Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

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Mohnblume
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mohnblume » 09.05.2016, 17:33

@coolka8: unsere ATS hat auch nur noch ca. 1 Monat Schule. Gepackt hat sie noch nichts, aber manchmal denke ich, innerlich ist sie bereits abgereist. Der Abschied wird auch nicht so hart werden. Als sie bei ihrem Mittelseminar war, hat sie mir gefehlt, aber letzte Woche war sie bei einer Reise und ehrlich gesagt, habe ich die Zeit in Ruhe genossen. Das hört sich wie Higanbanas Finnin an. Vielleicht ist jetzt nach 8 Monaten einfach die Luft raus. Wirkliche Freunde hat sie leider nicht gefunden, versteht sich zwar mit unserer Tochter gut, aber das macht es auf die Dauer doch recht anstrengend, da sie auch nicht besonders selbstständig ist. Obwohl das inzwischen deutlich besser geworden ist.

@JungeGastmama: keine Ahnung, was da mit dem Mädel aus NZ passiert ist bei Euch, aber das tut mir leid. Schade, du hattest doch so viele gute ATS-Erlebnisse. Unsere erste ATS-Erfahrung mit einer Finnin ist nicht gut verlaufen, daher kann ich es ein bisschen nachempfinden. Wir haben uns eine Pause gegönnt, die war wirklich nötig und es noch einmal probiert, weil beide es wollten. Vielleicht geht es ja irgendwann wieder. Ich habe mir auch Gesprächspartner gesucht, um das besser zu verarbeiten. Wir haben als Familie noch Kontakt zu dem Mädchen und inzwischen geht es mir ganz gut damit. Ich habe damit meinen Frieden gefunden.
Es ist aber so, dass ich unserer jetzigen ATS nicht mehr so aufgeschlossen gegenüber bin, wie ich es ohne die Erfahrung mit der Finnin gewesen wäre. Sie hat ein AT-Jahr mit Höhen und Tiefen, aber das es mit dem 2. ATS so super war, dass ich sagen würde "wie meine Tochter", nein, so empfinde ich nicht.

Auf jeden Fall ist es toll, dass ihr heiratet und dazu sogar eure eh. ATS aus El Salvador kommt! :jumper:

@Higanbana: ich habe die Erleichterung ausdrücken wollen, dass ihr es gesundheitlich gut überstanden habt. Hilfe, unvorstellbar ist das von hier aus, ich habe auch in deinem Blog gelesen. Hoffentlich geht das mit der Einschätzung zu Euren Gunsten aus. Auf alle Fälle geht es Euch allen gut und das ist das WIchtigste!

Liebe Grüße
Mohnblume

fauli1234

Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon fauli1234 » 14.08.2016, 22:24

Ich möchte hier meine Erfahrung als Gastmutter denjenigen hinterlassen, die auch mal ein Kind aufnehmen möchten. Mein Mann hatte die Idee mit dem Austauschhüler, ich stand dem Ganzen skeptisch gegenüber. Unser Sohn war voll dagegen. Nach heutiger Erfahrung sollten sich alle einig sein. Es gibt sonst wie bei uns ab und an Reibereien.

Unser Gast aus Kolumbien sollte im Januar 2016 anreisen und bis Ende Juni 2016 bleiben. Bereits viele Monate (Juni 2015) wurden wir von der vermittelnden Agentur aufgefordert Formulare auszufüllen und noch einmal eine Einladung zu schicken, damit das Visa beantragt werden konnte. Wir hatten lose Kontakt per Mail zu unserem Austausschüler und hatten erfahren dass das Visum erst im September beantragt wurde. Bis 28.12.15 wußten wir nicht ob unser Gast am 2. Januar anreisen würde ,da die Masse an Flüchlingen den deutschen Behörden ganz schön zu schaffen machte.

Wir hatten so unsere Vorstellungen von unserem Kind auf Zeit. Er sollte unsere Familie kennenlernen unser Leben teilen. Ausflüge waren geplant.Wir richteten ein Gästezimmer her und für den Empfang wurden Blumen und kleine Süßigkeiten bereitgestellt.

Von der Agentur wurden wir gebeten, unseren Gast vom Flughafen abzuholen. Ein Mitarbeiter der Organisation war nicht dabei. Somit fuhren wir los
und nahmen unser neues Familienmitglied allein in Empfang. Er schaute recht unglücklich. Vielleicht lag es an der langen Anreise. Zu Haus angekommen zeigten wir ihm alle Räume im Haus und natürlich auch sein Reich. In seinen zwei großen Reisetaschen befand sich allerlei Süßkram und Snacktütchen aber keine Winterjacke und keine Winterschuhe. Angeblich hatte er die Jacke zu Hause vergessen. Wir hatten den Eindruck ,dass er seine Sachen allein gepackt hatte, bei allem was er so mitbrachte.

