Live aus JAPAN

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MiakaYuuki
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Beitragvon MiakaYuuki » 27.10.2004, 11:15

obwohl ich meine papiere nicht mals abgeschickt habe macht das meien vorfreude nur noch größer ^^
mach weiter so ^.^

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Dana
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Beitragvon Dana » 02.11.2004, 06:38

Sonnabend, 23.10.2004

Dana und Yukari allein zu Haus :D :

Erdbeben Nr. 1:
Hmm, es wackelt stärker, länger und irgendwie anders als sonst! Aber das ist bestimmt nichts Beunruhigendes.

Erdbeben Nr. 2:
Es hat ganz kurz einen Ruck gegeben. Das habe ich mir sicher nur eingebildet. :o Dass es zweimal innerhalb weniger Minuten wackelt, wäre ein Wunder.

Erdbeben Nr. 3:
"Yukari! ... Panik!"
"Es ist schrecklich und macht mir etwas Angst. So ein Beben habe ich noch nie erlebt. Vielleicht kommt ein großes?"
"Uah ... Yukari! ... Noch mehr Panik. Wir wissen nicht einmal in welcher Region das Epizentrum liegt, weil wir keinen Fernseher haben."

Ist es Tokyo? Dann kann ich mir jetzt einen freien Platz unterm Tisch aussuchen, damit mir nichts auf den Kopf fällt.

Erdbeben Nr. 4:
"Dana, komm mal schnell, das Bücherregal schwankt und ich habe Angst, dass es umkippt!"

Oh, wie beruhigend. Vier spürbare Beben in weniger als einer Stunde!

Dann kam der erlösende Anruf Otousans: "Stufe 6 (japanischer Skala) in Niigata." Das ist ca. zwei Stunden mit dem Shinkansen entfernt.


Montag, 25.10.2004

Es ist praktisch, morgens von einem Erdbeben geweckt zu werden. Da ist man sofort hellwach und schläft nicht wieder ein! Aber mal im Ernst: Jedes Beben, das in Tokyo ankommt, ist in Niigata unter Umständen dramatisch. Hier werden inzwischen Spenden gesammelt, und in der Schule gibt es nur ein Thema. Ich habe mir heute eine "Japan Times" (englischsprachige Tageszeitung) gekauft und war über die Auswirkungen des Bebens ziemlich erschrocken. 21 Tote und 2 100 Verletzte, Dörfer abgeschnitten, 98 000 Häuser in Nagaoka und Ojiya noch immer ohne Strom, 50 000 Häuser ohne Gas, 82 000 Evakuierte. Und der Shinkansen ist zum ersten Mal seit der Inbetriebnahme der Tokaido Linie im Jahre 1964 entgleist. Es sind wohl alle 20 Km Seismographen entlang des Streckennetzes angebracht, die ab einem Beben der Stufe 4 (jap. Skala) innerhalb einer Sekunde dafür sorgen, dass der Strom automatisch abgeschaltet wird. Daher wurde auch niemand verletzt. Nur braucht ein Zug fast 2,5 km bzw. 1 Minute und 45 Sekunden, um von 210 Km/h zum Stillstand zu kommen. Für manche Japaner ist es trotzdem schlimm, selbst wenn nichts passiert ist, weil sie sehr stolz darauf sind, den sichersten Zug überhaupt kreiert zu haben. Es wurde mal wieder bewiesen, dass selbst die neueste und beste Technik im Kampf gegen Naturgewalten den Kürzeren zieht. In der Abendausgabe der Tokyo-SHIMBUN stand - soweit ich das lesen kann - dass die erneuten Erschütterungen von heute morgen wieder Stufe 5 erreicht haben.
Warnung: Japan macht süchtig.

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Hi no Tori
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Beitragvon Hi no Tori » 02.11.2004, 16:35

Dana hat geschrieben:Sonnabend, 23.10.2004 - Montag, 25.10.2004
Mann, bin ich mittlerweile froh, dass ich in Deutschland nah an Autobahn und S-Bahn wohne und es bei uns sowieso jeden Tag mit Shindo 1 - 2 wackelt... so habe ich in Japan nie ein Erdbeben bemerkt, da die sich während ich da war immer in diesem Bereich abgespielt haben. Aber es ist ein Glück, dass es dir und deinen Leuten gut geht...

Ja ne!
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Wenn sich jemand keine Mühe beim Schreiben seiner Beiträge gibt, warum sollte ich mir dann die Mühe machen, die Beiträge zu entziffern? Rechtschreibung, Leute.

