Live aus JAPAN

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Dana
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Beitragvon Dana » 02.02.2005, 07:00

Ich bin mit meinem Tagebuch ja ein bisschen im Rueckstand, aber das wird bald nachgetextet - versprochen.
Noch 4 Tage Japan... und keine Zeit fuers Kofferpacken :oops:
Warnung: Japan macht süchtig.

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Zacha
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Beitragvon Zacha » 03.02.2005, 19:00

Oh man, in 3 Tagen bist du schon wieder da. Das geht alles so schnell. Nächsten Monat fliege ich dann schon. :lol:
Nur wer seine Träume lebt, kann seine Sehnsucht stillen.

Little Ai
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Beitragvon Little Ai » 03.02.2005, 19:17

Ich bin mit meinem Tagebuch ja ein bisschen im Rueckstand, aber das wird bald nachgetextet - versprochen.
Noch 4 Tage Japan... und keine Zeit fuers Kofferpacken


Oh man, in 3 Tagen bist du schon wieder da. Das geht alles so schnell. Nächsten Monat fliege ich dann schon.


ich wünschte, ich wäre schon angenommen und könnte mitfliegen :wink:
Ich auf Abwegen in Japan :)

AFS JAPAN 2006/2007

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wurzelchen

Beitragvon wurzelchen » 04.02.2005, 07:49

Also, ich muss jetzt mal loswerden, dass Dana mein :up: "Mitglied des Jahres 2004" ist.
Aufgeben kam für Dich nämlich nicht in Frage.
Ich finde es hammermäßig, dass Du trotz aller Probs immer weiter an Deinem Tagebuch geschrieben hast. Dabei hat es dir dein AFS Japan Komitee :goebel: damit ja nun wirklich nicht leicht gemacht. Die haben sich aber auch blöd, oder?

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Dana
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Beitragvon Dana » 10.02.2005, 23:06

:oops:

Also, ich bin wieder relativ heil zurück. Die Neurodermitis macht mir ziemlich zu schaffen und wurde durch den Flug und die tockene Lust im Flieger noch mal schlechter. Meine Mum war entsetzt bei meiner Ankunft...

Die letzten Tage fürs Tagebuch sind eigentlich schon geschrieben, müssen aber noch abgetippt und eingestellt werden.
Ich werde aber das Passwort auf der hp wohl zunnächst drin lassen.

Und ich bin wild entschlossen, demnächst ein Buch draus zu machen... Meine Eltern werden *juchhu* den einen oder anderen Euro dazu geben. Vielleicht findet´s ja Käuferchen...
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Riku
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Beitragvon Riku » 11.02.2005, 06:40

Dana hat geschrieben:Und ich bin wild entschlossen, demnächst ein Buch draus zu machen...

das ist jah ne gigantische idee :D hihi, wenn du das wirklich machen solltest, ich würds mir sofort kaufen :wink:

...lass dir niemals einreden deine Träume wären zu klein oder zu groß!

und lass dich nicht von deine Ängsten daran hindern sie wahr werden zu lassen!

----> Mein Japanatj <----

Flieg so hoch du träumen kannst!

Anna-Maria

Beitragvon Anna-Maria » 15.02.2005, 20:08

wahnsinn, dass ihr schon wieder zurueckseid....nun will ich gar nimmer zurueck...werde das Tagebuch dann auch mal nachlesen, irgendwann...

hast du Miki (war aus Tokio mit AFS in Brasilien) noch getroffen???

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Dana
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Beitragvon Dana » 16.02.2005, 21:09

hast du Miki (war aus Tokio mit AFS in Brasilien) noch getroffen???


Nö, kann mich jedenfalls nicht erinnern und bei den mitgebrachten Adressen ist sie auch nicht dabei. Aber Tokyo ist ja auch riesig ...
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Anna-Maria

Beitragvon Anna-Maria » 16.02.2005, 22:08

Naja, sie ist auch Tokyo-Tama, deswegen frage ich... :D

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Dana
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Beitragvon Dana » 21.02.2005, 09:06

Tja, da bin ich ehrlich gesagt, etwas ratlos. Vielleicht, wenn ich ein Foto sehe. Da sprangen immer so viele rum...

Sonnabend, 01.01.2005

Akemashite omedetou - Frohes Neues Jahr! Neujahr ist das wichtigste Fest in Japan und nimmt damit einen ähnlichen Platz ein wie Weihnachten in Deutschland.

