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Alltag

Hm, den kann ich nur schwer beschreiben. Es ist ein Sterben in der Hitze. Nein, Spass beiseite, also im August hat es hier so an die 37° im Schatten und im Winter wird's so wie im Sommer in Deutschland. Das ist nicht in ganz Mexico so, nur hier, ist ja ein Wüstengebiet.
Also ich gehe in die Schule und nach der Schule essen wir dann immer. Normalerweise essen die Familien hier immer zusammen, da meine 2 kleineren Geschwister aber 1h später aus der Schule kommen, warten wir nicht auf sie.
Mein Gastbruder ist vor einigen Wochen ausgezogen in sein Haus mit seiner Freundin. Während der Woche gehen wir dann abends, also gegen 17 Uhr zu Freunden, gehen Eis essen oder machen irgendetwas zusammen.
Am Wochenende gehen wir dann freitags oder samstags aus zum Tanzen. Was ich sehr lustig finde, ist, dass wir meistens erst so um ca. 23 Uhr losgehen. Wir kommen dann so um 2 Uhr nachts zurück.. Hier wird in den Fiestas (Partys) viel mehr getanzt, dh. eigentlich immer und es gibt jedes Wochenende mehrere Fiestas aus denen man "auswählen" kann wo man hingeht.
Ich denke jeder hat auch schon mal das Lied Siesta Mexicana gehört. In meiner Gastfamilie gibt es keine bestimmte Zeit sich nachmittags hinzulegen, aber ich tu es manchmal nach dem Essen, weil die Hitze einen hier sehr müde macht.
Jetzt da es kälter wird, wird man nicht so schnell von der Hitze müde, aber das tägliche Lernen neuer Dinge erschöpft schon ganz schön find ich.
Aber es ist immer interessant etwas Neues zu lernen.

Schule

Die Schule hier ist im Verhältnis zu Deutschland normalerweise viel einfacher, da meine aber zu einer der 6 schwersten und besten gehört, muss ich auch hier was tun.
Ich bin in der Preparatoria Maestro Marcelo Rubio Ruiz.
Die Lehrer sind auch viel lockerer. Man behandelt Lehrer fast wie Freunde, und unterhält sich locker mit ihnen. Ich finde das Klima in der Schule hier viel angenehmer als in Deutschland. Manchmal lädt man die Lehrer auch zum Weggehen ein. Also ganz anders, der Lehrer ist nicht so autoritär wie in Deutschland.
Hier in der Schule kann man die Fachrichtungen die man haben möchte wählen. Man geht entweder in Sociales (Man hat Sociologie, Kommunikation, Wirtschaft, Recht, Literatur, Geschichte und Mathe) oder in Fisico-Matematico (Hier hat man Mathe, Physik, Chemie, Gesundheitskunde, Erdkunde, Geschichte, Mathematik und Calculo, wo man Infinitesimalrechnung behandelt).
Dann kann man noch einige Fächer in beiden abwählen und stattdessen tägl. 2 h technisches Zeichnen oder Informatik nehmen.
Ich selbst war in den ersten 1,5 Monaten in Sociales, ganz normal ohne etwas abzuwählen. Mathe hat mich etwas gelangweilt (Prozentrechnung) und die anderen Fächer waren nur zum Schreiben (2-3 Seiten tägl.). Das heisst ich habe mich sehr schwer getan etwas zu lernen. Ich habe dann meinen Mathelehrer gefragt, ob sie nicht irgendwo Infinitesimalrechnung behandeln.
Also habe ich gewechselt. Ich finds hier auch echt viel cooler in Fisico-matematico. Man muss zwar mehr tun, aber dafür sind die Leute viel netter. Sie helfen einander...
Jetzt nach einem Monat habe ich in fisico meine ersten Examen geschrieben. Ich weiss nur, dass ich in Geschichte, Calculo und Mate auf 19 stehe. Von den anderen weiss ich es noch nicht. Hier ist die Notenskala entweder von 10-1, 20-1 oder 100-1. Wenn man nicht mehr als die Hälfte erreicht, ist man durchgefallen.
Man geht 2 Jahre in den Kindergarten, später mit 7 Jahren geht man für 6 Jahre in die Primaria (Grundschule), danach 3 Jahre Sekundaria und dann 3 Jahre in die Prepa. Mit 18 beendet man die Prepa und hat dann auch sein Abitur.
Die einzelnen Schuljahre sind in Semester unterteilt. In der Prepa ist es dann, von 1 sem - 6 semester geht. Ich bin gerade im 5 Semester. (entspricht der 12 klasse in deutschland, müsste eigentlich in der 11 sein :-) Darauf folgt das 6te Semester, dass das Abschlusssemester ist und dem 2ten Halbjahr der 12ten entspricht.
Schule fängt hier mitte August an und hört im Dezember auf. Dann beginnt ein neues Semester. Monatlich schreibt man ein Examen aus dem dann die Endnote errechnet wird. Und am Ende jedes Semesters gibt es dann Examen die doppelt so viel wie die anderen zählen und den Stoff des ganzen Semesters behandeln. Man hält auch viele Referate aber es gibt keine Exen noch Abfragen.

