An alle die das schon gemacht haben

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Gast

An alle die das schon gemacht haben

Beitragvon Gast » 17.08.2015, 02:54

Hi :)
Ich will auch ein Auslandsjahr machen bzw ich bin am überlegen. Ich habe mittlerweile schon mega viele youtubevideos und Blogs durchgelesen die Leute die eben ein Auslandsjahr machen machen und mir ist aufgefallen dass wirklich jeder entweder das perfekte jahr und beste jahr hat und viele Freunde dort hat und perfekte gastfamilie und jedes Wochenende auf Partys und das erlebt und das erlebt und manche dagegen haben keine Freunde oder die gastfamilie ist auch nur ganz ok was auch immer eben ein nicht so schönes und enttäuschtes auslandsjahr. Doch ich hier in Deutschland denk mir da so wenn mir was nicht passt und man mit den leuten in der schule nicht klarkommt oder what auch immer dann kann man doch einfach die Gastfamilie wechseln so oft bis es einen wirklich gefällt. Ich meine ein Auslandsjahr macht man ja nicht ein 2tes Mal und da sollte man ja versuchen das beste wie möglich zu Machen. Meine Frage an die die das schon gemacht haben sollte man das machen also einfach wenn man nicht zufrieden ist gastfamilie wechseln bzw wie habt ihr das gemacht?

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Re: An alle die das schon gemacht haben

Beitragvon Monx » 17.08.2015, 11:29

Gast hat geschrieben: Meine Frage an die die das schon gemacht haben sollte man das machen also einfach wenn man nicht zufrieden ist gastfamilie wechseln bzw wie habt ihr das gemacht?

Nein, ich finde das sollte man definitiv nicht! Der Gastfamilienwechsel sollte die Notlösung bleiben!
Ein Austauschjahr ist bei den wenigsten perfekt. Aber es ist natürlich ganz klar, dass im Internet meist nur die Extremfälle zu finden sind; also entweder: "alles war super" oder "alles war schrecklich". Das ganz dazwischen wird selten geschildert. Also nur weil nicht alles perfekt ist, ist das noch lange kein Grund die Gastfamilie zu wechseln. Es ist für die Organisationen teilweise schon schwer genug überhaupt genügend Gastfamilien zu finden. Wenn jetzt auch noch jeder wechseln würde, weil es halt nicht genau so ist wie in all den übertriebenen Geschichten, dann wären gar nicht mehr genügend Gastfamilien da. Und man muss auch bedenken, dass es wirklich Fälle gibt, wo ein Gastfamilienwechsel zwingend notwendig ist. Wenn man diesen Fällen dann die Gastfamilie "wegnimmt", ist das nicht gerade fair.
Als Tipp: Verabschiede dich von dem Gedanken, dass ein austauschjahr perfekt ist! Natürlich hat man tolle Momente und es ist definitiv auch aufregender als das normale Leben zu Hause. Aber es bleibt dennoch ein normales Jahr, das auch mal nervig, langweilig oder stressig sein kann.

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Re: An alle die das schon gemacht haben

Beitragvon Orava » 17.08.2015, 14:03

Ich stimme Monx voll und ganz zu, und möchte auch noch einige Gedanken hinzufügen: Erstens: Man muss im Austauschjahr mit ziemlich vielen Dingen zurechtkommen, die schön, schlimm und vor allem anders sind als zuhause. Gerade das ist die Lektion für's Leben und dadurch wird man reifer und bekommt eine stabilere Persönlichkeit. Zweitens: Schüleraustausch ist auch ein gutes Stück weit Verantwortung, und das nicht nur für sich. Man kann im Leben und auch im Austauschjahr nicht immer nur das allerbeste für sich wollen und nicht nach links und rechts schauen. Das hat Monx schon gesagt, dass es nicht fair wäre, jemandem eine Gastfamilie "wegzunehmen". Aber ich will noch mal dazuwerfen, dass es auch absolut verletzend der Gastfamilie gegenüber ist, die sich freiwillig gemeldet hat und auch Erwartungen an ein schönes und lehrreiches Jahr mit dir hat. Wie würdest du dich an ihrer Stelle fühlen, wenn du dann eine Mitteilung bekommst: "Tut mir leid, Familie, die sich bereit erklärt hat, mich aufzunehmen, leider habt ihr keinen niedlichen Hund und keinen Pool, darum lasse ich mir eine bessere Familie suchen." Oder irgendwie so etwas. Es ist doof, anderer Leute Geschichten zu erzählen, aber ich denke, das ist an dieser Stelle okay für sie: Unsere liebe Userin Rana war 1969 als Austauschschülerin in den USA und hat damals ihre Gastfamilie gewechselt. Sie hat erzählt, dass sie heute noch Kontakt zu ihrer Gastschwester in ihrer ersten Familie hat - und diese macht sich noch 35 Jahre später Gedanken darüber, dass ihre Familie damals nicht gut genug war. Denk da mal drüber nach.

