Live-Bericht Australien: Kais Gedankenhaus

In dieses Forum kommen Beiträge von Mitgliedern, die von ihrem Austauschjahr berichten. Hier kann man nur antworten, schreibe Deinen eigenen Beitrag einfach in ein anderes Forum evtl. wird es hier hineingeschoben.
AustraliaGirl
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Beitragvon AustraliaGirl » 01.11.2006, 21:56

Hi! Du schreibst total gut, wollt ich nur mal sagen. Hab zwar erst den ersten Bericht gelesen aber: Respekt!
Will auch nach Australien, also werd ich bestimmt noch weiterlesen - irgendwann :wink: .
Gute Nacht ;)!

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Beitragvon Hunny » 01.11.2006, 22:27

@ sky:


Ich bin ganz deiner Meinung!!!





Deine Berichte sind echt toll und ich hoffe, öfter mal von dir zu hören!!!
Ich hoffe, ihr übersteht den Cyclone gut!


lg

hunny
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Beitragvon flib » 02.11.2006, 03:12

freut mich mein lieber :D dafuer bekommst du spaeter n fettes white board drawing auf bebo :mrgreen:
lalala ~gg

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Kai
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Beitragvon Kai » 02.11.2006, 09:26

@ all
Herzlichen Dank :)
@ sky
Wie willst du es dir denn vorstellen? :mrgreen:
@ Hunny
Noch ist keiner da, aber der Himmel sah gestern trotzdem extrem bedrohlich aus.
@ Sarah
Ist ja auch ne Ewigkeit her, als du dich das letzte Mal in das Forum hier verirrt hast :D Kannst mir ja mal wieder ne eMail schreiben, der Blog gibt nicht so viel her ;)

Und um das ganze ein wenig aufzulockern, hier ein paar Pics:
Me @ Bathroom, Drama Class, Pic1, Drama Class, Pic2, Drama Class, Pic3, Drama Class, Pic4, Drama Class, Pic5, Ellie & Jack, Carly, Jack & Jen, Night, Hostbro Nat, Hostma Debbie, Hostdad Ken, School, Pic1, School, Pic2, Aussie Flags, Mates, Pic1, Mates, Pic2, Mitchell & Amber, Erin & Mitchell, Mr Rigby, Ricky, Pic1, Ricky, Pic2, Jen, John & Erin, Wil, Flowers, Pic1, Flowers, Pic2, Flowers, Pic3, Tilley, Jade, Litsa, Smelly & Mel, Madeleine & Ray, Nick, random, Ella & me, Renee
Zuletzt geändert von Kai am 03.11.2006, 05:32, insgesamt 1-mal geändert.
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sky
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Beitragvon sky » 02.11.2006, 15:55

@9kb ok so ich stelle mri das jetzt mal so vor wie es da stand :mrgreen: :smoker:

aber echt coole fotos !!!!!!!!!!!!!!!!! abe rwie riesig ist bitteschön dieser mitchell ??? 3meter??^^ oder ist das mädche nur so klein?? ist aber ein ehct cooles bild *lol*
WE'VE GOT SPIRIT YES WE DO ;WE'VE GOT SPIRIT HOW'BOUT YOU??!!



Bild

barfuß in Bochum !!! | fastfoodflash in Köln ^^ | verfressen in Münster*lol*| blitzdings in Aachen*g*| Rausgeschmissen und aufgefressen unter'm Schwanz in Hannover*rofl*| Crêperia Lüdenscheid*yummy*|chillig in Düsseldorf*schwärm*|Schwein gehabt in Bremen *olo*

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Beitragvon Kai » 03.12.2006, 11:33

@ sky
Sowohl als auch, hehe. Mitch isn gutes Stueck groesser als ich (ich bin so 182 cm oder so) und Amber ... nuja, sie muss inner Kinderabteilung einkaufen gehen :lol:

Neue Fotos. Der naechste Bericht sollte nicht lange auf sich warten lassen, habe viel erlebt in letzter Zeit.
Bild
Ich, Ashleigh, Jade und Nat
Bild
Meine Learners Licence

Formal, Pic1, Formal, Pic2, Formal, Pic4, Melbourne, Pic1, Melbourne, Pic2, Melbourne, Pic3, Melbourne, Pic4, Melbourne, Pic5, Melbourne, Pic6, Melbourne, Pic7, Melbourne, Pic8
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Beitragvon sky » 03.12.2006, 17:11

coole bilder 9 kb
aber was ist dsa für ein gebilde auf den fotos melb. 7 und melb.8??
^^
das erinnert mich an die pyramide vor dem louvre ^^
WE'VE GOT SPIRIT YES WE DO ;WE'VE GOT SPIRIT HOW'BOUT YOU??!!







Bild



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Beitragvon Kai » 04.12.2006, 02:13

Oehm, war irgend ein Museum/Ausstellungszentrum am Federation Square, zumindestens der Eingang davon :D
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Beitragvon Kai » 10.01.2007, 09:57

6. Januar

Happy fuckin’ new year! Nun erkenne auch ich langsam, dass da nur noch eine Hälfte vom Abenteuer Austauschjahr übrig ist. 2006 war ein sehr ereignisreiches und verdammt schönes Jahr. Sowohl Erfahrungen, die mein Gefühlsleben in welcher Weise auch immer extrem beeinflusst haben, als auch Ereignisse, die mein rationales Denkvermögen enorm veränderten, stehen auf der Habenseite und ich weiß, dass ich im 2007. Jahr nach dem Wiegenfeste des Vorsitzenden vom Club der sandallierten Fischer noch einmal so richtig in die Kacke hauen möchte. Die Vulgärsprache vom temporär grünen Ende Australiens scheint abzufärben, wo auch sonst können Leute selbst bei ihrer eigenen Hochzeit so liebevoll fluchen?! Genau, nur am Top End.
Nach viermonatiger, ausführlicher Untersuchung der Gruppe “Darwinian”, welche sich als äußerst flexibel, weltoffen und trinkfest präsentierte, habe ich die Spezies “Melbournian” kennenlernen dürfen. Ende November ging es für die ganze Familie, zwölf Personen, in ebenjene Großstadt down south. Nach einem fünfstündigen, durch die Tatsache, dass die restlichen Familienmitglieder inklusive nerviges Kindervieh Nat und mich ungefähr 20 Sitzreihen weiter vorne haben sitzen lassen, glücklicherweise ruhigen Flug kommt der Tross am sehr frühen Morgen in Melbourne an, um dort von meinem Gastbruder Zac in Empfang genommen zu werden. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was sich hinter der Fassade “arbeitet beim größten Telefonanbieter Australiens in der Führungsetage und hat einen Sportwagen” verbirgt. In den folgenden sieben Tagen sollte ich herausfinden, dass in ihm noch ein ganzer Territorian steckt erst sechs Jahre in der Stadt, die ungelogen alle Jahreszeiten an einem Tag haben kann, lebend. In diesen sieben Tagen habe ich ihn vier Mal besoffen und als eine Person, die auch nicht davor zurückschreckt, seinen achtzehnjährigen Bruder als Chauffeur zum nächsten Sexabenteuer, welches durch zu viel Alkohol im Blut und Viagramangel wohl auch zum Abenteuer für seine Spielgefährtin wurde, zu missbrauchen, erlebt. Der Mann ist über 30, der muss seine Prioritäten schon vor einer ganzen Weile festgelegt haben. Ich weiß nur, dass meine Prioritäten anders aussehen werden, als sich erst den Arsch abzuarbeiten, um dann wenn möglich um jeden Preis Spaß haben zu müssen. Leben soll immer Spaß machen. So sieht übrigens auch das Motto vom Bruder meiner Gastmutter aus. Tony und seine Frau Kay sind die ersten Exemplare Melbourne-Ureinwohner, die ich meinen Untersuchungen bei einem gepflegten BBQ unterziehen konnte. Tony ist ein lebensfroher Mittfünfziger, dessen Hobby das Weltenbummeln ist und es scheinbar liebt aus jeden der bereisten Länder den möglichst hässlichsten Strickpullover mitzubringen, veranlasst er doch einen jeden auf die viktorianische Kälte nicht vorbereiteten Besucher aus dem Norden einen Jumper anzuziehen, einer kratziger als der andere. Wenigstens hat es zur Belustigung aller Beteiligten beigetragen und auch das Gesprächsthema, wer denn nun das kreativste Muster trage, wurde nicht langweilig. Da der Rest der Melbournians recht kontaktscheu war, musste ich meine Untersuchungen einstellen und stellte mich stattdessen der Aufgabe, meinen Gastschwager Grant besser kennenzulernen. Von Nat liebevoll als “Bushpig” bezeichnet eröffnet sich mir so langsam die relaxte Mentalität des immer grummelig wirkenden, aber eigentlich durch und durch gutmütigen Sport- und Rumfans. Auch Fischen ist so eine seiner Leidenschaften, wie ich Wochen später beim Fishing-Trip mit ihm und meinem Gastvater Ken kennenlernen durfte, während ich seekrank über der Reling hängend er mir an den Kopf wirft, dass ich beim nächsten Fisch, den ich fange, mich doch gefälligst ein wenig zu freuen habe. Soviel zu Grant.
