Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Diese Forum ist für die Eltern von Austauschschülern gedacht. Sie plagen meist ganz andere Probleme/Fragen als die der Austauschschüler. Um diese geht es hier. Schüler schreiben bitte soweit möglich in die anderen Foren.
Forumsregeln
Dies ist das Elternforum. Wie der Name schon sagt, sollen hier vorangig Eltern schreiben. Überlege als ATS daher bitte dreimal, ob Du einen Beitrag hier schreibst!!
Benutzeravatar
Higanbana
gehört zum Inventar
Beiträge: 1738
Registriert: 17.10.2004, 13:37
Geschlecht: weiblich
Organisation: YFU, privat, AYUSA, AFS, WYS
Aufenthaltsdauer: länger als 12 Monate
Land: Daenemark, Niederlande, UK
Wohnort: Japan

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 16.01.2016, 03:56

So direkt haben wir dazu nie Regeln aufgestellt, sondern machen es eher auf einer Case-by-case Regulierung. So bis spaet abends ausgehen ist hier so wieso kein Ding, und wenn es wegen e.g. der Teilnahme an dem Marathon (als Helfer und nicht als Teilnehmer) spaeter werden sollte, dann koennen wir damit gut leben.

Eher ein Problem waere hier die Teilnahme an den crazy Schulklubs. Besonders Sportklubs trainieren hier gerne mal bis abends um 20 oder laenger. Wenn es denn unbedingt ein solcher Klub sein muss, dann bestehe ich darauf, dass die Teilnahme auf 3 Mal pro Woche begrenzt wird, weil sonst das Ganze "Schueler aufnehmen" seinen Sinn verliert. Und wenn ein(e) zukuenftige ATS darauf bestehen sollte, dass sie jeden Tag teilnehmen muss, dann kann sie sich gerne eine neue Familie suchen, die damit keine Probleme hat. Entschuldigt, dass das so hart klingt, aber ich sehe Austausch in erster Linie einen Familienaustausch an, auch wenn die Schule natuerlich auch wichtig ist. Und wo ist der Sinn, wenn ATS jeden Tag zwischen 21-22 Uhr nach Hause kommen, ins Bett fallen, um dann am naechsten Morgen wieder zur Vor-der-Schule-Uebung zu gehen? Und dann das Wochenende durchschlaefen, weil sie zu erschoepft sind, wenn sie nicht an dem Tag wieder zur Uebung und gar zu Wettkaempfen gehen?

Ich kann mich nicht wirklich entscheiden, ob die Reiseregeln hier ein Fluch oder ein Segen sind. Alleine ohne Erwachsene im Zug oder Ueberlandbus sitzen ist nicht erlaubt, so dass sie theoretisch nicht einmal Freunde von uns besuchen duerften, wo sie beaufsichtigt waeren. Aber ich habe nicht immer Zeit, sie zu begleiten. Auf der anderen Seite verhindert das, dass ATS das Programm als 10-monate langes Touriprogramm missbrauchen, worueber ich auch dankbar bin, wenn ich so manche Erzaehlungen von ATS lese.

Uebrigens haben meine Gasteltern in Daenemark das so gehalten, dass ich bis zum Abendbrot selber entscheiden konnte, was ich mache, auch wenn sie darauf bestanden, dass ich bitte nicht im Dunkeln mit dem Fahrrad nach Hause fahre. Laengere Aktionen, z.B. spontan mit Freunden ins Kino gehen etc. sollte ich telefonisch Bescheid geben. Und wenn ich am Wochenende selber in die Stadt wollte, sollte ich es ihnen nur sagen, mit wem ich wohin gehe und wie ich nach Hause komme. In der Regel galt sonst bis zum Abendbrot um 6 Uhr. Da spielte auch wenig Rolle, ob man ueber oder unter 18 Jahre ist.

Wir hatten hier auch einige ATS, die ueber 18 Jahre waren (auch wenn in Japan natuerlich 20 Jahre das offizielle Erwachsenalter ist). Aber sie sind Schueler und haben sie damit auch an die Regeln zu halten, die Schuelern aufliegen. Das wuerde ich auch so in Deutschland machen. Also keine Diskobesuche bis morgens um 2 Uhr mehr.

