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Ich heisse Sophie und bin 16 Jahre alt. Vom August 06 bis zum Mai 07 verbringe ich mein Jahr in Colorado Springs, Colorado. Ich bin hier mit Partnership International. Mein Bewerbungsprozess ist reibungslos verlaufen und deswegen konzentriere ich mich mehr auf die Sachen die mir in Colorado Springs passieren. Wenn ihr mehr wissen wollt, schreibt mir: sophypsilon@web.de

August

Am 1. August kam ich am Colorado Springs Flughafen an. Ich flog mit einer anderen ATS aus Deutschland, was wirklich gut war, so war der Flug nicht so langweilig. Aber dann am Gate hiess es, auch von der letzten deutschen Person Abschied zu nehmen.
Ich war die ersten beiden Wochen in einer Uebergangsfamilie, weil meine Hostmum noch im Urlaub war. Ich wusste so gut wie nichts ueber meine Uebergangsmutter und hatte auch kein Bild von ihr, aber Lorie (das ist sie) standt am Flughafen mit einem grossen "WELCOME SOPHIE" Schild herum. Wir sind dann zu ihr nach Hause gefahren, wo ich Stephanie, meine Uebergangsgastsis, und Jon, meine Uebergangsbruder kennengelernt habe. Mit Stephanie habe ich mich auf Anhieb gut verstanden, aber Jon, der 16 ist, hat in den ganzen 2 Wochen bei den Leidels ungefaehr 5 Saetze gesprochen. 2 Tage nachdem ich ankam, kam der "echte" ATS von den Leidels an. Mit Mykyta habe ich mich auch sehr gut verstanden. Die ersten beiden Wochen waren ziemlich entspannt fuer mich, ich konnte viel von der Gegend und den wunderschoenen Bergen sehen, und die Leidels haben sich super um mich gekuemmert. Sie schienen die perfekte Gastfamilie zu sein. Dann, am 13. August bin ich zu Ceci, meiner richtigen Gastmutter, gezogen. Sie sit Grundschullehrerin und hat 2 Pflegekinder, die 8(Tressa) und 9(Jason) sind. Jason ist hyperaktiv und hat einen Sprachfehler, deswegen hatte ich oft Probleme ihn zu verstehen. Mein Leben hat sich von da an ziemlich veraendert, weil bei den Leidels mit den beiden fast erwachsenen Kindern war es immer ruhig und aufgeraeumt, und bei Ceci war es laut und die Kinder wollten immer mit mir spielen. Ich war zielich ueberwaeltigt und hatte Probleme mich anzupassen, vor allem weil ich fast nie Ruhe und Zeit nur fuer mich hatte. Ich habe mir oft gewuenscht, dass ich bei den Leidels geblieben waere.
Am 18. August hat auch die Schule angefangen. Es war erst ziemlich einsam fuer mich und in den Lunch Periods war ich meistens alleine. Allerdings habe ich auch Cross Country angefangen, und dort ein paar ziemlich nette Leute kennengelernt. Ich begann Leute auf den Fluren zu gruessen, aber an den Wochenenden war ich immer alleine zuhause. Mir war aber nie wirklich langweilig, da ich jeden Tag Cross Country bis 5 hatte und die Wochenende zum ausruhen, Briefe schreiben und Hausaufgaben machen genutzt habe. Die Schule war aber ziemlich einfach fuer mich und ich hatte alles As und ein B in Trigonometry. Ich habe meine Familie und Freunde ziemlich vermisst, besonders meinen Freund Basti. Richtiges Heimweh hatte ich aber nicht, mein erster Monat war einfach zu aufregend und ich hatte garnicht richtig Zeit Deutschland zu vermissen.