Dr. Slump

Vorfreude

Beitragvon Dr. Slump » 09.11.2004, 08:41

Mann.. du vergrösserst meine Vorfreude immer wie meh :D
Ich kann es kaum noch erwarten, im März nach Japan zu gehn. :jumper:

umbriel pao

Beitragvon umbriel pao » 12.11.2004, 05:25

Bericht aus Niigata

ES ruttelt immer noch. Nervig wenn es nachts um 4.00 ist und dich aufweckt, aber inzwischen kummere ich mich nicht mehr - Starke 2, 3, 4 - was auch immer. Wir in Niigata STadt sind gut weggekommen, Nagaoka kehrt langsam wieder zum Alltagsleben zuruck, obwohl immernoch viele Menschen in Notunterkunften Leben. Die ZAhl der Toten ist gestern auf 40 gestiegen. Am schlimmsten ist es dort wo durch einen Dammbruch (bin mir nicht sicher) ein ganzes Dorf uberschwemmt wurde - die meisten Leute sind kein bisschen versichert.


Zu uns ATSlern? Die drei aus Nagaoka wurden noch am 23/24 aus NAgaoka her gescheucht - eine von ihnen mit nichts als das was sie im Moment an hatte und das Kleinzeugs das sie dabei hatte. Die armen haben die volle Ladung - Familien, LP, SChul , Stadt wechsel... alles futsch. Wunsch euch allen dass so was nie passiert.

MiakaYuuki
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Beitragvon MiakaYuuki » 16.11.2004, 14:30

ähm umbriel Oo hier soll NUR dana glaub ich ihren bericht schreiben ...oder etwa nicht?! ....
warum schriebst du dann einen bericht hier rein?o_O"

ps dana mach weiter so ^^

Laris45
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Beitragvon Laris45 » 17.11.2004, 23:26

MiakaYuuki hat geschrieben:ähm umbriel Oo hier soll NUR dana glaub ich ihren bericht schreiben ...oder etwa nicht?! ....
warum schriebst du dann einen bericht hier rein?o_O"


Hey... das Forum ist fuer alle da!
Kennst du den Thread " ich in Mexiko"? Den hat Judit aufgemacht, inzwischen schreiben da alle rein, die in Mexiko sind. Und stoerts irgendwen? Nein!
Sry, aber ich denke, jeder darf schreiben, wo er will!
Insomne en Kassel - Elisabeth, wir sind die schlaflosen Königinnen!
Temprano en Göttingen - Früh aufstehen macht Spaß, aber nicht ins Bett gehen noch mehr, oder? Ja schon, Kerstin! - Verschollen im tiefen, dunklen Wald!

Ich bin ein T und ein E - man sind wir inzwischen alt...

Austauschjahr in Chile 04/05
weltwärts nach Kirgistan 08/09
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MiakaYuuki
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Beitragvon MiakaYuuki » 18.11.2004, 21:05

naja ich war etwas irritiert .. weil ansonsten nur berichte von dana aus japan hier drinn sind desshalb dachte ich der gehört nur ihr ..
so das wir kommis dazu schreiben können , sry
aber ich habs so verstanden

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Pinupgirl
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Beitragvon Pinupgirl » 18.11.2004, 21:49

Boah, das mit den Erdbebeb stelle ich mir echt heftig vor...habt ihr auch regelmäßig solche Trainingsübungen für den Fall der Fälle?
Es ist besser dafür gehasst zu werden was man ist,
als dafür geliebt zu werden was man nicht ist!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
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wurzelchen

