Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

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sotagirl
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon sotagirl » 05.01.2016, 19:05

Bei AFS sind Double Placements auch möglich, sofern die betreffenden ATS einverstanden sind und aus unterschiedlichen Ländern kommen :)

Meine Gasttochter war auch ganz froh ohne Gastgeschwister...ich denke, da kommt es auf den ATS an. Wobei eine Pause nach einem Schüler auch nicht verkehrt ist.
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coolka8
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon coolka8 » 06.01.2016, 10:01

Higanbana hat geschrieben:Wie gesagt, sprich bitte mit der Org. deiner Wahl, dass sie dir aus der Masse jemanden vorschlagen, der keine Probleme mit kleinen Kindern zu haben scheint, und dann hast du eine gute Chance, dass du auch mit kleinen Kindern eine tolle Aufnahmeerfahrung haben kannst.

Vielen Dank für deine Mutmachworte! Genauso, wie du es geschrieben hast, werden wir es handhaben. Die Organisation weiß diesbezüglich auch schon Bescheid und schlägt uns nur jemanden vor, wenn sie der Meinung ist, dass es mit Kindern klappen könnte. Aber irgendwie sträubt sich nun mein Mann... Hach, ich möchte es wirklich gerne noch einmal machen und eine Wechslerin jetzt aufzunehmen bedeutet ja, dass sie dann im Sommer wieder abreist und daher nicht ein ganzes Jahr da ist...

Mohnblume hat geschrieben:Ich bin gespannt, wie das zweite Halbjahr verlaufen wird. Hoffe, der Kontakt ins Heimatland wird ein bisschen weniger. Da bin ich als Gastmutter nicht genug hinterher :drei:, da ich mir denke, dass die Orga das ausführlich erklärt hat.

Dieses Problem hatten wir ja auch. Auch allgemein der Internetkonsum (Facebook, Twitter, Skype, Youtube, etc). Was macht man da? WLAN aus? Handy/Laptop einkassieren? Oder nur gut zureden? Mit den Eltern reden, damit diese den Kontakt ein wenig einschränken?


Gibt es hier vielleicht auch ATS, die mal in einer Gastfamilie waren, die kleine Kinder hatten/haben, und mir ein wenig von ihren Erfahrungen erzählen können?

JungeGastmama
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon JungeGastmama » 06.01.2016, 17:31

Ein liebes Hallo an alle,

ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr und hoffe, dass ihr alle ein paar schöne Feiertage gehabt habt.

@coolka8
Ja, ihr hattet ihr in der Tat eine ganz liebe Teilnehmerin aus Afrika. ( Ich hoffe das "du" ist okay). Ich habe auch euren Bericht auf der Homepage gelesen, der sich ganz toll liest :-)
Solltet ihr euch doch dafür entscheiden, es noch einmal zu versuchen, lässt sich sicherlich eine Teilnehmerin finden die gerne jüngere Geschwister hat. Und wenn euch ein halbes Jahr oder so zu lange ist, gibt es auch die Möglichkeit eine Schülerin z.b. erstmal für 6 Wochen oder so aufzunehmen, mit der Option den Aufenthalt wenn es gut läuft zu verlängern. Und es ist sicherlich auch möglich, vorher bei der Schülerin anzufragen ob sie es sich vorstellen könnte, mit jüngeren Geschwister platziert zu werden.

@Mohnblume: Wir nehmen unsere Gastschüler über Experiment e.V. auf, die Chilenin aktuell aber über den VDA, und wir hatten auch schonmal jemanden über AFS. Bei den Organsiationen ist es kein Problem mit einem Double Placement. Die Gastschüler und Eltern werden vorher gefragt und bis jetzt haben wir auch immer positivie Rückmeldung bekommen. Das klappte sehr gut bei zwei Schülern über die selbe Organisation, aber auch bei zwei unterschiedlichen Organisationen war das nie ein Problem. Aber wenn mal jemand dabei ist, der nicht damit einverstanden wäre, dann wäre das auch kein Problem für uns. Bedingung ist, dass die Schüler aus unterschiedlichen Ländern kommen, sprich unterschiedliche Muttersprachen haben. Aber das ist uns auch immer wichtig gewesen.