Da es im Januar entsprechend kalt war, fuhren wir einige Tage später in die Großstadt um eine Jacke zu kaufen. Er war nicht gewillt ein Paar ordentliche Winterschuhe zu kaufen. Erst viel später sollten wir erfahren, dass viele Kinder aus Kolumbien ohne Winterbekleidung anreisen. Über einen freundlichen Hinweis der Eltern oder der Agentur, diese Sachen zu besorgen, hätten wir uns auch gefreut. Wir hatten im Vorfeld auf dem Impfausweis hingewiesen und benötigten auch Passfotos für Schul-und Busausweis. Beides wurde vergessen.

Nach den ersten Tagen des Kennenlernens begann der Schulunterricht. Wir sollten vor der ersten Stunde da sein um noch einige organisatorischen Dinge zu regeln. Dies gelang nicht, weil unser Schüler morgens sehr ausgiebig duschte und einfach nicht aus dem Knick kam. Sehr schnell merkten wir, dass Pünktlichkeit so gar nicht seine Stärke war. Nach vorherigen Absprachen war er nicht in der Lage sich die Zeit einzuteilen. Das zog sich über die ganze Zeit seines Aufenthaltes bei uns hin. Wir dachten dass man jemand mit 15 Jahren noch etwas beibringen kann. Leider ohne Erfolg in Puncto Zeitmanagment. Für unseren Sohn war dies morgen so nervig, dass er nach 14 Tagen aufgegeben hatte, morgens Druck zu machen. Und so sind dann beide getrennt früh morgens zum Bus. Unser Gast allerdings immer im Dauerlauf.

Mit dem Essen hatten wir ab und an auch so unsere Schwierigkeiten. Wir waren sehr froh dass unser Brot akzeptiert wurde. Jedoch wurde Gemüse in jeglicher Form höflich abgelehnt. Er war für jegliche Süßspeisen und Kuchen und Torte zu begeistern aber nicht in der Lage einen Apfel zu essen. Den musste ich vorbereiten, in Stücken ohne Schale. Da bei uns nur an den Wochenende warm gekocht wurde, musste sich jeder seine Brote für den
nächsten Tag vorbereiten. Unser Gast belegte seine Brote in einer Seelenruhe mit allerlei Wurst, Käse, Ketchup (weil Butter Pickel macht, meinte er) alles übereinander.So ne Art Sandwich. In seiner Heimat gab es für die Schule Maisbällchen für die kleinen Pausen und Sandwiches(wahrscheinlich von der Putzfrau gemacht).Mit Fleisch in jeder Form konnte man ihn glücklich machen. Da er Kartoffeln auch nicht mochte, griffen wir sehr oft auf Pommes zurück.Was wollten wir machen. Er musste ja was essen. Statt Suppe oder Eintopf gabs Tiefkühlpizza.

Wir probierten mehrere Getränke für Ihn aus weil er etwas wählerisch war und wir keine Cola, Fanta oder Sprite kaufen wolten. Bei Zitronenbrause wurden wir und dann einig. Hauptsache süß. Durch viele Gespräche konnten wir feststellen, dass er sich zu Hause nicht so gesund ernährte. Uns hat dies sehr gewundert, weil es in Kolumbien ein gutes Angebot an Obst und Gemüse gibt. Im Elternhaus wurde das von beiden Eltern gleichwohl akzeptiert. Oder es wurde nicht bemerkt.

In der Schule hatte er sich gut eingelebt aber nicht viele Freunde gefunden. Wir hatten den Eindruck er hat die Schule nur so hinter sich gebracht.
Auf die Frage wie die Schule war ,kam jeden Tag die gleiche Antwort. "Ja gut". Zensuren gabs wenig und wenn dann nur gute. Die schlechteren Zensuren habe ich dann nach seiner Abreise in den Heftern gefunden. Eine Hefterführung gab es nicht. Alles wurde auf einzelne Blätter notiert, diese wurden dann einmal geknickt und in den Fachhefter gelegt. Nicht geheftet.

Wir hatten unseren Gast in einem Sportverein angemeldet. Da konnte er sich beim Badminton austoben und auch mal andere Leute kennenlernen.

Manchmal war die Kommunikation auch schwierig, gerade wenn ein Wandertag oder Klassenfahrt bevor stand.

Große Probleme hatten wir bei der Dauer der täglichen Dusche. Eine kleine Duscha dauerte dann gleich mal 8 Minuten bei laufendem Wasserhahn bis das Duschbecken überlief. Wir hatten dieses Thema mehrmals angesprochen aber ohne Erfolg. Da war er sehr beratungsressistent.
Nach den ersten Wochen stellten wir dann fest, dass unser Gast auch nicht regelmäßig Unterhose und Socken wechselte. Auf das Wechseln anderer
Kleidungsstücke musste hingewiesen werden. Dass auch eine Tommy Hilfiger Unterhose mal gewaschen werden sollte, haben wir ihm dann mehr als
deutlich mitgeteilt. Seine Socken hat er bis zur Abreise nicht jeden Tag gewechselt.