Schon um 7:30 hieß es: Aufstehen. Okaasan hatte bereits den Tisch gedeckt. Spezielle Stäbchen und Tischdecken erinnerten an den Jahreswechsel und das beginnende „Jahr des Hahnes“. Wir wünschten uns gegenseitig Gesundheit im Neuen Jahr und stießen mit Reiswein darauf an. Alkohol ist ja für AFS-Austauschschüler eigentlich verboten und so bekam ich auch nur einen Finkennapf zum Zungebefeuchten *grins*.

Das üppige Essen o-sechi ryôri hatte okaasan gestern schon vorbereitet. Riesengarnelen, Krabben, Oktopus und einige traditionelle Speisen, die ich bisher noch nie gesehen, geschweige denn gegessen habe, waren in runden, stapelbaren Lackschüsseln angerichtet und auf dem ganzen Tisch verteilt worden. Natürlich gab es auch Eier und Sushi.

Nach dem Frühstück fuhren alle Familienmitglieder im Auto zur Mutter meiner Gastmutter nach Saitama. Nur Yukari konnte nicht dabei sein, denn sie lernt wirklich täglich für ihre Aufnahmeprüfungen an den Unis. Als wir ankamen, waren zwei Schwestern okaasans waren mit ihren jeweils beiden Kindern schon mit den Vorbereitungen für das geplante Familienessen beschäftigt. Das Haus war voller Gäste und alle wuselten durcheinander. Die Eltern meiner Gastmutter sind früher beide auch Lehrer von Beruf gewesen, aber gesundheitlich leider nicht mehr so ganz gut drauf. Dabei soll meine Gastoma erst Mitte 70 sein. Mein Gastopa kann alleine schon kaum noch laufen und nicht mehr sprechen. Meine Uroma in Rostock ist da mit ihren fast 85 jedenfalls hundertmal so fit.

Das große Futtern ging also weiter und zog sich über den ganzen Nachmittag. Nebenher schauten wir fern. Dabei kam es zu einem herrlichen Missverständnis: Der Moderator stellte zwei Sportler vor und fügte hinzu, dass sie Würste (so-se-ji) seien. Alle um den Tisch rum kriegten einen Ruck und plötzlich lachte meine Gastschwester los. „Sie sind nicht Würste, sondern Zwillinge – souseiji “ Das sorgte für viel Heiterkeit.

Eine weitere Schwester okaasans kam mit ihren beiden Kindern zu Besuch.

Dann wurde otoshidama (Neujahrsgeld) verteilt. Es ist eine Tradition in Japan, zu Jahresbeginn an Kinder Taschengeld zu verschenken. Jede Familie verteilte also ihre Geldgeschenke in speziellen kleinen Kuverts an die Kinder der anderen Familien. Es sind für mich – Achtung, nicht neidisch werden! – 25.000 Yen (ca. 180 Euro) zusammengekommen.

In fünf Tagen geht es nach Kyoto und heute wurde mir somit praktisch die Fahrt mit dem Shinkansen dorthin bezahlt. Etwas peinlich ist es mir aber schon.

Dafür musste ich es auch mit einem Lächeln hinnehmen, dass ich ständig zum Mittelpunkt der Gespräche wurde. Vor allem nachdem die vierte der fünf Schwestern okaasans mit ihrem Sohn, der so 2 Jahre älter sein muss als ich, die Wohnung betreten hatte. Er tat mir richtig leid, denn man forderte ihn ständig auf, sich zu mir und meinem Aussehen zu äußern usw. und natürlich spielten sie da Spiel auch mit mir. So ein blöder Verkupplungsversuch. Meine Eltern in Deutschland sind wahrscheinlich noch jung genug, um zu wissen, dass eine solche Aktion peinlich ist, aber seine Mutter ist ja schon Mitte 50 (Tratschrunde…)

Wir kamen total genudelt kurz vor Mitternacht wieder zu Hause in Komae an. Dort wartete pünktlich ein Stapel Nengajou´s (Neujahrsgrußkarten) auf uns. Für mich waren auch 8 dabei. *glücklichsei*

Mittwoch, 05.01.2005

Kyoto. Um 6 Uhr aus dem Bett quälen, dabei bin ich erst gegen 2 Uhr eingeschlafen *gähn*. Der Shinkansen fuhr pünktlich um 7.30 Uhr vom Bahnhof Tokyo ab. Der Shinkansen fährt direkt am Fujisan vorbei. Und mit direkt meine ich, dass man den Fuß des Berges sieht und keine anderen Hügel die Sicht versperren. *staun* Wir kamen pünktlich 2 ½ Stunden später in Kyoto an.

