US-Austausch privat organisieren?!

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Stefan
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US-Austausch privat organisieren?!

Beitragvon Stefan » 18.05.2002, 19:02

Hier mal ein kurze Zusammenstellung was man alles bei einem privat organisierten Austausch in die USA beachten muss.

Welches Visum braucht man

Im Gegensatz zum organisierten Austausch braucht man ein F-1 Visum, das mit dem Formular I-20 beantragt wird.

Dafür braucht man einige Voraussetzungen.

So muss die Schule, die einen aufnehmen soll, das bestätigen und auch das Formular vorbereiten.

Weiterhin muss man Schulgeld bezahlen, das manchmal sogar die Kosten über einen organisierten Austausch übersteigen kann. Also sollte man sich überlegen, ob man dies überhaupt machen will.

Eine weitere sehr schöne Zusammenfassung fand man auf dieser Seite. Die Seite ist jetzt leider nicht mehr erreichbar - deswegen hier die Version aus dem Google-Cache.
bb.64.bei.t-online.de/privat.htm hat geschrieben:Die folgenden Erläuterungen betreffen einen Aufenthalt in den U.S.A.

Wer einen Aufenthalt privat organisiert, hat wahrscheinlich mehr Kenntnisse über
das Gastland und bessere persönliche Verbindungen als die meisten anderen.
Vor allem derjenige, welcher diese Voraussetzungen nicht mitbringt -aber auch wer sie
hat-, sollte sich einige Fragen ehrlich beantworten.
  • Kann ich den Austauschschüler auf sein Jahr in einem fremden Land und auf das,
    was ihn erwartet, vorbereiten?
  • Wie verfahre ich, wenn der Austauschschüler nicht an seiner Schule oder
    in seiner Gastfamilie zurechtkommt?
  • Ist die Beziehung zur Gastfamilie tragfähig genug für ein solches
    Unternehmen?
Diese Fragen sollten Sie positiv beantworten können.


Das Visum
Wenn man seinen Aufenthalt privat organisiert, braucht man vor allem ein anderes
Visum (amerikanisch leider: visa) als jenes, welches die Organisationen vermitteln.
Für privat organisierte Aufenthalte braucht man ein F-1 Visum,
das man mit einem Formular I-20 beantragt. Organisationen vermitteln hingegen ein
J-1 Visum, das mit einem anderen Antragsformular IAP-66 beantragt wird.
Organisationen - und, nach postings in den Foren zu schließen, auch die Konsulate -
dürfen IAP-66 Formulare herausgeben, müssen aber streng über diese
Formulare wachen; siehe dazu auch die Bestimmungen in [url=22cfr62.htm]22 CFR 62[/url].

Für privat organisierte Aufenthalte gilt unter anderem folgendes:
a) Die Schule muss ueberhaupt bereit sein, den Schueler aufzunehmen. Dies ist in das
Ermessen der Schule gestellt.
b) Die Schule muss das Visum-Antragsformular I-20 für das F-1 Visum vorbereiten
und dem Antragsteller zusenden. Weder sind alle Schulen berechtigt, noch sind alle bereit,
solche Formulare auszufüllen.
c) Weiter ist die Schule in der Regel verpflichtet, Schulgeld zu erheben.
d) Der Austauschschüler muss das Formular I-20 ausfüllen und
zusammen mit dem Nachweis über das gezahlte Schulgeld beim Konsulat
(deutsche Adressen hier)
einreichen, um das F-1 Visum zu beantragen.
Erst wenn diese Punkte geklärt und erfüllt sind, hat das Unternehmen
eines privaten Austauschs in die U.S.A. Aussicht auf Erfolg.


Auf den Seiten des Immigration and Naturalization Service (INS) finden Sie offizielle Informationen
zu Visumsfragen. Auch Anwälte informieren zum F-1 Visum auf ihren Seiten:
www.us-immigration-attorney.com
oder
www.usvisanews.com
Solche Information (und mehr) finden Sie selbst, wenn Sie Suchmaschinen benutzen - auch
in den jeweiligen Austausch-Foren, bevor Sie eine Frage ins Forum stellen. Aber warum
auch zuerst selbst suchen? Es gibt ja genügend freundliche Mitmenschen in den Foren,
die die immer wieder kehrenden Fragen geduldig immer wieder beantworten.


Versicherungen
Ohne Krankenversicherung sollten Sie nicht auf Reisen gehen. Wenn Sie sich informieren
möchten, suchen Sie im Internet nach "Auslandskrankenversicherung".
Unter anderem bin ich dabei auf eine private
übersicht
gestoßen.
Ein Amerikahaus hat mir noch die Firma SITE
genannt, wo Sie Angebote für Auslandsversicherungen finden sollen. The usual disclaimers apply, I am not affiliated, not paid by, etc. ... Ich habe keine Erfahrung mit der Firma.

Schulgeld

Wenn man seinen Aufenthalt privat organisiert, muss man in den U.S.A. in der Regel
Schulgeld bezahlen. Das Schulgeld an öffentlichen Schulen entfällt, wenn
man mit einer Organisation in die U.S.A. kommt. Das Schulgeld ist in den so-called
United States :-) kein von Staat zu Staat einheitlicher Betrag. Am besten
fragen Sie in dem betreffenden Staat beim Department of Education (DoE), beim
superintendent des betreffenden school district oder beim Schulleiter an.
Auch deren Adressen finden Sie fast immer im Internet, auf jeden Fall aber
über eine Anfrage beim Ministerium des jeweiligen Staats heraus.
Hier finden Sie links zu den
Departments of Education der 50 Staaten.


Als Anhaltspunkt für die Höhe des Schulgelds: ich habe eine weite Spanne
von 4000 USD bis zu 8000 USD in FAQs zitiert gesehen, zum Beispiel auf der Seite des Recherchen Verlags in den
Frequently Asked Questions. Siehe auch der Artikel von
Education USA. Der Betrag wird in etwa so hoch oder sogar noch höher sein
wie die Kosten für eine Organisation. In einem
Forumsbeitrag vom 2002-04-26 nannte ein Teilnehmer 10,900 USD für den Staat Massachusetts.
...oder 5400 USD.
Ein ATS hat aber auch einen lächerlich geringen Betrag von
90 USD (keine gesicherte Aussage) genannt.

Bemerkung: Da die Schulen die Gelder für ihren Unterhalt aus den property taxes der Bewohner in ihrem Einzugsbereichbekommen, müssen auch amerikanische Schüler in dem Bezirk zu der öffentlichen Schule gehen, die dem Wohnort der Eltern gemäß für sie zuständig ist. Würden sie dies nicht tun, müßten auch Amerikaner Schulgeld zahlen. So wird außerdem ein Schultourismus zu den "guten" Schulen unterbunden. Als Beispiel sei hier die Bestimmung des Staates New Hampshire genannt.
Wer also nicht bei den Eltern oder einem gesetzlich anerkannten Vormund lebt, ist kein resident und muss in der Regel Schulgeld zahlen. Details in den Bestimmungen werden von Staat zu Staat variieren. Erkundigen Sie sich. Im Internet
finden Sie die state legislature der
U.S.-Staaten,
wo Sie selbst nachlesen können. Dort finden Sie die Behörden
mit Telefon- und Faxnummer sowie E-mail, um den ersten Kontakt herzustellen. Die Angaben hier sollen nur als Anhaltspunkt dienen; verbindlich sind ausschließlich die Auskünfte der offiziellen Stellen, die Sie selbst einholen.

Weitere links
Department of State, Bureau of Educational and Cultural Affairs (englisch)

Department of State, Au Pair Exchange Program (englisch)

Für Austauschschüler ohne Organisation:
New Legal Requirements for F-1 Foreign Students (englisch, Mar 1997)

Das F-1 Visum
(Seite eines Anwalts, englisch)

Das F-1 Visum
(Seite eines Anwalts, englisch)

Für Austauschschüler mit einer Organisation:
Department of State, Richtlinien für Austauschschüler mit J-Visum (englisch)

[url=22cfr62.htm]Richtlinien 22 CFR 62[/url] (englisch)

Das J-Visum (Seite eines Anwalts, englisch)
Das J-Visum (Seite eines Anwalts, englisch)

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Zuletzt geändert von Stefan am 30.07.2002, 21:20, insgesamt 1-mal geändert.

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