Liebe Gruesse

Higanbana
Zuletzt geändert von Higanbana am 17.01.2016, 13:26, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Monx
ist wirklich nicht mehr zu helfen
Beiträge: 5669
Registriert: 23.10.2005, 10:59
Geschlecht: weiblich
Organisation: EV/IEC
Jahr: 06/07,11/12
Aufenthaltsdauer: länger als 12 Monate
Land: Uruguay/Wales
Wohnort: im Süden :)

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Monx » 16.01.2016, 10:15

JungeGastmama hat geschrieben:Ihr lieben,

Mich würde mal interessieren wie ihr das bei euren Gaatkindern mit den "Ausgehzeiten" handhabt. Ich gehe mal davon aus, dass sich der Großteil am Jugendschutzgesetz orientiert, oder? Wie regelt ihr das denn bei den Gastschülern die bereits volljährig sind?

Habt ein schönes Wochenende:-)


Als unsere amerikanische ATS damals 18 wurde während ihrem Aufenthalt, haben meine Eltern ihrem Vater einfach klar gemacht, dass sie hier jetzt erwachsen ist und im Prinzip tun und lassen kann, was sie mag. Und so war sie abends dann natürlich auch oftmals bis früh morgens unterwegs mit Freunden. Aber in Deutschland ist das ja doch auch normal - zumindest am Wochenende. Von daher sehe ich es auch da wieder so: Was würde man den eigenen Kindern verbieten? Das kann man auch den ATS verbieten. Aber mit 18 gibt es vermutlich einfach nicht mehr viel zu verbieten, solange das Familien- oder Schulleben nicht darunter leidet. (Und natürlich keine Alleingänge mitten in der Nacht etc. Auf Sicherheit muss man natürlich achten).

Benutzeravatar
Mohnblume
ist öfter hier
Beiträge: 23
Registriert: 04.08.2014, 22:06

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mohnblume » 16.01.2016, 18:18

Ich schreibe hier noch mal, irgendwie hat es mit der ersten Antwort nicht geklappt.

Also bei den über 18jährigen mit Ausgehregeln zu kommen, macht wenig Sinn. Außer vielleicht, unter der Woche an die Vernunft zu appellieren. Alleingänge erlaube ich meinen 18jährigen Kindern, könnte sie daher ATS nicht untersagen. Aber vielleicht meinst Du damit etwas Anderes als ich. Meine Kinder dürfen alleine nach Hause gehen oder fahren.

Wir haben diese Regeln für unter 18jährige: wochentags bis 22.30 Uhr, damit es möglich ist, in der nahen Großstadt, einen Film zu schauen und noch zurückzufahren. Am Wochenende 1 Uhr, also um 12 Uhr raus aus Club oder Bar und dann heimfahren. Bei Privatveranstaltungen, die meist hier im Ort sind, 2 Uhr. Dann kann man bis ca. 1.30 Uhr bleiben, wenn man heimläuft bzw. 2 Uhr, wenn man abgeholt wird.

Case by case würde ich nicht entscheiden, ich gebe lieber die Regeln vor, dann herrscht Klarheit und der einmalige "case" wird nicht als Freibrief verstanden.

Ich finde die Reiseregeln der Orgas super, denn als ATS-Eltern können wir darauf zurückgreifen und sind nicht die Bösen, wenn wieder den x-ten Freunden/ Verwandten einfällt, im Austauschjahr das Gastland des ATS zu besuchen und den ATS in einer weit entfernten Stadt treffen zu wollen.

Benutzeravatar
sotagirl
austauschschueler.de-Junkie
Beiträge: 687
Registriert: 28.04.2003, 12:12
Geschlecht: weiblich
Organisation: AFS, privat, weltwärts (AFS)
Jahr: 99/00,03,06,08
Aufenthaltsdauer: 11 Monate
Land: USA, Panama, Nicaragua/Panama,Südafrika
Wohnort: Wuppertal
Kontaktdaten:

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon sotagirl » 17.01.2016, 21:24

