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USA ? JA!!

Hallo Leute, mein Name ist Stephan Ziegler, ich bin 17 Jahre alt und mein Austauschjahr neigt sich dem Ende entgegen und in fuenf Wochen bin ich dann auch schon wieder zu hause. Im moment lebe ich in Sturgis, South Dakota, wo im August die groesste Biker Rally in Nord Amerika stattfindet. Sturgis ist am Fusse der Black Hills im Westen des Staates und nicht weit entfernt von der Grenze zu Wyoming.

Austausch? Warum?

Das war so ziemlich das Erste was ich so von meinen Freunden in Deutschland gehoert habe. Es ist eigentlich ganz einfach zu erklaeren, nachdem ich fuer zwei wochen an einem Austausch in Frankreich teilgenommen, kam das Interesse auf fuer laengere Zeit Deutschland zu verlassen. Dies geriet ein wenig ins Hintertreffen, bis ich dann durch Zufall von meinem Lehrer ueber das Austauschprogramm von Youth For Understanding (YFU) gehoert habe.
Ok nachdem ich mit meinen Eltern darueber gesprochen habe und sie sagten sie wuerden so ziemlich alles dafuer tun um es fuer mich moeglich zu machen, wenn es das ist was ich moechte, obwohl es ein sehr grosses Gewicht fuer meine Eltern ist.
Nachdem ich dann den ersten Brief von YFU bekommen habe musste ich ein paar Entscheidungen faellen. Ich entschied mich fuer die USA, weil mich dieses wahnisinnig grosse Land schon immer interessiert hat und ich Englisch lernen wollte.
Als ich dann im November 2002 zu einem Interview in Hannover eingeladen worden war, war ich schon sehr ueberrascht, denn ich hatte niemals damit gerechnet so weit zu kommen. Naja das Interview verlief gut fuer mich, ich hatte ein gutes gefuehl, aber war eher ein wenig skeptisch dass ich ausgesucht werde.
Drei Wochen spaeter, ich sass gerade in Englisch, bekam ich eine sms von meinem Dad, dass ich einen Brief von YFU bekommen habe und dass er durch das Brieffenster herzlichen Glueckwunsch lesen konnte.
Man war ich aufgeregt, ich weiss gar nicht mehr was durch meinen Kopf gegangen ist, aber der Tag war gelaufen.

Von nun an hiess es warten. Warten auf meine Stipendium Anfrage, meine Mitteilung wann ich zur Vorbereitungstagung (VBT) muss und meine Gastfamilie.
Ich habe ein Stipendium ueber 1200 Euro von Yfu bekommen. Aber dann habe ich von einem Freund gehoert, dass es so etwas wie ein Schueler Bafoeg gibt, welches fuer jeden schueler bereitsteht. Viele angehende Austauschschueler wissen nichts darueber, aber es ist es wirklich wert. Ich habe 394 Euro im Monat bekommen das sind fast 4000 Euro fuer das ganze jahr und man muss nichts zurueckzahlen. Wenn ihr irgendwelche Fragen ueber das Schuelerbafoeg habt, schreibt mir ne mail und ich werde euch gerne antworten.
Aber mal wieder zurueck zum Austausch, nachdem das Stipendium in der Tasche war, hatte ich Zeit mich ein wenig ueber das schulische zu informieren. Schulen in den Usa sind sehr verschieden von deutschen Schulen. Es wuerde mich ne ganze Seite kosten hier aufzuschreiben was die Verschiedenheiten sind, schreibt mir einfach wenn ihr mehr wissen wollt.
Ok ich habe herausgefunden, dass ich,wenn ich die richtigen Faecher weahle sogar die elfte Klasse hier auslassen koennte.
Das half mir ne ganze Menge, denn ich weiss nicht ob ich mich fuer drei weitere Jahre Schule motivieren koennte.
Nachdem auch dies nun endlich geklaert war und es mittlerweile April war, habe ich dann auch ueber meine VBT gehoert. Im Juni 2003 war ich dann eine Woche in der Naehe von Hamburg fuer meine VBT.
Ich hatte nirgendwo mehr Spass, als auf meiner VBT. Unsere Betreuer warne einfach genial, sie hatten ne ganze Menge gedult mit uns (Simon,Vincent, Ulla, Stephan, Judith u all Rule!!!). Ulrich Zahlten, ehemailger Vorsitzender von Yfu fuer 40 Jahre hielt ein Referrat welches mir sehr geholfen hatte, Dinge zu verstehen. Ich habe in dieser Woche so viele Freunde gefunden, unter anderem meinen nun beste Freundin.
Es war mittlerweile Juni und ich hatte bereits meine Abflugsdaten fuer den 15.08.2003 aber von ner Gastfamilie war immer noch nichts zu hoeren. Ich habe dann fast jeden Tag auf den Brieftraeger gewartet, aber es hat bis anfang August gedauert. Ich habe einen Brief bekommen dass ich erst am 29 August fliegen wuerde und es hatte meine Familienadresse. Einen Tag spaeter jedoch habe ich einen Anruf bekommen und herausgefunden, dass ich eine neue Familie bekommen werde, da meine Gastmutter an Krebs erkrankt sei.
Ich war vielleicht down, erst die monate lange Warterei und dann das.
Naja, drei Tage bevor ich fliegen sollte hatte ich dann auch meine Gastfamilie, jedoch nur eine sogenannte Willkommens Familie,was heisst dass ich sobald eine andere Familie in der Gegend gefunden wird ich wechseln wuerde.Doch konnte ich sie nicht errreichen und flog somit ohne jede Vorahnung, wie meine Familie aussehen wuerde von Hannover los.
Nachdem ich um 4.30 Uhr am morgen in Hannover am Flughafen sein musste, flog ich 6 nach Frankfurt und nach sieben Stunden warten von dort nach Washington, dort angekommen nach achteinhalb stunden Flug musste ich zwei stunden bis ich im Hotel angekommen war. Mittlerweile 28 stunden ohne SchLaf konnte ich dann auch endlich in mein Bett fallen und am naechsten morgen ging es ueber Chicago und Minneapolis/St. Paul nach Rapid City.