Wir stellten im Februar fest, dass er sich nach dem Toilettengang die Hände nicht wusch. Wir sprachen dies am gleichen Abend an und er zeigte uns eine kleine(wirklich kleine) Flasche mit einem Desinfektionsgel. Für und gab es keine Diskussionen. Wir erklärten ihm dass hier in Deutschland jedes
Kleinkind ab 18 Monaten lernt, die Händchen nach dem Pipi zu waschen. Mehrmals hatten wir ihn ertappt uns waren entsetzt, dass ein 15 Jähriger dies vergessen kann. Ein Kind aus gutem Hause. Beide Eltern sind Mediziner. Nach einem letzten Ultimatum und der Androhung seiner Abreise hat er sich dann zusammengerissen. Die Dame unserer Agentur hat geschrieben, wir sollen ihn behandeln wie ein kleines Kind. Für uns ein Unding.

Wir unternahmen mehrere Ausflüge in unserer Gegend aber die Begeisterung unseres Gastkindes hielt sich in Grenzen. Er hatte wohl mehr Interesse
am Stadtleben und Shoppen. Diese Erkenntnis kamr dann nach drei Monaten . Ein Kind mit 15 Jahren aus einer Millionenstadt hat wohl kein Interesse an einem Dorfleben. Er vermisste wahrscheinlich die Großstadt mit ihren Einkaufsmeilen und Gaststätten. Vielleicht sollten auch die Agenturen mal schauen wohin die Kinder vermittelt werden.

Wir hatten auch den Eindruck, dass sich zu Hause nicht wirklich jemand kümmert. Wahrscheinlich werden die Kinder mehr von der Putzfrau als von den Eltern erzogen oder verzogen, je nachdem wie man das betrachtet. Eigentlich schade. Und der obligatorische Auslandsurlaub bügelt dann alles wieder aus. Wahrscheinlich läßt sich in Kolumbien viel mit Geld regeln.

Unser Zusammenleben wurde dann immer spartanischer. Er tauchte ab und an im Wohnzimmer auf, wobei das Handy sein ständiger Begleiter war.
Wir hatten regen Anteil an seinen Whatts App Nachrichten . Wir fanden dies furchtbar und hatten zu diesesem Thema auch ein klärendes Gespräch.
Er igelte sich immer mehr in seinem Zimmer ein und konnte nur Lachen und sehr viel Reden wenn seine Freunde online waren. Unsere Kommunikation
lief auf Sparfllamme. Dies spiegelte sich auch dann in seinem erworbenen deutschen Wortschatz wieder. Meist sahen uns wir nur zum Essen.
Wir hatten den Eindruck dass er seine Zeit hier in Deutschland nur ablaufen ließ. Ein wirkliches Interesse an unserer Familie bestand nicht. Für uns war er nur ein Gast und sollte doch eigentlich ein Familienmitglied sein. Wir fanden dass sehr schade.

Bereits vor seiner Anreise hatten wir ihm mitgeleilt, dass wir keinerlei Personal zum Putzen oder für den Garten haben. Da wir als Eltern voll berufstätig waren und noch sind, war es selbstverständlich dass alle im Haushalt helfen und somit mehr Zeit für Freizeitaktivitäten wäre. Unser Gast hat sich immer erfolgreich vor der Hausarbeit gedrückt. Ich als Mutter hatte dann auch keine Lust mehr vor der Hausarbeit noch eine Lehrvorführung zu machen.
Wenn wir zu dritt im Garten waren, hat er uns durchs Fenster beobchtet und sich dann mit dem Handy auf der Couch gekullert und gelangweilt.

Wir waren auch sehr verwundert dass man seinem Familienmitglied (unserem Sohn) per Whatts App zum Geburtstag gratuliert obwohl man sich jeden Tag sieht. Schließlich wohnten wir hier alle gemeinsam und die Jungs gingen in die gleiche Schule. Auch unsere Oma hatte Geburtstag. Wir haben alle lautstark gratuliert und er bekam nur ein" Hallo "über die Lippen. Das war schon komisch.

Im Großen und Ganzen waren wir vom Schüleraustausch enttäuscht. Wir hätten uns nicht träumen lassen dass wir einem 15 Jährigen aus gutem Elternhaus wie uns versichert wurde, die Grundregeln der Hygiene noch beibringen muss. Wir fungierten eher als Putzfrau, Essenbesorger und Chauffeur.