Ich wünsch euch allen einen schönen Abend :D
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon federspiel » 06.01.2016, 23:14

coolka8 hat geschrieben:Gibt es hier vielleicht auch ATS, die mal in einer Gastfamilie waren, die kleine Kinder hatten/haben, und mir ein wenig von ihren Erfahrungen erzählen können?


ich habe bei einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern gewohnt. zu meiner Ankunft waren die beiden Mädchen 4 und 5 Jahre alt. vor meiner Ausreise wusste ich noch nichts über meine Gastfamilie.
zugegeben an manchen Morgenden wenn man mit Kater im Bett liegt wünscht man sich einfach nur Ruhe im Haus, aber das waren die Ausnahmen. ;) ich fand es eine sehr schöne Erfahrung, zumal ich in meiner Familie das jüngste Kind bin und so hatte (und habe immernoch) zwei jüngere Geschwister. ich musste keine "Betreuungsaufgaben" übernehmen, all das Spielen im Garten und Haus, das gemeinsame Essen und die 327 Mal den gleichen Barbiefilm sehen war von mir auch so gewollt.
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Mysla » 08.01.2016, 12:35

Ich war damals auch bei einer Familie mit zwei Kleinkinder (Mädchen 4, Junge 1). Zugegebenermaßen war ich froh, keine gleichaltrigen Gastgeschwister zu haben :oops: als Einzelkind hatte ich da echt Angst vor wie das werden würde. Mit den zwei kleinen fand ich das an für sich super!

Schade fand ich nur, dass ich erstens von meiner Gastmutter aus nichts mit ihnen machen sollte (sie wollte, dass die beiden ein Verhältnis untereinander aufbauen). Das hat dann dazu geführt, dass die große in mein Zimmer kam, ich mich eigentlich gefreut hatte, sie aber wieder rausschmeißen musste (zu ihrem großen Unverständnis) und ich dann auch noch böse Blicke der Gastmutter kassiert hab, dass ihr Töchterlein schon wieder in meinem Zimmer war :nee: :drei:
Zweitens gestört hatte mich, dass die Große auch einfach mal in mein Zimmer ging, während ich nicht da war und dann mir Sachen geklaut hat. :schlafen: Die Eltern hab ich einmal reden hören, dass sie im Zimmer meiner chinesischen Gastschwester (double placement) gewesen und Süßigkeiten geklaut hätte, da meinten sie dann: "maybe we should teach her not to steal". :mrgreen: :lol:

Dazu sollte ich aber vllt noch den Hintergrund geben, dass man in Neuseeland, wo ich war, generell eher von homestay family spricht und nicht von host family. Man ist nicht Kind der Familie, sondern "student". (natürlich auch nicht überall, kenne auch vereinzelt andere Beispiele!). Außerdem war ich damals wohl aus deren Sicht auch ziemlich "socially awkward", wusste nicht so recht, wann ich was mit wem reden sollte. Ich hätte einfach allgemein mehr Anleitung gebraucht und war weniger selbstständig, als sie gehofft/gewünscht/erwartet hatten. Das lag aber wirklich nicht an ihnen, da ich vorher jahrelang von meinen Eltern, naja sagen wir mal, nicht ganz so toll behandelt wurde und mir das ATJ zum ersten Mal die Augen geöffnet hatte....
Lange Rede kurzer Sinn: ich mochte die Kinder, das ATJ hat mir wahnsinnig viel gebracht und die Gasteltern haben mich (nicht ganz zu Unrecht, so im Nachhinein betrachtet) wohl für ziemlich seltsam gehalten :schuechtern:
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon coolka8 » 08.01.2016, 13:40

Ich danke euch beiden für eure Erfahrungsberichte!!!!
Ihr macht mir Mut, es noch einmal zu probieren.
Ich denke, wir hatten damals einfach Pech mit einer wirklich nicht so kommunikativen ATS, die irgendwann von den Kindern nur noch genervt war. Dabei waren die Kinder durchaus Willens, etwas mit ihr zu machen und auf sie zuzugehen.

coolka8 hat geschrieben:Dieses Problem hatten wir ja auch. Auch allgemein der Internetkonsum (Facebook, Twitter, Skype, Youtube, etc). Was macht man da? WLAN aus? Handy/Laptop einkassieren? Oder nur gut zureden? Mit den Eltern reden, damit diese den Kontakt ein wenig einschränken?