Die Leute in Melbourne zu charakterisieren hatte ich ja nun aufgegeben, bleibt noch die Stadt ein wenig zu erkunden. Ein Bastard so ziemlich aller europäischen Baustile mit dem Gesicht einer künstlerischen, weltoffenen und wolkenkratzermetropolierten Universitätsstadt mit einer enormen Größe an Vorortsfläche – das ist Melbourne.
Nach ungefähr sechs Stunden Schlaf resultierend aus einem am sehr frühen Morgen in Darwin landendem Flugzeug aus Melbourne durfte ich am Morgen zum letzten Mal den offiziellen Gang zur Schule wagen, um dort das verpasste Matheexamen nachzuholen. Das Gesicht meines Mathelehrers, nachdem ich den Wisch nach der Hälfte der Zeit und dementsprechend auch nur mit etwa der Hälfte an Antworten mit der Begründung, dass es eigentlich reichen müsse, abgegeben hatte, machte den Schlafmangel wieder wett, außerdem wollte ich mich gebührend auf das am nächsten Tag folgende soziale Ereignis des Jahres vorbereiten: Der Year 12 Formal, auf den ich mit Ashleigh gehen sollte.
Ebenjener war eher ernüchternd angesichts der Tatsache, dass Ash so ziemlich alle Versuche meinerseits aus dem Sumpf des Smalltalks zu entkommen gekonnt abblockte. Und ich bin defintiv davon überzeugt, dass mich nicht die Fähigkeit, sich vernünftig artikulieren zu können, direkt nach dem ersten Anblick ihrer Person verlassen hat, obwohl sie wirklich umwerfend aussah. Jedenfalls hielt mein “Date” es nicht für nötig, sich später am Abend auch nur ein wenig mit mir zu beschäftigen, sei es nun tanzend oder redend. Am nächsttägigen 18. Geburtstag einer Freundin gab es für mich nur ein simples “Thank you”, nachdem ich ihr ihre Tasche, welche sie tagszuvor im Auto vergessen hatte, übergab. Damit bleibt sie wohl einfach nur weiterer Name in meinem Telefonadressbuch und ich gehe weiter mit der Hoffnung schlafen, dass es dort draußen noch mehr Vertreter der weiblichen Fraktion gibt, die mit einem Lächeln töten können.
Der Year 12 Formal war logischerweise auch das Ende des Schuljahres 2006 und somit standen ungefähr zwei Monate Ferien vor mir, die man mit solch anstrengenden Sachen wie Ausschlafen, Musik hören, Lesen, sich mit seinem Gastbruder anlässlich des Versuches ein Bild kreativ zu gestalten eine Farbschlacht liefern oder das heimische Regal mit Kochbüchern zu durchforsten, um ein wenig Abwechslung in die nächsten Wochen zu bringen. Der Zwiebelkuchen und die Paella sind mir übrigens außerordentlich gut gelungen. Selbstbeschäftigung ist leider eine der Sachen, mit denen man während der Ferien auszukommen hat. Und ich kann nicht mal meine Freunde dafür verantwortlich machen, dass sie nichts mit mir unternehmen. Die jugendliche Bevölkerung Australiens arbeitet in der Regel nunmal in den Ferien, am Wochenende und nach der Schule. Dass mir diese Möglichkeiten dank meines Visums verwehrt bleiben, sehe ich nicht ganz so eng, bleibt mir doch eine Karriere bei McDonalds oder anderen reinkapitalistischen Ausbeuterbetrieben erspart. Stattdessen beobachte ich in interessierter Ungewohntheit wie es bei 30 Grad und kurzen aber regelmäßigen Regenschauern auf die Zielgeraden des Weihnachtshorrors geht und lasse mich nebenbei als deutscher Pressevertreter für das Big Day Out-Festival akkreditieren, welches mir den Weiterverkauf meiner bereits erworbenen Tickets ermöglicht. Da ich ja sowieso nicht so der Verfechter des Weihnachtsfestes bin, stellt es sich unter Palmen als nahezu unmögliches Unterfangen heraus, soetwas wie besinnliche Atmosphäre zu schaffen. Im Ernst, wer braucht das schon, gibt doch genug todnervige Weihnachtslieder, die uns die “Atmosphäre” aufzwingen. Um Weihnachten hier aber auch nur halbwegs verstehen zu können, müssen Bilder her:

Der 24. Dezember startet ganz relaxt und auch das Wetter spielt mit, es sind etwa 35 Grad, doch die Luftfeuchtigkeit ist nicht extrem hoch. Trotzdem genug Grund eine schöne Abkühlung zu haben, bevor der Kochstress danach losgeht. Also schön Wasser in den Pool, ein paar Flaschen mit aus dem Gefrierer ins Wasser (um es kalt zu machen logischerweise) und einen kalten Schoko-Milkshake .... so lässts sich leben.
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Man kann ja nicht den ganzen Tag relaxen, man muss ja auch noch die Ente, die Hühner, den Schinken, die Kartoffeln, den Kürbis, das normale Gemüse, die Klöße (oder sowas ähnliches), die Soße und noch andere Dinge fertig machen.
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In der Zwischenzeit wird alkoholbedingt das hässlichste Shirt aus dem Schrank gezaubert und auch die Zeit bis die Ente fertig ist vergeht recht schnell. Merke, es sind immer noch so um die 30 Grad, nur mit Ventilator erträglich.
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Bruder Alkohol ist gern gesehener Gast und auch das Singen zu den australischen Weihnachtsliedern ("Santa Claus has got a new truck" und "Frostie the Yobbo") fällt immer leichter ...
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Währenddessen baut der noch halbwegs nüchterne Teil der Familie (die fünf Bälger im Alter von drei bis sechs mal ausgenommen) den Essenstisch im Billardraum auf und schmückt alles fein. Einziger Grund, warum das große Fressen in diesem Raum stattfindet: Klimaanlage
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Nächster Morgen, der gefakte Weihnachtsbaum, der nach dem Motto "hey, ich kann da noch was Grünes sehen" geschmückt wurde, ist glücklicherweise fertig und die Geschenke stapeln sich. Die fast gesamte Familie (11 Personen zu dem Zeitpunkt) wartet nur darauf, dass die letzte Person wach wird, sodass mit dem obligatorischen Geschenkeauspacken begonnen werden kann.
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Kleine Kinder und Geschenke - braucht es mehr Worte?! Der Hund hat sich wohlwissend aus der Gefahrenzone begeben.
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1100 Schlachtfeld 2 Lakeside Drive Alawa - das war Weihnachten in Australien: Essen, Geschenke und ein Berg von Müll. Merry fuckin' Christmas!
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Und da eine Festlichkeit selten allein kommt, werden noch schnell zwei Geburtstage in der Familie mit einem großen Schwein am Spieß in gelangweiltem Kreise gefeiert, bevor das Jahr verabschiedet wird. Meine Silvesterpläne standen schon länger fest, umso enttäuschender fand ich es, dass mich niemand, der von mir gefragten Person (ja, mehr als drei), dazu bereiterklären will, mich auf das Konzert der famosen NEO zu begleiten, die das Publikum mit einer tanzbaren Mischung aus Funk Rock, Reggae, Ska und Folk zu verzaubern wissen. Das “tanzbar” haben sich vor Ort auch eigentlich alle zu Herzen genommen, insbesondere die Leute, welche ich unerwarteterweise dort getroffen habe und von anderen Parties oder aus der Schule schon kannte: Kym, John-O und Brock. Zwei Sets mit je über einer Stunde Spielzeit galt es zu überstehen, half doch aber der eigens aufgebaute Pool, um sich ein wenig abzukühlen. Gegen halb 3 machte ich mich dann durchnässt und mit schmerzenden Beinen auf den Heimweg, glücklicherweise in einem der kostenlosen Busse, welcher mich dann etwa eine halbe Stunde später der Klimaanlage wegen frierend von der Stadt in die nördlichen Vororte transportiert hatte. Sozial nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte, aber wenigstens das Konzert war geil.
Und nun, sechs Tage später sitze ich hier, schreibe diesen Text, höre fröhliche Sommermusik, sehne mich nach Liebe und freue mich auf meinen Gold Coast-Urlaub, der den Festivalaufenthalt und somit Liveauftritte von Tool, John Butler Trio, My Chemical Romance, Trivium, den Sick Puppies und noch vielen anderen beinhaltet. Entgegen der Tradition, ein Fremdzitat für den Abschluss zu verwenden, schließt diesmal ein kleiner Text, welchen ich am 1.1.2007 geschrieben habe, diesen ersten im Jahre 2007 geschriebenen Teil meiner Austauschjahrgedankensammlung ab:

Gedanken
Gedankenströme
Gedanken fließen
frei
frei von Hürden
frei von Zweifeln
tanzend
tanzend taumelnd
tanzend ohne Scheu
Zeit
Zeit fliegt
Zeit geht dahin
dahin
dahin, wo noch nie
noch nie jemand gewesen

Doch plötzlich
vertanzt
eine Wand
Wand aus Zweifel
Wand aus Stein
verraten?
verraten verkauft?
verraten gewonnen!

Auf bald, genug!
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Elo

Beitragvon Elo » 21.02.2007, 12:05

arghhh! Musst du mich so eifersüchtig machen??!!! ;)

Übrigens: Wie wärs, wenn du ein buch schreibst über dein ATJ? Du solltest schriftsteller werden! die berichte sind klasse! obwohl ich sie nur überflogen hab, spüre ich dein talent ;) bald nimm ich mir mal zeit und lese die gründlich :mrgreen:

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Beitragvon Kai » 21.02.2007, 14:08

Vielen Dank :)

Schriftsteller ... ne, dat is mir zu unsicher, aber wer weiss schon, was noch kommen sollte ... ?!

Ausserdem sollte ich mal wieder nen Eintrag verfassen, ist ne ganze Menge passiert in der Zwischenzeit :D
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Beitragvon menthe-giraffe » 04.03.2007, 20:46

mehr, mehr, mehr!!! :clown:
Du schreibst so hammer! Das ließt sich richtig gut, auch wenn es nich grad die kürzesten berichte sind... :mrgreen:

Da bekommt man richtig lust auf Australien!