Wir hätten uns mehr Selbständigkeit gewünscht. Und das Fahrradfahren in Deutschland ein Problem sein würde, hätte ich mir nicht träumen lassen.
Wir können sagen, dass unser Gast nie frech oder unhöflich war. Er hat nie irgendwelche Sachen gefordert. Gestört hat uns am meisten seine Unpünktlichkeit und die fehlende Einsicht mal was zu lernen und zu verändern. Beratungsresistenz herrschte in vielen Dingen.
Wir fanden es echt krass, dass die Eltern sich nie bei uns gemeldet haben. Sicherlich hätte es in der heutigen Zeit Wege und Möglichkeiten gegeben in Kontakt zu treten.
Wir wissen dass wir unseren Sohn selbständiger erziehen. Von nichts kommt nichts und wer nicht mithilft, kann auch keine Wunder erwarten.

In diesem Sinne sollte sich jeder überlegen ob er einen Gastschüler aufnehmen möchte. Für uns waren die 6 Monate eine lange Zeit und viele Menschen haben uns bewundert für unsere Offenheit. Wir glauben dass ein 15 Jähriger teilweise nicht in der Lage ist, zu realisieren was ihm
seine Eltern ermöglichen und was seine Gastfamilie bereit ist zu geben. Vielleicht hätten wir mit einem anderen Kind andere Erfahrungen gemacht. Es hat nicht so harmoniert mit uns.

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 04.09.2016, 15:37

Hallo,

@fauli1234

Schade, dass ihr so eine schlechte Erfahrung habt machen muessen. Wir haben bis jetzt 7 Langzeit-ATS gehabt, davon waren gerade mal 2 problematisch, so dass wir uns von ihnen getrennt hatten. Und zur Zeit haben wir unsere 8. ATS, und auch wenn erst eine Woche vergangen ist, so wirkt es doch, als dass es ein sehr positives Jahr werden koennte. Die Chemie scheint jedenfalls erst einmal zu stimmen. Von 8 ATS (und ein paar Kurzaustauschgaesten) mal 2 Fehlgriffe zu haben ist doch gar keine sooo schlechte Statistik. Ich wuerde eine Erfolgsquote von 75% nicht unbedingt zum Anlass nehmen, andere von der Aufnahme von ATS warnen zu muessen. Ja, ich verstehe voll, warum du aergerlich bist, wir hatten da auch eine gewisse Thai ganze 5 Monate bei uns, von der wir uns weit schneller haetten trennen muessen. Und da wir das nicht gemacht hatten, hatte ich jahrelang ein Trauma deswegen, und teilweise macht es mir auch jetzt zu schaffen, und wenn Fukushima nicht passiert waere, haetten wir bestimmt nieee mehr jemanden bei uns gehabt. Aber ich bin froh, dass ich es doch noch einmal versucht habe und wir so viele nette Leute bei uns wohnen gehabt hatten.

Ich kann dir eigentlich nur den Rat geben, das Kapitel Kolumbianer zu Geschichte zu erklaeren und noch mal jemanden eine Chance zu geben, bevor das Trauma zu stark wird. Nicht alle ATS sind so wie er. Vielleicht sind ja dann Organisationen wie AFS oder YFU etwas besser fuer euch, da diese bessere Vorbereitungen in Deutschland machen.

Wir haben dieses Jahr eine Franzoesin (17), und sie ist wirklich nur suess. Sie beschaeftigt sich gerne mit den Kindern, redet aktiv mit uns, so weit das mit Anfaengerjapanischkenntnissen geht, lernt aktiv Japanisch, nimmt Ratschlaege an und hat in der Schule auch schon die ersten Kontakte geknuepft. Man soll ja nicht den Tag von dem Abend loben, aber das Ganze ist erst einmal ein sehr guter Anfang.

Uebrigens, was den Kontakt zu Eltern betrifft, wir hatten eigentlich nur Kontakt zu 3en von den 8 Jahres-ATS und den Kurzzeitgaesten. Ein Elternteil haben wir jetzt 8 Jahre nach dem Jahr endlich mal kennengelernt, und die Mutter unserer Finnin hat mir vor einer Woche gerade geschrieben, sich bedankt fuer das Jahr und mich auch eingeladen zu kommen. Mit dem dritten Elternpaar hatte ich zwar ab und zu geskypt, aber da passte einfach die Chemie nicht, so dass ich auf weiteren Kontakt nicht wirklich wert legte. Sie waren echt keine schlechten Leute und zeigten sich dankbar fuer die Aufnahme ihrer Tochter, aber manchmal geht's einfach nicht. Meine Eltern und meine Gasteltern hatten auch nicht wirklich Kontakt miteinander, was allein schon am Fehlen einer gemeinsamen Sprache gescheitert war. Wenn man das als Quote nimmt, dann ist Elternkontakt gar nicht soo haeufig, wie man denken koennte. Ich wuerde das also nicht wirklich persoenlich nehmen.