Darauf brauch ich noch eine Antwort. :mrgreen: Was machen andere Gasteltern oder Betreuer, um den Internetkonsum und den Kontakt ins Heimatland einzudämmen?

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Monx » 08.01.2016, 14:11

coolka8 hat geschrieben:
coolka8 hat geschrieben:Dieses Problem hatten wir ja auch. Auch allgemein der Internetkonsum (Facebook, Twitter, Skype, Youtube, etc). Was macht man da? WLAN aus? Handy/Laptop einkassieren? Oder nur gut zureden? Mit den Eltern reden, damit diese den Kontakt ein wenig einschränken?

Darauf brauch ich noch eine Antwort. :mrgreen: Was machen andere Gasteltern oder Betreuer, um den Internetkonsum und den Kontakt ins Heimatland einzudämmen?


Als ich im Ausland war gabs das Problem nicht, weil ich fast keinen Kontakt nach Hause hatte und Facebook, geschweige denn Whatsapp und der gleichen gabs in Deutschland ja eh noch nicht wirklich. Als meine jüngere Gastschwester (15) dann damals (2007) für wenige Monate bei uns zu Hause war, hing sie sehr viel am PC rum. Meine Eltern haben ihr das in keinster Weise verboten. Wir haben einfach probiert sie oft aus dem Haus zu bekommen. Ich würde es bei Austauschkindern nicht anders handhaben als bei eigenen Kindern. Was würdest du deinen Kindern in Bezug auf Handy etc. verbieten? Man muss eben bedenken, dass die Orgas vielleicht auch nicht auf dem aktuellsten Stand sind. Smartphones gehören mittlerweile einfach zum Alltag dazu. Dementsprechend ist auch klar, dass auch Austauschschüler öfter vor ihren Smartphones sitzen als vielleicht noch vor 5 Jahren. Ich würde maximal Smartphoneverbot erteilen beim gemeinsamen Essen oder anderen gemeinsamen Aktivitäten, wo man bei seinen eigenen Kindern eben auch nicht will, dass sie dauernd das Handy in der Hand haben. Aber den Austauschschülern ein Zeitlimit vorzuschreiben oder ihnen ihr Handy wegzunehmen, halte ich nicht mehr für zeitgemäß. Dagegen ihnen einfach in einem Gespräch klar zu machen, dass weniger Kontakt vielleicht besser wäre, spricht natürlich gar nichts.

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon sarahjudith » 08.01.2016, 15:34

Ich war in einer Gastfamilie mit kleiner Gastschwester (4 Jahre). Ich fand das super. In meiner ersten Gastfamilie hatte ich mit meiner gleichaltrigen Gastschwester ganz große Probleme. Mit der kleinen in der neuen Familie war das überhaupt nicht so. Klar, habe auch ich viele Filme dann 10000 mal mit ihr geguckt, aber das fand ich auch gut. Und außerdem hat sie mir auch unglaublich beim Afrikaans lernen geholfen :)
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Orava » 08.01.2016, 19:13

coolka8 hat geschrieben:
coolka8 hat geschrieben:Dieses Problem hatten wir ja auch. Auch allgemein der Internetkonsum (Facebook, Twitter, Skype, Youtube, etc). Was macht man da? WLAN aus? Handy/Laptop einkassieren? Oder nur gut zureden? Mit den Eltern reden, damit diese den Kontakt ein wenig einschränken?

Darauf brauch ich noch eine Antwort. :mrgreen: Was machen andere Gasteltern oder Betreuer, um den Internetkonsum und den Kontakt ins Heimatland einzudämmen?