Meine 18 jährige Gasttochter war super vernünftig und zuverlässig, so dass sie eigentlich nur immer Bescheid sagen musste, was sie macht und mit wem. Solange Schule und Familie nicht vernachlässigt wird :) Wenn ihre U18 ATS Freundin bei uns geschlafen hat, dann mussten beide um 24:00 Uhr zu Hause sein. Ansonsten Regeln der Orga einhalten.
Anfangs war ich noch ein bisschen vorsichtiger, weil ich mir Sorgen gemacht habe, dass sie sich verläuft oder auch einfach Situationen nicht richtig einschätzt, aber wie gesagt, sie war super.
Würde das aber auch etwas davon abhängig machen wie man wohnt (Erreichbarkeit, Sicherheit) und wie der ATS drauf ist (Alkoholkonsum, Zuverlässigkeit). Besser erstmal strenger und dann nachlassen.
Mi ghetto Vista Alegre...el mejor lugar del mundo

http://www.marion-in-rsa.bloggsberg.de/

Bild

JungeGastmama
ist jeden Tag hier
Beiträge: 68
Registriert: 14.07.2012, 18:49
Geschlecht: weiblich
Jahr: 2012-2015
Aufenthaltsdauer: 11 Monate
Land: El Salvador, Brasilien, Japan, Ungarn
Kontaktdaten:

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon JungeGastmama » 09.02.2016, 17:50

Am Samstag ist Wintereinreise der Gastschüler. Ich freu mich :D
Aber leider ist heute der letzte Tag mit unserer Chilenin... Die 2 Monate gingen so schnell rum, schade das uns nicht noch mehr Zeit bleibt und sie den deutschen Frühling nicht miterleben kann : (
Das Leben als Gastfamilie-Die Welt zu Gast.

♥ Juli-September 12~Korea ♥
♥ September-Dezember 12~El Salvador ♥ Oktober-Novemver 12~Russland ♥
♥ Dezember~Kolumbien ♥
♥ Januar-Juni 13~Belgien ♥ Januar-Juni 13~USA ♥
♥ August 13-Juli 14~Japan ♥ August 13-Januar 14~Brasilien ♥ Februar 14-Juli 14~Italien ♥
♥ September-Juli 15~Brasilien ♥ September-November 14~Ungarn ♥ Januar-Juni 15~Hongkong ♥
♥ September 15~Italien ♥ September 15~Brasilien ♥
♥ Dezember 15-Februar 16~Chile ♥

coolka8
ist öfter hier
Beiträge: 28
Registriert: 12.12.2014, 14:44

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon coolka8 » 11.02.2016, 09:29

Wir haben seit zwei Wochen auch wieder eine ATS bei uns! :D
Sie kommt aus Amerika und musste/wollte ihre Gastfamilie wechseln.

Ich glaube, es läuft ganz gut an. Sie ist nett und offen aber natürlich sind auch für sie die Kinder teilweise recht anstrengend, aber sie wären für kinderlose Erwachsene auch anstrengend. Sie ist aber ganz vernarrt in die Kleine :loveyou: Ich denke, die Amerikaner sind im Allgemeinen auch offener als andere Nationen? Wir sind gespannt, wie es sich weiter entwickeln wird.

Benutzeravatar
Higanbana
gehört zum Inventar
Beiträge: 1738
Registriert: 17.10.2004, 13:37
Geschlecht: weiblich
Organisation: YFU, privat, AYUSA, AFS, WYS
Aufenthaltsdauer: länger als 12 Monate
Land: Daenemark, Niederlande, UK
Wohnort: Japan

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 12.02.2016, 09:05

Hallo,

ich wuensche euch eine schoene Zeit. Es wird schon klappen. Selbst unsere ATS, die immer die Kleine in ihrer Familie war, fand ihre beiden Gastgeschwister (damals 6 und 3-4) zwar auch anstrengend, aber toll.

Ob Amis da offener sind, wage ich zu bezweifeln. Es ist da doch eher eine individuelle Sache. Und es wenn klappt, was koennte es Besseres geben.

Liebe Gruesse

Higanbana

binemay
ist am Tag 5x hier
Beiträge: 109
Registriert: 19.05.2007, 20:17
Geschlecht: weiblich
Wohnort: Berlin

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon binemay » 12.02.2016, 10:51

Im allgemeinen sind Amerikaner schon netter zu Kleinkindern.Sie sprechen mit sie an , mit hoher Stimme , großen Gesten, loben und komplimentieren, beachten sie, das kommt bei unseren Kindern meist nach kurzem Schreck ziemlich gut an.
Babysitting und Gruppen mit jüngeren Kindern anleiten ist unter Jugendlichen auch weit verbreitet. Familien mit mehreren Kindern sind nicht so selten wie hier.
Pass auf dass die Kleinen der Amerikanerin nicht auf dem Kopf rumtanzen, dann klappt das schon...Viel Spass

Benutzeravatar
Higanbana
gehört zum Inventar
Beiträge: 1738
Registriert: 17.10.2004, 13:37
Geschlecht: weiblich
Organisation: YFU, privat, AYUSA, AFS, WYS
Aufenthaltsdauer: länger als 12 Monate
Land: Daenemark, Niederlande, UK
Wohnort: Japan

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 14.02.2016, 02:23

Naja, ich hatte in meinen 2 Sprachkursen unter den 16 Amis schon einige, die ziemlich genervt von kleineren Gastgeschwistern waren. Auch wenn es nur fuer 4 Wochen war.
Und ich muss zugeben, dass ich ein Problem damit haben, von DEN Amis oder DEN Finnen oder aehnlichem zu sprechen.