Liebe Gruesse

Higanbana

PS: @Mohnblume

Danke fuer dein Mitgefuehl. Ich kann mich jetzt Ueberlebende von ueber 2000 Erdbeben nennen. Ich hatte eigentlich gedacht, dass zumindest die staerkeren vorbei sind, aber in der letzten Woche nach einer relativ ruhigen Periode von mehreren Wochen hatten wir wieder 2 von Wackelgrad 4 und 5- (gibt die Vibrationen von Erdbeben auf einer Skala von 1 ~ 7 an, was relevanter fuer einen ist, da die Auswirkungen von Magnitueden je nach Tiefe und Gestein voellig anders sein koennen.) Maennle und ich haben nur noch geseufzt, aber unsere ATS war begeistert von ihren ersten 2 Erdbeben.

Es hat lange gedauert, aber vor ca. 8 Wochen haben wir endlich die Beurteilung "halbzerstoert" bekommen, was bedeutet, dass wir Zugriff auf einige Gelder haben. Das Geld wird dann dafuer gebraucht, um unser Wohnhaus zu reparieren. Diesen Herbst sollen wohl endlich die ersten Reparaturen losgehen. Z.Z. laufen die Verhandlungen, was denn mit den Wasserboilern passieren soll, weil das Unternehmen beim Aufstellen der Teile nicht nach Vorschrift gehandelt hatte und somit das Gros der Boiler hier im Haus umgekippt ist. Und leider fallen diese aus allen Versicherungen raus. Wenn das endlich geklaert ist, werden wohl endlich die Reparaturen der Risse in den Waenden losgehen. Aber naja, ich will mich nicht beklagen, andere Leute haben ihr ganzes Haus und Hab und Gut verloren. Wir koennen in unserem wenigstens noch wohnen.

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon sotagirl » 07.09.2016, 20:02

Hallo,

ich bekomme am Samstag meine 2. Gasttochter und vom Email Kontakt scheint es ganz gut :) Außerdem habe ich in den Ferien meine erste Gasttochter bei ihrer Familie in den USA besucht. Das war wirklich eine wunderbare Erfahrung. Sie hat tolle Eltern, mit denen ich auch während des Jahres immer mal wieder Kontakt hatte. Ihre Mutter war auch ein paar Tage bei uns zu Besuch. Für mich war meine erste Hosting Erfahrung jedenfalls super. Ich hatte ein tolles Jahr mit meiner Gasttochter und nun eine super Woche in ihrer Heimatstadt. Meine Eltern und Geschwister hatten sich während eines USA Urlaubs mit ihr getroffen und ihre Familie hat einen deutschen Jungen aus unserem Nachbarkomitee (auf Ansprache durch meine Gasttochter) aufgenommen und hat sich ebenfalls positiv über die Erfahrung geäußert. Unser aller Welt ist somit kleiner geworden :)
Meine 2. Gasttochter bleibt nur für 3 Monate, kommt aus Bosnien - Herzegowina und ist Muslima. Ich bin sehr gespannt.

Ich denke, eine gute Gastfamilien und Schülervorbereitung mit realistischer Erwartungsbildung ist ausschlaggebend. Außerdem sollte man sich manchmal früher eingestehen, wenn es nicht läuft und die Erfahrung beenden, damit es nicht für alle zum Frust wird.
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mohnblume » 07.09.2016, 23:21

Außerdem sollte man sich manchmal früher eingestehen, wenn es nicht läuft und die Erfahrung beenden, damit es nicht für alle zum Frust wird.

Oh, wenn ich das nur könnte! :roll:

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 08.09.2016, 00:18

Hallo Mohnblume,

macht es denn keinen Spass? Versuche es doch mal mit einer Liste von "das bringt uns was Positives" und "das macht Arbeit /Aerger etc." Wenn letzteres um Welten laenger sein sollte oder dir auf Anhieb nur Negatives einfallen sollte, dann wuerde ich an deiner Stelle schon heute mal ein persoenliches Gespraech mit deinem Betreuer beantragen. Es muss nicht so sein, dass die Aufnahme keinen Sinn mehr macht, aber auf alle Faelle scheinen da Probleme zu sein, die unbedingt geloest werden muessen. Und wenn das auch nicht hilft, dann stelle dir ein Ultimatum, und wenn bis dann keine fuehlbare Verbesserung eingetreten ist, dann bitte um einen Familienwechsel.

