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Kurze Vorstellung

Ich glaube ich sollte mich erst mal vorstellen, damit ihr wisst welche Person anscheinend zu viel Zeit hatte, das sie ihre ganzen Austauschjahrerlebnisse aufschreibt und für die Nachwelt festhält *g* Ich bin Anja, 17 Jahre jung aus Hoyerswerda, einer Kleinstadt von 50000 Einwohnern im Osten von Sachsen! Ich lebe hier noch bis August 2002 mit meiner Family (Eltern und 2jährigem Bruder) und bin gerade nach dem (mehr oder minder erfolgreichen) Abschluss der 10. Klasse Gymnasium in die Sommerferien gestartet. Wenn ich, wie jetzt gerade, nichts mit mir anzufangen weiß, male ich, lese und schreibe, telefoniere oder treffe mich mit Freunden. Manchmal kommt es auch vor das ich mich zu sportlicher Betätigung aufraffe die dann meistens wie Tanzen, Volleyball, Inline Skaten und Schlittschuhfahren aussieht!
Wie jetzt auch sicher dem Letzten aufgefallen sein wird, bin ich eine angehende Austauschschülerin...wobei ich nicht weiß ob das mit dem "angehende" noch stimmt, da ich eigentlich schon mitten in meinem Austauschjahr stecke, auch wenn ich noch nicht drüben bin! Was ich mit drüben meine? Natürlich das gelobte Land - kurz: die USA!
Ich werde nämlich ab Anfang August mit der Organisation YFU ein Jahr bei meiner Gastfamilie in Golden, Colorado verbringen!
Aber ich will ja jetzt nicht so viel vorneweg greifen...denn es war ein langer, harter Weg bis hierhin, bis ich hier, mehr oder weniger entspannt, auf meinem Stuhl sitzen und diesen Erfahrungsbericht schreiben und mich auf die USA freuen kann. Aber es hat sich gelohnt, doch lest selbst :-)

Viel Spaß euch allen beim Lesen und beim Verwirklichen eurer (ATJ-)Träume!!!

Warum ICH? Banale und andere Gründe!

Ihr werdet jetzt erwarten eine spektakuläre Geschichte à la "Austauschwunsch seit ich 10 bin" oder so zu hören...nein, weit gefehlt! Wenn ich ehrlich bin, habe ich nie wirklich über ein Austauschjahr (ATJ) Bescheid gewusst oder mich darüber informiert. Das erste Mal, das ich aus unerfindlichen Gründen einen "Schritt" auf mein ATJ zugegangen bin, war glaube ich vor 2 Jahren (2000). Da schaute ich so durch eine Mädchenzeitung und entdeckte einen dieser typischen Werbungen für ein ATJ von EF! Das schickte ich einfach aus Langeweile ab und erhielt auch prompt ein Prospekt! "Schön", dachte ich, "scheint ja genauso zu sein wie in den amerikanischen Filmen". Naja, das beeindruckte mich trotzdem irgendwie gar nicht und das Prospekt verschwand irgendwohin. Auf jeden Fall dachte ich absolut nicht mehr an ein ATJ! Bis ich im Frühjahr 2001 wieder ein Prospekt von EF bekam (jaja, wie wir EF kennen und lieben *g*)...und ich war wohl geistig gereift (*lol*) denn plötzlich interessierte mich das ATJ sogar richtig! Nur ist zwischen "Interesse" und "Sichleistenkönnen" eine große Kluft, wie ich mit dem Blick auf den Preis bemerkte. 10000 DM waren ne ganze Summe Geld, die wir nicht hatten was mir meine Eltern auch gleich klarmachten ;)
Da ich aber ziemlich trotzig bin, ging ich trotzdem noch am selben Tag in die Bibo und wunderte mich, wie viele Bücher es über so ein Jahr zu geben schien. "Gut", dachte ich "dann nimmste sie eben alle mit, kann ja nicht schaden" Ich las also diese ganzen Bücher...von Thomas Terbeck über Volker Kitz und wurde mir über die Gründe klar, warum so etwas überhaupt machen wollte! Anfangs war es wohl auch nur diese tolle Vorstellung von der amerikanischen High School und so eine Faszination der amerikanischen Kultur, die mich zu einem ATJ bewegte. Erst im Laufe der Zeit und auch jetzt noch, bin ich mir über meine wirklichen Gründe klar geworden. Es ist die einzigartige Möglichkeit, sich für ein Jahr in die Kultur eines anderen Landes einzufügen und ein Teil von ihr zu werden. Natürlich reizt es mich auch, mich ein Jahr in einer anderen Sprache zu unterhalten und dann nahezu perfekt Englisch sprechen zu können, aber die Sprache war für mich eher zweitrangig! Mich interessiert total dieser ganze Alltag und inwiefern uns die Ami-Filme was vorgaukelten! Denn "Die Amis sind alle dumm" kann jeder sagen, ohne je da gewesen zu sein. Und ich mag solche Vorurteile gegenüber Unbekanntem nicht gerade. Ich bin ein ruheloser Mensch, der immer wieder etwas Neues machen möchte, alles total geordnetes z.B. ist mir zu wider! Also entschloss ich mich sozusagen von heute auf morgen, alles Mögliche zu versuchen (Stipendien etc.) um diese Chance nutzen zu können! Wenn ich ehrlich bin, habe ich zu dieser Zeit nicht wirklich geglaubt das ich es wirklich schaffen würde, da einfach die notwendigen finanziellen Mittel und die Zustimmung meiner Eltern fehlten!