Aber das ist ja voellig unrelevant. Dass es mit Coolka und ihrer ATS klappt, ist ja das Allerwichtigste. Und dafuer druecke ich ihr von ganzem Herzen die Daumen.

Liebe Gruesse

Higanbana

Benutzeravatar
Mohnblume
ist öfter hier
Beiträge: 23
Registriert: 04.08.2014, 22:06

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mohnblume » 27.04.2016, 22:04

Guten Abend
wie ergeht es euch mit euren ATS? Es ist bei uns nicht mehr lange bis zur Heimreise.

Benutzeravatar
Higanbana
gehört zum Inventar
Beiträge: 1738
Registriert: 17.10.2004, 13:37
Geschlecht: weiblich
Organisation: YFU, privat, AYUSA, AFS, WYS
Aufenthaltsdauer: länger als 12 Monate
Land: Daenemark, Niederlande, UK
Wohnort: Japan

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 28.04.2016, 14:38

Unsere Finnin ist noch immer bei uns, und sie hat leider die Erfahrung machen duerfen, wie es sich anfuehlt, wenn Wackelgrad 7 Erdbeben zuschlagen (Magnitude 6,5 und 7,3) und man mit der Familie in den oertlichen Knast evakuieren darf. Gluecklicherweise erging es ihr nicht so wie der armen ATS und ihrer Gastfamilie in Equador, die ihr Leben dabei verloren. Wir sind unverletzt und am 4. Tag auch wieder in unsere Wohnung zurueck, auch wenn ihr noch viel gemacht werden muss, bis das Haus nur einigermassen wieder so aussieht wie frueher. Aber wir haben unsere Wohnung noch im Gegensatz zu anderen Familien.

Liebe Gruesse

Higanbana

Es ist nicht unser Haus, aber eine wohl jetzt leider ehemalige Zahnarztpraxis auf dem Weg zu meiner Arbeit. Unter dem Haus ist auch noch ein Auto eingeklemmt.
Bild

Benutzeravatar
Mohnblume
ist öfter hier
Beiträge: 23
Registriert: 04.08.2014, 22:06

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mohnblume » 29.04.2016, 06:58

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute. Zum Glück habt Ihr es gut überstanden.

coolka8
ist öfter hier
Beiträge: 28
Registriert: 12.12.2014, 14:44

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon coolka8 » 02.05.2016, 13:10

Ui, Higanbana, gut, dass es für euch doch so glimpflich verlaufen ist. Von der ATS in Ecuador habe ich auch schon gehört und bin sehr traurig deswegen.

Uns geht es gut und wir genießen die Zeit. Unsere ATS ist hin- und hergerissen. Auf der einen Seite möchte sie hier in Deutschland bleiben, auf der anderen Seite freut sie sich schon wieder auf ihre Familie. Wenn man es so sieht, hat sie nur noch einem Monat hier. Dann noch Abschlussseminar, anschließend eine Woche Schule und dann ist ihre Zeit auch schon wieder vorbei. Sie fängt schon an, Kisten zu packen, die sie voraus schicken möchte. Wahnsinn, was sich in einem Jahr zusätzlich "ansammelt" und was dann nicht in den Koffer passt ;-)
Die Kinder wollen, dass sie bleibt bzw ganz schnell wieder kommt. Der Abschied wird bestimmt hart.

JungeGastmama
ist jeden Tag hier
Beiträge: 68
Registriert: 14.07.2012, 18:49
Geschlecht: weiblich
Jahr: 2012-2015
Aufenthaltsdauer: 11 Monate
Land: El Salvador, Brasilien, Japan, Ungarn
Kontaktdaten:

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon JungeGastmama » 04.05.2016, 21:09

Liebe Higanbana,

Ich habe das mit dem Erdbeben auf deinem Blog verfolgt. Schlimm sowas, aber ich bin froh zu lesen, dass es euch gut geht!