In Reiseführern wird immer von der „alten Kaiserstadt mit viel Kultur“ geschrieben, aber wenn man mit dem Shinkansen dort ankommt, sieht es auf den ersten Blick kaum anders als in Tokyo aus. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt, „schöne alte Stadt“ eben. Mich erwartete eine moderne Großstadt mit einem Meer von Häusern, Hotels und Supermärkten, die aus Platzmangel einfach direkt um die Tempel, Schreine, Schlösser und Gärten herum gebaut wurden und sich architektonisch irgendwie nicht richtig in mein Bild fügen. Also machten wir uns auf den Weg, die Inseln der Vergangenheit zu suchen. Am Bahnhof, der übrigens supermodern ist, kann man für 500 Yen eine Tageskarte für alle Busse kaufen. Es gibt zwar auch ein U-Bahnnetz in Kyoto mit zwei Linien, aber mit dem Bus kommt man wahrscheinlich schneller an sein Ziel. Wir fuhren zuerst wie geplant zum Nijoujou und sahen uns die Empfangshallen der Burg, die in 1603 von Shogun Tokugawa Ieyasu errichtet wurde, an. Das Schloss selbst existiert nicht mehr. Die Audienzräume sind mit Malereien und Schnitzereien verziert. Jeder Raum diente einem anderen Anlass. So werden manche nur zu bestimmten Jahreszeiten betreten oder sind für Männer bzw. Frauen verboten. In den Zimmern befinden sich Tatamimatten und eben die kunstvollen Wände, auf denen Bäume, Pfaue usw. abgebildet sind. Berühmt ist der so genannte Nachtigallenflur, dessen Dielenbretter beim Betreten zwitschern, weil dort Nägel so eingebaut wurden, dass sie aneinander reiben und somit quietschen. Es ist zwar ein angenehmer Ton, der Eindringlinge aber abschrecken soll, weil man sie schnell entdeckt. Den dazugehörigen Garten durchquerten wir auch noch schnell, aber er bietet im Winter natürlich nicht viel.

Den Gegensatz dazu bildet der Japanische Garten des Ginkaku-jis, des silbernen Pavillons, den wir als nächstes besuchten. Der Shogun Yoshimasa wollte zu Ehren seines Großvaters den Pavillon eigentlich mit Silber verkleiden lassen, aber letztendlich fehlte ihm aufgrund eines Krieges das nötige Geld dafür. Die Anlage rund um den Tempel beinhaltet einen Trockengarten, in dem aus weißem Sand ein Kegel geformt wird, der den Fujisan symbolisiert. Rings herum wird der Sand wellenförmig geharkt. Ich habe mal irgendwo gehört, dass man eine Lizenz zum Harken dieser Gärten braucht und fand das sehr amüsant. Wenn ich mir jetzt allerdings vorstelle, diesen Kegel so perfekt formen zu müssen … Da würde bei mir wahrscheinlich ein Ei mit Dellen herauskommen, oder so. Da der Ginkaku-ji an einem Berghang errichtet wurde, wurde der Garten mit seinen Bäumen und kleinen Seen dem Gefälle angepasst. Wenn man die Treppen langsam hinaufsteigt, kann man Kyoto von oben sehen. Der Ginkaku-ji liegt am nördlichen Ende des Philosophenweges (Tetsugaku no michi), der in den meisten Berichten über Kyoto erwähnt wird. Da ich mir den Nanzen-ji ansehen wollte, der am südlichen Ende des Weges liegt, beschloss ich, dass wir das Stück ruhig laufen könnten. Im Winter kann man sich das echt sparen, weil die Kirschbäume, die entlang des Kanals gepflanzt wurden, ziemlich trist aussehen und sich weit und breit keine Menschenseele befindet. Na, jedenfalls waren wir schneller als erwartet und so schoben den Besuch des Eikan-do noch ein. Dort kann man Mikaeri-Amida, einen rückwärtsschauenden Buddha besichtigen, den Japaner immer als besonders bezeichnen. Viel eindrucksvoller ist aber die Halle, in der er sich befindet. Plötzlich kam uns eine Oma entgegen und forderte uns auf, von ihrem Wasser zu trinken, das durch die Gottheiten gereinigt (!) wurde. Dann stellte sie mir mit in noch nie gehörtem Japanisch Fragen und als ich sagte, dass ich sie nicht verstehe, weil ich Ausländerin bin, schaute sie mich verdutzt an und redete weiter auf mich ein. Sie konnte sich anscheinend nicht vorstellen, dass es andere Länder als Japan gibt… Ihr Sohn bat sie, mich in Ruhe zu lassen. Okaasan meinte später, dass die alte Frau wohl zu viele Gottheiten im Kopf hätte und grinste.