Eltern und Finanzen

Hmm....das sind wohl die größten Probleme vor denen ich stand. Die Zustimmung meiner Eltern bekam ich dann auch nach stundenlangem "Vorteile-vor-Augen-führen" (und ein paar Extra-Stunden Hausarbeit), beim Geld sah es da schon anders aus! Geld kann man bekanntlich nicht herzaubern, wenn es nicht vorhanden ist - soweit so gut! Irgendwas muss da doch zu machen sein dachte ich mir und tatsächlich, es gab da so Organisationen die Stipendien vergaben! Also kratzte ich alle möglichen, mir zur Verfügung stehenden, Mittel zusammen und pumpte gleichzeitig Verwandte an (peinlich, ich weiß, aber nötig). Bei den Orgs, bei denen ich mich später bewerben würde, kostete das ATJ knapp 12000 DM, wovon ich letztendlich die Hälfte zusammenbekam...das war dann aber schon hart an der Schmerzgrenze! Somit hieß es also für mich: Mit Stipendium über 6000 DM oder gar nicht!

Organisationswahl, Bewerbung und Auswahl

Ich hatte mich also nun zu diesem Schritt entschieden und war plötzlich nur noch begeistert! In meiner Begeisterung forderte ich alle Prospekte an, die ich kriegen konnte...und bereute es wenig später! Denn es brachte mich irgendwie gar nicht weiter, 20 Prospekte vor mir zu haben, denn ich hätte mich vorher informieren sollen, welche Orgs überhaupt Stipendien vergeben! Das waren zwar einige, aber die meisten waren viel zu niedrig (2000 DM und weniger)! Nach gründlichem Durcharbeiten entschied ich, mich bei YFU und AFS zu bewerben, von denen ich, neben den Stipendien, auch nur Positives gehört hatte. Ich bewarb mich bei beiden Orgs, weil beide eine Auswahlquote von 1:3 (YFU) und 1:5 (bei mir im AFS-Komitee) haben und ich nichts riskieren wollte. Ende Juni schickte ich somit meine Bewerbungen ab und eine lange Zeit des Wartens folgte! Im September und Oktober erhielt ich dann endlich meine Auswahltermine, die unglücklicherweise am selben Wochenende waren: vom 9.-11.11.!!!
Ich fuhr also am 9.11. zu meinem AFS-Auswahlwochenende, ohne zu wissen was mich erwarten würde! Das Wochenende war ziemlich locker und von Auswahl oder Konkurrenz war kaum was zu spüren, ich rechnete mir aber auch keine weiteren Chancen aus, weil ich dort von über 50 tollen Menschen umgeben war, die alle einen Platz verdient hätten!
Am Sonntag fuhr ich dann gleich weiter zu meinem YFU-Auswahlgespräch. Wir waren dort nur zu viert in der Gruppe, die vor einem Auswahlkomitee saßen und sich über bestimmte Problemsituationen austauschen und darüber diskutieren sollten! Es war ähnlich wie bei AFS, nur eben in 2 Stunden statt in zwei Tagen ;)
Wieder zu Hause musste ich nicht lange warten bis ich die Entscheidung von AFS, nur zwei Tage nach der Auswahl, bekam: Ich war angenommen (für das nichtenglischsprachige Programm, für das ich mich schließlich beworben hatte)! Wow, ich freute mich natürlich riesig...ich glaube ich habe sogar feuchte Augen vor Freude gehabt! Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Eine Woche später hatte ich auch einen Brief von YFU im Kasten: Ich hatte einen Platz für die USA ! "Super" dacht ich bloß..."und was machst du jetzt?" Erst habe ich gebangt, überhaupt von einer der beiden genommen zu werden und jetzt hatte ich bei beiden einen Platz :-)
Es ist eine längere Geschichte um die Entscheidung und den Kampf mit meinen Eltern, mit welcher Org. und in welches Land ich fahren sollte...letztendlich entschied ich mich, trotz anfänglicher Zweifel, für die USA mit YFU und schickte die Annahmebestätigung meines Platzes ab! Eine Entscheidung die ich bis heute keine Sekunde bereut habe!

Warten....Warten....Warten

Tja super...nachdem ich diese Bestätigung an YFU abgeschickt hatte, passierte erst mal gar nichts! Das war Anfang Dezember! Wir sollten eigentlich unsere Plazierungsunterlagen bekommen aber YFU informierte uns über technische Änderungen, die die Verzögerung der Unterlagen nach sich zogen! Zwei Monate später, am 8. Februar bekamen wir sie dann auch endlich! Natürlich war das im Gegensatz zu anderen Orgs ganz schön spät, aber zumindest für mich ergaben sich dadurch bisher keine Probleme oder Verzögerungen z.B. bei der Gastfamiliensuche! Meine Geduld sollte aber des Öfteren noch auf die Probe gestellt werden ;) Daran muss man sich als Austauschschüler wirklich gewöhnen! Schließlich ist man nicht der Einzige der gut betreut werden möchte und dafür hat YFU immer sehr gründlich gearbeitet. (da kam es z.B. nicht vor das, wie bei manch anderen Orgs., einfach Unterlagen vergessen worden zu schicken oder Sachen fehlten!)