Yeah! irgentwann werde ich auch mal die Aussis besuchen...
ESPANA ich kommÄÄÄ!!!

17.6.: ich habe meine GASTFAMILIE!! sooo glücklich, besser hätt ich mir sie kaum vorstellen können!!!

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scrat
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Beitragvon scrat » 24.03.2007, 23:35

Ich will auch nach AUS! :jumper:
Auch wenn es noch so geringe Chancen dafür gibt.... :cry:

Jo, find auch das du verdammt gut schreibst. Macht echt Spaß zu lesen!
Ruhig weiter! Will noch mehr über die Darwinians erfahren *lol*
PS: Man kann ja nebenher schreiben

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Beitragvon Kai » 25.03.2007, 04:08

Argh, schon lange nix mehr geschrieben. Ich denk Mal, dass ich was Neues zusammenbasteln werde, wenn ich ab naechster Woche fuer eine Woche in Alice Springs/am Uluru bin.
Danke jedenfalls :)
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Beitragvon Kai » 30.03.2007, 14:39

27. März

Am letzten Wochenende sind die Palmen vor meinem Fenster in der von Langeweile begründeten Gartenarbeitsattacke seitens Nat einem kleinen Spießergärtchen gewichen. Der Vorteil für mich? Ich kann endlich wieder die Sonne sehen. Meine Gastmutter erfreut sich auch noch der Nebenwirkung, dass ich nicht mehr mit Gewalt aus dem Bett geschmissen werden muss, angesichts flach fallender Strahlen der brutzelnden Morgensonne. Es haben also alle etwas davon. Weitere Kuriositäten lassen sich in jüngerer Vergangenheit sehr leicht finden. Wo, wenn nicht in Darwin, bekommt man es auch mit einer ordentlichen, von einer Klimaanlage verursachten Erkältung zu tun, wundert man sich über weiße Flip-Flop-Teintstreifen am Fuß und regnet es eine Woche ohne Unterbrechung durch (jetzt weiß ich, warum der Sommer “wet season” genannt wird), während es mich durch nicht wirksame Solarzellen auf dem Dach und damit kalten Duschen fast in den Wahnsinn treibt?! Ja ok, da gibt es bestimmt auch noch andere Städte in den Tropen, die Gleiches zu bieten haben, aber das spielt ja jetzt keine Rolle.
Mein Abflugstermin ist nur noch etwa drei Monate entfernt, was mich gehörig in einen Zwiespalt bringt. Will ich jetzt hier bleiben oder endlich wieder nach Hause? Natürlich habe ich keine Wahl und muss wieder zurück nach Berlin, aber gerade dieser Fakt macht es doch um einiges attraktiver sich der Verzüge meiner zweiten Heimat noch einmal so richtig bewusst zu werden. In ein paar Tagen geht es mit Nat nach Alice Springs, um dort zu einem mehrtägigen Roadtrip zum Uluru und Kata Tjuta zu starten. Sprich noch einmal volle Packung Kultur tanken, bevor es auf die Zielgerade geht, mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Für die lange Schreibabstinenz gibt es auch einen ganz einfachen Grund: Kaum Zeit. Im Januar stand Episode Nummer zwei von “Kai erkundet Australien” an. Mit Nat ging es nach Brisbane und von dort aus zur nahegelegenen Gold Coast. Für beide Orte haben sich die Aussies, wie sollte es auch anders sein, Spitznamen einfallen lassen. Brisbane wird zu BrisVegas und die Gold Coast unkreativ zu den Goldies. Aber warum sollte man auch viel Zeit damit verschwenden, einen passenden Nickname zu finden, wenn vor der Tür doch die besten Wellen Australiens auf die Küste treffen und jeden Surfer, die etwa ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, der Rest ist entweder “out bush” oder zu alt, in