Nach Info des Gastbruders gibt es abends selten warmes Essen. Man holt sich aus dem Kühlschrank etwas.

Mein Sohn soll Dienstag zur Schule gehen. Doch jetzt, nachdem die Gastschwester die Schule als ghettomäßig einstuft und meinen Sohn vor Diebstählen dort warnt, ist er etwas verunsichert. Die Gastgeschwister selber gehen nicht auf diese Schule.
Es hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack zurück. Warum lässt die Gastmutter meinen Sohn in diese Schule gehen, wo sie selber ihre Kinder nicht dorthin schickt ?!

Bezüglich des Mittagsessen wurde meinem Sohn gesagt, dass er von zu Hause etwas mitnehmen soll und dann später, wenn sie für ihn freies Mittagsessen bekommt, er dann in der Schule seine Lunchmahlzeiten einnehmen kann.

Wie soll ich das jetzt verstehen? Hat die Gastmutter nicht das Geld für ein Mittagsessen und ist auf staatliche Hilfe angwiesen?
Ich bin ehrlich gesagt etwas sauer, wie man bei der Gastfamilienplatzierung nicht auf sowas achtet.

Ich weiss nicht, ob die Orga in USA von der finanziellen Situation der Gastmutter kennt.
ich denke an einen Familienwechsel, habe aber zu meinem Sohn gesagt, dass er 2-3 Wochen noch warten soll. Er hat seit seiner Ankunft sehr wenig Appetit und sieht sehr traurig aus. Ich weiss. dass es nicht am Heimweh liegt.

Sehe ich es zu kritisch?
Wie denken andere Eltern darüber oder wie würden sie in meiner Situation das Ganze einschätzen?

Sorry, dass der Text so lang geworden ist... :(


LG
ttt

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sotagirl
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Re: Was nun?

Beitragvon sotagirl » 31.08.2014, 22:51

Ich denke er sollte erstmal etwas abwarten. Gründe für die andere Schule kann einfach sein, dass die Schule der Gastgeschwister keine Austauschschüler aufnehmen wollte, kostenpflichtig ist oder voll war. Es ist unter Jugendlichen ja auch nicht unüblich, dass man schlecht über andere Schulen spricht...oft stehen Schulen ja auch in Konkurrenz miteinander. Er soll sich erstmal ein eigenes Bild machen.
Das mit dem freien Essen kann etwas organisatorisches sein. So hat bei mir damals die Orga das Schulessen bezahlt. Kann also einfach sein, dass noch Papiere fehlen, damit er das bekommt. Das muss nicht heißen, dass sie auf staatliche Hilfe angewiesen ist. Hat dein Sohn denn den Eindruck, dass das Geld knapp ist? Ist der Kühlschrank leer? Grundsätzlich muss man für die Aufnahme eines Austauschschüler nicht wohlhabend sein und die Familie entscheidet, ob sie sich das finanziell zutraut. Bei meiner Gastfamilie war manchmal auch das Geld knapp, aber meine Hostmom hat das durch ihre Liebe mehr als ausgeglichen...für mich ist das Haus eine 2. Heimat geworden, auch wenn keine Ausflüge oder so drin waren.

Das die Mutter soviel arbeitet, ist natürlich doof, aber ich denke, dass ihn das weniger stören wird, wenn die Schule angefangen hat und er sich eingelebt hat.
Das mit den Süßigkeiten finde ich jetzt gar nicht komisch. Viele ATS bringen der Gastfamilie Süßigkeiten mit. Ich bringe auch jedes mal, wenn ich zu Besuch in einem meiner Gastländer bin Unmengen an Schoki und Haribo. Vielleicht hatte die Gastfamilie ja schon einen deutschen Austauschschüler oder jemand aus dem Bekanntenkreis, so dass sie deutsche Süßigkeiten kennen und sich darauf gefreut haben.
Also erstmal abwarten und wenn es wirklich nicht passt, dann ist die Mutter ja schon drauf vorbereitet und es läuft sicherlich konfliktfrei ab. Vielleicht hat sie ihm das mit dem Wechsel auch gesagt, weil sie befürchtet, dass sich ein Schüler nicht so wohl fühlt, wenn die Mutter immer arbeitet. War vielleicht nicht so taktvoll...aber na ja, die Gastfamilie ist auch aufgeregt und sitzt dann da mit einem fremden Schüler und versucht irgendwie Kontakt aufzubauen...
Also, erstmal abwarten und dem Jungen gut zureden :)
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Re: Was nun?