Mittlerweile war schon es schon 15 Uhr, der kleine Hunger kam und da wir schon fast den Nanzen-ji erreicht hatten, ließen wir uns zu Yudofu (gekochter Tofu) verleiten. Das ist nämlich eine Spezialität der Restaurants in der Umgebung dieses Schreins. Die Brühe, in der sich das Tofu befindet, wird in einem Topf auf dem Tisch erwärmt. Die Kellnerinnen, die das essen bringen, haben Yukata an und knien sich beim Servieren neben den Tisch. Miso dengaku gab es als Vorspeise. Das ist Tofu auf Spießen, gegrillt mit Misopaste. Keine Ahnung, was ich als Hauptgericht genau gegessen habe, aber es schmeckte nicht schlecht, wenn auch etwas ungewohnt. Die Rechnung wollte ich lieber nicht sehen und okaasan bestand darauf, alles alleine zu bezahlen.

Im Nanzen-ji, der ursprünglich als Altersruhesitz des Kaisers Kameyama errichtet worden war, aber mehrfach zerstört wurde, schauten wir uns vor allem die Wasserzuleitungsanlage *oh, holy dictionary (^_-)* an und ich machte für meine Eltern, beide Wasserwirtschaftsingenieure von Beruf, ein paar Fotos, soweit das möglich war. Mit Hilfe des 1890 errichteten Aquädukts aus der Meiji-Zeit wurde Wasser aus den umliegenden Bergen nach Kyoto gebracht. Wir liefen noch ein Stück am Kanal entlang, als ich eine dazugehörige technische Anlage entdeckt. Um sie besser fotografieren zu können, steckte ich das Objektiv meines Fotoapparates durch die dicken Gitterstangen. Plötzlich heulte eine Sirene los. Ich habe fast einen Herzkasper bekommen. Und als ich mich gerade beruhigt hatte, da lief unter der kleinen Metallbrücke, auf der ich stand, plötzlich ein Laufband ruckartig an und ich erschrak abermals heftig. Aber wenigstens wusste ich dann, was den warnenden Signalton ausgelöst hatte. *uff*

Auf das letzte Ziel, den Kiyomizu-dera, freute ich mich besonders, weil ich davon schon tolle Fotos gesehen hatte. Umso größer war die Enttäuschung. Die haben das Tori (Tor zum Schrein, das die weltliche von der geistlichen Welt trennt) doch tatsächlich ganz frisch mit knalligem Orange angestrichen und gleich daneben steht die alte Pagode. Wie kann man nur? Das ist entsetzlich! Dabei gehört der Tempel zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Kyotos. Von einer Terrasse hat man einen super Blick über die Stadt. Leider war es heute etwas dunstig. Aber wenn man schon mal da ist, muss man natürlich wie fast alle Touristen von dem angeblich heilenden Wasser trinken, das aus einem Wasserfall Otowa-no-taki unter der Haupthalle fließt. Kiyomizu bedeutet reines Wasser. Vielleicht bringt´s ja was?

Irgendwie hatte ich für heute genug gesehen. Noch dazu war es kalt, ich fror und mein rechter Fuß tat weh, nachdem er im Eikan-do ein komisches Geräusch von sich gegeben hatte, als wir dort nur in Socken durch die kalten Gänge schlichen.

Wir fuhren daher gegen 17.30 Uhr zum Bahnhof zurück und kauften ein paar Mitbringsel. Der Shinkansen fuhr 19.30 Uhr wieder in Richtung Tokyo ab und als wir nachts zu Hause ankamen, fiel ich todmüde in mein wohlverdientes Bett.