September

Der September fing erstmal nicht so gut an, weil ich das erste mal auf Jenessa und Jason alleine fuer einen vollen Tag aufpassen musste. Es war sehr sehr anstrengend, weil die beiden so gut wie garnicht auf mich gehoert haben. Aber ich habe das erstmal einfach so runtergeschluckt, weil ich mich nicht bei meiner Gastmutter Ceci  beschweren wollte. Ceci hat mir auch gesagt, dass ich ab jetzt immer Montag abends auf Jenessa und Jason aufpassen muss. Erst hatte ich ziemlich Angst dass das ueberhaupt nicht klappen wuerde, aber von da an haben die beiden immer besser auf mich gehoert. Mit Ceci war mein Verhaeltnis immernoch ein bisschen steif, aber ich habe mich immer mehr zuhause gefuehlt. Mit anderen Teenagern lief es immer besser und ich fing an regelmaessig zu den Homegames von unserer Footballmannschaft zu gehen. Ich hatte auch eine Freundin mit der ich immer zusammen Lunch gegessen habe und fuehlte mich immer weniger alleine. Ich hatte ein paar Kurse mit welchen vom Cross Country zusammen und habe auch deren Freunde besser kennengelernt. Leider bekam ich aber auch immer mehr Probleme mit einem der Hunde von meiner Familie, der mich total genervt hat.Ceci trainiert Blindenhunde und dieser eine Hund ist ueberall mit hingekommen und ich musste im Auto den Fussraum mit ihm teilen und es war wirklich nicht gut.  Ich habe mit Ceci geredet und sie hat mir gesagt wenn der Hund mich nervt, kann ich ihn nach draussen in den Garten schicken oder ihn in ihrem Zimmer anbinden und sie hat mir gesagt dass sie den Hund fast fertig trainiert hat und dass er in einem Monat zurueck zu der Blindenhundschule geht. Ich war erleichert. Ich hatte auch so einige Probleme mit meinem Geld, weil Anfang Oktober Homecoming war und ich ein Kleid fuer 70 Dollar gekauft habe.
Ich habe angefangen meinen Freund aus Deutschland sehr sehr zu vermissen. Ich schrieb fast jeden Tag mit ihm Mails. Auch meine anderen Freunde und meine Familie habe ich sehr vermisst. Aber erstaunlicherweise habe ich mich realtiv normal gefuehlt, weder heftige Gluecksanfaelle aber auch keine schlimmen Heimwehattacken.

Oktober

Im ersten Wochenende vom Oktober war ich mit meiner Familie zelten. Wir waren in den Rockies mit der katholischen Kirche zu der Ceci immer geht. Es war sehr schoen in den Bergen und ich und Ceci haben uns immer besser verstanden. Nach unserem Trip hat Ceci mir auch einen Haustuerschluessel gegeben, ein ziemlicher Vertrauensbeweiss. Ich war gluecklich. Ich bin zwar nicht katholisch, bin aber trotzdem manchmal mit meiner Familie in die Kirche gegangen. In den USA ist die Kirche ziemlich anders, in dem Gottesdienst zu dem wir gegangen sind gab es eine Band mit E-Gitarre und wir hatten 4 m breite Flachbildschirme in der Kirche haengern wo die Texte von den Liedern eingeblendet wurden. Ich war ziemlich begeistert. Dann war auch ziemlich bald Homecoming. Ich bin dort mit 5 Jungs hingegangen. Ich hatte kein richtiges Date aber deswegen immer jemandem zum tanzen. Das war so ziemlich das erste mal wo ich richtig abends mit Leuten rausgegangen bin. Ich war aber ein bisschen enttaeuscht, weil die Party nur bis 11 ging. Da war ich von Deutschland schon andere Sachen gewoehnt. Ich hatte aber trotzdem einen unvergesslichen Abend. Ich fing ausserdem an richtige Freunde zu finden und mein Leben fing an richtig Spass zu machen. Ich ging ins Kino mit ein paar Leuten und merkte dass mich manche hier echt anfingen zu moegen. Mit meinem Sozialleben ging es von da an bergauf. An meiner Schule waren nur 6 andere ATS und keiner aus Deutschland und ich habe nicht viel mit den anderen ATS gemacht, aber an Halloween hatten wir eine grosse Party mit 20 ATS und ich hatte das Glueck auch mal wieder deutsch zu reden. Ich habe auch den Preis fuer das Sexiest Costume gewonnen. Weiss aber immer noch nicht wie. Ausserdem habe ich mir einen Myspace account gemacht, was alle amerikanischen Teenager haben und was sehr wichtig ist. Innerhalb von einer Woche hatte ich 50 "Freunde".
Ende Oktober habe ich mit meinem deutschen Freund Schluss gemacht. Es hat irgendwie nicht mehr geklappt und ich bin froh diesen Schritt getan zu haben. Jetzt fuehle ich mich nicht mehr schuldig wenn ich einen von meinen Ami-Freunden umarme. Ausserdem ist der nervige Hund endlich weggekommen.