AMERIKA!!!!

Ja endlich in Amerika, hab ich dann auch das erste mal meine Gastmutter gesehen. Sie ist alleinerziehende Mutter, hat zwei Soehne aber nur einer davon lebt noch zu hause. Sie ist auch ein College student im 3. Jahr und das mit 41 Jahren!

Schule:

Der erste Tag in der Schule war unbeschreiblich hart. Da ich Deutschland so spaet verlassen habe war ich schon 2 Tage in der Schule gefehlt und in meinen Klassen konnte ich absolut nichts verstehen. Jeder hat mich alle moeglichen Dinge gefragt und mich wie einen ausserirdischen behandelt. All dies hat sich aber bald gelegt, gleich am Ersten Tag wurde ich zum Fussballteam eingeladen und lernte somit eine ganze Menge Leute kennen und hatte somit einen sehr guten Start.
Ich habe hier jeden tag vier 90 minuten Bloecke fuer ein halbes Jahr, welche sind

1. Semester:

  1. French1
  2. Art/Photo
  3. Chemistry
  4. Geometry

2. Semester

  1. French 2
  2. American History
  3. Englisch 11
  4. Senior Physics

Nach der Schule hatte ich jeden Tag Fuss ball training fuer zwei stunden und danach war ich dann so gegen 6 wieder zu Hause und musste Hausaufgaben machen. So ungefaehr jeder Schultag im Herbst aus.

Doch dann kam der erste Schock, nachdem mir meine Gastmutter, wenige Wochen nach meiner Ankunft, gesagt hatte dass ich bei ihr bleiben koennte, hatte sie einen Unfall, indem sie ihren Ruecken und Schulter verletzte und fuer mehr als sechs Wochen nicht arbeiten konnte. Dies hiess kein Geld und deshalb war es fuer sie nicht mehr moeglich fuer mich zu sorgen und bat mich eine neue Gastfamilie zu finden.Dies war im Oktober letzten Jahres und zwei Wochen spaeter bin ich dann bei meiner neuen Gastfamilie eingezogen. Einer meiner Fussballkameraden war mein Gastbruder, mitdem ich mich sehr gut verstanden habe.

Weihnachten! HO Ho HOO!

Weihnachten war ziemlich genial, meine Gastfamilie hatte alle moeglichen Leute im Haus, alles Familie und zusammen ungefaehr 25 Leute. Nachdem jeder seine Geschenke geoeffnet hatte, haben wir alle zusammen, bis in den spaeten Abend, Karten gespielt.

Winter! Brrrrr

Ich als klassische Frostbeule hatte ne harte Zeit mit dem Winter im mittleren Westen. Der Winter hier startete im fruehen Oktober und endete mehr oder weniger Ende Maerz, obwohl wir letztes Wochenende (15 Mai) noch mal nen Schneesturm hatten.
Naja der Winter hatte auch seine guten Seiten. Da ich mich ja nicht fuer fuenf Monate im Haus verstecken kann, habe ich mit snowboarden angefangen. Obwohl ich am Anfang ganz schoen oft hingeflogen bin und auch ein paar Ueberschlaege gemacht habe, ist es ein genialer Funsport den jeder von euch mal ausprobieren sollte!
Naja die Zeit ging ziemlich schnell vorbei und neben Snowboarden habe ich Futsal ( Hallenfussball) gespielt und angefangen ein U 14 Team zu trainieren. All das hat mich ganz schoen eingenommen und mich von anderen Dingen, wie Heimweh ferngehalten.
Mittlerweile war es dann auch schon Februar und eine neue Hiobsbotschaft kam. Meine neue Gastmutter wurde sehr krank und ich musste wiederum die Familie wechseln.
Ersteinmal bin ich wieder zurueck zu meiner ersten Gastmutter, aber dies stellte sich als nicht so gut heraus und so habe ich anfang Maerz nach ungefaehr drei Wochen wieder die Familie gewechselt. Und als ob das nicht schon genug waere, bekomme ich an dem Tag als ich umgezogen bin, einen Anruf von meinem besten Freund in Deutschland, um mir zu sagen dass ein guter Freund und Klassenkamerad sich das Leben genommen hat.
Das war dann ein wenig zu viel. Ich war fast soweit hinzuschmeissenund wieder nach Hause zu kommen aber nach einem Gespraech mit meinen Eltern und ein paar Tagen hatte sich das gelegt.

Nun ist das Jahr fuer mich auch schon fast wieder vorueber, wie die Zeit vergeht, und obwohl ich wohl nicht gerade Glueck hatte in diesem Jahr, war das mein bestes Jahr in meinem Leben. Ich habe so viele Leute kennengelernt, neue Freunde gefunden und unheimlich viel fuers Leben gelernt. Die amerikaner hier sind so nette Leute, das kann man schon kaum noch beschreiben, sie halfen mir mit allem so viel sie konnten.
Im Moment moechte ich gar nicht daran denken bald wieder zurueck zu muessen, jedoch ist es auch Zeit wieder nach Ahuse zu kommen. Es mag ein wenig komisch klingen, aber wenn sich euer Austauschjahr zum ende neigt werdet ihr mich verstehen.

Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, ich werde sie gerne beantworten. Schreibt mir einfach eine mail an:

elessarm1986@hotmail.com

Euer Stephan!