Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

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Isabelle
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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Isabelle » 30.01.2012, 13:13

Wie die anderen schon gesagt haben, haben solche Tests sehr wohl Sinn. Ich zum Beispiel führe sie oft durch bei Kindern und Jugendlichen, bei denen als Ursache für schulische Schwierigkeiten familiäre Probleme angenommen werden und die Tests werden dann routinemäßig gemacht, um mangelnde kognitive Fähigkeiten als Grund auszuschließen, weil man sonst völlig falsch therapieren würde. Es gibt noch viele weitere sinnvolle Verwendungszwecke, aber da gehe ich jetzt nicht weiter drauf ein denn, wie schon anfangs erwähnt, hat es sich auch oft um andere Tests gehandelt.

Wenn für deine subjektive Sichtweise alles andere auch darunter fällt, ist das dein Problem, aber dem ist nicht so(denn wie du schon sagst wird zB Kreativität nicht wirklich damit erhoben).

Und abgesehen von dieser ganzen Diskussion war die einzige Behauptung, die wir hier gemacht haben, dass zweisprachige Kinder solche Aufgaben besser lösen können und deswegen oft in der Schule besser sind, und was bitte gibt es daran zu leugnen?? Ob das jetzt fair ist oder Sinn macht, ist doch ne ganz andere Sache.
Alle anderen scheinen es ja nicht fehlinterpretiert zu haben.

Und zu dem Zitat: Es ist über 100 Jahre alt, der Test wurde sehr viel weiterentwickelt und im Endeffekt sagt Binet nur, dass Intelligenz nicht so eindeutig messbar ist wie zB Distanz..hat hier auch niemand behauptet, weiß also nicht so genau, was du damit untermauern wolltest.

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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Kiki » 05.02.2012, 14:02

Ich bin früher zweisprahcig aufgewachssen so bis ich 7 war. Habe mit meinem Vater deutsch und mit meiner Mutter Englisch geredet. Seit ich sieben bin rede ich aber mit beiden deutsch weil das irgendwann zu kompliziert wurde und ich manchmal beide Sprachen durcheinander gemischt habe und nich mehr sooooooo besonders sein wollte. ABer ich kann schon sagen das es mir (glaub ich) geholfen hat .
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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon SakuraYume » 05.02.2012, 16:19

ich bin Deutsch-Französisch-English aufgewachsen :wink: und noch so halb Spanisch & Italienisch, aber das hab ich leider so ziemlich vergessen, kann nur noch verstehen wenn jemand was zu mir sagt :(
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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Panambi » 05.02.2012, 22:50

SakuraYume hat geschrieben:ich bin Deutsch-Französisch-English aufgewachsen :wink: und noch so halb Spanisch & Italienisch

neid! :o :D ich bin meinen eltern bis heute böse, dass ich nicht zweisprachig aufgewachsen bin es sei denn man zählt ost- und westdeutsch :lol:

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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon SarahS » 06.02.2012, 08:26

Mercedes... hat geschrieben:neid! :o :D ich bin meinen eltern bis heute böse, dass ich nicht zweisprachig aufgewachsen bin es sei denn man zählt ost- und westdeutsch :lol:

Und was hätte dir das jetzt genau gebracht, wenn du eine Sprache schlecht sprechen gelernt hättest????
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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Panambi » 06.02.2012, 10:14

also 1. speche ich eine sprache lieber schlecht als gar nicht, 2. verstehe ich unter zweisprachig sowieso, dass man zwei sprachen auf (so ziemlich) muttersprachlerniveau spricht und außerdem hätte ich dann auch noch eine andere kultur kennengelernt :wink:

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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon SarahS » 06.02.2012, 10:43

Aber wie hätte das denn laufen sollen ,wenn deine Eltern beide Deutsche sind????
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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Teatime » 06.02.2012, 10:59

Ich glaube, sie wollte zum Ausdruck bringen, dass sie bedauert, dass keines ihrer Elternteile aus einem anderen Kulturkreis kommt, was ja nicht unbedingt heißt, dass sie ihre Eltern eintauschen würde.
Ich bin auch neidisch auf mehrsprachige Menschen ;)

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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Monx » 06.02.2012, 11:31

Ich bin nicht neidisch auf mehrsprachige Menschen :roll:

Also ich finde das toll, dass sie das können und "so leicht" gelernt haben, aber neidisch sein deswegen? Ne!