Liebe Gruesse und fuehle dich gedrueckt

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon elisabetfranke » 24.08.2017, 14:14

Ich finde es ehrlich gesagt schon ziemlich traurig sowas zu lesen.
Schließlich ist sie das Kind und du als Erwachsene musst ein Vorbild abgeben. Zweitens ist sie ganz alleine in dem fremden Land.
Es tut mir leid, aber anstatt sich hier zu beklagen solltest du die Probleme mit ihr Besprechen.

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mohnblume » 24.08.2017, 18:43

Hallo Elisabeth,

an wen richtet sich die Antwort? An mich? LG

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 03.09.2017, 04:27

Hallo,

vor einer Woche haben wir unsere neue ATS vom Flughafen abgeholt. Es ist in so fern mal eine neue Erfahrung, weil die Deutsche dieses Jahr nicht vom allgemeinen Gymnasium kommt, sondern einen Realschulbackground hat. Es ist ein wirklich liebes Maedchen, aber ich muss mich wirklich daran erinnern, nicht ungeduldig zu werden und zu erwarten, dass sie die gleichen schnellen Fortschritte wie ihre Vorgaengerinnen macht und fuer alles etwas mehr Zeit und/oder Erklaerungen braucht. Insofern bin ich mal gespannt, wie weit so mit ihrem Japanisch kommt.

Was ich ein bisschen wirklich schade finde ist die Tatsache, dass die Oberschule der letzten 2 ATS (ist im mittleren Bereich angesiedelt) dieses Jahr keine Zeit hatte und genau dieses ATS auf die Oberschule gehen muss, die das zweithoechste Niveau in der gesamten Praefektur hat. (Jp. Schulen sind da echt problematisch, und besonders hier in der Stadt ist das immer ein Problem. Hier muss man froh sein, wenn ueberhaupt eine Schule zusagt.) Daher mache ich mir etwas Sorgen, wie sie damit zurecht kommt. Die Schule ist auch unwahrscheinlich formal und steif (ist eine oeffentliche) und auch relativ unwillig und/oder wirklich nicht imstande, irgendwelche extra Sachen fuer sie zu machen. Ich war ja schockiert zu lesen, als sie ohne mit dem Auge zu blinken aufschrieben, die Schuelerin muesse 900 Euro fuer Schulbuecher zahlen (und dann wohl im April noch einmal), die sie weder lesen kann noch hoechstwahrscheinlich nach dem Jahr mit nach Hause nehmen wird. Andere oeffentliche Schulen hatten sich zumindest etwas bemueht, gut gebrauchte Buecher zu besorgen oder ihr Buecher zu leihen, die sie nach dem Jahr zurueckgeben konnte. Und wegen ihrer Koerpergroesse muss sich sich auch das Gros ihrer Schuluniform kaufen.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sie trotzdem noch ihren Spass an der Schule hat.

Liebe Gruesse

Higanbana

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 03.09.2017, 04:36

sotagirl hat geschrieben:Meine 2. Gasttochter bleibt nur für 3 Monate, kommt aus Bosnien - Herzegowina und ist Muslima. Ich bin sehr gespannt.


Sotagirl, ich wuensche dir viel Glueck und Spass mit deiner Muslima.

Der einzige Grund, warum ich mich wahrscheinlich gegen eine Aufnahme von Muslimen entscheiden wuerde, waere das Essen. Hier in der Stadt wird viel mit Schweinefleisch gekocht (nicht unbedingt die grossen Mengen wie in Deutschland, aber es ist im Essen mit drinnen) und/oder Schweinefett ist versteckt in irgendwelchen Produkten. Weiterhin verwendet die jp. Kueche Kochsake und Mirin (zwei Arten von Alkohol), ohne die die jp. Kueche steht und faellt. Wir haetten einfach keine Zeit, konsequent auf so etwas Ruecksicht zu nehmen. Wenn Freunde von uns mal einen Tag zu Besuch kommen und ich den netten pakistanischen Schueler aus einer meiner Klassen mal uebers Wochenende einlade, ist das eine andere Sache. Aber 10 Monate oder selbst 3 Monate lang waere das bei uns ein Ding der Unmoeglichkeit. Mir ist die Religion der Schueler schnurzpiepegal, solange sie nicht missionieren und essen, was auf dem Tisch steht. :mrgreen:

Liebe Gruesse

Higanbana

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mohnblume » 04.09.2017, 16:30

Hallo,

ich finde es auch schade, dass das es im Forum so ruhig geworden ist.

@sotagirl, es wäre schön, zu hören, wie es mit Deiner 2. Gasttochter verlaufen ist.

Bei mir war es nicht so, dass es keinen Spaß gemacht hätte. Nur hatte ich den Eindruck, unser 2. Gastkind wäre eigentlich lieber wieder daheim gewesen, konnte aber nicht, das wäre zu peinlich gewesen und sie wollte das Jahr irgendwie durchhalten. Es war nicht so, dass das Leben für uns unerträglich war, allerdings brauchte sie sehr viel Unterstützung, so dass wir wenig Freiraum hatten. Wir haben uns gedacht, ok, irgendwo haben wir eine Zusage für ein Jahr getroffen und wenn es nicht gänzlich unmöglich ist, ziehen wir es durch. Hätten wir es abgebrochen, weiß ich nicht, ob ein Neuanfang für sie so gut gewesen wäre. Sie hatte bei uns schon Probleme genug mit der Eingewöhnung, nachdem sie aus der Übergangsfamilie kam, bei der sie zu Beginn des Austauschjahres während unseres Urlaubs war. Sie hat sich bei uns und in der Schule wohl gefühlt, hatte nur durch ihre Art, die Welt zu sehen und mit Leuten umzugehen, Probleme Freunde zu finden. Das wäre in einem anderen Setting auch nicht anders gewesen. Der Betreuer war natürlich von Anfang an involviert. Wäre die Situation nicht mehr tragbar gewesen, wäre eine Heimreise natürlich eine Option gewesen.
Der Austausch hat dem Mädchen aber auf jeden Fall etwas gebracht. Darüber freue ich mich und auch darüber, dass wir noch Kontakt haben. Die Kinder fahren diese Woche hin und wir waren auch schon zu einem Kurzbesuch bei ihr sowie sie auch noch einmal bei uns.

Ich finde es schade, dass manche Orgas bei der Auswahl nicht so richtig darauf achten, ob die Schüler für einen Austausch geeignet sind. Gerne hätten wir jemanden aufgenommen, der einen Austausch wirklich will und nicht von den Eltern geschickt wird (weil diese gerne selber so etwas mitgemacht hätten, das Kind schnell an ein Stipendium kam etc.).

Im Moment nehmen wir nicht auf. Wir haben nun keine Schulkinder mehr und meine Arbeitszeiten haben sich inzwischen auf den Nachmittag verschoben, so dass tagsüber niemand mehr hier ist. Ein Austauschkind müsste also sehr selbstständig sein. Vielleicht machen wir es, wenn das letzte Kind ausgezogen ist. Aber das kann noch etwas dauern. Wir würden dann vielleicht gerne ein Kind aus Japan aufnehmen. Jemand mit spezieller Diät (kein Schweinefleich/ vegan) wäre bei uns ebenfalls schwierig wg des Kochens.

@higanbana: ich finde es toll, dass ihr wieder jemanden habt und bin gespannt zu hören, wie es läuft. Ich drücke die Daumen, dass es mit der Schule klappt. Über die Schulbuchkosten bin ich auch schockiert. War es ebenso,als mein Kind im ATJ alle 6 Wochen neue Bücher braucht, aber zum Glück konnte man die gebraucht kaufen und wieder verkaufen. Solche hohen Summen waren es allerdings nicht.

Liebe Grüße
Mohnblume

binemay
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon binemay » 05.09.2017, 08:54

Wir sind in diesem Schuljahr auch wieder Gastfamilie.
Endlich mal wieder ein Mädchen;)) und aus Asien. Leider auch ohne Deutschkenntnisse, aber bisher läuft es gut. Die Schule beginnt am Montag.

Flohry82
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Flohry82 » 11.10.2017, 15:33