Also, ich habe das Gefühl, dass viele deutsche Gasteltern ihren eigenen Kindern sehr wenig verbieten und vorschreiben, weil sie es auch oft gar nicht müssen. Man vertraut seinen Kindern, etc. pp. Das ist auch schön, wenn das so funktioniert. Nur funktioniert es bei ATS häufig nicht so, und wenn man dort als Eltern dann keine Regeln macht und klipp und klar sagt, was gemacht und nicht gemacht wird, dann wird man nicht glücklich. Viele Eltern wollen natürlich "ein neues Kind" aufnehmen und das dann möglichst genauso behandeln wie die eigenen, aber wenn das nicht zum Ziel führt, dann muss man an der Stelle umdrehen und dem ATS eben mehr Regeln geben als den eigenen Kids.

Was den Kontakt ins Heimatland angeht, wäre für mich da der Schlussstrich, wo es das eigene Familienleben beeinflusst. Handy oder Laptop wegnehmen würde ich nicht, aber:
- beim Essen, in der Unterhaltung, beim Spieleabend etc. hat man das Handy nicht in der Hand, am besten ist es in einem anderen Raum, damit man eingehende Nachrichten nicht hört
- es werden keine Familien-Unternehmungen geschwänzt, weil man lieber am Laptop daddeln möchte
- man muss morgens schulfit sein, bzw. am Wochenende nicht den halben Tag verpennen, wenn die Gastfamilie in der Zeit etwas zusammen macht - das ist die Regeln für die Abend-Deadline :nee:

Man kann ja, ganz didaktisch wertvoll, die Regeln zusammen aufstellen, a la "was meinst du, wie viel Kontakt nachhause möchtest du haben?" Da sagen die Leute m. E. n. meistens eher weniger als sie eigentlich brauchen, aber darauf kann man sie dann später festnageln ;)

Nachts das WLAN auszuschalten, wäre für mich auch okay, aber erst als letzte Alternative. (Siehe Punkt "schulfit")
Alle Jugendlichen in dem Alter sind halt wahnsinnig lange im Internet, von daher finde ich es schwer, so Regeln für "allgemein weniger Internet" zu machen. Also würde ich wie gesagt vor allem danach schauen, dass nicht während gemeinsamer Aktivitäten die ganze Zeit was nebenbei läuft, wobei ich, wenn ich mich so umsehe, selbst da vllt. schon konservativ bin :-? Ist ja dummerweise heute überall Gang und Gäbe, die ganze Zeit am Handy zu hängen, selbst wenn man mit Freunden in der Kneipe ist und ähnliches -.-
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon binemay » 09.01.2016, 08:55

In meinen Augen ist Austauschschüler aufnehmen eine Sache geworden ,die wenig Sinn macht, es sei denn, man bekommt ein Gastkind, das super motiviert ist und freiwillig Handy- und Internetnutzung auf nur wenige Stunden pro Monat reduziert. Alle anderen lernen die Sprache nicht, finden keine Freunde und als Gasteltern hat man null Chance , irgend eine Art von Beziehung zu dem Gastkind aufzubauen. Wenn man dann noch etwas nicht ganz nach dem Geschmack des Gastkindes macht, ist man sofort "unten durch" und die Internetgemeinde des Gastkindes bestätigt auch noch, wie Scheiße die Gastfamilie ist.
Also ich empfehle deutschen Gasteltern, nur Jugendliche aufzunehmen, die ein klares Ziel vor Augen haben und schon etwas deutsch gelernt haben und möglichst wenige, aber klare Regeln, zur Internetbenutzung aufzustellen und diese auch zu kontrollieren. Alle diese Schüler aus Asien und Lateinamerika, die das schönste Jahr ihres Lebens ohne Schulstress erwarten, lernen eigentlich fast kein deutsch mehr und haben nach dem Jahr nur asiatische/lateinamerikanische Freunde in Deutschland gefunden und die Gastfamilie ist froh, wieder frei zu sein. Der eigentliche Sinn des Schüleraustausches erschließt sich mir dann nicht mehr.