Beitragvon ttt » 31.08.2014, 23:03

Hallo!

Das mit dem Mittagessen in der Schule war so von der Gastmutter gedacht, dass sie etwas erst beantragen muss, damit er es 'free'
bekommt. Ich denke, es wird so ähnlich wie in DE sein,zumindest habe ich es vom Kindergarten schon mal gehört, wo Familien das Mittagessen fast umsonst (oder sehr wenig bezahlen müssen) bekommt, wenn sie nachweisen können,das sie ein niedriges Einkommen haben.

Um ehrlich gesagt...es geht mir micht darum, ob die Familie viel Geld hat. Mein Sohn wurde nicht so erzogen, dass er Menschen danach bewertet. Nein... er vermisst die Herzlichkeit bei der Mutter.
Ich glaube, dass man (wie es bei dir der Fall war) viel mit Herzlichkeit wettmachen kann.
Das hat mein Sohn bei dieser Mutter nicht gespürt...leider.

Lg

Rana
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Re: Was nun?

Beitragvon Rana » 31.08.2014, 23:44

@ttt
also, wenn ich das richtig verstehe, ist dein Sohn nun seit knapp 3 Tagen in der Gastfamilie. Ganz schön wenig Zeit, um sich kennenzulernen. Wie auch bei uns gibt es in den USA reserviertere und herzlichere Menschen, das äußere Verhalten sagt aber noch wenig über die innere Einstellung. Man muss doch auch erst mal miteinander warm werden, das geht doch nicht in 2 Tagen, oder?

Dass man sich einfach etwas aus dem Kühlschrank nimmt und nicht gemeinsam gegessen wird, ist nicht unüblich in den USA, übrigens auch bei uns nicht. Und dass das freie Schulessen erst beantragt werden muss, vermutlich bei der Schule, muss nichts mit der finanziellen Lage der Familie zu tun haben. Das kann ein ganz normales Procedere sein innerhalb der Organisationsstruktur der Schule.
Wie sotagirl schon sagt, soll er sich erst mal selbst ein Bild von der Schule machen, bevor er schon Angst aufbaut, ehe er überhaupt dort war. Die Gastfamilie entscheidet nicht über die Schulwahl!

Vielleicht ist dein Sohn mit einer zu bestimmten Vorstellung im Kopf in sein ATJ gestartet und nun sieht die Realität im ersten Moment ein wenig weniger rosig aus als in seiner Vorstellung. Aber du hast Recht, wenn du ihm zuredest, sich erst mal Zeit zu geben, sich die Dinge in Ruhe anzuschauen, mal erst nicht zu werten und dann nach einer gewissen Zeit noch einmal in Ruhe zu überlegen, ob man mit den Verhältnissen wirklich nicht zurecht kommt. Einen so frühen Gastfamilienwechsel ohne wirklichen Grund wird auch keine Organisation akzeptieren und das zurecht.
Alles Gute
Rana

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Re: Was nun?

Beitragvon ttt » 01.09.2014, 09:43

@ Rana:

Ich würde es so ausdrücken: Wenn ich als alleinerziehnende Mutter mit wenig Zeitressourcen und zwei weitere Kinder versorgen muss, dann überlege ich es mit zwei-dreimal gründlicher bevor ich mir ein Gastkind ins Haus hole.

Es mag viele Gasteltern oder Gastfamilien geben, die ehrenhafte Gründe wie Kulturaustausch haben oder einfach etwas Neues erfahren wollen, wenn sie als Gastfamilie sich anbieten. Das rechne ich den Familien hoch an.
Doch es gibt auch Leute, die etwas anderes im Hinterkopf haben als ein neues Familienmitglied aufzunehmen.

Bevor ich diesen Schritt machen würde, hätte ich in verschiedene Richtung gedacht.
Und wirklich, wir hatten auch daran gedacht ein Kind aufzunehmen, aber da wir daheim ein chronisch krankes Kleinkind haben und ich kaum zum Schlafen komme (nicht einaml nachts), habe ich es verworfen...auch im Interesse des potenz. Kindes.
Wenn ich diesen Schritt machen würde, dann muss ich dem auch gerecht werden, d.h. wir müssen uns zeitlich, räumlich und finanziell sicher sein und nicht nach dem Motto... nun hier hast du ein Bett in der Ecke, Essen ist im Kühlschrank (hier auch die Frage wie voll der Kühlschrank ist), täglich duschen ist ok....und dann wars auch.