Und ich muss Sarah zustimmen! Sich von deutschen Eltern eine Fremdsprache beibringen lassen geht überhaupt nicht! Dann doch lieber Englisch in der Schule lernen!

Ich finde es eher sehr schade, wieviele Eltern die Chance nicht nutzen ein Kind zweisprachig zu erziehen. Oder es nicht konsequent zu machen. Viele können dann zwar russisch/polnisch verstehen, aber selber sprechen fast nicht und schreiben erst recht nicht! Natürlich ist das besser, als polnisch/russisch gar nicht zu können, aber dennoch wäre es ja auch nicht schlimm gewesen, das Kind so zu erziehen, dass es einfach alle drei Sachen problemlos kann!
Im Verwandtenkreis sind auch zwei Kinder die nicht zweisprachig erzogen werden, obwohl die Möglichkeiten dafür gegeben wären. Es handelt sich zwar um eine Sprache, die man wohl nie/sehr selten gebrauchen wird, aber dennoch halte ich es für falsch, das so gar nicht den Kindern beizubringen!

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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Swille » 06.02.2012, 12:11

Habe mich gestern mit einem 7 oder 8 Jährigen Mädchen unterhalten. Ihr Vater ist glaube ich aus einem Arabischem Land (wenn ich das richtig weiß), arbeitet aber in einem Restaurant, in dem fast alle Angestelltenn Türkisch untereinander sprechen. Ihre Mutter ist Russin.
Wenn sie zu Hause ist, mit beiden Eltern, wird Deutsch gesprochen. Wenn sie nur mit ihrer Mutter zusammen ist spricht die Mutter Russisch mit ihr, aber sobald jemand dabei ist, der sie nicht versteht (ich gestern zum Beispiel) wird auf Deusch gewechselt. Wenn die Kinder mal im Restaurant sind hören sie dann halt ganz viel Türkisch.

Das Kind spricht perfekt Deutsch und erzählt mir gestern ganz stolz, dass ihre Cousine aus der Türkei zu besuch sei und sie sich mit ihr meistens auf Türkisch unterhalte, wenn das nicht mehr ginge, würde sie Englische Wöter benutzen (da sie in der zweiten Klasse ist, lern sie es jetzt seid 1,5 Jahren) und wenn sie gar nicht mehr weiter wüsste müssten ihren Geschwister oder die anderen Cousinen helfen. Fand ich total spannend, wie natürlich das für die Kleine war und wie sie mich dann auf Türkisch abfragte, als ich ihr erzählt habe, dass ich gerade Türkisch lernen. Und dann kam der Knaller. Sagt sie zu mir "mein Vater spricht ja auch Arabisch und demnächst will ich ihn fragen, ob er mir das auch beibringt, dann kann ich vielleicht bald 5 Sprachen sprechen."
Ich war völlig Baff, als ich dann wieder nach Hause bin.

Hab im Praktikum eine Mitpraktikantin gehabt, die meinte sie will, dass ihre Kinder später zweisprachig aufwachsen und wenn ihr Mann kein Spanisch als Muttersprache spräche, würde sie halt mit ihren Kindern Spanisch sprechen. Na toll, ihr Spanisch ist zwar ok, aber mehr auch echt nicht. Hab ihr gesagt, dass ihre Kinder dann nien richtig gutes Spanisch können werden und sie ihre Kinder lieber Spanisch in der Schule lernen lassen soll oder ihnen ein Auslandsjahr ermöglichen, aber dann kam von ihr "besser eine Sprache schlecht sprechen, als gar nicht."
Ich hoffe mal, dass sie bis sie Kinder bekommt ihre Meinung noch ändert...

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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon SarahS » 06.02.2012, 14:43

@Teatime: Sie hat doch eindeutig gesagt, dass sie ihren Eltern deswegen böse ist???