Rana
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Rana » 09.01.2016, 10:04

Wie binemay habe auch ich seit vielen Jahren mit Schüleraustausch zu tun. Und, ja, leider, leider ist viel Wahres an ihren Worten. Sicher gibt es auch noch die ATS, die etwas aus ihrem Jahr machen, aber das Internet hat sich als großes Hindernis erwiesen, um im Gastland neue Beziehungen aufzubauen. Neue Beziehungen machen Mühe, die alten in den sozialen Netzwerken sind bequemer und sind vielen genug.

Als weiterer Faktor kommt meiner Meinung nach dazu, dass die Eltern immer weniger in der Lage sind, ihre Kinder loszulassen. Sie trauen ihnen immer weniger zu und glauben, ihr Kind eng im ATJ begleiten zu müssen. Das lässt den Gastfamilien kaum mehr eine Chance, einen vertrauensvollen emotionalen Kontakt zum Gastkind aufzubauen, das sich mit jedem Problem sowieso sofort per Skype usw. am Mama daheim wendet.

Und noch etwas erschwert die Situation heutzutage: die Bespaßungskultur unserer modernen Gesellschaft. Man will bespaßt werden. Wird diese Erwartung nicht erfüllt, tritt Frust ein. Damit kämpfen Discos genauso wie sämtliche öffentlichen Veranstalter, die, wenn sie nicht ein Eventfeuerwerk bieten, schnell Konkurs machen.

Aber, bei allem Negativismus - es gibt sie noch - die ATS, die ein Jahr auch für die Gastfamilie lohnend machen und die eine Bereicherung für jede Familie sind. Und unsere unruhige Welt hat Völkerverständigung heute nötiger denn je!
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Orava » 09.01.2016, 12:35

Ja, ich stimme dem, was binemay gesagt hat, leider auch größtenteils zu, aber ich würde/werde mich dadurch trotzdem nicht davon abhalten lassen, einen Gastschüler aufzunehmen. Ich bin irgendwie noch davon überzeugt, dass "strenge" Regeln in dem Punkt, auch wenn es durchaus sein mag, dass man erstmal der Böse ist, von vielen Schülern selbst doch im Nachhinein als Segen wahrgenommen werden. Vielleicht manchmal wirklich erst im Nachhinein, aber... manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden, und ich glaube, dass es das trotzdem wert ist, wenn das Einsehen dann hinterher kommt.

Aber dass so viele angeblich schlecht Deutsch lernen: Ich weiß nicht, ob das speziell wirklich am Internet und Kontakt nachhause liegt, zumindest nicht größtenteils. Ich würde behaupten, Gastfamilien werden auch immer immer "toleranter" dem Englischsprechen gegenüber. Ich denke, ein ATS in Deutschland in den 80ern oder 90ern konnte nur in seltenen Fällen mit seinen Gasteltern wirklich auf Englisch zurückgreifen. Heute ist das bequem für beide Seiten und selbstverständlich. Da ist es finde ich auch Sache der Gastfamilie, da nicht mitzuspielen, auch wenn das erstmal schwerer ist. Und ich glaube, mit den Lehrern in der deutschen Schule kann man sehr gut reden, und wenn man die Sache erklärt und darum bittet, dass in der Schule dem ATS nicht alles auf Englisch hinterhergetragen wird, dann verstehen die das und helfen da auch, wo sie können (erklären das sicher auch gern mal kurz den Mitschülern).
Und wenn man in einer Stadt oder zumindest Kleinstadt wohnt, kann man seinen ATS ja auch zum Deutschkurs schicken. Da trifft man interessante Leute und kommt auch aus dem Zimmer ;)
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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Monx » 09.01.2016, 12:57

Orava hat geschrieben:Ich denke, ein ATS in Deutschland in den 80ern oder 90ern konnte nur in seltenen Fällen mit seinen Gasteltern wirklich auf Englisch zurückgreifen. Heute ist das bequem für beide Seiten und selbstverständlich. Da ist es finde ich auch Sache der Gastfamilie, da nicht mitzuspielen, auch wenn das erstmal schwerer ist.


