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Seit meinem letzten Quartalsbericht hat sich mein Leben hier ziemlich verändert, aber ich habe das Gefühl, dass ich ihn erst gestern geschrieben habe, was bedeutet, dass die Zeit hier wie im Flug vergeht. Ich habe das Gefühl schon ganz schnell wieder nach Hause zu fliegen, obwohl es noch 6 Monate sind... Die Zeit geht einfach zu schnell vorbei...

Also, was hat sich an meinem Leben hier verändert? Das wichtigste, ich habe jetzt richtig gute Thaifriends. Nach der Schule, wo ich sonst immer nach Hause gegangen bin, verbringe ich jetzt immer noch 1-2 Stunden in der Schule und sitze da einfach nur mit meinen Freunden und wir haben unseren Spaß. Bis auf meine beste Freundin können die auch fast gar kein Englisch, also ich spreche den ganzen Tag Thai. Nur, wenn ich etwas wirklich nicht sagen kann, also wenn die Leute mich nicht verstehen spreche ich Englisch. Ich ertappe mich sogar schon öfters dabei ein paar einfache Sätze auf Thai zu denken. Mit dem Lesen wird es auch besser. Ich kann fast alles lesen, aber leider nicht verstehen, weil ich die Vokabeln nicht weiß.

Was mache ich, wenn ich nicht in der Schule bin? Ich muss weit zurückdenken bis ich einen Tag finde, wo ich nicht irgendwo hin gegangen bin. An einem Wochenende war ich mit Matajom 4 (Jahrgangsstufe 10) auf einem Science Camp am Meer in Prachuap Khirikan. Das war sehr schön, vor allem weil ich dort richtig gute Freunde gefunden habe. Ein anderes Wochenende war ich für einen Tag mit Matajom 6 (Jahrgangsstufe 12) auf einem Buddhismuscamp. Das war lustig, aber auch langweilig, weil ich nichts verstanden habe.

Ich verstehe die Leute meistens nicht, wenn sie so ganz normal untereinander reden oder Reden halten. Also Lehrer z. B., weil sie schnell reden. Aber wenn meine Freunde es dann wiederholen ist es einfacher. Dann war ich mit meiner Lehrerin und ihrer Familie in einer Province im Norden an der Grenze zu Burma in einem Nationalpark. Da war es am Morgen und Abend richtig kalt, da war ich ziemlich überrascht.

Zur Zeit ist das Wetter hier richtig angenehm. Man schwitzt nicht wirklich, aber es ist auch nicht zu kalt. Für uns „Farangs“ (so werden wir, die “Westler“, hier genannt, halt keine Thais, aber auch keine Asiaten) genau richtig! Sonst war ich mit meinen Freunden mal Eislaufen (Ja, so was gibt’s hier auch, aber in der Halle!) oder im Kino oder auf’m Chatuchak Markt. Einen Tag war ich mit meiner Freundin erst in Nationalmuseum und danach sind wir zu mir nach Hause. Da haben wir dann Cornflakes und Müsli gegessen, aber sie hatte das noch nie gegessen. Das war echt lustig! Für uns ist das so normal... aber ich hab ja auch so viel noch nie gegessen hier, ist ja eigentlich dasselbe...

In der Schule ist alles ok. Meine Fächer: Mathe, Englisch, Französisch, Sport (Handball, Basketball, Dagor, Tanzen), Thaimusik, Kunst, Buddhismus, Kochen, Thaischreiben, Computer und „Flowerarrangement“. In Englisch bin ich eine 2. Lehrerin und muss immer alles vorlesen, wegen der Aussprache; in Mathe sitze ich mehr oder weniger nur da und unterhalte mich mit meinen Freunden, weil ich nicht verstehe, was sie durchnehmen; in Thaimusik lerne ich mit Referendaren verschiedene Thaiinstrumente; in Buddhismus gehen wir in den Tempel, wo dann ein Monk spricht, aber mehr oder weniger keiner zuhört (dazu später); in Thaischreiben bringt mir eine Lehrerin das schreiben und lesen bei; in Computer gibt mir die Lehrerin Aufgaben oder ich kann ins Internet gehen; in Flowerarrangement lerne ich verschiedene Dinge, z.B. wie man aus Gemüse Blumen schneidet und so; und in Französisch, Sport, Kunst und Kochen mache ich ganz normal mit den anderen mit.

Die Schule ist nicht so, dass ich nur hingehe und warte bis sie zu Ende ist, nein ich gehe gerne. Ich freue mich immer zu gehen, weil ich dann meine Freunde sehe.

Jetzt zum Zuhören: In den meisten Fächern hören die Schüler nicht zu, sie „schlafen“ (manche schlafen wirklich!), machen Hausaufgaben oder reden ganz normal mit ihren Freunden, als ob kein Lehrer da wäre. Es ist auch kein Problem einfach aufzustehen, rauszugehen oder durch die Klasse zu laufen. Schon etwas komisch im Gegensatz zu Deutschland, aber hier gibt es auch keine Noten für mündliche Beteiligung.

Am 8. Dezember hatte meine Schule ihren Sporttag. Da freut sich jeder Schüler das ganze Jahr drauf, weil es um das selbst organisieren geht und es eine riesigen Veranstaltung ist. Morgens um 7h mussten alle fertig an einem Tempel außerhalb der Schule sein. Danach ist die Parade zur Schule marschiert. Jede Farbe (lila, grün, pink und blau, jew. Ein Team) hatte ihren Part selbst zu organisieren und super schön zu gestalten. Am Anfang jedes Teams lief ein Mädchen im Thaidress und hat das Schild gehalten. Bei meinem Team (lila) war ich das. Danach kamen andere im Thaidress und haben Bilder vom König und der Königin gehalten und dann kamen viele andere, zum Teil verkleidet. An dem Tag hatten die Cheerleader dann ihre Wettbewerbe und die Wettbewerbe der anderen Sportarten (ich habe Basketball gespielt) wurden schon vorher ausgetragen. Am Nachmittag war dann Siegerehrung. Ich wurde an dem Tag zur “Miss Khema” gewählt; “the loveliest person of school”. Der Sporttag war echt schön, vor allem weil sich alle so viel Mühe gegeben haben alles zu organisieren und zu gestalten.