Die Platzierungsunterlagen

Ich hatte eigentlich schon gar keine Hoffnungen mehr das die Unterlagen überhaupt kommen würden...aber endlich waren sie da! Und mein Unmut über YFU verschwand sofort als ich den großen Umschlag aufriss: Ich war jetzt also Anja Müller, TN-Nr. 2002-0491...das hört sich jetzt super unpersönlich an, wegen der Teilnehmernummer, aber das waren die Unterlagen ganz und gar nicht, im Gegenteil! Ich war echt erfreut wie persönlich und übersichtlich die ganzen Sachen waren! Das war so der Knackpunkt, ab diesem Moment fühlte ich mich richtig wohl bei YFU! Meine Eltern und Ich wurden grundsätzlich persönlich angesprochen und auch mein Name wurde immer wieder erwähnt, als würden sie uns das persönlich erzählen ;) . Es sind solche kleinen Sachen die einen zeigen ob sich die Org. auch für den einzelnen Schüler interessiert, finde ich! Zugegebenermaßen waren die Unterlagen ziemlich heftig vom Umfang her! Das schien am Anfang gar nicht so da sie nur aus drei Mappen und den 2 Verträgen sowie Kostenerklärungen bestanden! Aber alleine durch die medizinischen Unterlagen musste ich zum Hautarzt, Zahnarzt und zweimal zum Gesundheitsamt in 2 Wochen (Gott sei Dank hatte ich Ferien)! Die Blätter in der Plazierungsmappe mussten jeweils zweimal ausgefüllt werden, was noch das Einfachste war. Allerdings schrieb ich einer YFU Ehemaligen meiner Landesgruppe Sachsen, um ihr dazu noch ein paar Fragen zu stellen! (Adressen für Ansprechpartner aus meiner Landesgruppe waren mit in den Unterlagen) Sie antwortete mir sehr schnell und sehr nett wobei sie mir auch noch andere nützliche Tipps gab und sagte wie sehr sie mich beneide das ich das beste Jahr meines Lebens noch vor mir habe :-) (Ich traf sie dann übrigens bei meiner VBT wieder - als Teamer) Des weiteren brauchte ich noch 6 Passfotos, was eigentlich kein Problem gewesen wäre wenn der Fotograf nicht alles verhaun hätte und ich dreimal hingehen musste. Ansonsten sollte ich noch einen Host-Family-Letter schreiben (wir brauchten nur ca. 800 Wörter, also ca. eine Seite, schreiben...ich schrieb 2000 auf 3 Seiten *g*) und 3 Familienfotos mitschicken! Ich machte ein richtig kleines Fotoalbum, schließlich waren die Bilder mit hauptausschlaggebend für die zukünftige Familie! Meine Eltern füllten in der Zwischenzeit den Stipendienantrag aus und schrieben auch einen kleinen Brief an die zukünftigen Gasteltern, was einen Abend in Anspruch nahm und noch zu einigem Haareraufen wegen der unterschiedlichen Angaben von DM und Euro im Antrag führte ;)
Den Vertrag und die Kostenerklärung schickte ich nach einer Woche Durcharbeiten des vertraglichen Fachchinesisches dann schon mal ab und erhielt zwei Tage später den Sicherungsschein und die Bescheinigung über die entgültige Aufnahme im Programm...Ich war also jetzt offiziell ein YFU'ler ... ein tolles Gefühlt *smile*
Die anderen Unterlagen schickte ich nach ein paar Verzögerungen am 2. März ab (wir hatten bis 11. März Zeit) und war schon froh den Stress hinter mir zu haben!