Über den Kontakt zu deinen Mitschülern würde ich mir übrigens nicht so viele Sorgen machen. Viele Austauschschüler finden nicht schon in den ersten Tagen Freunde. Eigentlich praktisch niemand. Aber normalerweise gibt es an einer Schule ja ein paar mehr Leute und durchaus ganz verschiedene Gruppen von Leuten, das kennst du ja von zuhause auch. Und irgendwo in einer der verschiedenen Gruppen wird man schon Anschluss finden - nochmal, wie eben zuhause auch. Und das ist am Ende eigentlich immer cool, auch wenn es mal etwas länger dauert.
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Re: An alle die das schon gemacht haben

Beitragvon ExploreDreamDiscover » 18.08.2015, 01:32

ich muss sagen ich bin eine der personen die sagen das ihr auslandsjahr nicht "Perfekt" war. Und das war es bei keinem, aber genau weil es eben nicht nur wunderschön war, ist es eine so unglaubliche erfahrung.
Viele erwarten immer das man das perfekte jahr hat wenn man weggeht, das einem nie langweilig wird und das es einfach wie ein traum ist.
Dabei ist es dort wie hier in deutschland, auch dort flacht die Phase ab, bei der alles wirklich interessant und spannend ist und man kommt in die Routine/ den Alltagstrott.
Auch in deutschland kommt einem wenn man auf eine neue schule kommt nicht jeder ganz Aufgeregt entgegen, und auch hier dauert freundschaften schließen mehr als nur 1-2 monate. Auch hier hast du Tage die du einfach scheiße findest, andere Tage wiederum die super sind. Und genauso ist es dort auch.
Ja du wirst einsam sein, du wirst dich verfluchen die entscheidung getroffen zu haben, du wirst an dir zweifeln, du wirst die andere kultur verfluchen.
Aber du wirst sie ebenso lieben lernen, und selbst wenn du in manchen momenten denkst das dein jahr absolut scheiße war und du nichts gelernt hast. Sobald du wieder daheim bist und etwas abstand hattest wirst du sehen das genau diese höhen und tiefen dein Jahr besonders gemacht haben.

Und ich persönlich denke ebenso wie Monx, ein Gastfamilienwechsel ist und bleibt die Notlösung.
Ich selber hab auch in meinem Jahr meine Familie gewechselt, und auch das war eine Notlösung. Meine erste Gastfamilie hatte sich mir zu beginn auch super angehört, gerade mit gastgeschwistern in meinem Alter, und meine zweite hätte ich wohl auf den ersten Blick furchtbar gefunden (Gasteltern über 70 Jahre). Aber ich bin so wahnsinnig froh das ich in meiner zweiten Gastfamilie gelandet bin und hätte mir keine bessere vorstellen können. Auch wenn sie auf den ersten blick eben nicht die "perfekte" war.
Und auch das leben dort war so ganz anders als vorgestellt ( 3 Zimmer apartment, Gastmom+dad, Gastbruder, und 9 Austauschschüler in der Wohnung.) ich musste mich sehr umstellen und anpassen, aber auch diese anpassung ist sehr wichtig und du wirst reifer und lernst. wenn du immer in deiner komfortzone bleibst dann verpasst du so viele wichtige erfahrungen die du sammeln kannst.

oh und noch wegen dem satz "so oft wechseln bis es einem gefällt" - das machen die organisationen auch nicht mit. entweder die Coordinatoren lassen dich nicht mehr wechseln oder sie sagen das du irgendwann nicht mehr vermittelbar bist und senden dich heim. ich habe von einem seltenen fall gehört da habt ein mädchen es gerade so geschafft 3x zu wechseln. Aber danach war auch schluss.
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