Weitere Infos auf austauschschueler.de
Rotary: Details zu Rotary
Rotary im Forum
Thailand: Organisationen für Thailand
Thailand im Forum

Jetzt bin ich schon seit fast 8 Monaten hier in Thailand und habe nur noch 2 ½ Monate übrig, dann ist das Jahr, auf das ich mich sooo doll gefreut hat, schon wieder vorbei.

Ich habe sehr viele neue Erfahrungen gesammelt, neue Leute kennen gelernt, mir ein neues Weltbild erstellt und mich und meine Denkensweise geändert.

Ich denke darüber nach, wie ich meine letzten Monate, Wochen und Tage am besten gestallten kann, damit ich nicht nachher sage, ich hätte Zeit vertrödelt und hätte noch dies und jenes machen wollen und darüber, wie es wird, wieder nach Hause zu kommen. Wer hat sich am meisten verändert, meine Freunde und Familie oder ich? Wird man sich genauso gut verstehen wie vorher? Wie ist es, das Normale im alten zu Hause als etwas neues zu sehen? ...

In den letzten Monate habe ich noch sehr viel wichtiges über das wunderbare Thailand dazugelernt. Das lag unter anderem daran, dass Rotary einen 3-tägigen Meditationskurs in einem Tempel organisiert hatte, meine neuen Eltern (ich habe Mitte Februar in meine 2. Gastfamilie gewechselt) mir viel erklären, ich die Kurse (in Englisch) in der Uni belege und ich oft bei meiner Thaifreundin zu Hause bin. Ich habe viel mehr über Buddhismus gelernt und verstehe jetzt auch denn Sinn und mehr Einzelheiten der Religion. Außerdem erzählen mir meine Eltern oft etwas über Probleme, die hier in Thailand bestehen, z.B. Mülltrennung und Entsorgung, die Abgase, der hohe Grundwasserspiegel und die „Verwestlichung“. All das hat mich dazu gebracht dieses Land noch mehr zu lieben und mich mehr zu Hause zu fühlen. Man weiß, worüber die Leute reden und kann sich in ihre Gedanken hinein versetzen. Aber es hat mich auch noch mehr dazu gebracht gutes oder schlechtes an Deutschland zu sehen. Erst wenn man in einem anderen Land lebt, lernt man wichtige Dinge über sein eigenes Land und weiß es zu schätzen oder will etwas verbessern. Man sieht, dass in Deutschland sehr viel auf so etwas wie Mülltrennung, Wassersparen und ähnliches geachtet wird. Das ist hier in Thailand und in anderen Ländern nicht der Fall. Ich weiß jetzt auch zu schätzen, wie gut ich es habe in Deutschland in einer kleinen Stadt zu leben, wo nicht immer Stau ist, man nicht in den Abgasen lebt und es einfach nur ruhig und friedlich ist. Aber man merkt auch, dass deutsche Leute viel zu kompliziert und hektisch leben. Alles muss immer schnell und geordnet laufen. Hier musste man sich erst mal daran gewöhnen, dass man für alles alle Zeit der Welt hat und es nicht schlimm ist, wenn man eine Stunde zu spät ist, oder eine Stunde warten muss.

In meiner neuen Familie fühle ich mich super wohl. Es ist mehr Familienleben. Es wird zu festen Essenszeiten gegessen und dann sind auch immer fast alle (meine Eltern, mein 26-jähriger Bruder und ich) da. Nach dem Essen reden wir meistens noch oder wir haben auch schon mal Karten gespielt. Wir haben eine Haushaltshilfe, die Kocht, putzt und wäscht, was meine Eltern, die eine Klimaanlagenfirma besitzen, sehr entlastet.

Ich werde aber, auch trotz der nur noch wenigen Wochen, im Mai noch einmal meine Familie wechseln, da sie sehr daran interessiert sind, mich bei ihnen aufzunehmen. Ich denke das wird mein Leben noch mal sehr verändern, weil die halb Thai und halb Chinesisch sind und da ca. 10 Leute zu Hause wohnen.