Unerwartet viel Post

Nein, Nein, ich hatte nicht meine Gastfamilie bekommen *lach* (hatte zu dem Zeitpunkt meine Unterlagen ja noch nicht mal weggeschickt!) Ich hatte es lange Zeit erfolgreich verdrängt, aber er kam dann am 23. Februar trotzdem: Der Termin für meinen SLEP-Test! Ich sah schon durch den Briefumschlag die dickgedruckten Buchstaben SLEP und bekam erst mal einen Schreck, da ich da nun wirklich nicht mehr dran gedacht hatte! Ich würde diesen Test am 6.4. in der Leipziger Uni haben. Angst hatte ich eigentlich keine große vor dem Test, mehr Angst hatte ich davor, wie ich vom Bahnhof aus die Uni finden soll *g* Klein-Anja in der großen Stadt, das konnte ja nicht gut gehen ;)
Am 2. März bekam ich dann überraschend schon wieder Post: Meine Einladung zur YFU-Vorbereitung (VBT)! Die berüchtigte YFU-VBT würde ich vom 30.4.-5.5. in Augustusburg bei Chemnitz haben! Darauf freute ich mich schon riesig...man hört ja nur Begeisterung von Zurückgekehrten der YFU-VBT's! Ich bekam dann Montag noch einen Anruf von der VBT-Leiterin der LG (Landesgruppe) Sachsen weil sich ein kleiner Fehler in die Unterlagen eingeschlichen hatte, nichts tragisches!
Wir redeten dann noch ein bisschen und sie war super nett! Ich erfuhr dann auch später über Mail von dem Vorsitzenden der LG Sachsen das wir ca. 30 Leute bei der VBT wären und er sagte das ich sicherlich viel Spaß haben werde...davon war ich überzeugt *g*
Es gab am 8. März schon wieder Post von YFU/Sachsen (erst gab's 2 Monate gar nichts und jetzt wurde man mit Post überschüttet) wo mein Freistellungsantrag für die Schule drin war...schließlich würde ich durch die VBT fast ne Woche nicht im Unterricht sein, wie "tragisch" ;)
Zu diesem Zeitpunkt war ich einfach nur happy und konnte es kaum noch abwarten...es waren ja nur noch 5 Monate...ich konnte gar nicht glauben wie schnell die Zeit verging...
Ich wusste nur eins: ich hatte mich richtig entschieden, für das ATJ, für YFU und für die USA! Ich hatte sogar in dieser Vorbereitungsphase schon vieles gelernt: Geduld (Geduld und noch mal Geduld), Durchsetzungsvermögen (beim Herumstreiten mit Ärzten, Photographen und Ämtern *g*) und bin sogar ein wenig zum Perfektionist geworden! Ich erledige einfach viele Sachen jetzt gleich anstatt sie auf später zu verschieben und hebe meinen Hintern eher mal, wenn ich etwas machen muss oder irgendwo hinmuss...jaja, ich hatte durch das Unterlagen-Ausfüllen und das Ämter-Gerenne wohl doch einen kleinen Knacks bekommen ... meine Freunde erkannten mich schon gar nicht mehr wieder *lach*