Wir hatten im Februar ein Mädchen aus Neuseeland aufgenommen und ich muss sagen, dass es die furchtbarste Erfahrung war die wir in unserer Gastfamilienzeit sammeln mussten. Das mit ihr hat dass Fass wirklich zum überlaufen gebracht und ich knabber da wirklich immer noch dran.

Der Gedanke einen jungen Menschen aufzunehmen ist mir mit dieser Erfahrung schlagartig fremd geworden und ich kann alle Gastfamilien verstehen die sagen, dass sie niemanden mehr aufnehmen möchten.

Nun wissen wir aber auch wie es anders sein kann.
Momentan genießen wir unsere Zeit in zweisamkeit. Im September wird geheiratet und ich bin schon ganz gespannt wen von unseren Schützlingen wir dort wieder sehen werden. Bei einigen steht es schon fest, bei anderen noch nicht. Richtig schade finde ich es, dass unser Mädchen auf Japan nicht kommen darf, da sie jetzt auf ein Internat oder ähnliches geht da sie die Prüfungen nicht bestanden hat... Aber unsere kleine aus El Salvador wird meine Brautjungfer sein :loveyou:

Wie unsere Zukunft als Gastfamilie aussieht? Da werden wir auf unser Bauchgefühl hören uns uns ggf. langsam wieder ran tasten. Irgendwann. Vielleicht.

Ich freue mich aber riesig für euch, dass ihr alle so eine tolle Zeit mit euren Schützlingen habt! Genießt es weiterhin :)
Das Leben als Gastfamilie-Die Welt zu Gast.

♥ Juli-September 12~Korea ♥
♥ September-Dezember 12~El Salvador ♥ Oktober-Novemver 12~Russland ♥
♥ Dezember~Kolumbien ♥
♥ Januar-Juni 13~Belgien ♥ Januar-Juni 13~USA ♥
♥ August 13-Juli 14~Japan ♥ August 13-Januar 14~Brasilien ♥ Februar 14-Juli 14~Italien ♥
♥ September-Juli 15~Brasilien ♥ September-November 14~Ungarn ♥ Januar-Juni 15~Hongkong ♥
♥ September 15~Italien ♥ September 15~Brasilien ♥
♥ Dezember 15-Februar 16~Chile ♥

Benutzeravatar
Higanbana
gehört zum Inventar
Beiträge: 1738
Registriert: 17.10.2004, 13:37
Geschlecht: weiblich
Organisation: YFU, privat, AYUSA, AFS, WYS
Aufenthaltsdauer: länger als 12 Monate
Land: Daenemark, Niederlande, UK
Wohnort: Japan

Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 05.05.2016, 14:56

Mohnblume hat geschrieben:Ich wünsche euch alles erdenklich Gute. Zum Glück habt Ihr es gut überstanden.


Vielen Dank, aber von "ueberstanden" koennen wir noch lange nicht reden. Die Nachbeben werden noch lange andauern, auch wenn ich festgestellt habe, dass selbst Erdbeben des Wackelgrades 4 angefangen haben, mich erstaunlich wenig zu beeindrucken. Nur heute morgen war ich doch etwas sehr nervoes geworden, weil wir in 2 ziemlich starke auf dem Grundstueck einer Freundin hatten. Gluecklicherweise lag das Epizentrum relativ dicht an ihrem Haus und nicht unter unserer Stadt, so dass es bei uns in der Stadt kaum noch jemanden vom Hocker gerissen hatte.

Bei uns im Haus dauern auch die Untersuchungen noch an, ob es nun als "leichte Zerstoerungen" oder als "halb zerstoert" eingeschaetzt werden kann. Nicht, dass sich irgendjemand letzteres wuenscht, aber finanziell hat das erheblichen Ausschlag auf den Schadensersatz. Daher hofft hier jeder auf die letztere Einschaetzung. Und bevor sie nicht durch sind, geht es hier auch nicht die Beseitigung der Risse, die zwar teilweise uebel aussehen, aber nicht gluecklicherweise nicht die Substanz des Gebaeudes betreffen. Aber naja, der Ort, an dem meine Grosseltern in Rumaenien mal lebten, hatte auch 4 Jahre nach dem Erdbeben noch Risse, und trotzdem haben die Leute dort gelebt.