Hallo zusammen,
ich schreibe hier nun das erste Mal, bislang habe ich nur mitgelesen. Am 10.09. kam meine zweite Austauschschülerin an. Bei mir ist es eine etwas besondere Situation, da ich allein lebe und die Mädels den ganzen Tag mit mir allein und meinen beiden Hunden zurecht kommen müssen. Das letzte Mädchen kam aus Südamerika und kam mit der Situation gar nicht zurecht. Ihre Mutter zu Hause arbeitet nicht und kümmert sich zusammen mit zahlreichen Hausangestellten den ganzen Tag um die drei Kinder. Und hier sollte sie dann selbst ihr Bett machen und ihr Brot für die Schule schmieren. Sie war regelrecht schockiert. :o Genauso wie die Eltern, die immer wieder bei der Austauschorganisation anriefen um nachzufragen, ob ihre Tochter auch wirklich gut versorgt sei. Dazu kam ein großes Problem mit Schlafstörungen, das sie schon zu Hause hatte, das aber natürlich unter dem Stress der ungewohnten Situation schlimmer wurde.
Nach vier Monaten haben wir einvernehmlich aufgegeben. Sie ist in eine Familie mit zwei Elternteilen und zwei Gastschwestern umgezogen. Die ernüchternde Erkenntnis für sie war, dass auch diese Familie kein Personal hat, sie sogar mit dem Rad zur Schule schickt. Aber für mich war es eine große Erleichterung nicht mehr vergeblich diesen großen Erwartungen und Problemen hinterherzulaufen und sie doch nie erfüllen oder lösen zu können.
So viel zu dem Vergangenem. :)
Seit ziemlich genau einem Monat lebt nun die junge Dame aus Thailand bei mir und ich bin immer wieder verwundert wie einfach Austausch auch sein kann. Sie ist sehr fröhlich und freundlich, möchte bei allem helfen und hat so guten Appetit, dass ich mit dem Kochen gar nicht mehr hinterher komme. Ihr schmeckt absolut alles und sie möchte immer eine zweite, meistens noch eine dritte Portion. In der Schule gibt sie sich viel Mühe, sogar in den Ferien arbeitet sie an den Hausaufgaben. Sie hat auch schon ein bisschen Anschluss gefunden und sich gelegentlich mit zwei anderen Mädchen aus ihrer Klasse getroffen. Soweit läuft alles ganz gut.
Was mich interessieren würde, wäre wie ihr als erfahrene Austauscheltern mit viel freier Zeit umgeht? Wir haben in Niedersachsen zum Beispiel grade Herbstferien und ich glaube sie langweilt sich schon immer wieder. Sie ist das genaue Gegenteil von den zuletzt hier beschriebenen Austauschschülern, sie zieht sich absolut gar nicht in ihr Zimmer zurück. Sie möchte dort nicht die Heizung einschalten, weil sie sagt, dass sie besser schlafen kann wenn es kälter ist. Aber sie findet es ohne Heizung in dem Raum viel zu kalt und möchte sich nicht darin aufhalten. Das kann ich auch verstehen und finde es ok aber nun sitzt sie viel im Wohnzimmer und ich habe irgendwie den Eindruck, dass sie gerne von mir unterhalten werden möchte. Ich versuche sie möglichst immer mit einzubeziehen, nehme sie mit wenn ich mit den Hunden laufe, wenn ich Freunde treffe und wir schauen uns die Gegend an. Aber habt ihr vielleicht noch Ideen was man als Austauschschüler sonst noch gut machen kann? Mobil wäre sie. Vielleicht kennt ihr ja Dinge, die eure ATS gerne gemacht haben? Die gut ankamen und die sie vielleicht auch mal alleine machen könnte?
Vielen Dank schon mal und einen lieben Gruß an alle!

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mohnblume » 11.10.2017, 17:47

Hi Flohry
das klingt doch sehr gut.

Wir haben unsere ATS bei vhs-Deutschkursen angemeldet. So hatten sie schon 2 Termine pro Woche. Außerdem waren sie bei Tanzschulen bzw. im Sportstudio oder -verein.

Es gibt bei uns Schul-AGs, z.B. Theater. Das hat bei unserer letzten ATS gut funktioniert. Dort hat sie Leute aus verschiedenen Jahrgängen kennengelernt.

Wielange habt ihr noch Herbstferien? Vielleicht könnte sie in den Ferien andere ATS besuchen.

Liebe Grüße

binemay
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon binemay » 12.10.2017, 14:10

Puzzlen, 1000Teile mindestens, die billigen Ikea-Rahmen passen dann und man kann es dann aufhängen oder verschenken.
Handarbeiten. Stickbilder, Häkelmützen, Halloweenbasteleien-der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Vielleicht gibt es eine Oma, die näht, Nachbarn, deren Gartenmöbel abgewaschen und eingemottet werden müssen, Kinder, die draussen Fange spielen?
Ja, die Ferien können lang sein und allein mag niemand gern ins Museum , shoppen usw gehen. Also gibt es konkrete Aufträge, finde eine bestimmte Sehenswürdigkeit, hole ein Buch aus der Bibliothek, bring die Flaschen weg, kochen ist auch immer gut, gibt es einen oder mehrere Asialäden in der Stadt? und man kann auch schon Weihnachtspäckchen für die Heimatfamilie zusammenstellen...welche Leckereien müssen unbedingt rein, kleines Fotobuch machen dafür, und natürlich deutsch üben....Hausarbeiten, Film gucken, Schachcomputer, Konzertkarten, Probestunden bei Karate Judo oder was sonst so gefällt, Keller aufräumen...oder ich kauf auch mal ein neues Möbelstück in den Ferien und lass das Gastkind mitaufbauen!
Lass sie einen Weg gehen(freie Wahl)und Fotos machen und Du musst später auf dem gleichen Weg die Details finden, die sie fotografiert hat! Vielleicht siehst du dann deine Gegend auch mit anderen Augen!

Übrigens bekommen die Gastkinder bei einigen Organisationen gesagt, dass sie sich im Wohnzimmer aufhalten m ü s s e n.! Ich hoffe, es war was für euch dabei! Schön dass du diesmal eine gute Erfahrung machst.


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