Beitragvon wurzelchen » 26.11.2004, 19:36

Freitag, 05.11.2004

Mein Kalligraphie-Teller ist fertig! Mit einer Woche Abstand fand ich das Kanji nun nicht mehr ganz so schlimm. Ich bin gespannt, wie der Teller aussehen wird, wenn die Farbe eingebrannt ist. Das kann jetzt allerdings eine Weile dauern. Damit ist das erste "Ich glaub, ich träume" - Projekt abgeschlossen und sofort folgt das zweite: Jetzt werde ich einen Namensstempel anfertigen. Weil das bei Katakana albern aussehen würde, suchte die Lehrerin mit Hilfe eines kokugo-(wörtlich: Landessprache - also japanisch)Lehrers ein passendes Kanji aus. Die Bedeutung habe ich zwar noch nicht so richtig verstanden, aber es scheint etwas Positives zu sein und das Beste ist, dass das Kanji zwei Aussprachen hat: DA und NA - lustig, oder? Dann hieß es: Üben. Ich musste die ursprüngliche (erste) Form des Kanjis mit einem Pinsel in ein kleines Quadrat malen können. So richtig weiß ich noch nicht, wie das Schriftzeichen später zu einem Stempel wird. Aber die Sache finde ich echt spannend. Beim Üben sollte ich mit roter Farbe über ein Papier mit schwarzer Farbe malen. Die Lehrerein hatte das ursprünglich weiße Blatt zunächst für mich schwarz angemalt. Ich musste meine Versuche mehrmals trocknen lassen und nochmals nachmalen. Die schwarze Farbe löste sich immer wieder auf und vermischte sich mit der roten Farbe. Mist. Keine Ahnung, warum ich das so tun muss.

Die Erstklässlerinnen der Oberstufe, mit denen ich Kallegraphie habe, sind im Unterricht unheimlich laut. Und manche Schülerinnen machen sich sogar über die Lehrerin lustig. Wieder einmal wurde mir bewusst, was für ein Glück ich mit meiner eigenen Klasse habe.

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Freitag, 12.11.2004

Das ist ja sooo gemein. *schmoll*

Da strenge ich mich an, den Stempel bis zum Ende der Unterrichtsstunde fertig zu bekommen und dann sagt die Lehrerin: „Du kannst ihn jetzt abwaschen und am NÄCHSTEN Freitag probieren wir ihn aus.“ Ich platze vor Spannung, wie er geworden ist!

Meine Malerei „Rote Kanji auf schwarzem Grund“ der letzten Woche entpuppten sich als Zeichenübung für den heutigen Tag. Das Herstellungsverfahren war super interessant. Am Anfang der Stunde eröffnete die Lehrerin mir, dass das Kanji natürlich spiegelverkehrt auf den Stempel gebracht werden müsse und stellte mir einen Spiegel auf den Tisch. Ich fühlte mich ein bisschen auf den Arm genommen, aber zum Glück gibt es da einen Trick:

1. Man male den Stempel mit schwarzer Tinte an.

2. Man zeichne das Kanji mit roter Farbe in entsprechender Größe auf Transparentpapier.

3. Man lege das Papier mit der Schrift nach unten auf die nun schwarze Fläche des Marmor?-Stempels.

4. Man pinselt das Papier nun mit Wasser ein, damit sich die rote Farbe übertrage.

So, nun war also das spiegelverkehrte Kanji aufgedrückt. Dann bekam ich eine Art Schraubenzieher in die Hand gedrückt und begann die roten Linien auszuschnitzen, während ich mich freute, mich nicht für das Gegenstück entschieden zu haben. Stellt Euch mal vor, ich hätte alles, bis auf die roten Linien des Kanjis entfernen müssen. Am Schluss der Doppelstunde wusch ich die Farbe ab und, nun ja, den Rest kennt Ihr ja schon.

Gast

Kanji-Stempel und Teezeremonie

Beitragvon Gast » 13.12.2004, 20:48

Freitag, 19.11.2004

In der nachfolgenden Doppelstunde shuuji durfte ich endlich meinen Stempel ausprobieren! Ich war richtig glücklich und glaubte, endlich fertig zu sein. Wer hätte gedacht, dass die Lehrerein sich als kleine Perfektionistin entpuppte?! Sie ließ mich den Stempel noch fünfmal verbessern und immer wieder ausprobieren, bis sie zufrieden war.
Die rote Farbe, die man zum Stempeln benutzt, ist eine kleberartige Substanz. Man verwendet zum Auftragen der Farbe kein Stempelkissen. Jedenfalls habe ich mich kräftig eingesaut.

Aber: Jetzt ist er wirklich fertig.
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Sonntag, 21.11.2004

Gemeinsam mit den beiden engagiertesten Teeclubmitgliedern wurde ich von unseren Lehrerinnen zu einer richtigen Teezeremonie eingeladen. Klingt doch verdammt nach Austauschschülerbonus, oder? *grins*