Freitag, 07.01.2005

Der siebente Tag im Januar beendet traditionell die ruhige Zeit des neuen Jahres. Zum Frühstück gab es ein Reisgericht (Nanakusagayu), das, wenn ich es richtig verstanden habe, dazu dienen soll, den Magen wieder auf ein normales Essen einzustellen, weil in den vergangenen Tagen extrem viel leckeres Essen gegessen wurde. In dem Brei befinden sich sieben (nana) verschiedene Kräuter, die gut für die Verdauung sind. So wie sich das jetzt anhört, schmeckte es auch.

Josylein
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Beitragvon Josylein » 28.02.2005, 10:12

Und ich bin wild entschlossen, demnächst ein Buch draus zu machen... Meine Eltern werden *juchhu* den einen oder anderen Euro dazu geben. Vielleicht findet´s ja Käuferchen...

ein Käuferchen meldet sich schonmal *gg*
Ja, mach dadraus nen Buch. Und pack noch ganz viele zusätzliche Infos rein und tu um Gottes Willen endlich die letzten Berichte ins Forum. Ich hab gar nichts mehr zu tun *lol* :wink:
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Dana
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Beitragvon Dana » 01.03.2005, 07:50

Ich hab nicht alle Berichte hier im Forum. wenn Du mehr lesen willst, dann schick mir ne Mail und Du bekommst das Passwort.
Mir fehlen noch die letzten 14 Tage, aber im Augenblick bleibt wenig Zeit. Ich hab schon Fusseln am Mund vom vielen Erzählen und Bilder zeigen, aber das macht ja auch Spaß.

Sonntag, 09.01.2005

Ich traf mich mit Ruria in Kichijoji. Wir wollten uns um 13.30 Uhr einen Film ansehen: Das neue Anime vom Hayao Miyazaki, der auch bei sentochihiro (Chihiros Reise ins Zauberland) Regie geführt hat. Ich war echt gespannt, ob ich den Inhalt auf Japanisch verstehen würde. Als wir im Kino ankamen, waren bereits alle Plätze ausverkauft und nur noch Karten für Stehplätze zu haben. Daher besorgten wir uns welche für die 16 Uhr Vorstellung. Der Kartenverkäufer gab uns den Tipp, uns etwa eine Stunde vorher anzustellen, damit wir einen Platz abbekommen. Die Sitzplatzkarten sind nämlich nicht nummeriert und der Kauf einer solchen Karte garantiert keinen Kinosessel. Wer eine solche Karte hat, aber zu spät kommt, kann sich hinten 2 Stunden lang in einen Kinosaal stellen. Und das bei Eintrittspreisen von ca. 15 Euro.

In der Wartezeit suchten wir Purikuraautomaten. Es gibt jetzt neue mit anderen Motiven und wenn man ein Thema wählt, wird man in einen Minifilm eingebaut. Zum Beispiel schwimmen Fische durch das Bild auf dem Monitor oder von links rennt ein Affe ins Bild. Lustig, lustig. Sogar Purikura mit bunten Hundehaufen als Rahmen gibt es nun.

Auf dem Rückweg zum Kino fiel mein Blick auf ein Poster vor der Polizeiwache, auf dem eine Frau mit Judokleidung und schwarzem Gürtel abgebildet ist. Ich erzählte Ruria, dass ein Freund in Deutschland gerade die Prüfung zum 1. Dan bestanden hat und mich gebeten hatte, ihm einen „echten“ Gürtel aus Japan mitzubringen. Ruria fand es anscheinend extrem belustigend, in der Wache danach zu fragen und kicherte schon los, als der Polizist wissen wollte, wie er uns helfen kann. So eine ungewöhnliche Frage haben sie dort sicher noch nie gehört: „ Entschuldigen Sie, können Sie uns bitte mal sagen, wo man einen schwarzen Judogürtel kaufen kann?“ Aber: Japanische Polizisten lernen Judo zur Selbstverteidigung, um den Gebrauch von Waffen zu minimieren und wir hatten offensichtlich einen Judoka getroffen, denn er erzählte uns fast eine Viertelstunde und fast ohne Atem zu holen, welche Unterschiede es gibt, wo sich die entsprechenden Läden befinden und wie viel es kosten wird. Man kann sich demnach wohl alle möglichen Farben für die Schriftzeichen aussuchen, die ganz nach Wunsch aufgestickt werden und natürlich die Zeichen selbst auch. Ich könnte also „Florian ist doof“ in Kanji draufsticken lassen, oder so *hinterlistig lach*. Wenn man den Gürtel viel benutzt, sollte unter der schwarzen Farbe an der Stelle, wo der Knoten gebunden wird, normalerweise etwas weiß zum Vorschein kommen. Es soll aber auch Gürtel geben, die dort dann lila oder rot werden *staun*. Es stellte sich wieder einmal heraus, dass die kobans (Polizisten) in Japan gerne alle möglichen, unmöglichen oder noch so dämlichen Fragen gerne beantworten. Man stelle sich diese Situation in einer deutschen Polizeiwache vor…