SLEP-Test und Vorbereitungstagung

Ich hatte noch jemanden gefunden, mit dem ich Samstag zum SLEP-Test fahren konnte, worüber ich mehr als glücklich war (*bussi* an Krissi)!! Schon am Bahnhof in Leipzig waren wir dann plötzlich zu Viert (sieht man uns das an das wir ATS sind ?) und fanden so wohl auch auf Anhieb die Uni wo es schon so von angehenden ATS wimmelte! Ich kam natürlich mit einigen Leuten ins Gespräch die alle super nett waren! Nach 2 Stunden war der Test geschafft und auch gar nicht allzu schwer gewesen, wie ich fand! (Aber dazu gibt es bis heute immer noch geteilte Meinungen *g*)
Ich freute mich jetzt natürlich noch mehr, die Leute bei der VBT in einem Monat wiederzusehen! Der Monat verging wie im Flug und ich saß mit den selben Leuten wieder im Zug, diesmal nach Augustusburg bei Chemnitz! Nach einem kleinen Ausstiegsmalheur das uns extra Fahrzeit einbrachte und durch das wir zu allem Überfluss auch noch zu spät kamen, waren wir dann unter der Menge von 41 Leuten, die sich in der YFU-Sprache "Goes" nannten! Dazu gab es dann 8 Teamer....die uns 41 wirklich super gemanagt haben die Woche *Respekt* Tja...wie soll ich die Woche beschreiben (ohne zu viel zu verraten, für die, die sie noch vor sich haben *neid*)? Vielleicht einzigartig, toll, unbeschreiblich, unvergesslich, lehrreich, zum Nachdenken anregend, lustig? Ja, genau das war sie! Ich habe so viele tolle Leute kennengelernt und es ist unvorstellbar wie nah man Menschen in so einer Woche kommen kann! And dieser Stelle möchte ich, auch wenn es vielleicht nicht in einen Erfahrungsbericht reinpasst (bitte verzeiht mir *g*) , ein paar Leute von der VBT grüßen: Krissi, Jana, Jule, Elli, Franzis, Katja, Eli, Maria, Annette, Damaris, Anne, Manu, Adriana and all the Otters, ich habe euch ganz doll lieb und bin froh euch kennengelernt zu haben! Ich hoffe wir sehen uns bald wieder und bleiben weiterhin in Kontakt! Und an unsere Teamer Juliane, Tina, Matti, Kerstin, Jens, Nadine, Axel und Stefan, ihr habt das einfach nur toll gemacht, DANKE für alles!!! You know "We wanna thank you very kindly for this VBT..." ;)