Seit Ende Februar habe ich Ferien, die noch bis Mitte Mai dauern. Es sind Sommerferien hier, weil der April der heißeste Monat ist, mit Temperaturen bis 40°C, was hier in Bangkok mit der zwischen den Hochhäusern stehenden, stinkenden Luft mehr als unangenehm ist. Das Ferien sind, ist einerseits echt sehr schön, da man ja in der Schule doch nichts gemacht hat, aber andererseits ist es auch schade, weil ich dann die meisten meiner Thaifreunde nicht treffen kann, da es ihnen meist nicht erlaubt wird tagsüber (über Abends wird sowieso nie geredet) weg zu gehen. Ich treffe mich dann immer mit den anderen Austauschschülern oder meiner besten Thaifreundin (die hat Glück und darf oft weggehen). Wir treffen uns, aber wissen meistens nicht so ganz, was wir machen sollen, weil es so heiß ist und es dann nicht so viele Möglichkeiten gibt, etwas zu machen. Wir würden liebend gerne ein paar Tage aus Bangkok raus, um etwas von dem eigentlichen Thailand zu sehen und nicht nur Autos und Abgase, aber leider ist unser Distrikt sehr streng und wir dürfen nicht alleine raus. Am Dienstag und Freitag habe ich ja immer noch die Kurse in der Uni, was sehr gut und interessant ist. Wir lernen echt viel, was man sonst nicht lernen würde.

Am vorletzten Wochenende hatten wir 2 Trips, mit verschiedenen Kursen. Einmal haben wir uns einen ethnischen Stamm in ihrem Dorf besucht. Obwohl fast nur noch die alten Leute wirklich mit ihren eigenen Traditionen und Sprache leben, war es sehr interessant zu sehen, dass es so etwas, nicht weit von Bangkok weg, noch gibt. Beim anderen haben wir uns die alten Tempel im Cambodia Style angeguckt. Das war sehr interessant, weil man auch noch mehr über die Religion und Geschichte erfahren hat.

Letztes Wochenende hatten wir Distriktkonferenz in Pattaya. Wir waren drei Tage da und an 2 Tagen war die Konferenz. Wir (In- und Outbounds) mussten einen Thaitanz vorführen und ein Lied singen. Ausserdem musste ich noch mit einem weiteren In- und 4 weiteren Outbounds eine Rede halten. Von den Outbounds wurden die 2 bestsprechenden Leute rausgesucht, die eine Rede halten sollten. Ich habe über mein Leben hier in Thailand und das Leben als Rotaryaustauschschüler geredet.

In meinen letzten Wochen habe ich noch viel vor.

Meine Familie kommt mich besuchen und Mitte April haben wir noch einen 2. Bustrip in den Norden Thailands, wo dann auch das Wasserfest („Sonkhram“) gefeiert wird. Das feiern die Thais als ihr Neujahr und Beginn der Reisaussaat, weil die Sonne am höchsten steht. Alle Leute gehen auf die Straßen und bespritzen und beschütten sich gegenseitig mit Wasser.

Ausserdem möchte ich gerne noch auf ein Meditationscamp nach „Suanmookh“. Das dauert 10 Tage und ist sehr streng. Man darf nicht reden, bekommt nur 2 Mal am Tag etwas zum Essen und schläft auf dünnen Strohmatten. Die meisten, die wiederkommen sind völlig fertig, aber ich möchte es dennoch mit anderen YEs ausprobieren. Meditation und damit die „Erleuchtung“ ist der Wichtigste Part der Geschichte Lord Buddhas. Wann bekommt man schon mal die Möglichkeit so etwas zu machen... ich denke, wenn man so lange in Thailand, einem Buddhistischen Land lebt, sollte man unbedingt einen Meditationskurs in einem Tempel mitmachen.

Zwei Lehrer aus der Uni planen noch weitere mehrtägige Trips um Tempel anzugucken und ethnische Stämme im Norden zu besuchen.

Die sonst noch verbleibende Zeit werde ich genießen, mich mit meinen Thaifreunden und den YEs treffen und mich seelisch auf zu Hause vorbereiten.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei Rotary bedanken, dass sie mir dieses unvergessliche Jahr ermöglicht haben! Ich bin echt super glücklich, vor Allem mit der Länderwahl!