Erfahrungsbericht Ef High School Year Abroad USA 13/14

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Gast

Erfahrungsbericht Ef High School Year Abroad USA 13/14

Beitragvon Gast » 09.08.2014, 15:54

Ich möchte hier mal über meine Erfahrungen mit EF schreiben

Am besten fange ich mal von ganz vorne an zu erzählen.
Warum habe ich mich überhaupt für ein Austauschjahr beworben? Die Idee dazu kam erst mal gar nicht von mir; meine Schwester wollte immer mal alleine ins Ausland gehen und hatte schon von einigen Organisationen Broschüren bekommen. Als ich mir diese dann auch mal durchgelesen habe, dachte ich, dass sich so etwas mal ganz spannend anhört und habe mir dann auch mal ein paar Informationen zukommen lassen. Für die USA habe ich mich entschieden, da ich gerne in ein englischsprachiges Land wollte – in England war ich schon mal zum Sommerurlaub und Australien war mir dann doch zu weit weg und vor allem auch zu heiß. Für ein ganzes Jahr habe ich mich entschieden, da ich überlegt habe, dass ich hier in Deutschland in der Schule entweder etwas verpasse oder wiederholen müsste, wenn ich für nur 3 oder 6 Monate ins Ausland gehe.
Auf EF bin ich gekommen, weil es die einzige Organisation ist, die dir einen Platz in einem bestimmten Land garantiert. Bei allen anderen Organisationen, die ich mir angeschaut hatte, muss man sich für mehrere Ländern bewerben und bekommt dann eins von denen.Was mir dann auch sehr gelegen kam, da für mich ja von vornherein schon klar war, dass ich in die USA wollte.

Vorbereitung:
EF macht ein Auswahlgespräch, bei dem man schon mal die wichtigsten Fragen klären kann, und dann gibt es noch ein Vorbereitungswochenende, bei dem hauptsächlich darüber geredet wird, was man machen sollte, wenn man Heimweh bekommt oder wenn man sich nicht mit Gasteltern oder Geschwistern versteht.
Es wird zusätzlich noch ein Vorbereitungscamp in der USA angeboten, was ich aber nicht besucht habe.
Ich selber habe mich gut auf den Flug und die kommenden 10 Monate vorbereitet gefühlt. Man hat uns erklärt, wie man ein Visum bekommt und wie man die Zollerklärung im Flugzeug auszufüllen hat, was für mich eine große Hilfe war, da ich bis letztes Jahr noch nie ein Flugzeug bestiegen hatte, geschweige den in der USA war.

Gastfamilie:
Die genauen Daten zu meiner Gastfamilie habe ich etwa eine Woche vor dem Abflug bekommen und war damit so weit ich weiß der letzte in Deutschland. Allerdings hatte man mich etwa zwei Wochen vor dem Abflug informiert, dass eine Familie gefunden wurde, sie aber noch die Schule überprüfen müssten.
Meine Gastfamilie lebte in einem sehr kleinen Ort an der Grenze zwischen Washington und Idaho und bestand aus zwei kleinen Jungs, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe, einem Vater der bei der Air Force arbeitet und einer Mutter die die meiste Zeit zu hause war. Sie haben mich alle sehr gut aufgenommen. Meine Mutter wollte mich immer zur Schule fahren wenn ich noch Sport hatte oder einfach nur bei anderen Spielen der Mädchen zuschauen wollte.
Ich bin mit meiner Familie auch öfter mal in Seattle gewesen, um Verwandte zu besuchen.
Für mich wurde auch eine Abschiedsfeier mit großem Aufwand organisiert zu der dann alle, die im Dorf wohnten, eingeladen waren.

Sprache:
Die Sprache habe ich eigentlich ganz schnell gelernt. Ich kannte ja schon ein bisschen Schulenglisch. Auch wenn mir anfangs sehr oft die Wörter gefehlt haben, um etwas auszudrücken, bin ich immer zurecht gekommen, auch wenn ich immer mal wieder nachfragen musste.

Schule:
Die Schule war auch für amerikanische Verhältnisse sehr klein mit 37 Schülern in der High School (9.-12. Klasse), und um einiges einfacher als die in Deutschland. Ich war immer in den höchsten Kursen und bin immer noch gut zurecht gekommen. Man kannte jeden und es gab keine Auswahlverfahren für die Schulmannschaften.
Schulsport hatten wir immer mit mindestens einer anderen Schule zusammen, da wir sonst nicht genügend Spieler waren. Ich selber habe American Football, Basketball und Baseball gespielt und habe damit schnell Anschluss zu den anderen Amerikanern gefunden.
Ich war auch NHS-Mitglied, einzig allein, weil ich Austauschschülerin. Mit den zwei anderen amerikanischen Mitgliedern, einer Austauschschülerin aus der Niederlande, die auch an meiner Schule war, und dem Mathelehrer und seiner Frau sind wir auf Schulkosten nach Portland, Oregon zum Strand gefahren und haben uns dort ein College Basketballspiel angeschaut.
Mein persönliches Highlight war, als die Seniorklasse ein Donkey-Basketballspiel in der Schulturnhalle organisierte, das heißt, man spielt Basketball fünf gegen fünf, aber man muss auf einem Esel sitzen, wenn man den Ball wirft.

Freizeit:
Ich habe sowohl mit meiner Gastfamilie als auch mit meinen Freunden und der Schule viel unternommen. Meistens war ich etwa zwei bis drei mal die Woche mit der Schulmannschaft unterwegs oder habe zu Hause in unserer eigenen Halle gespielt. Ich habe auch, soweit ich keine Spiele hatte, mit meiner Gastfamilie Ausflüge am Wochenende in die nähere Umgebung gemacht.

Betreuung:
Von EF hatte ich einen direkten Betreuer, der mich mindestens einmal im Monat angerufen hat und den ich auch immer anrufen konnte, was ich aber, glaub ich, nie gemacht habe.
Mindestens einmal im Monat haben sich mehrere Betreuer der Region zusammen getan, um etwas zu veranstalten. Ich war zum Beispiel einmal mit allen EF-Austauschschülern beim Bowlen, Pizza essen, Eislaufen oder bei der Flugshow der Air Force Base.
Beim ersten Treffen wurde mit uns auch noch mal über Heimweh und das Vermeiden von möglichen Problemen mit der Gastfamilie gesprochen. Beim letzten Treffen wurde auch noch mal überprüft, ob wir alle Dokumente für den Heimflug besitzen und uns wurde auch erklärt, dass wir nicht erwarten sollen, dass sich daheim nichts verändert hat.

Gesamteindruck:
Insgesamt muss ich sagen, dass ich von diesem Jahr unheimlich profitiert habe: Horizonterweiterung, Sprachkenntnisse verbessert und ich habe einige neue Freunde kennen gelernt, die mich vielleicht demnächst auch mal besuchen kommen.
Mit dem Verlauf des Jahres bin ich auch sehr zufrieden. EF hat mich gut betreut und alles hat geklappt. Die Region und die Gastfamilie haben mir auch gut gefallen, alles in allem hätte es gar nicht viel besser sein können. Natürlich wünscht sich jeder nach Florida oder New York zu kommen, aber das ist ja auch klar, dass es nicht passieren wird.
Nach dem Abitur möchte ich nochmal für längere Zeit in die USA reisen. Vielleicht für ein Auslandssemester oder sogar ein ganzes Studium.
Ich kann das EF High School Year ohne Bedenken an alle, die so etwas planen, empfehlen. Das ist ein Abenteuer, das man nie vergessen wird.

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