Die mexikanische Küche

Zu dieser gibt es äußerst verschiedene Meinungen, den einen schmeckts, den anderen nicht. Sie hat eigentlich alles zu bieten, von frittierten Heuschrecken (man schmeckt eigentlich nur die Schärfe des chili) bis zu den ausgezeicheneten Tortillas.

Tortillas *lecker*

Das Brot- und zugleich essbare Gabel, Löffel und Teller der Mexikaner - ist die Tortilla Während man im Norden Mexikos eher Tortillas aus Weizenmehl isst, dominieren im Rest des Landes die Maismehltortillas (meiner Meinung nach viel leckerer) - in Zentralmexiko gibt es teilweise auch rote, blaue oder grüne Tortillas, da dort Mais in allen Farben angebaut wird (ich hoffe mal, dass das nicht Genmanipuliert ist)
Aus Tortillas werden Tacos, wenn man sie zusammenklappt oder einrollt. Zu den Tacos (z.B. mit Fleischstückchen gefüllt) werden meist kleingeschnittene Zwiebeln, Radieschen, Weißkohl, Chilis, Salsas, usw. gereicht, mit denen man die Tortilla auffüllen kann.
Wie scharf du sie isst, kannst du in der Regel selbst bestimmen.

Kein typisch mexikanisches Gericht ist chile con carne, sondern es ist ein Import-Artikel der Tex-Mex-Küche, also der Esstradition der an Mexiko angrenzenden US - Staaten.

Getränke

Horchata. Ist ein Getränk, das aus Wasser und Reis gemacht wird. Es schmeckt echt lecker. Wenn ihr mal da seid dann müsst ihr es probieren.
Tequila wird aus 8 bis 10 Jahre alten Agaven aus bestimmten Regionen des Staates Jalisco gemacht. Tequila heißt nicht nur das Getränk, sondern auch der Ort in der Nähe von Guadalajara, in dem die meisten Tequila-Fabriken sind. Tequila gewinnt am durch Zerkleinern, Kochen und Auspressen des ca. 50-80 kg schweren Agavenherzens und anschließender Gärung mit doppelter Destillation (ca. 40% Alkohol). Frisch gebrannter Tequila ist klar und relativ scharf, durch die Lagerung in Eichenfässern wird er dunkler und im Geschmack weicher. (In Mexiko erst ab 18 Jahren) Und natürlich sollte man, bei genügend Muße und wenn man nicht selber fährt, !vor! dem Essen einen Tequila trinken, dann schmeckt's besser und ist bekömmlicher.
Zur Verwirrung vieler hat der Tequila keinen Wurm, sondern der Mezcal, der aus anderen Agavenarten hergestellt und mit einem in diesen lebenden Wurm versehen wird.
Mir wurde gesagt dass der Mezcal sehr schnell (5-8 Schlücke) betrunken macht, und in übermässigem Genuss blind macht. Finger Weg!
Bier. Hier wird auch sehr viel Bier getrunken. Es hat recht wenig % an Alkohol und schmeckt nach deutschem Bier, dass mit Wasser aufgemischt wurde. Mir schmeckt's nicht aber hier kann man es sich überall kaufen und es ist das Getränk was alle Jugendlichen trinken.

Politik

Das Jahr 2000 brachte Mexiko einen legendären Regierungswechsel ein. Die seit über 70 Jahren herrschende Regierungspartei PRI wurde durch den Kandidaten der konservativen PAN, Vincente Fox, abgelöst.
Der ehemalige Coca Cola Händler trat mit wehenden Fahnen und der leidenschaftlichen Unterstützung der Bevölkerung sein Amt an.
Heute steht die Politik des stärksten Mannes des Landes unter Beschuss, was die Schlappe bei den Zwischenwahlen von 2003 sichtbar machte. Seine Kritiker werfen ihm mangelndes wirtschaftliches und innenpolitisches Geschick vor. Als erster Präsident außerhalb des PRI steht er jedoch als Symbolfigur für die Demokratisierungs- und Dezentralisierungsprozesse des Landes, mit deren Entstehungsgeschichte sich Lawson kritisch auseinandersetzt.

