Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

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michellegoesusa
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon michellegoesusa » 01.02.2009, 13:26

Oh man, das hört sich echt schlimm an... Ich finde nicht, dass irgendwer sowas verdient hat...

Ich hoffe, das ändert sich noch :(

Wohnst du denn jetzt noch bei deiner Gastfamilie auf dem Land? Oder hast du die Gastfamilie und den Ort gewechselt?
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Sweet Kitty
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Sweet Kitty » 01.02.2009, 13:43

omg das tut mir wirklich leid für dich ...

ich hoffe auch es wird noch besser

:o ich würde glaube ich ohne soziale kontakte kaum noch leben ...

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Jewel
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Jewel » 01.02.2009, 17:34

Das war nur meine Anfangszeit, bald kommen weitere Beiträge. :) Ich muss nur Zeit zum Schreiben finden.


Irgendwer hatte gefragt, ob ich auch Geschichten in meiner Freizeit schreibe: Eigentlich nicht, aber ich schreib gerne Berichte, bin eine notorische E-Mailschreiberin mit seitenlangen Mails (Hab mal einem meiner besten Freunde, den ich rund ein mal pro Woche seh, in einer Woche circa 15 Word-Seiten Mails geschrieben und in etwa das gleiche zurückbekommen). Ich schreib einfach total gern. Geschichten schreib ich eigentlich nicht in der Form, irgendwo brauch ich was, was mich an die Realität erinnert, allerdings hab ich meine Liebe zum Reden schreiben entdeckt. Muss jetzt öfters welche für Communications schreiben und es macht einfach so viel Spaß. Ich bekomm aber auch 1A-Feedback. :)
Wegen der Reden (muss am Montag zwei halten) und noch einiger anderer Sachen, Hausaufgaben, Fitnesscenter, etc. hab ich auch nicht so viel Zeit zum Schreiben, aber ich versuch mein bestes, evtl, wenn ich heut Abend genug Zeit hab, kommt der nächste Bericht. Hab schon einige Ideen für die nächsten 3-4 Berichte. :)

Ich hoffe, dass es euch immer noch gefällt, was ich schreibe, wenn schon nicht inhaltlich, dann wenigstens sprachlich. ;)

Danke übrigens für das positive Feedback!
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Miss Cole » 01.02.2009, 20:38

Habs auch mal gelesen :)
und muss echt sagen:
wow gefällt mir richtig gut :)
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Grey » 03.02.2009, 08:14

Du schreibst echt toll! Hast du "schreibtechnisch" jemanden als Vorbild?

Und irgendwie hab ich beim letzten Bericht gerade losgeheult, weil ich mich sooo drin wiedererkenn. Aber ich bewunder dich, weil du deinen Hintern hochgekriegt hast und was verändert hast!!

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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Jewel » 03.02.2009, 23:03

Grey hat geschrieben:Du schreibst echt toll! Hast du "schreibtechnisch" jemanden als Vorbild?

Und irgendwie hab ich beim letzten Bericht gerade losgeheult, weil ich mich sooo drin wiedererkenn. Aber ich bewunder dich, weil du deinen Hintern hochgekriegt hast und was verändert hast!!



also ich denke, dass es in meinen Berichten nicht so rüberkommt, aber generell find ich Douglas Adams bewundernswert. Für mich zeigt er einfach, wie man Genialität in Geschichte ausdrücken kann, Realität mit abstrusem verbinden kann und dabei die Lesen zum Lachen zu bringen wie kein zweiter. Ich find die Werke, die er geschaffen hat einfach genial! Anders kann mans nicht beschreiben. Falls dir der Name nichts sagt - Per Anhalter durch die Galaxis ist von ihm!

Zu dir: Wie schon oft gesagt, es ist nicht nur Können/Motivation/Intelligenz/Persönliches Verhalten..etc. ausschlaggebend, wie es abläuft, sondern auch Glück und das hatte ich im endeffekt einfach gehabt!

Ich hoffe aber, dass du es noch hinkriegst! Du verdienst bessere Zeiten!
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Jewel » 04.02.2009, 00:33

I can taste a bit of what I will find, so much more to life – sweet 16?

Die Tage vergingen, aus Tagen wurden Wochen. Meine Gastfamilie war nett, aber reichte es, dass sie nett waren um glücklich zu werden? Ich wusste es nicht. Nachdem ich mit meiner Local Rep über Telefon und E-Mail geredet hatte und ihr mitgeteilt hatte, dass es mir nicht gut ging, dass ich mich langweilte, dass ich nicht wusste, was ich machen sollte, lud sie mich ein, das Wochenende bei ihr zu verbringen. Daraufhin verbrachte ich eins der ersten Wochenenden im Oktober in ihrem Haus in ihrer Farm. Freitags ging ich mit ihrer 18-jährigen Tochter und einigen Freunden ins Kino – zum ersten Mal seit ich in den USA war. Samstags veranstaltete sie eine Party, zwar waren nicht wirklich Jugendliche da, aber ich hatte trotzdem Spaß und half ihr beim Kochen. Außerdem freute ich mich über das einigermaßen gesunde Essen, weil ich von derartigen seit Wochen nichts mehr gesehen hatte. Am Tag darauf fuhren wir los und sie zeigte mir die Gegend. Alles in allem – ein gelungenes Wochenende, ein Wochenende, dass zwar nichts außergewöhnliches war, aber das Spaß machte, das sich anfühlte, als wäre ich doch noch lebendig. Als ich montags wieder in die Schule musste, war alles wieder beim alten: Kaum soziale Kontakte, außer Mitschüler, die Hilfe bei Mathe, Physik und Chemie wollten und die Nachmittage waren wieder einsam. Ich wurde immer unglücklicher, aber nicht unglücklich genug, um zusammen zu brechen. Am Samstag, den 11. Oktober, einen Tag vor meinem 16. Geburtstag, ging es dann für einen Tag mit einer Gruppe von Austauschschülern nach Chicago, es war der beste Tag seit meiner Ankunft. Da ich am darauffolgenden Tag, am 12. Oktober, Geburtstag hatte, war ich etwas nervös vor dem Wochenende, weil ich nicht wusste, was ich zu erwarten hatte. Meine Local Rep, bei der ich das Wochenende bis Sonntag Nachmittag verbringen sollte, wusste bis Freitag Abend nicht einmal was davon, was aber wohl daran lag, dass ich es ihr nicht erzählte. Nach einem Tag voller glücklich sein in Chicago kam endlich mein Geburstag, obwohl ich doch Angst davor hatte, war auch gewissermaßen Freude dabei. Immerhin war es in Deutschland immer mein Lieblingstag, so schlecht konnte es also nicht werden – dachte ich mir zumindest, aber ich lag mal wieder falsch. Von meiner Local rep erwartete ich nichts außer einem Happy Birthday, das ich auch bekam. Wir gingen morgens Frühstücken und dann in die Kirche, da es Sonntag war. Von ihrem Ehemann kam, recht spät, aber es kam, ebenfalls ein Happy Birthday. Ihre Tochter sagte nichts und lies sich auch nichts anmerken. Mir war schon den ganzen Tag zum Heulen zu Mute und dann ging es zurück zur Gastfamilie und auch ins Ungewisse. Ich wurde circa 15 Meilen von ihren Wohnort abgeholt und begrüßt. Mit einem einfachen Hallo, sonst nichts. Kein „Happy Birthday“, keine Umarmung. Ich wollte einfach nur heulen. Bei ihnen zu Hause angekommen ging ich in mein Zimmer um meine E-Mails zu checken – 27 Mails. Bevor ich wirklich dazu kam, sie zu lesen wurde ich in die Küche gerufen. Meine Gastmutter stand dort und sagte mir: „Here is your cake. And here are your presents.“Hier ist mein Kuchen und da ein paar Geschenke? Sollte das mein Geburtstag sein? Alles, was ich wollte, war eine Umarmung und ein Happy Birthday, das ich aber nicht von ihr und auch nicht von ihren Kindern zu hören bekam. Ich ging zurück in mein Zimmer, fing an meine Mails zu lesen, und ich find an zu weinen. Ich fing an zu weinen und hörte nicht auf, ich konnte nicht aufhören. Ich weiß nicht, wie lange ich Tränen vergossen habe, 3 Stunden? 4 Stunden? 5? Ich weiß es nicht mehr, ich weiß nur, dass ich gegen Abend Kopfschmerzen hatte, Kopfschmerzen, die ich versuchte mit Schmerztabletten und Mountain Dew wegzuspülen, vergeblich. Ich schlief früh ein, verbrachte meinen Super Sweet 16 im Bett, hörte von lediglich einem Familienmitglied, meinem Gastvater, ein Happy Birthday, hatte einen totalen Zusammenbruch und wollte weg. Wohin? Ich weiß es nicht, aber in dem Moment wollte ich einfach nur weg. Am nächsten Tag ging ich nicht in die Schule. Am Tag darauf auch nicht. Mittwochs ging ich wieder, allerdings brach mein Kreislauf während Lunch zusammen. Ich verbrachte die erste Zeit danach im Sekretariat der Schule. Meine Gastmutter wurde angerufen, ich schlief ein...2 Stunden später wachte ich auch, neben mir meine Gastmutter und mein Guidance Counselor. Ich sollte nach Hause, ich sollte meine Sachen packen, ich sollte zu Debbie gehen, meine Local Rep, ich würde eine neue Schule mit Gastfamilie bekommen. Man glaubte, es würde mir damit besser gehen. Also fuhr ich nach Hause, packte meine Sachen in weniger als einer Stunde und fuhr los um Debbie und Margarete, die über ihr stand zu treffen. Meine Gastmutter und ich redeten mit ihnen, sie diskuttierten, ich weinte. Schlussendlich musste ich wieder heim, weil sie mich nicht einfach so aus der Schule nehmen konnten, aber sie meinten, dass ich gegen Ende der darauffolgenden Woche wohl umziehen könnte. Zwei Tage später, freitags, wurde ich auf einmal aus meiner Mathestunde gerufen, man sagte mir, dass eine Gastfamilie für mich gefunden wäre, ich würde sie am Wochenende treffen. Einerseits war ich aufgeregt, aufgewühlt und konnte kaum warten. Andererseits hatte ich Angst. Während meiner Spanischstunde in der letzten Stunde wurde ich wieder rausgerufen, mir wurde gesagt, dass ich heimmüsste, dass ich heute noch umziehen würde. Ich weiß nicht mehr, was in meinem Kopf vorging. Es ging auf einmal alles so schnell, ich ging kurz zurück in Spanisch, sagte den Leuten, dass ich wegginge. Es war die einzige Klasse, die ich wirklich mochte, die einzige Klasse, bei der ich glaubte, dass man mich vermüssen würde. Im Endeffekt hatte ich zwanzig Minuten, meine Sachen in drei Tagen zum zweiten mal zu packen und zu meiner Local Rep zu fahren. Dort angekommen wurde alles nur noch verwirrender. Auf einmal hieß es, dass ich noch nicht ausziehen sollte, dass ich noch bei meiner Gastfamilie bleiben sollte...Keiner wusste mehr, wer richtig lag, alles wurde verwirrend...Musste ich wieder zurück? Würde ich am Montag in meiner neuen Schule anfangen können? Und wo würde die sein? Was sollte als nächstes geschehen?
Ich wusste es nicht, aber ich wusste, dass sich einige Dinge verändern würden...
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Sweet Kitty » 04.02.2009, 14:00

du schreibst sooo toll :loveyou:

^^ deine Berichte haben so einen Sucht-Faktor
xD ich möchte immer weiter und weiter lesen :D

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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Jewel » 04.02.2009, 23:20

Sweet Kitty hat geschrieben:du schreibst sooo toll :loveyou:

^^ deine Berichte haben so einen Sucht-Faktor
xD ich möchte immer weiter und weiter lesen :D



danke :oops:

freut mich immer wieder sowas zu hören :) Es kommt mehr! Keine Angst! Werd heut wohl keine wirkliche Zeit zum schreiben haben, aber in den nächsten Tagen!
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Sweet Kitty » 06.02.2009, 15:28

und dann schreibst du jetzt noch gaaanz viel und machst hinterher ein Buch daraus :D ...
haben ja auch schon andere geschafft (z.B. " Mein High School Jahr am Rio Grande") :)

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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Leonie Loewenherz » 06.02.2009, 15:37

Ich hab erst immer einen Bogen um deine Berichte gemacht, wiel ich dachte..ach nee Amerika, ahb ich jetzt keine Lust was drüber zu lesen :lol: :oops:
Aber ich finde sie echt super und auch total spannend und wie du jetzt schon hundertmal gehört hast:du kannst echt toll schreiben :wink:

Aber was sich mich gerdae frage, zu welchem Zeitpunkt deine Berichte "spielen"(kein besseres Wort eingefallen)?Wie lange bist du schon bei deiner neuen Familie?
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Jewel » 06.02.2009, 16:19

Leonie Löwenherz hat geschrieben:Ich hab erst immer einen Bogen um deine Berichte gemacht, wiel ich dachte..ach nee Amerika, ahb ich jetzt keine Lust was drüber zu lesen :lol: :oops:
Aber ich finde sie echt super und auch total spannend und wie du jetzt schon hundertmal gehört hast:du kannst echt toll schreiben :wink:

Aber was sich mich gerdae frage, zu welchem Zeitpunkt deine Berichte "spielen"(kein besseres Wort eingefallen)?Wie lange bist du schon bei deiner neuen Familie?



ich glaube, ich hatte irgendwo geschrieben, dass es mitte oktober war, wegen meines geburtstags konnte man das ein wenig rauslesen, war aber nicht so extrem deutlich.

falls ich heut abend nochmal zum schreiben komm, kommt der naechste bericht. ;) gibt einiges zu eraehlen fuer die zeit danach :)
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Jewel » 07.02.2009, 03:47

And everything around her is a silverpool of light, people who surround her feel the benefit of it...