Aber zurück zum Kinobesuch: Der Film heißt auf Japanisch „Hauru-no-ugoku-shiro“, wobei Hauru ein Name ist, ugoku sich bewegen und shiro Schloss oder Burg heißt. Wie der Film auf Deutsch heißen wird, weiß ich nicht. Er lief 2004 in Venedig auf einem Filmfestival unter dem Titel "Howl's Moving Castle“ ("Howls wandelndes Schloss") und soll im Sommer 2005 auch in den deutschen Kinos starten. Der Film ist inhaltlich nicht gerade leicht verständlich, was mir Ruria und später auch Hikari bestätigten und lässt am Ende ziemlich viele Fragen offen. Ich glaube, ich muss ihn mir noch mal auf Deutsch ansehen. Zwar glaube ich, das meiste verstanden zu haben, aber manchmal bin ich gedanklich einfach nicht hinterher gekommen. Von Ruria hörte ich auch manchmal ein „Hä?“ und sah einen verwirrten Gesichtsausdruck. Na, wie auch immer. Es gab u.a. ein sprechendes Herdfeuer, ein wanderndes Schloss und viele weitere gut animierte Details. Die Geschichte handelt von der 18-jährigen Sophie, einer braven Hutmacherin, die per Zufall den Zauberer Howl kennen lernt und sich in ihn verliebt. Deshalb wird sie von einer bösen, auf sie eifersüchtigen Hexe mit einem Fluch belegt. Verwünscht findet sich Sophie im Körper einer 90-jährigen wieder. Sie zieht aus in die Ferne, um Howl zu finden, und um den Fluch der auf ihr lastet, rückgängig zu machen...

Sonntag, 16.01.2005

Die wirklich letzte AFS-Orientation. Ich habe es geschafft, mich zu erkälten und fühlte mich morgens richtig krank. Okaasan meinte, dass man wieder gesund wird, wenn man sich nur genug einbildet, dass alles in Ordnung sei *typisch*. Bei der Veranstaltung waren zwei Austauschschülerinnen zu Besuch, die vor 10 Jahren als ATS in Japan gewesen waren und damals auf Yukaris Schule gingen. Eine der beiden erzählte, dass sie vor 10 Jahren gerade in die U-Bahn steigen wollte, als die Durchsage kam, dass es Giftgasanschläge auf ihre Linie gegeben hatte *Horror*. Sie hatte die Ansage damals so kurz nach ihrer Ankunft in Japan aber noch nicht verstehen können.

Danach sollten wir uns für die demnächst ankommenden Austauschschüler ein paar Sätze ausdenken und damit eine Karte gestalten. Das Mädel aus dem Sommercamp, die damals meine Gruppe geleitet hatte, ging mir wieder so was von auf die Nerven. Erst forderte sie dazu auf, eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Während man nachdenkt, quatscht sie einen zu und bevor sie Luft holt, fragt sie, ob man fertig ist und hält einem das nächste Blatt wedelnd in 3cm Abstand vor die Augen. Dann durfte ich mir anhören, dass wir nicht genügend Zeit hätten und ich mich beeilen solle. Aber wann soll ich mir denn was ausdenken, wenn sie ständig losschnattert und ich mich nicht konzentrieren kann. Endlich hatte ich eine Idee, aber genau in dem Moment wollte sie ein Foto machen. Danach schrieb ich weiter und schon zerrte sie an dem Blatt Papier, das ich in der Hand hielt. Als sie es mir, mitten beim Schreiben des Satzes, entrissen hatte, ist mir der Geduldsfaden, der durch mein Fieber offensichtlich sehr dünn war, gerissen und ich brüllte sie an, dass ich noch nicht fertig sei und von ihrer Herumkommandiererei die Nase voll hatte. Das schien sie nun wieder lustig zu finden …