Die Gastfamilienadresse

Am Abend des 25. April, 5 Tage vor meiner VBT, rief ich nichtsahnend von einer Freundin aus zu Hause an, das es später werden würde. Meine Mutter hörte sich so aufgekratzt an und sagte ich solle schnell nach Hause kommen, es gäbe eine Überraschung! Ich wollte zwar wissen was es war, hatte aber keiner Lust schon loszufahren! Ich dachte sowieso, es könne nichts mit meinem ATJ zu tun haben, da meine Unterlagen erst seit März drüben waren und es Abend war (die Post kommt schon früh am morgen bei uns, wobei wieder nichts für mich dabei gewesen war.)! Also beauftragte ich meine Freundin, zu Hause anzurufen und zu sagen das ich schon weg wäre und sie gerne wissen würde was die Überraschung ist! (Ich war natürlich noch da) Meine Mutter glaubte ihr erst nicht, erzählte es dir dann aber anscheinend doch, wie ich mitbekam während ich draußen vor der Zimmertür stand! Als meine Freundin aus dem Zimmer kam und plötzlich auch rumsprang und total aufgeregt verlangte das ich sofort nach Hause fahren sollte, weil ich mich mega freuen würde, dachte ich echt das jetzt anscheinend nicht nur meine Eltern nicht mehr ganz normal waren (ist das ansteckend?)
Jetzt bekam ich langsam das Gefühl, dass es doch etwas mit einer eventuellen Gastfamily zu tun haben musste und ich radelte so schnell ich konnte nach Hause! Meine Mutter stand schon grinsend an der Wohnungstür und als ich aufgeregt wissen wollte was los wäre, lief sie nur die ganze Zeit mit einem Zettel in der Hand durch die Wohnung! Ich hätte sie in diesem Moment erwürgen können...sie wollte mir einfach nichts sagen und als ich durch Fragen herausfand das ich ne Gastfamily hätte, fing ich an zu kreischen *g* (Oh Gosh, ihr müsst denken ich spinne total, aber wartet ab bis ihr eure Family kriegt ;) ) Ich wollte natürlich wissen WOHIN es mich verschlagen würde, doch meine Mutter konterte immer grinsend mit "Rate mal" und "Wohin würdest du denn am Liebsten?"! Ahhh...ich dachte echt ich sterbe gleich vor Spannung!! Dann sagte sie erlösenderweise "Der blaue Staat dort im Südwesten" und ich schaute an meine USA-Karte auf der jeder Staat anders farbig war... blau... blau... blau..., das war Utah!!! Ich rief fragend "Utah?" aber sie sagte nur "Nee..COLORADO"! Toll, Mum, wohl leicht verfehlt! (Typisch, absolut keinen Orientierungssinn die Eltern) Aber egal, ich sprang schreiend durch die Wohnung...ich konnte es einfach kaum fassen das ICH schon ne Family haben sollte! Colorado hörte sich toll an, obwohl ich nicht viel darüber wusste, hatten mir schon viele ATS gesagt das sie dort gerne hinkämen! Als ich mich halbwegs beruhigt hatte, konnte mir meine Mutter auch erzählen, das eine Frau von YFU angerufen und erzählt hatte, das es eine Family in CO gebe, die mich aufnehmen wolle, ich aber für die Schule dort erst einige Zeugnisse und Beurteilungen von Lehrern hinschicken müsse...und das innerhalb von zwei Tagen, da meine VBT schon am Dienstag anfing, ich also nur noch 2 Schultage bis dahin hatte!
Durch meine einsatzbereiten Lehrer und unser äußerst hilfreiches Sekretariat, die mir in Laufe der Zeit an die 10 Zeugnisse kostenlos beglaubigt hatten, schaffte ich es auch noch bis Dienstag, die Sachen an YFU zu schicken!
Jetzt kam wieder meine Lieblingsbeschäftigung...RICHTIG: Warten!