Als ich hier in La Paz angekommen bin, habe ich nur die Werbeplakate der verschiedenen Politiker gesehen die als Gobernador (also Ministerpräsident) für den Staat BCS kandidieren. Auch lustig fand ich, dass auf fast jedem Auto der Werbeaufkleber von einem war und als bei den Wahlen (Vorwahlen, sozusagen die der Parteivertreter, die richtigen Wahlen sind im Februar) dann der Kandidat für den meine Gastfamilie war, nicht weitergekommen ist waren alle enttäuscht.

Musik

Markenzeichen der mexikanischen Musik und Publikumsfavorit ist die Mariachi-Musik, die im 19. Jahrhundert in Jalisco entstand, wo volkstümliche Ensembles mit Gitarren und Geigen (die Trompete verdrängte die einstige Harfe) bei Festen aufspielten (überall ist nachzulesen, mariachi leite sich vom französischem mariage -Hochzeit- ab, doch es ist dann eher eine Umformung des galizischen Wortes marriego, das gleichfalls Hochzeit heißt)
Mariachi-Musik kann man überall in Mexiko live hören, in Mexiko-Stadt schon tagsüber. Gekleidet sind die Musiker in der Charro-Tracht (das was die Reiter hier anziehen).
Daneben gibt es aber noch weitere Musik-Stile, wie die melodische, xylophonähnliche Marimba. Typisch für Veracruz ist auch el son jarocho, der von ganz in weiß gekleideten Musikern mit Harfe und Gittare gespielt wird (dort entstand der Welt-Hit "La Bamba"). Sones Huastecos ist die Musik der Huasteken (Trio mit Geige und Gitarren).
Wildwest- und vaquero-Stimmung kommt auf bei der vom Norden Mexikos stammenden música norteña (12saitige Gitarre, Mundharmonika, Knopf-Akkordeon, Kontrabaß und Saxophon) auf, zu der es sehr viel Spass macht zu tanzen.
Was auch sehr beliebt ist ist cumbia oder salsa, aber man hoert mehr von den anderen Sorten.

La bandera de México

Die Nationalflagge von México ist grün - weiß - rot senkrecht gestreift und trägt im weißen Mittelstreifen das mexikanische Wappen.

Sie entstand am 02.11.1821 nach dem Vorbild der französischen Trikolore und geht auf die weiß-grün-rote Flagge der "Armee der drei Garantien" zurück. Die heutige Flagge stammt aus dem Jahre 1968.

"El Día de la Bandera" - Der Tag der Nationalflagge wird seit 1937 am 24 Februar, dem Jahrestag des "Plan de Iguala" der von Agustin de Iturbide als Führer der "Armee der drei Garantien" unterzeichnet wurde, vor dem Denkmal von General Vicente Guerrero gefeiert, der als erster mexikanischer Soldat auf die Nationalflagge schwor.

Typische Gesten und Handzeichen

Beim Zählen mit den Fingern beginnen Mexikaner mit dem kleinen Finger und nicht mit dem Daumen. Das ist sehr lustig weil man dann immer erst denkt, was passiert hier.
Ein mit erhobener Hand von Daumen und Zeigefinger gebildeter Kreis bedeutet nicht etwas ein Lob, sondern "Arschloch". Sehr beleidigend

Mein Spanisch

Bevor ich hierher kam konnte ich im groben und ganzen nur Sachen wie wie geht's?, wie heisst du? Und einige Wörter sagen. (1 Jahr Wahlfach Spanisch. Etwas hab ich schon gelernt aber es hätte mehr sein können)
Die ersten Tage habe ich nur Bahnhof verstanden. Wenn sie untereinander gesprochen haben, habe ich gleich gar nichts verstanden und wenn sie mich etwas gefragt haben dann immer 2-3mal. Geantwortet habe ich immer mit Händen und Füssen und Wörtern, die ich aus den anderen Sprachen übernommen habe (in Erwartung dass man mich versteht)
Ich war ganz schön mit dem Französisch verwirrt (ist ja ähnlich aber nicht ganz)
Es hilft schon viel wenn du vorher schon eine andere Sprache verstehst, weil du dann viele Wörter übertragen kannst. (heisst ja nicht dass es dann richtig ist)

Nach 2 Wochen ging's dann besser und ich habe fast alles verstanden, wenn man mich angesprochen hat, aber wenn sie miteinander gesprochen haben, habe ich nur Wörter rausgehört, die ich verstanden habe. Ich bin die ganze Zeit mit so einem Heft rumgelaufen, auf dem draufstand "que palabras mas raras" (was für komische Wörter) und habe mir jedes neue Wort oder Wort, welches ich gehört aber nicht verstanden habe, notiert. Dann bin ich zu Hause stundenlang über dem Wörterbuch gesessen um das Wort zu finden.
Nach 1 Monat war es schon ganz gut. Ich habe denn sinn der Gespräche (also die essenz) der anderen mitbekommen und verstanden (auch wenn ohne Details) und habe eigentlich alles sagen können (auch wenn ich einzelne Wörter mit Händen und Füssen meilenweit umschreiben musste) und wenn die Lehrer in der Schule etwas diktiert haben (dass ist hier doppelt so schnell und viel wie wenn die Lehrer in Deutschland diktieren, also beklagt euch nicht) habe ich es nicht mehr kopieren müssen, sondern es ging sogar einigermassen selbstständig.
Nach 2 Monaten kann ich sagen dass ich schon alles verstehe (man muss hinzufügen, dass ich mich im Sprachenlernen sehr leicht tue und keine Angst davor habe etwas falsch zu sagen) und eigentlich alles mitbekomme worüber sie sprechen. Sagen kann ich auch schon alles fliessend und nicht mehr stockend.
Das was man im ersten Monat lernt, ist mehr als was man in einem Jahr in der Schule lernt, hab ich zumindest festgestellt als ich hier sah, was ich alles gelernt habe ohne mich schwer zu tun. Jetzt nach 3 Monaten verstehe ich schon echt alles, auch wenn es nicht immer alle Wörter sind. Ich kann schon ganz normal mitdiskutieren und selbstständig eine Unterhaltung fuehren.

Kontakt nach Hause - Heimweh - und was ich alles vermisse

Telefonieren.

Von Mexico nach Deutschland ist es sehr teuer anzurufen. Bis jetzt haben mich meine Eltern noch nicht viele Male angerufen, weil ich nicht so oft mit ihnen sprechen muss. Wenn ich dann mit ihnen spreche, habe ich immer erst Probleme zu spannen, dass ich jetzt nicht mehr Spanisch sprechen sollte. Ich bringe dann immer einzelne Wörter auf Spanisch ins Gespräch mit rein, so dass meine Eltern nicht verstehen was ich sagen möchte.

E-Mails.

Ich habe mir vorgenommen einmal wöchentlich zu schreiben, aber das werde ich nicht hinbekommen. Ich habe kaum Zeit noch Lust um zu schreiben was in einer Woche passiert ist (weil ich meine es sei nicht viel obwohl es doch viel ist).

Heimweh.

Habe ich keins. Ich fühle mich sehr wohl hier. Und ich habe kaum Zeit um an zuhause zu denken. Es gibt hier so viele neue Sachen, die ich nicht kenne, dass ich kaum weiss, wo ich zuerst hinschauen soll. Das freut mich sehr, weil ich am Tag der Abreise schon ein wenig Angst bekommen habe, weil ich alles erst so richtig realisiert habe, was passieren wird. Und dass ich 1 Jahr nicht zuhause sein werde. Jetzt bin ich schon seit 3 Monaten hier und ich hoffe ich werde kein Heimweh bekommen.
Das einzige was ich vermisse ist die Schokolade. Deswegen habe ich meine Eltern gebeten mir ein Päckchen zu schicken. Ich kann nur hoffen dass es ankommt.

Mosquitos und andere gefährliche Tierchen

Die einzigen Tierchen von denen ich hier täglich geplagt werde sind Mücken. Sie haben die Vorliebe immer mich zu beissen. Die ersten Wochen war es wirklich schlimm, aber jetzt habe ich mich eigentlich schon so daran gewöhnt, dass ich es kaum noch merke noch wage die Stiche zu berühren. Jetzt stechen sie mich auch schon nicht mehr 20 Mal täglich sondern nur 1 Mal. Das ist doch schon ein guter Erfolg. Es schwillt auch nicht mehr so an wenn sie mich stechen.

Eidechsen.

Hier gibt es überall welche. Mir wurde nur gesagt "Pass auf, dass sie nicht auf dich fallen". Wenn dich die Pfoten von ihnen berühren verätzt dass "Gift" dann deine Haut und sie kratzen dich mit den Krallen auf. Das ganze soll höllisch weh tun und ne richtig grosse Schwellung geben.