Ich schrieb entnervt auf die sechs Karten für die neuen Austauschschüler schnell jeweils ganbatte – viel Erfolg - und bin damit gerade so im Zeitlimit geblieben. Dabei hätten wir durchaus noch einen Augenblick gehabt, denn danach bereiteten wir mochi (Reiskuchen) zu. Hierzu wird gekochter Reis einer speziellen Sorte, sogenannter Süßreis, mit einem großen Holzhammer erst zu einem Brei gemahlen und danach in einem großen, glatten Holzgefäß geschlagen. Der Hammer hat ein ordentliches Gewicht (ein Hammergewicht *haaahaaa*). Mochi-Stampfen ist Knochenarbeit!!! Ein Glück, dass wir so viele waren, da hat sich jeder ein bisschen verausgabt. Nach jedem Schlag musste der Reisklumpen auch noch gewendet werden. Die klebrig zähe Mochimasse wurde von den Volunteers zu kleinen Bällchen geformt und wir aßen sie später mit natto, anko (süßes Bohnenmus) und nori (Seetang).

Anschließend spielten wir Karuta mit Fotos von uns und selbst ausgedachten Texten. Nun waren unsere jeweiligen Gasteltern an der Reihe und hielten eine Rede. In meinem Fall war okaasan alleine mitgekommen und sollte wahrscheinlich nur Positives über mich berichten. Erst ließ sie sich über mein Japanisch aus, weil ihre Familie das als gut bezeichnete und dann sah es schon bitter aus. Was sagt man über eine Person, für die man sich nicht interessiert? In ihrer Not meinte sie, ich würde alles ausprobieren und könne gut im Seiza sitzen. So ein Schrott!

Meine Liaison Person (LP) Akabane-san schaltete sich ein und erzählte, dass ich Mitglied im Teeclub bin und ihr beim Bunkasai Tee serviert hatte und dass ich Klavier spielen könne.

Zum Ende der Veranstaltung bekamen wir ein Fotoalbum mit Bildern aller Orientations geschenkt und in einer Gesprächsrunde letzte (unbrauchbare) Hinweise, wie „Räumt eure Zimmer am Ende ordentlich auf und verschickt Pakete von eurem eigenen Geld.“ Und nach einem letzten Lied war endlich Schluss.

Bye bye, Tokyo tama.
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MiakaYuuki
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Beitragvon MiakaYuuki » 02.03.2005, 20:41

huhuz ^_^
sodele ^-^ ich wollt mich auchmal wieder zu wort melden , war ja lange nicht mehr online *räusper*

was ich sagen wollte , mach dass da mit deinen Tagebuch und geh zum verlag ich würde es mir dann gerne kaufen *hihi* ^-^
wird bestimmt toll, und ich glaub mal das es so einige Leute gibt die es sich dann kaufen werden.

hmmm vermisst du Japan ? ich mein du bist ja jetzt seid geraumer Zeit wieder in Deutschland, was vermisste denn am meisten ? und vorallem vermisst du deine Gastfamilie , geschweige denn deine dortigen gefundenen freunde? sorry wenn ich zuvielf rag , würd mich nur brennend intressieren. :wink:
weil viele ATS die in einen land waren , wollten meistens entweder gar nicht weg oder wieder zurück zu ihrem gastland und deren familie.

naja ich hoffe du antwortest , wäre sehr lieb von dir , danke !!

sayonara ,
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Dana
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Beitragvon Dana » 06.03.2005, 19:36

Ich vermisse vor allem Eri, Yui und meine anderen japanischen Freundinnen samt meinem japanischem Schulalltag. Meiner zweiten Gastfamilie trauere ich eher nicht so nach. Im "vollständigen" Tagebuch habe ich mich zu dem Thema ja ausführlich ausgelassen...
Dafür habe ich wirklich guten Kontakt zu meiner ersten Gastfamilie und ich denke, der wird auch bleiben.
Ich denke, dass ich während oder nach dem Studium noch mal nach Japan gehen werde.
Nun hat mich hier erts einmal der deutsche Alltag wieder.
Übermorgen beginne ich übrigens mit der Fahrschule: Das kann ja was werden nach einem Jahr Linksverkehr :D
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Salome
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Beitragvon Salome » 06.03.2005, 22:31

hey Dana!
wie stehts mit deinem Buch? falls es wirklcih werden sollte: bitte eröffne einen grossen thread im smalltalk forum, dass ich das auch wirklcih mitkreige!

eine Käuferin hast du mal schon garantiert... :D
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