Sehe ich auch so! Und auch zusätzlich kann die Gastfamilie auf die Deutschkenntnisse einwirken. Mein Vater hat sich zum Beispiel jeden Abend 30-60 Minuten nach der Arbeit mit meiner Gastschwester (aus den USA, 17 Jahre alt) hingesetzt und deutsch gelernt! Sie konnte nahezu fließend deutsch als sie 6 Monate später wieder nach Hause flog.

Andererseits finde ich auch, sollte man das ein wenig dem Gastkind überlassen. Unsere Vorstellung ist es, dass ein Austauschjahr dafür da ist zu Einheimischen Kontakt zu knüpfen und die Sprache zu lernen. Aber das ist so einfach nicht überall gegeben. Für meine andere Gastschwester (Südamerika, 15 Jahre alt) war es einfach wichtig mal in Europa zu sein und die typischen Touristen-Ziele abzuklappern. Ob das sinnvoll ist oder nicht, ob man dabei eine große Chance wegwirft oder nicht, sei mal dahingestellt. Aber wir haben das nach einer Zeit so auch akzeptiert. Und hatten eine schöne gemeinsame Zeit, auch wenn sie nach Hause flog ohne einen Satz deutsch zu können (sie war "nur" 3 Monate da). Vielleicht muss man in manchen Fällen das eben auch als Gastfamilie etwas entspannter sehen. (Auch wenn ich natürlich verstehe, dass es zu Ausmaßen kommen kann, wo einfach das gesamte Familienleben darunter leidet. Das ist dann natürlich nochmal etwas anderes).

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon Higanbana » 09.01.2016, 15:44

Monx hat geschrieben:...Sehe ich auch so! Und auch zusätzlich kann die Gastfamilie auf die Deutschkenntnisse einwirken. Mein Vater hat sich zum Beispiel jeden Abend 30-60 Minuten nach der Arbeit mit meiner Gastschwester (aus den USA, 17 Jahre alt) hingesetzt und deutsch gelernt! Sie konnte nahezu fließend deutsch als sie 6 Monate später wieder nach Hause flog.

Andererseits finde ich auch, sollte man das ein wenig dem Gastkind überlassen. Unsere Vorstellung ist es, dass ein Austauschjahr dafür da ist zu Einheimischen Kontakt zu knüpfen und die Sprache zu lernen. Aber das ist so einfach nicht überall gegeben. Für meine andere Gastschwester (Südamerika, 15 Jahre alt) war es einfach wichtig mal in Europa zu sein und die typischen Touristen-Ziele abzuklappern. Ob das sinnvoll ist oder nicht, ob man dabei eine große Chance wegwirft oder nicht, sei mal dahingestellt. Aber wir haben das nach einer Zeit so auch akzeptiert. Und hatten eine schöne gemeinsame Zeit, auch wenn sie nach Hause flog ohne einen Satz deutsch zu können (sie war "nur" 3 Monate da). Vielleicht muss man in manchen Fällen das eben auch als Gastfamilie etwas entspannter sehen. (Auch wenn ich natürlich verstehe, dass es zu Ausmaßen kommen kann, wo einfach das gesamte Familienleben darunter leidet. Das ist dann natürlich nochmal etwas anderes).


Ich habe in puncto Sprache auch meine Vorstellungen runtergeschraubt. Die Deutsche vor 2 und vor 3 Jahren sprachen nach den 10 Monaten ein tolles Japanisch, und das, obwohl das Maedchen vor 2 Jahren fast mit null Kenntnissen hier ankam und es ihr auch wichtig war, dass sie sich mit mir auf Deutsch (worueber ich nicht wirklich gluecklich war) und wo auch mit ihrer Lehrerin auf Englisch unterhielt. Die Finnin dieses Jahr macht im Vergleich dazu viel weniger Fortschritte, aber ihr liegen Sprachen nicht wirklich, wogegen die Deutsche vor 3 Jahren ein sprachlich orientiertes Profil hatte und die von vor 2 Jahren zwar mathematisch-naturwissenschaftlich orientiert war, aber auf eine 2sprachige Schule ging. Der Finnin faellt Sprachelernen viel schwerer als den beiden, und vielleicht schwebt sie auch zuviel in ihrer ARASHI-Welt als denn wirklich bewusst hinzusetzen und mit einem Lehrbuch zu lernen. Aber sie gibt trotzdem ihr Bestes, wenn sie z.B. mit den Kindern und meinem Mann spricht. Sie baut ihre Beziehung zu uns allen auf, und wenn es eben bei mir hauptsaechlich auf Englisch sein muss, so be it! Ich habe aufgehoert, Sprachelernen unbedingt als die Hauptbedingung fuer ein erfolgreiches Jahr zu sehen, auch wenn ich meinen ATS allen klipp und klar gesagt habe, dass sie ohne Japanisch hier seeeeehr, sehr allein sein werden, weil sie mit etwas Pech nur mich und vielleicht ja noch ihren Englischlehrer zum Sprechen haben. Und viele Englischlehrer hier haben ein saumaessiges Englisch, ja, sie sind teilweise nicht einmal in der Lage, eine einfache Unterhaltung zu fuehren.