Im Meer.

Ich kann nur sagen, dass ich mir nicht der Gefahr von Rochen bewusst war. Am Ende des Schwanzes haben sie viele kleine "Stachel" und wenn sie dich berühren stechen sie sie in deine Haut (das ist noch nicht schlimm) injezieren dir Gift (wenn du nicht zum Arzt läufst um dir ein gegenmittel zu injezieren wirst du unter grossen Schmerzen sterben) und beim rausziehen der Stachel reissen sie dir die ganze Haut auf, weil sie solche Widerhaken haben. Das ist meiner kleinen Gastschwester vor einem Jahr passiert und vor ner Woche einem Onkel meiner Gastschwestern als wir am Strand waren. Hoffentlich werde ich diese Erfahrung nicht machen müssen.
Was am Strand noch schlimm ist sind die Quallen. Es gibt hier solche die so klein sind wie dein kleiner Zehnagel, aber sie tun argst weh wenn sie dich berühren. Es ist weil es viele auf ein mal sind, ich kann nur sagen, dass meine beiden Beine, mein Rücken und meine Arme sehr schlimm aussahen, was sich aber nach 2 Wochen legte. Es tut halt nur sehr weh.

Patriotismus

Was ich hier bemerkt habe, ist dass die Leute hier ganz anders sind als die Deutschen. Hier findet man fast überall Flaggen von Mexico oder die Farben (grun-weiss-rot). Es wird auch viel mehr ueber Mexico gesprochen. In 10 min hörst du mindestens 10 Mal das Wort México, oder Mexicano. Ich finds schon recht lustig. Am krassesten war's im September. September ist "Mes de la patria" also Monat des Vaterlandes. Am 15. September ist Tag der Independez. Die ganze Nacht wurde durchgefeiert, überall wurden Sombreros und Flaggen verkauft und alle Strassen waren mit Fahnen, Ballons... in den Farben Mexicos ausgeschmückt. Ich fand das echt toll. Es ist echt ungewohnt, weil du in Deutschland oder auch in den anderen europäischen Laendern eigentlich kaum eine Fahne oder sehr wenige zu sehen bekommen wirst.

Kirche

Also meine Gastfamilie geht nicht in die Kirche. Ab und zu, bei bestimmten Gelegenheiten, die ich bisher noch nicht erlebt habe. Aber ich schätze, dass ich mal in die Kirche gehen sollte um zu sehen wie das hier so abläuft. Einige Familien sind sehr christlich, andere wiederum nicht. Eine Freundin, die 2 Strassen weiter wohnt muss von ihrem Vater aus jeden Sonntag in die Kirche. Für viele Mexicaner in Zentralmexico (ich bin ja relativ weit ausserhalb, und hier kommen auch mehr Touris hin) ist die Kirche das allerwichtigste und sie sind sehr gottesglaubig. Hier kann man schon ein bisschen den Einfluss der Amis spüren.

Touristisches Gebiet

Als ich gelesen habe, dass ich nach La Paz komme, habe ich sofort gewusst, dass ich ans Meer komme. Mein erster Gedanke war dann, dass hier wahrscheinlich relativ viele Touristen sein werden. Hier in La Paz habe ich noch nicht sehr viele Touristen gesehen, vielleicht so an die 10 und alles schon ältere und ruhigere. In Cabo San Lucas (ganz im Süden der Halbinsel) ist es jedoch so wie Mallorca für die Deutschen. Es wimmelt nur so von jugendlichen Amis, die hier abfeiern. Es gibt zwar noch bekanntere Orte wie Cancun, Acapulco oder Mazatlan, wo die Amis zum Party machen hinfahren, aber dass will ich mir ehrlichgesagt nicht vorstellen. Es ist zwar schön und lustig in Cabo San Lucas, aber die Amis sind schon ein bisschen nervig.
Ich kann da nur sagen, dass es doch heisst (zumindest in Greenline 6 Ausgabe Bayern), dass die Amerikaner Angst haben, dass bald Spanisch die wichtigere Sprache sein wird und dass es ja so viele mexicanische, und lateinamerikanische Immigranten gibt. Naja die Amerikaner fahren auch massig nach Mexico um ihren Spass zu haben.
Und nicht alle Mexicaner denken, dass das Leben in den USA besser ist. Vielen die schon dort waren, hat es nicht gefallen und die meisten Latinos in den USA leben sozusagen in ihren Vierteln, wo es fast keine "Amerikaner" gibt.