November

Anfang November ist die Cross Country Saison leider zuende gegangen und ich war sehr traurig. Aber ich habe nach drei Wochen Pause schon mit Schwimmen angefangen. In dieser Pause zwischen den Sports ist mir aufgefallen dass mir zuhause ziemlich langweilig war. Ich war froh dass ich einen Winter Sport gewaeht habe. Ausserdem haben wir unseren ersten Schneesturm in Colorado. Es hat ja schon mitte Oktober angefangen zu schneien, aber jetzt waren wir wirklich total eingeschneit und konnten sogar fuer 2 Tage nicht in die Schule gehen. Im Novermber bin ich auch mit meiner alten Gastschwester, mit der ich in den ersten beiden Wochen zusammen gewohnt habe, auf ein Konzert gegangen. Es hat sehr viel Spass gemacht und ich war sogar bis 3 Uhr nachts raus. Ich habe im November auch jedes Wochenende was mit meinen Freunden gemacht und fuehlte mich jetzt richtig zuhause.
Allerdings war nicht alles toll. Meine Gastgeschwister sind Pflegekinder und sollten im Novermber adoptiert werden. Jason hat sich sehr drauf gefreut ein richtiger Sohn von Ceci zu werden, mit Jenessa war das allerdings anders. Sie vermisste noch immer ihre alte Familie. Mitte November hatte sie einen totalen Ausraster und ist wuetend auf meine Gastmutter geworden. Ich war sehr geschockt, obwohl mir Ceci vorher erzaehlt hatte das Jenessa manchmal solche „fits“ hatte. Ueber das ganze Thanksgiving Wochenende ging es so weiter, aber ich habe es mehr oder weniger ignoriert. An Thanksgiving hatte ich auch meine erste richtige Heimwehattake und habe mich nach dem Dinner sehr traurig gefuehlt und angefangen zu weinen. Ceci hat mich Gott sei Dank getroestet und die Kinder haben mich auch umarmt und versucht mich aufzumuntern. Am naechsten morgen ging es mir auch wieder besser. Zwei Wochen nachdem Jenessa und Jason adoptiert wurden hatte Jenessa keine fits mehr.

 

Dezember

Hier hat die Schwimmsaison so richtig angefangen und wir hatten unsere ersten Wettbewerbe gegen andere Schulen. Ich habe leider herausgefunden, dass ich grade mal so gut wie die Neuntklaessler hier bin. Na ja, ich mache das ja hauptsaechlich um mich fit zu halten. Im Dezember hatten wir auch fast jede Woche einen Schneesturm und es war wirklich nicht mehr lustig. In der Schule lief alles gut, auch wenn ich ziemliche Angst vor den Abschlussklausuren, den Finals, hatte. Aufgrund von Schwimmen und einem Physikprojekt war ich jedoch kaum zu hause und hatte fast garkeine Zeit um zu lernen. Deswegen war ich ziemlich erleichtert, dass wir 2 Tage vor den Weihnachtsferien einen Schneesturm hatten und die ganzen Klausuren auf den ersten Tag nach den Ferien verschoben wurde. Dann bin ich mit meiner Gastfamilie nach Kalifornien ueber die Ferien gefahren, weil Ceci dort urspruenglich her kommt. Wir haben 2 Wochen bei Cecis Mutter in Santa Monica gewohnt und es war wunderschoen. Ich habe Cecis ganze Familie kennengelernt und wurde sehr warm empfangen. Meine Beziehung mit Ceci ist immer besser geworden und wir verstehen uns mittlerweile sehr gut. Jenessa und Jason sind jetzt wie meine richtigen Geschwister und ich merke wie viel sie mir bedeuten. Weihnachten war sehr schoen und ich habe viele Geschenke von meiner Familie bekommen und hatte kein Heimweh, obwohl ich das eigentlich erwartet habe. Silvester war aber eher enttaeuschend, da ich die einzige war die laenger als 12 aufgeblieben ist.