Spannung ums Stipendium

Diese Frage stellte ich mir Ende Mai, als ich nach Hause kam und meine Mutter mir sagte das meine Stipendienentscheidung von YFU gekommen wäre! Ich glaube meine Hände wurden feucht und mein Herz fing an zu rasen...ich wusste dass das ATJ von diesem Stipendium abhing! Meine Mutter fragte nur "Wäre es sehr schlimm wenn du nicht fahren könntest?"... SEHR SCHLIMM? Was war denn das für ne Frage, für mich wäre eine Welt zusammengebrochen! In dem Moment dachte ich auch schon, das es nicht geklappt hätte oder das Stipendium nicht reichen würde! Meine Mum nahm mich in den Arm, flüsterte "Tut mir leid wenn ich dir das sagen muss, aber das Stipendium reicht...du hast das Halbstipendium" und grinste schadenfroh, weil sie mich schon wieder total vera*** hatte (macht sie öfter mal) ;)
Darauf folgte Kreischattacke 2 nach der Gastfamiliennachricht *g* Ich sprang durchs Wohnzimmer und rief die ganze Zeit "Ich hab's" "Ich hab's" !!!
In diesem Moment wurde mir klar das ich es wirklich geschafft hatte, ich würde fliegen! Letztes Jahr um diese Zeit hätte ich mir nich mal träumen lassen, das ich wirklich fahren würde, aber jetzt...wow, ein tolles Gefühl!
Eigentlich konnte es nicht mehr besser werden...nein, weit gefehlt: Es konnte!

Die erste Mail!

Es war ein Tag wie jeder andere - der 5. Juni. Ich hatte schon seit einem Monat bei YFU Telefonterror (*fg*) gemacht und immer wieder nachgefragt was nun mit meiner Gastfamily wäre...langsam glaubte ich, das doch nichts daraus geworden war aber YFU versicherte mir immer das Gegenteil! Ich, mal wieder enttäuscht das keine Post mit der ersehnten Gastfamilienadresse gekommen war, hole abends um halb 9 noch gelangweilt ein letztes Mal E-mails bei T-Online ab (*Schleichwerbung*) und denke mal wieder "Nur Scheiß" und will die Mails löschen. Bis mir die E-Mail von einem gewissen Stephen G. Hoppin auffällt...doch nicht der Name war verdächtig sondern eher der Betreff "Host Family!";)
Da kam plötzlich so ein ununterdrückliches Glücksgefühl in mir auf...natürlich von Zweifeln begleitet das mich nur jemand verarschen wolle!
Aber als ich die Mail öffnete und las:
"Hi Anja! We are so happy to hear that you will be staying with us this year. We are the Hoppin family and we live in Golden, Colorado."
Was danach folgte? Kreischattacke 3 *lol* Erst mal schrie ich nur aus Freude und dann schrie ich nach meinen Eltern, bevor ich den Telefonhörer in die Hand nahm und meine beste Freundin anrief - noch bevor ich die E-Mail überhaupt gelesen hatte *g* Noch während ich die Mail las, erzählte ich ihr, was drin stand, aber sie sagte mir im Nachhinein, dass ich so aufgeregt-schnell geredet habe, dass sie kaum was von dem verstanden hatte, was ich gelabert habe ;) Nachdem ich aufgelegt hatte, übersetzte ich es meinen Eltern, wobei ich ständig "Ist das geil" dazwischenwarf! Ich war bloß noch happy und suchte Golden erst mal auf der Landkarte...wow, westlich von Denver und in den Vorbergen der Rocky Mountains, nicht schlecht! Meine Family hörte sich so nett an...ein unbeschreibliches Gefühl, das erste Mal eine Mail von der Family zu bekommen, bei denen man das nächste Jahr leben wird!