Und selbst wenn die Schueler zum Ende des Jahres hin nicht sooo tolles Japanisch sprechen, so muss das nicht heissen, dass das Jahr voellig sinnlos und ohne Zweck war. Unsere ATS von vor 8 Jahren hatte eine verrueckte Klassenleiterin, die gleichzeitig auch noch die ATS-Koordinatorin der Schule war, die ihr verbot, z.B. nach dem Beenden der Englischaufgaben Japanisch zu lernen, weil (OT:) das die Schueler deprimieren wuerde. Und sie sei ja auch wegen ihres Deutsches und Englischs aufgenommen worden und natuerlich koenne sie als Auslaenderin so wieso kein Japanisch lernen. Sie forderte dann auch glatt alle Schueler auf, ja auch nur auf Englisch mit unserer ATS zu kommunizieren, was sie gluecklicherweise aber nicht (immer?) machten. Jedenfalls gab unsere ATS dann irgendwann frustriert jeglichen Versuch auf, doch noch Japanisch zu lernen. Ich ueberredete sie dann aber doch, eines der Lehrbuecher fuer Anfaengerjapanisch durchzuarbeiten. Und wenn sie das macht, wuerde ich sie auch mit nach Kyoto nehmen, weil das ihr grosser Traum war. Ihr Japanisch war trotz allem am Ende des Jahres nur "naja", aber Japanisch hat sie nie wirklich losgelassen. Und jetzt studiert sie Japanisch auf Lehramt. Damit hat sie weit mehr mit Japan zu tun als unsere gute Japanischsprecherin von vor 3 Jahren, die nach ihrer Rueckkehr nach Deutschland so gut wie alle Bruecken nach Japan abgebrochen hat, obwohl sie ein gutes Jahr hatte.

Was das "Stehlen durch kleine Kinder" betrifft: Wir hatten auch etwas das Problem, dass unsere Kinder die Sachen der ATS auch mit als ihre betrachtet und frei und ohne zu fragen gefasst, mitgenommen und gegessen haben. Wir hatten dann aber den ersten Vorfall dazu genutzt, ihnen zu erklaeren, dass die Sachen im Zimmer der ATS Tabu sind und sie sie nicht anfassen duerfen. Oder nur, wenn Oneechan ihnen erlaubt, das zu tun. Und die Oneechans hatten auch die Erlaubnis, mit den Kindern zu schimpfen, wenn sie das trotz allem taten. Das wirkte doch sehr gut, und das Problem loeste sich sehr schnell in Selbstgefallen auf. Und es hatte auch den positiven Nebeneffekt, dass unsere Kinder auch nicht an unsere Sachen gehen.

Liebe Gruesse

Higanbana

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Re: Gasteltern in Deutschland Erfahrungsaustausch

Beitragvon JungeGastmama » 16.01.2016, 00:22

Ihr lieben,

Mich würde mal interessieren wie ihr das bei euren Gaatkindern mit den "Ausgehzeiten" handhabt. Ich gehe mal davon aus, dass sich der Großteil am Jugendschutzgesetz orientiert, oder? Wie regelt ihr das denn bei den Gastschülern die bereits volljährig sind?

Habt ein schönes Wochenende:-)
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