Vorfreude bedingte Ekstase versetzen sollten. Neben besagten Surfers Paradise habe ich noch riesige Shoppingstädte mit unglaublicher Infrastruktur, in Vergleich zu Europa und Amerika relativ langweilige Freizeitparks und Quadratkilometer an nacktem Fleisch gesehen. Ganz genau, nacktes Fleisch. Wenn immer die Sone scheint und es selbst nachts nicht unter Temperaturen fällt, die einen darüber nachdenken lassen würden, den Ventilator auszuschalten, und dazu noch der Strand nur einen Katzensprung entfernt ist, warum sollte man sich darum kümmern, ein Shirt anzuziehen?! Der beliebteste Ferienort in Oz ist also ein Paradies für Voyeure jeglicher Art. Waschbrettbäuche und knackige Bikinifiguren sind aber eindeutig in der Überzahl bei der recht jungen Urlaubsgemeinde. Diese heiße Nebenwirkung begrüßten wir natürlich, aber der eigentliche Grund unseres Aufenthaltes war immer noch das Big Day Out-Festival. Musik, wie könnte ich ohne sie leben? Livemusik setzt da noch einen drauf, wo würde ich sonst meine blauen Flecke und das obligatorische Fiepen im Ohr herbekommen? Will heißen, dass ich mich seit Ewigkeiten auf diese Versammlung der Verrückten gefreut habe, nur um ein paar Melodien voller Leidenschaft direkt ins Blut geschossen zu bekommen. Das ganze Festival stand im Rahmen der “Free Hugs”-Kampagne, die auch fleißig umgesetzt wurde. Es ist zwar ungewohnt einen John Butler Trio-Hippie zu sehen, der einen My Chemical Romance-Emo umarmt, aber das bestätigt mich auch wieder in der Annahme, dass Musik verbindet. Wegen meines umfangreichen Festivalberichts zum Big Day Out, spare ich mir weitere Ausführungen zu den Bands. Nur so viel, es war ein geniales Erlebnis, Teil eines 50.000-Personen Publikums zu sein, welches Tool huldigte, anfeuerte und die ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen ließ. Als krönenden Abschluss unserer Woche an den Goldies in einer Backpackerunterkunft, die einige interessante und verrückte Bekanntschaften beinhaltete, waren wir fest davon überzeugt, die Security am Flughafen mit ihren Metalldetektoren in den Freitod zu treiben. Enttäuschenderweise haben die doofen Dinger nicht ein einziges Mal gepiept, als wir mit unseren frisch am vorigen Tag gestochenen Piercings die Kontrolle passiert haben. Um aber der Gefahr, vom Flug nach Deutschland meines Labret-Stachels und der damit vorhandenen Stichgefahr wegen abgehalten zu werden, vorzubeugen und der schlichten Erkenntnis, dass ich Metall im Mund, welches mich von meinen Lieblingsbeschäftigungen wie Essen und Zähneputzen abhält, einfach nicht abkann, machte die Entscheidung, das Stück ansehnlichen Körperschmucks nach drei Tagen herauszunehmen, relativ einfach.
Ohne Piercing bleibt der Schockeffekt eine Woche später am Beginn des neuen Schuljahres leider aus, aber das zerstört dann wenigstens nicht den überschwänglichen Umarmungsmarathon. Da merkt man erstmal, wieviele nette Leute man schon kennengelernt hat. In Anbetracht der Tatsache, dass es auf der neuen Schule nun aber etwa 1600 Schüler gibt und ich nur einen Bruchteil ebenjener kenne, erübrigt sich wohl die Frage nach der Beschäftigung, die mir keine Zeit ließ, meine Gedankensammlung fortzuführen. In Englisch würde man das wohl als “extreme socialising” bezeichnen, was das Austauschschülerdasein ausmacht und ich gewissenhaft betreibe. Und wiedereinmal bekomme ich die Unterschiede zwischen Deutschland und Australien auf dem Tablett serviert. Wo man daheim nur ein mickriges paniertes Schnitzel, wobei die Panierung hier gerne für Heuchelei stehen darf, auf den Teller bekommt, wird einem in Down Under ein saftiges T-Bone Steak von Herzlichkeit und Offenheit vorgesetzt. Die Leute gehen auf mich zu, machen mich mit anderen bekannt und laden mich zu demnächst stattfindenden Parties ein. Hier aber eine kurze Zusammenfassung meiner Fächer dieses Semesters:
English Communications: Oha, Weltenbummlerin aus Zimbabwe in den Mittsechzigern macht auf toleranten Moralapostel. Klappt nicht wirklich, da sich Diskussionen doch wieder nur im universellen Thema Sex verlaufen. Erstaunlicherweise gehöre ich schon wieder zur Gruppe der Klassenbesten. Irgendwie komisch, wenn man neben sich einen nicht faulen Aussie ohne jegliche Sprachschwierigkeiten sitzen hat, der nur mittelmäßige Noten abräumt. Wenigstens ist er auf dem Gebiet der bildenen Kunst begabt.
Sports and Outdoor Recreation: Eine gesunde Mischung aus Theorie, normalem Sport und den zentralen Aktivitäten im Freien wie Kayakfahren und Bushwalking. Meine Klasse besteht aus einem Mädchen und einem Haufen liebenswerter Idioten … na klar muss man sich beim Kayakfahren anstrengen und nass wird man auch. Exkursionen in krokodilverseuchte Gewässer machen das ganze noch etwas interessanter und tragen vielleicht auch zur Fitness bei.
Australian and International Politics: In meiner gesamten Schulkarriere habe ich bisher erst zwei Lehrer gehabt, die sowohl thematisch voll bei der Sache waren, als auch perfekte Lehrfähigkeiten mitbrachten. Mr Parker ist einer davon. Eine große, natürliche Autorität mit Feingefühl für jugendlichen Humor und Schwachsinn in Verbindung mit Leidenschaft, Fachwissen und enorm viel Erfahrung im politischen und historischen Gebiet. Meine Klasse weiß dies durchaus zu schätzen, obwohl die Faulheit doch den ein oder anderen beim wöchentlichen Aufsatz besiegt, auch Politiker sind eben nur einfache Partylöwen.
Drama:Jackpot! Ein Haufen Verrückter, was will ich mehr? Joanna bringt als eigentliche Tanzlehrerin mit chronischem Drang zum Chaos zwar wenig auf die Reihe, aber wir organisieren.und für die bizarre Komödie “The Devil in Drag” schon ziemlich gut. Zu nennen wären da das unzertrennliche Duo Sarah und Tegan, die man sofort wegen ihrer leichten Verrücktheit und absoluter Liebenswertigkeit ins Herz schließt, den alternativen Brenton inklusive do not click!, das sensible Pärchen von Drama Queen Grace und dem androgynen Josh, die kompromisslose Siana ohne jegliche Berührungsängste, die zierlich-süße aber im Grunde ziemlich versaute dänische Austauschschülerin Louise und zu guter letzt die famose Ciella, die ihren ganz eigenen und unverwechselbaren Stil hat. So ein siebziger Jahre Disco-Kleid in Verbindung mit cremefarbenen Chucks und einer grünen Strähne im schwarzen Haar sieht aber auch verdammt gut aus.
Es gilt also keine Zeit zu verlieren, denn drei Monate sind wahrlich nicht mehr viel. So viel es hier auch noch zu entdecken gibt, alles werde ich definitive nicht schaffen. Dass ich die letzten weniger als 100 Tage aber genießen werde, steht außer Frage. In diesem Sinne schließe ich mit einem Zitat aus dem Song “Good Excuse” vom neuen John Butler Trio-Album ab:
Come take a step outside, see what’s shakin’ in the real world.
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