Bitte verstehe mich nicht falsch...ich möchte doch nur eine Familie für meinen Sohn, die wirkliches Interesse zeigt und ihn wie ein Familienglied annimmt.
Ist das zuviel verlangt??

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Re: Was nun?

Beitragvon Orava » 01.09.2014, 10:07

Wie Rana und sotagirl kann ich dir nur raten, erstmal zu versuchen, den Kopf ein bisschen davon wegzubekommen und abzuwarten. Ich weiß, dass das schwer zu verstehen ist, aber denk daran, dass du auf der anderen Seite der Welt bist und vieles, was dein Sohn dir mitteilt, vielleicht garnicht so bei dir ankommt, wie er es gemeint hat, oder je nach Mitteilungsart (E-Mail) sogar schon wieder ganz anders aussehen kann, wenn du es gerade liest. Wenn man im Austauschjahr ankommt, verändert sich die eigene Stimmung erstmal stündlich bis minütlich. Das kann ein echtes Stille Post-Spiel sein.

Ein Gastkind aufzunehmen, überlegt sich jeder (im Normalfall) zwei- bis dreimal. Aber eine Mutter und zwei Kinder - das ist doch eine ganz normale Familie. Das sind doch "normal viele" Kinder, und dass Eltern arbeiten, ist doch auch der Regelfall, auch hier in Deutschland. Und nach "ganz normalen" Familien wird eben ausdrücklich gesucht, und so etwas wünscht man sich meiner Erfahrung nach auch als Austauschschüler. Aber man kommt nunmal erst einmal in das Haus von fremden Menschen in einer anderen Kultur, und dort ist nicht alles wie zuhause. Auch ein Gastfamilienwechsel hilft in der Situation höchstwahrscheinlich garnicht weiter. Dann kommt er eben nochmal zu anderen fremden Leuten, wahrscheinlich wieder zu einer ganz normalen Familie, mit Pech direkt mit einem ordentlichen Knick im Selbstbewusstsein oder einem offiziellen Rüffel der Organisation, wenn die das überhaupt so mitmacht. Gastfamilien wachsen ja nicht auf Bäumen...
Und so wie sich das ansonsten anhört, dann wird er doch wie ein Familienmitglied behandelt, oder? Er macht eben direkt den Alltag mit, ist doch okay. Da ist es zuerst einmal vor allem seine Aufgabe, sich anzupassen. Und zum jetzigen Zeitpunkt würde ich an deiner Stelle einfach mal davon ausgehen, dass er das auch hinkriegt. Ich geh mich mal schnell vorsorglich unterm Tisch verstecken bevor ich den letzten Satz schreibe.... - ...und vielleicht sogar schneller ohne ständigen Kontakt zu dir und deine gutgemeinten Tipps vom anderen Ende der Welt.

PS: Dass man als Schüler über die Schüler der Nachbarschulen nichts Gutes zu sagen hat, ist ja wohl überall der Fall... als ich in der Schule war, waren auf den beiden anderen Gymnasien des Landkreises auch nur die faulen Leute, die zu blöd für unser Gymi waren. Wir waren einfach auf der besten Schule und überhaupt die Tollsten, und nicht auf der Deppenschule wie die anderen :clown: Klar, oder? (Und hätte irgendwer das Gerücht gestreut, dass da total viel geklaut wird, hätte ich das wahrscheinlich auch geglaubt.)
Nicht vorher eine Meinung über alles bilden oder oder zumindest bereit sein, sie zu überdenken und trotzdem offen auf alles zuzugehen :)
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Re: Was nun?

Beitragvon **Laura1990** » 01.09.2014, 10:37

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Zuletzt geändert von **Laura1990** am 19.02.2015, 12:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Was nun?

Beitragvon kiri » 01.09.2014, 15:42

Dieses Problem hätte ich (bzw. meine Tochter) auch gern,....denn das würde bedeuten, sie hätte ihre Gastfamilie und wäre schon in den USA. Bei uns fehlt leider (wie bei noch etwas über 20 anderen Schülern bei unserer Organisation) eine Gastfamilie. Wenn es also dumm läuft, kann meine Tochter ihren Traum, den sie seit 4 Jahren hat in 4 Tagen begraben.