Als wir die Anlage mit den Teehäusern betraten, war ich zugegebenermaßen, etwas nervös. Ich ahnte überhaupt nicht, was mich hier erwartete. Dann fuhr ein Mercedes vor. Das war nur das erste Fahrzeug einer Reihe verdammt teurer Autos. Geschäftsmänner und Damen im feinsten Kimono stiegen aus. Es stellte sich schnell heraus, dass wir hier die einzigen Schülerinnen sein sollten und kamen uns echt fehl am Platze vor. Wir sind relativ zeitig angekommen und als wir das kleine Teehaus betraten, waren wir zunächst die einzigen Gäste.
Alle Besucher müssen sich, unabhängig von Beruf oder Rang, dazu tief herab beugen und in etwa auf Kniehöhe durch eine ca. 50 cm hohe (oder besser gesagt niedrige) Schiebetür hineinschlüpfen. Das soll Demut erzeugen. Nacheinander tritt man also lautlos ein, verneigt sich und setzt sich dann erst. Shiho-chan wurde später gebeten, die Tür zu schließen. Sie muss dabei irgendetwas falsch gemacht haben, denn eine der älteren Damen meinte daraufhin "Ach, das habt ihr wohl nicht gelernt", während unsere Lehrerin im Nebenraum saß. Nun ja.
Was ich aus dem Club in der Schule absolut nicht gewohnt war, ist das lange Betrachten des Zubehörs. Farbe, Form und Materialien der Teeschalen, der Teedosen und der Bambuslöffel wurden bewundert und ausgiebig darüber diskutiert *mit den Augen roll*. Eine richtige Teezeremonie ist eben mehr als gemeinsames Teetrinken mit festgelegten Bewegungsabläufen. Ich habe immer schön aufgepasst, zwischen Shiho und Yuriko zu sitzen, damit es nicht allen peinlich wird, falls ich mal eine Verbeugung vergaß.
Ich hatte bei dieser Zusammenkunft nie das Gefühl als Ausländer nur geduldet zu sein oder ausgeschlossen zu werden. Sondern man schien es - aber wer kann das bei dem undefinierbarem Dauerlächeln schon so genau wissen - gut zu finden, dass ich mich mit ihrer Kultur auseinandersetze. Es war mir eher unangenehm, dass in allen drei Runden, an denen wir teilnahmen, meine Anwesenheit neben dem Wetter zum Hauptthema gemacht wurde. Mein Problem war auch, dass alle ständig im höflichsten Japanisch auf mich einredeten. Dabei ändert sich leider nicht nur die Form des Verbes, sondern das ganze Wort.
Eigentlich brauchte ich nur hin und wieder "hai, so desu" zu sagen und schon ging alles klar. Richtige Fragen wurden mir glücklicherweise nicht gestellt, denn irgendwie hörten alle Sätze mit "Stimmt's?" auf. Widersprechen sollte man in Japan ja lieber nicht.

Die Zeremonien dauerten länger als ich bisher gewohnt war. Man sitzt dabei in entsprechender Haltung auf Fersen und Knien, aber nach der Hälfte der Zeit fühlten sich meine Beine bis zum Po sowieso an, als wären sie abgestorben. Besser als wenn sie wehtun (^_-) Nur das anschließende Aufstehen war etwas problematisch und wir drei handelten uns dadurch viele kritische Blicke der Kimono-Omis ein. Der Altersdurchschnitt lag gut und gerne bei 60 Jahren. Sie schienen sich untereinander bereits lange zu kennen. Ohne die Kontakte meiner Lehrerinnen wären wir Schülerinnen wohl nie in den Genuss dieses Erlebnisses gekommen, daher bin ich den beiden echt dankbar.

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Beitragvon MiakaYuuki » 17.12.2004, 18:45

uii ^^ ein schöner stempel hast du da ^^ *nickz*
was heißt der denn? hm? ^^

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Dana
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Beitragvon Dana » 26.12.2004, 16:16

Das ist mein Namensstempel: DA und NA.

Montag, 06.12.2004

Nikolaus! Ich bin aus allen Wolken gefallen.

Ich sehe die Überraschung jetzt einfach mal als Belohnung dafür an, dass ich meinen Mitschülerinnen in den vergangenen Tagen ungefähr zwanzigmal erklärt habe, wie Weihnachten und die Adventszeit in Deutschland begangen wird. Amari-san drückte mir nach dem Japanisch-Unterricht eine Tüte in die Hand und meinte, eine Nakamura hätte sie für mich abgegeben. Wegen des Tests hätte diese aber keine Zeit gehabt, mich persönlich zu sprechen. Wer bitte ist Nakamura? Ich griff in die Tüte und zog eine Kindersocke mit Weihnachtsmannaufdruck heraus. Zum Glück lag ein Brief dabei:

Liebe Dana,
erinnerst Du Dich, was heute für ein Tag ist?
Mir ist es gerade noch eingefallen!
Der 6.12. ist der Tag, an dem man, wenn man morgens aufwacht, Süßigkeiten vorfindet, stimmt´s?
Hast Du mir nämlich erzählt!
Deshalb bin ich zum Weihnachtsmann geworden und habe Yui auch eine Socke gegeben.
Freue mich aufs Disneyland.
Kore kara mo yoroshiku *Hilfe, finde keine Übersetzung*
from Eriko

Hach, ist das nicht rührend? In unsere Schuhe konnte sie die Süßigkeiten, hauptsächlich Schokolade, ja nicht stecken. Also hat sie ein Paar Kinderstrümpfe gekauft. Sozusagen eine japanische Version vom Nikolausbrauch. Es würde mich nicht wundern, wenn das bei ihr jetzt zu einem alljährlichen Ritual wird. *grins*

Amari-san hat wahrscheinlich die Namen vertauscht, denn Eri heißt Murakami… aber egal.

Mit meiner Japanischlehrerin ging ich gegen 13.00 Uhr zur Uni,die sich auch uf unserem Schulgelände befindet. Ich hatte sie vor einiger Zeit gebeten, mir die Vorlesungen einmal ansehen zu können. Die Dozentin der International Class fand das eine tolle Idee und schlug vor, dass ich ja aus dem Stehgreif anfangs ein bisschen was über mich und Deutschland erzählen könne. Na gut, das würde ich gerade noch hinkriegen, dachte ich. Aber hätte ich denn wissen können, dass der Saal mit gut 150 Studentinnen gefüllt war und aus dem „mal kurz etwas erzählen“ eine volle Doppelstunde wurde!? Die Dozentin ließ sich zur Unterhaltung ihrer Studentinnen die lustigsten Dinge einfallen: Ein Quiz zu meiner Person, dann eine Fragerunde. Sie wollten wissen, was Deutsche und Japaner gemeinsam haben (hatte ich noch nie darüber nachgedacht und mit dem zweiten Weltkrieg wollte ich nicht antworten), ob mir ofuros peinlich wären (nicht bis zur Klassenfahrt, aber wenigstens haben meine genaueren Beschreibungen des damit verbundenen Erlebnisses in der Badeanstalt für Lacher unter den Studentinnen und für einen roten Kopf der Dozentin gesorgt) und, welchen Teil Japans ich noch sehen möchte, bevor ich abreise (Kyoto, aber das wird kaum möglich sein).

Bei dieser Frage blieben wir so lange hängen, bis sich eine Studentin gefunden hatte, die sich anbot, mit dorthin zu fahren. Allerdings: Nichts Genaues weiß man nicht und okaasan ist bestimmt schwer davon zu überzeugen. Schließlich erklärt sie mir gerne immer mal wieder, dass ich nicht zum Spaßhaben oder Reisen, sondern zum Lernen in Japan bin. Wenn es allerdings trotzdem klappen sollte… *träum*

Die Dozentin schenkte mir ein Buch für Drittklässler, für das sie vor ca. 30 Jahren eine Geschichte geschrieben hatte und signierte es für mich.

Zu Hause angekommen, brauchte ich erst einmal einen 2 ½ stündigen Mittagsschlaf und so gegen 22 Uhr fiel mir ein, dass ich noch einen Bericht auf Japanisch über Weihnachten und Silvester in Deutschland und unsere Bräuche für das monatliche Infoblatt der Schule schreiben muss. Nun ja, jetzt ist es 1.30 Uhr in der Nacht… Aber das kommt davon, wenn man so wie ich generell immer alles auf die letzte Minute schiebt, nicht war? *zwinker*
Warnung: Japan macht süchtig.



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Dennis

Beitragvon Dennis » 05.01.2005, 12:23

Hallo Dana,

ich kann nur sagen, wie klasse ich deine Berichte finde. Es ist einfach unglaublich, wie toll du deine Erfahrungen zu Papier (oder PC :mrgreen: ) bringst.

Danke!

Maria7

Beitragvon Maria7 » 05.01.2005, 12:47

Ich find dein Tagebuch super.

Ich war mit AFS in den USA vor längerer Zeit und ich muss sagenJapan würde mich auch reizen.Ich find es super, dass du das gemacht hast und deine Berichte klingen sehr aufregend.

Kopfhoch und mach weiter so!

Lieben GRuss :jumper:


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