Monx hat geschrieben:Und ich muss Sarah zustimmen! Sich von deutschen Eltern eine Fremdsprache beibringen lassen geht überhaupt nicht! Dann doch lieber Englisch in der Schule lernen!

So kategorisch würde ich das jetzt auch nicht sagen. Seit ich im Ausland war, gehe ich regelmäßig als Britin durch, sobald ich Englisch spreche. Wenn ich die Möglichkeit hätte, mich regelmäßig mit Muttersprachlern auszutauschen und diese mit dem Kind zu besuchen, würde ich es mir schon zutrauen. Laut meine Dozentinnen mache ich nur noch native speaker mistakes.
Spanisch spreche ich wohl auch auf C2-Niveau, aber das würd ich mit meinem Kind nur sprechen, wenn in Zukunft wirklich hier in der Nähe der spanische Kindergarten aufmacht, den es gerüchtehalber bald geben soll.
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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Monx » 06.02.2012, 15:02

SarahS hat geschrieben:
Monx hat geschrieben:Und ich muss Sarah zustimmen! Sich von deutschen Eltern eine Fremdsprache beibringen lassen geht überhaupt nicht! Dann doch lieber Englisch in der Schule lernen!

So kategorisch würde ich das jetzt auch nicht sagen. Seit ich im Ausland war, gehe ich regelmäßig als Britin durch, sobald ich Englisch spreche. Wenn ich die Möglichkeit hätte, mich regelmäßig mit Muttersprachlern auszutauschen und diese mit dem Kind zu besuchen, würde ich es mir schon zutrauen. Laut meine Dozentinnen mache ich nur noch native speaker mistakes.
Spanisch spreche ich wohl auch auf C2-Niveau, aber das würd ich mit meinem Kind nur sprechen, wenn in Zukunft wirklich hier in der Nähe der spanische Kindergarten aufmacht, den es gerüchtehalber bald geben soll.

Na gut klar, aber wieviele Leute sprechen schon eine Sprache auf muttersprachlerniveau? Das sind doch die Ausnahmen...

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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon SarahS » 06.02.2012, 15:05

Das stimmt natürlich. Am Schlimmsten ist es, wenn Leute nur glauben, sie könnten eine Sprache, dann aber massenhaft Fehler machen.....
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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Panambi » 06.02.2012, 16:40

meine güte! ja, ich habe geschreiben, dass ich ihnen böse bin. mit einem lachenden smiley dahinter. nehmt ihr denn immer alles so ernst?! ich wollte damit nur klarmachen, dass ich es toll finde, wenn leute mehrsprachig aufgewachsen sind und es toll finden würde, wenn ich auch die chance gehabt hätte :wink:
danke teatime für die sinngemäße übersetzung :lol:

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Re: Ist jemand zweisprachig aufgewachsen?

Beitragvon Mysla » 07.02.2012, 13:24

@SarahS: trotzdem würde ich es auch an deiner Stelle für das Kind nicht gut finden, wenn du es in Deutschland mit deutschem Mann englisch erziehst. Letztendlich bist du Deutsch, das ist deine Muttersprache. Und mit einem Kind eine Sprache zu sprechen, zumal mit dem eigenen, ist mehr als einfach nur im Europ-Ref-Rahmen die Stufe C2 erzielt zu haben. Wie heißt es so schön: Mit deinem Kind musst du dich nicht nur unterhalten, du musst ihm die Welt erklären.
Hinter einer Sprache steckt Kultur. Ich will dir in keinster Weise absprechen, dass du die englische/britische/whatever Kultur kennst, dass du Dinge theoretisch darüber gelernt hast an der Uni und dass du auch deine eigenen Erfahrung gemacht hast. Dennoch bist du nicht in dieser Kultur groß geworden.
also, wie gesagt, ich will dich damit nicht irgendwie angreifen oder dir irgendwelche Kompetenzen absprechen oder so :wink: , aber ich halte es einfach nicht für den besten Weg eine Sprache mit seinen Kindern zu sprechen, die für einen selbst eine Fremdsprache ist.
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