Mein Leben in den USA sollte sich verändern – und es veränderte sich am 19. Oktober. Ich wurde früh morgens aus dem Bett geschmissen, hatte weder Zeit meine Haare zu kämmen noch etwas zu essen und sollte zu dem Haus meiner potenziellen Gastfamilie fahren und sie kennen lernen. Ich war nervös, sehr nervös und doch voller Hoffnung. Keine halbe Stunde nachdem ich bei ihnen in der Küche mit ihnen saß, Frühstück ass und die ganze Zeit redete, waren wir uns einig, dass ich noch am selben Tag einziehen würde und am nächsten Morgen sogar in die Schule gehen würde. Wir verstanden gut, mein Gastbruder, ein typischer, amerikanischer 12-jähriger Junge, redete so viel, dass er alle Bedenken nahm, meine 14-jährige Gastschwester war anfangs etwas stiller, was sich aber auch schnell änderete, vorallem da wir uns ein Zimmer teilten und so schnell ins Gespräch kamen. Das einzige, was nicht so perfekt schien, war mein Gastvater, der oft und viel rummeckerte, aber selbst das konnte mich nicht mehr stören.
Am nächsten Morgen begann die Schule, ich bekam meinen Locker, wurde herumgeführt, Leute wunken mir zu, waren freundlich. Ich kannte zwei deutsche Mädchen, die mich auch gleich mit zu ihren Tischen nahmen, so dass ich schnell und unkompliziert Leute kennen lernen konnte. Ich wusste, dass ich an meiner alten Schule Pech hatte, aber ich wusste auch, dass das Leben nicht schwarz und weiß ist und dass Pech und Glück auch von Personen abhängig sein können und was sie aus der Situation machen. Deshalb wusste ich, dass ich noch offener sein musste, noch freundlicher, dass ich mir selber die Chance zum glücklich sein nicht verbauen sollte. Gleich vom ersten Tag an, fuhr mich einer der „Senior-guys“ nach der Schule immer nach Hause, ich wurde gefragt, ob ich Lust hab, rumzuhängen. Am zweiten Tag war ich das erste Mal bei jemandem zu Hause, ich hatte Spaß, ich fühlte mich dazugehörig, wir spielten Hide und Seek im Dunkeln draußen, lachten die ganze Zeit und, obwohl, oder vielleicht auch gerade, weil es mich an die Einfachheit des Kindergartens erinnerte, hatte ich eine wundervolle Zeit. Ich ging zu Volleyballspielen mit Amis, textete ununterbrochen, ich war glücklich, ich lachte und das Gefühl der Abneigung von anderen mir gegenüber, das ich an meiner ersten Schule hatte, war verschwunden. Ich war glücklich, ich hatte gefüllte Wochenenden, Jungs flirteten mit mir. In der zweiten Woche bahnte sich eine Beziehung an und obwohl ich schnell merkte, dass es doch wieder nur ein Frosch anstelle eines Traumprinzen war, merkte ich eins: Ich bin nicht das Mädchen ohne Freunde, das Mädchen, das alleine im Hallway steht und nicht weiß, wo sie hin soll. Nein, ich war und werde wieder das Mädchen sein, das andere mögen, weil sie lacht, weil sie glücklich ist, weil ihr Lachen und ihre Glückseligkeit anstecken sind. Die ersten zwei Wochen in meiner neuen Familie und Schule waren wohl die besten, die ich seit Ewigkeiten hatte, vielleicht sogar die besten meines Austauschjahres. Es war aufregend, ich war glücklich, ich war beschäftigt, Jungs mochten mich wieder und ich fühlte mich, als würde ich dazugehören. Ich war nie wirklich alleine und hatte eine wundervolle Zeit. Meine Gastmom wurde mir mit jedem Tag sympathischer und genauso verliefs auch mit meiner Gastschwester. Ich hatte zwei Wochen, in denen ich gemerkt hab, wie viel mir an meinem glücklich sein liegt, zwei Wochen voller Zeit mit amerikanischen Menschen, die mir gezeigt haben, dass ich mehr bin als die Person, die ich in den ersten zwei Monaten war. Zwei Wochen, die ich nie wieder vergessen werde, zwei Wochen, die mir gezeigt haben, wie viel ich doch verändert hatte. Wie viel ich mich wieder ins Positive veränderte. Ich wusste, dass die Dinge nicht perfekt bleiben würden, aber ich wusste, dass sie besser sein würden als vorher.
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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon Sweet Kitty » 07.02.2009, 17:06

:loveyou: so toll geschrieben wieder

freut mich für dich, dass sich das ganze gedreht hat :D ^^

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Re: Von Absagen, erfüllten Träumen und 10 Monaten in den USA

Beitragvon LiveYourDream » 12.02.2009, 11:57

mich auch :)
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