Aber ehrlich, nach zwei/drei Tagen kann man doch noch gar nicht "als Familienmitglied" anerkannt werden, so was dauert doch länger, man muss sich doch erstmal "beschnuppern" und aneinander gewöhnen.

kiri

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Re: Was nun?

Beitragvon sotagirl » 01.09.2014, 20:24

Wie gesagt, ich kann verstehen, dass es dich stört, dass die Mutter so lange arbeitet, aber das heißt ja nicht, dass sie kein Interesse hat. Wie intensiv eine Familie überlegt, hängt sicher von der Familie und auch der Kultur ab (Deutsche tun das um einiges mehr, als andere). Ich versuche selbst auch immer Familie davon zu überzeugen, jemanden aufzunehmen. Mein Standardspruch ist: Was man seinen eigenen Kindern zumuten kann, kann man auch einem Gastkind zumuten (wenn keine Zeit oder ländliche Gegend als Argumente kommen).
Ich habe am Wochenende eine Nachbereitung von zurückgekehrten ATS betreut und dort auch über die Aufnahme von einem Schüler gesprochen...da kam dann auch...ja meine Eltern denken, dass sie nicht genug Zeit für den Schüler haben usw....da habe ich die Runde gefragt, was sie denn gemeinsam mit ihren Eltern unternehmen...im Ernst, Teenies sind in der Regel auch viel unterwegs und mit Freunden zusammen. Diese sind in dem Alter am wichtigsten. Ich denke, für deinen Sohn ist es nun am Anfang schwierig, denn Freunde hat er verständlicherweise noch nicht.
Zur Motivation einer Gastfamilie...diese liegt nicht unbedingt immer darin mehr über eine andere Kultur zu erfahren, sondern oft die eigene zu zeigen, einem jungen Menschen zu ermöglichen das gelobte Amerika kennen zulernen (dein Sohn ist in einem patriotischen selbst überzeugtem Land).
Versuche nicht zu werten und zu interpretieren...auf die Entfernung klappt das sowieso nicht gut.

Alles Gute!

ps.: Ich habe mich auch nicht von Anfang an wohl gefühlt und auch schwierige Zeiten gehabt. Aber ich habe viel gelernt und im Rückblick war es toll.
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Re: Was nun?

Beitragvon JessyG » 29.09.2014, 15:14

Hallo,

also ich bin mir zu 100% sicher, dass meine Mutter am Anfang meines Austauschjahres genau dasselbe durchgemacht hat. Ich war in England und hatte ein winziges Zimmer (winzig ist hier wirklich gemeint, vielleicht so 4 - 6m²) dass ich mir mit einer Norwegerin teilen musste, die null meinem Typ Mensch entsprach und wo von vorn herein klar war, dass wir uns nicht gut verstehen würden. Sie hat außerdem geraucht und war ein absoluter Party-Mensch, meine Mutter ist fast gestorben. Am Anfang war das auch für mich schwer aber wir haben uns arrangiert. Wir waren keine guten Freunde, aber gestritten haben wir uns auch nicht. Für mich war das eine Herausforderung und es war letzten Endes auch gut so. Meine Gastmama war auch den ganzen Tag arbeiten, kam nach Hause, dann haben wir gegessen und dann ist sie sofort ins Bett gegangen. Aber wir haben uns prima verstanden. Wir waren ein verrückter Haushalt, aber jeder von uns war glücklich damit. Meine Gastmama hatte auch nicht viel Geld, aber das war okay, wenn wir verreist sind haben wir selbst bezahlt, zu essen war genug da. Oft haben wir uns einfach im Kühlschrank selbst bedient, gerade an Wochenenden, weil wir einfach alle einen unterschiedlichen Tagesrythmus hatten. Trotzdem war das Jahr toll. Meine Mutter hat nie aufgegeben das Ganze schlimm zu finden, aber sie war (gottseidank) zu weit weg um etwas zu unternehmen.

Ich glaube Mütter haben einfach wahnsinnige Angst um ihre Kinder, was ja auch vollkommen okay ist. Aber Du solltest Deinen Sohn wirklich erst mal ein wenig in Ruhe lassen, ihm gut zureden und abwarten was passiert. Es ist gut, wenn dort nicht alles so läuft wie Ihr es gewohnt seit. Es wird ihm gefallen, wenn er sich eingewöhnt hat. Klar ist es schwer für Dich, aber da müssen alle Eltern durch.

Sei stark und lass ihn diese Erfahrung machen! :)
Liebe Grüße,

Deine Jessica ;)

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