Es wird kälter

Als ich hier angekommen bin waren es immer an die 37°C zuhause oder im Schatten, wenn es kühl war. Morgens war es immer schwülwarm.
Als ich am 1. Oktober aus dem Haus bin, habe ich hier zum ersten Mal Kühle gespürt, und ich habe das Gefühl bekommen als ob es leicht frösteln würde. Ich fand's echt komisch. Es waren doch 35°C aber es war anders. Am nächsten Tag sind die ersten schon mit Pullis angekommen, weil es ja so kalt ist. Ich kann darüber nur lachen. Ich fühle mich hier zur Zeit wie wenn's in Deutschland MegaHochsommer ist und 2 Wochen lang die Sonne so richtig scheint. Passiert nicht oft, gell? Seit ich hier bin ist es hier so oder wärmer.
Die Höhe war, fand ich, als letztens ein Mädchen mit dicker Daunenjacke in die Schule kam. Morgens ist's so an die 27°C, das ist zwar dann frisch, aber eine Daunenjacke. Fand ich schön ganz schoen übertrieben.
Jetzt gegen Ende November ist es so wie ein kühler Sommer in Deutschland. Man braucht schon einen Pulli wenn man morgens rausgeht, denn man aber mittags ausziehen muss, weil es einem sonst wirklich zu heiss wird.

Leute

Was ich hier viel schöner als in Deutschland finde ist, dass Verhältnis zwischen den Menschen. Man schliesst viel schneller Freundschaften, man wird viel öfter einfach so auf der Strasse angesprochen und man findet leichter Anschluss als in Deutschland. Was mir auch sehr stark auffällt ist der Körperabstand. Man sitzt viel näher zusammen und es ist nicht so wie in Deutschland, dass man schief angeschaut wird, wenn man jemanden mal berührt. Ich finde es hier viel herzlicher und näher. Aber man kann es nicht wirklich mit Deutschland vergleichen.
Ich werde hier sehr viel zur Geschichte Deutschlands gefragt, und wie Deutschland so ist. Im Geschichtsunterricht werden sie schon über die Fakten des 2. Weltkriegs aufgeklärt, wissen aber nicht genau Bescheid und geben zB. dem Hakenkreuz keine so schlimme Bedeutung wie wir. Ich habe hier schon oft derartige Zeichen auf Schulbänken, Türen oder Wänden (sogar T-shirts) gesehen.

Jugendliche

Ich kann nur sagen dass die Jugendlichen hier, wie in Deutschland sind. Es gefällt ihnen auszugehen (und viel zu tanzen, der einzige Unterschied) sich zu unterhalten oder einfach nur Spass zu haben. Es gibt natürlich auch wieder verschiedene Grüppchen, die einen mehr Hippie mässig, die anderen wiederum ernster.
Im grossen und ganzen lachen die Mexicaner aber viel mehr und man spricht sehr oft zweideutig, was dann immer das grosse Lachen provoziert.

Ausgehen

Man geht hier genauso wie in Deutschland aus. Man geht um ca. 21 oder 22 Uhr abends los und kommt um 2 Uhr zurück (oder auch später, das ist zumindest die Ausgehzeit bei mir). Man geht hier viel öfters auf Partys (Fiestas) von denen es fast jedes Wochenende mehrere gibt. Auf den Partys tanzt man auch die ganze Zeit (ganz im Gegensatz zu denen in Deutschland). Es macht hier wirklich sehr viel Spass, und meistens kommt man dann klatschnass (verschwitzt) nach Hause.

USA - Mexico

Wie ich vorher schon erwähnt habe, gibt es Mexicaner denen die USA gefällt und andere die bevorzugen in México zu bleiben. Meiner Gastfamilie gefällt es hier in México viel mehr. Sie haben viele Verwandte in den Staten und fliegen sie fast alle Ferien besuchen. Was ich schon ganz nun ja eigentlich komisch finde, ist dass das Benzin in den USA viel weniger kostet als hier in Mexico. Die USA kaufen das Benzin von den Mexikanern, lassen die Erdölgewinnung in ihrem Land eigentlich nicht zu und es ist immer noch billiger als hier. Der ganze Transport und die Verarbeitung. Ich weiss, dass die das mit dem Benzin hier ein Monopol von PEMEX ist, aber es wundert mich trotzdem. Man sagt es wird billiger verkauft, weil Mexico den USA Geld schuldet.