Der groesste Aerger ist noch der Warmwasserboiler. Unserer funktioniert, aber das 2. Erdbeben hat die Fuesse verbogen. Reparatur geht angeblich nicht, daher muss jetzt ueberlegt werden, ob wir wahrscheinlich 100% die ueber halbe Million Yen fuer ein Ersatzteil zahlen oder ob wir es doch weiterhin benutzen und dann im schlimmsten Falle die Garantie nicht zieht. Es laufen jetzt die verschiedensten Verhandlungen im Haus, aber bis das entgueltig geklaert ist, wird wohl noch viel Zeit vergehen.

Aber was soll ich sinnlos ueber ausgeschuettete Milch klagen? Ich bin dankbar, dass es nun 5en gut geht, wir waehrend der Evakuierung gut versorgt wurden, wir jetzt genuegend zu essen und trinken und wir ein Dach ueber dem Kopf mit Strom und heissem Wasser haben. Und in der Stadt geht es auch langsam, aber sicher voran.

***
@Junge Gastmutter

Ach je, ihr Armen! Ja, ich kann das nur zu gut verstehen. Nehmt euch etwas Auszeit und geniesst eure Zeit zu zweit. Oder zu dritt vielleicht. Ich wuensche euch alles Gute.

Nach der Katastrophendeutschen letztes Jahr ging es mir auch sehr schlecht, und in der Zeit zu viert habe ich auch gemerkt, dass man auch ohne ATS eine schoene, spannende Zeit haben kann. Ich bereue es nicht, dass wir die Finnin dieses Jahr aufgenommen habe, aber ich habe gemerkt, dass sich irgendwas in mir dank der letzten Erfahrung geaendert hat. Ich habe das Gefuehl, dass ich mich nicht mehr wirklich an eine ATS gefuehlsmaessig binden will. Oder kann. Ja, die Finnin ist herzlich willkommen, wir kuemmern und sorgen uns um sie und ihr Wohlbefinden, wir helfen ihr bei Schul- und anderen Problemen, wir reden mit ihr oder nehmen sie zu Familienaktionen mit. Aber zu meiner grossen Ueberraschung musste ich auch feststellen, dass ich keinerlei Verlust gespuert hatte, als sie 5 Tage auf Klassenfahrt war. Und das wird wohl leider auch nicht viel anders sein, wenn wir sie Ende Juni zum Flughafen bringen. Wogegen ich bei den 2 Deutschen davor oder bei unserer L vor 8 Jahren schon ziemlich geknickt war.

Bei uns war es ja so, dass mich die Thailaenderin vor 7 Jahren ziemlich mitgenommen und viel zerstoert hat, vor allem, weil durch YFU Japan auch null Betreuung, ja nicht einmal ein bisschen Verstaendnis fuer meine Sorgen da war. Wir hatten dann ja 3 Jahre spaeter mehr oder weniger durch Zufall eine ATS von WYS, weshalb ich doch ziemlich nervoes war, weil mir die Thailaenderin immer noch ziemlich in den Knochen sass. Aber es hatte Spass gemacht und mir wieder Spass auf die Aufnahme gemacht hatte. Bei der Katastrophendeutschen stand die Org. voll und ganz hinter uns, so dass sie uns auch nach dem Familienwechsel betreute. Daher war der Schock schneller ueberwindbar. Hast du irgendwelche vernuenftigen Ansprechpartner, mit denen du darueber sprechen kannst? Selbst wenn du nicht oder jetzt nicht mehr aufnehmen willst, so koennten dir Gespraeche doch helfen, damit besser klarzukommen.

Nimm dir einfach die Zeit, die du brauchst. Und dann wirst du sehen, ob du oder dein Mann oder vielleicht ja deine Kinder, so ihr denn welche wollt, mal wieder Lust auf eine grosse Schwester oder einen grossen Bruder haben. Bei uns sind es unsere Kinder, die gerne wieder ein ONEE-CHAN haben wollen. Uns ist es, wie gesagt, egal, ob wir wieder jemanden aufnehmen oder nicht. Und da bei dem Alter der Kinder auch mal gut ist, dass man im Notfalle eine 3. Person hat, die mal ein Aeuglein auf die Kleinen werfen kann, hat das natuerlich auch objektive positive Punkte fuer uns. Und ... dank der Finnin gibt es jetzt im Weltbild der Kinder 4 Laender, die sie sogar auf der Karte finden. :mrgreen:

Liebe Gruesse

Higanbana


Social Media

       

Zurück zu „Elternforum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste