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19. Oktober 2001

Todmüde wache ich auf... Letzte Nacht, nachdem Barb uns drei nach Hause gebracht hat, erwartete mich nämlich noch eine Hausaufgabe, die ich mal total vergessen hatte: Heute ist die dramatic arts audition! Wir haben vier verschiedene Texte bekommen, von denen wir einen auswendig lernen und heute in der ersten Stunde vorspielen sollen. Ich hab mal Shakespeare direkt verworfen - ich hab einfach keine Ahnung was die Hälfte von dem Altenglisch heißen soll, und wie soll ich etwas spielen, dass ich nicht verstehe?? Und so lande ich schließlich bei einem Text, der eindeutig von einer Frau an eine andere Frau gerichtet ist, sie sind wohl Häftlinge in einem KZ und es geht irgendwie um den einen Sohn... Naja, zumindest habe ich mir den gestern abend noch krampfhaft in meinen Kopf gekloppt, hoffe mal dass das gut geht.
Kaum in meinem dramatic arts Raum angekommen geht auch schon die Nervousität los - bis jetzt konnte ich im Unterricht sehr gut den Kopf unten halten, unauffällig bleiben und mehr zugucken und zuhören als reden. Ich schäme mich für meinen Akzent und kriege Panikattacken wenn ich etwas sage und dann jemand in der Klasse die Hand hebt und den Lehrer bittet, es zu wiederholen, da sie mich nicht verstanden haben... Ich finde das auch total taktlos von meinen Mitschülern. Naja.
Zumindest sehe ich den anderen bei ihren Vorsprechen zu und es ist ganz interessant zu sehen, wie die meisten unsere Hausaufgabe interpretiert haben: Die ganzen Idioten aus meinem Kurs haben den Text mit Müh und Not halb auswendig gelernt und brechen teilweise früher ab. Ich werde relativ zum Schluss aufgerufen, bis dahin hat nur ein weiteres Mädchen meinen Text gewählt. Die anderen haben alle einen auswendig gelernt, in dem eine Jugendliche darüber nachdenkt, ob sie wohl ein Tattoo kriegen soll, aber ihre Mutter verbietet es ihr wegen ihrer Religion. Mmmh.
Mit zitterenden Knien geh ich nach vorne und ziehe einen Tisch in die Mitte von dem freien Raum, der uns für unser Vorsprechen zur Verfügung steht, von dem die meisten aber keinen Gebrauch gemacht haben. Ich kenne mich aber selbst von den letzten 5 Jahren Theater-AG und weiß dass ich besser spiele wenn ich einen Punkt habe, auf den ich mich fixieren kann. Und so wird dieser Tisch mein Gegenüber, die Frau die ich inständig anflehe und anschreie und bitte, ihren Sohn zu retten... Ich hake nur einmal, plötzlich ist mein Text weg und ich mache den schlimmsten Fehler, den es im Theater gibt: Ich 'gefriere', ich bleibe stehen und suche in meinem Kopf nach der nächste Zeile und mache für ein paar Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkommt, rein gar nichts. Ich starre gerade aus, direkt aus dem Fenster und sehe einen Baum, der mir bis dahin gar nicht aufgefallen ist. Er steht mir direkt gegenüber, zwischen zwei Häusern auf der anderen Straßenseite, und er ist knallrot mit goldenen Punkten drin - ein Ahorn, dessen Blätter begonnen haben, sich zu verfärben. Es wird Herbst, denke ich, und mit einem Schlag ist die nächste Zeile wieder in meinem Kopf und ich spiele weiter.
Als ich fertig bin, lässt endlich die Anspannung nach und ich drehe mich zu meinem Kurs um. Erstaunt stelle ich fest, dass die meisten wieder wachgeworden sind und mich mit teilweise offenem Mund anstarren. Für manche mag es das erste Mal gewesen sein, dass sie mich überhaupt wahrgenommen haben. Meine Lehrerin klopft auf den Tisch und fragt mich, welche Rolle ich am liebsten hätte (wir alle mussten bis heute unseren Lieblingspart in dem Stück, dass wir in den letzten beiden Wochen in Gruppenarbeit geschrieben haben, auswählen) - ich nenne meine Wunschrolle und setze mich wieder an meinen Tisch. Laura, die einzige Freundin in diesem Kurs, gratuliert mir und fällt dann wieder in ihr übliches Geplapper über ihre dauerhaften Probleme mit ihrem Freund Jordon. Oh Mann.
Jetzt, wo dieses Gefühl, dass ich den nächsten Tag nicht überleben werde, endlich aufhört, ist plötzlich Platz in meinem Kopf für mehr. Ich fange an, Dinge wahrzunehmen und wirklich Teil zu haben an diesem Leben, das bis jetzt irgendwie an mir vorbeigegangen ist. Es ist, als wäre diese Phase, in der ich mir einfach jeden Abend gewünscht habe, am nächsten Tag nicht wieder aufwachen zu müssen, eine Art Fieber gewesen - es muss schlimmer werden, damit es besser werden kann. Bin ich geheilt? Ich hoffe es...
In Geschichte haben wir eine Gruppenarbeit bekommen, ich bin mit Gabby (natürlich ;)), Jake und Mel, einem rothaarigen Mädel das mir sehr sympathisch erscheint, in einer Gruppe und wir verziehen uns während des Unterrichts in die Bibliothek, um mehr über den Konflikt in Bosnien rauszukriegen. Nach etwa 10 Minuten research fangen wir an zu quatschen, und wie es nun mal so ist, geht es sehr bald eher um uns als um Flüchtlinge und Bombardierungen. Das ganze endet mit einer sehr unproduktiven Stunde aber einer Verabredung, gemeinsam am Abend nach Ancaster ins Kino zu fahren...

Samstag, 20. Oktober 2001

Gestern abend war ich mit Anna, Gabby und Jake in 'Last Castle', einem echt überraschend gutem Film mit dem alten Knautschgesicht, wie heißt er nochmal, Robert Redford?? Wir konnten nur in die Spätvorstellung, da Jake noch arbeiten musste, und waren daher erst um 2 Uhr zu Hause, ich war überrascht dass meine Gasteltern das erlaubt haben... Ich weiß immer noch nicht so recht ob ich eine curfew habe oder ob das immer so von Mal zu Mal entschieden wird, wie lange ich wegbleiben darf. Aber sie geben auch nie was vor sondern fragen immer, wie lange ich denn denke, dass ich wegbleiben werde... Und dann nenne ich aus lauter Pflichtbewusstsein immer eine relativ frühe Zeit. Ich traue mich nicht, das entgegengebrachte Vertrauen auszunutzen, und von zu Hause bin ich noch sehr strikte Sperrstunden gewöhnt.
Heute morgen ist mir aufgefallen, dass gestern Abend das erste Mal war, dass ich quasi auf eigenen Faust dieses Dorf verlassen habe. Ich war bis jetzt nur bei dem YFU Camp in London, und am Bahnhof bzw. Flughafen um Mom / Miki wegzubringen oder abzuholen. Und das obwohl ich inzwischen fast zwei Monate lang hier bin... Unglaublich. Zu Hause bin ich fast jedes Wochenende in Bonn oder zumindest außerhalb von meiner Stadt - wenn ich das jetzt meinen Freunden zu Hause erzählen würde!!
Es tut weh an meine Freunde zu denken. Sie fehlen mir sehr, und ich höre kaum noch etwas von ihnen. Ich habe bei meinen ein-wöchentlichen Email-Sitzungen einfach kaum Gelegenheit ihnen zu schreiben. Für mehr als eine allgemeine Rundmail reicht die Zeit kaum. Die Antworten, die ich von Woche zu Woche kriege, kann ich inzwischen an einer Hand abzählen... Und jede email sagt irgendwie das gleiche: Nichts neues hier, du weißt ja wie es ist... Sie verstehen wohl nicht, dass für mich ihre Welt jetzt fremd ist. Sie sind mit neuen Mitschülern in der 11, also das erste Mal in einer Stufe und nicht mehr in unserem vertrautem Klassenverband, alles ist anders.
So gegen 10 Uhr fällt mir ein, dass Barb mir einen Auftrag gegeben hat: "Call your mother." Bis jetzt habe ich davor gedrückt, hatte Angst vor neuem Heimweh und es allgemein vermieden, zu Hause anzurufen... Widerstrebend greife ich mir also das Telefon und meine Campus Card, und wähle meine eigene Nummer. Als meine Mutter nach einem kurzen Augenblick rangeht, breche ich sofort in Tränen aus - aber weniger aus Heimweh als vor Freude, sie endlich wieder zu hören. Zwei Monate ist es her!! Wir telefonieren eine halbe Stunde, und es läuft eigentlich ganz gut, auch wenn mir auffällt, wie schwer es ist, jemanden von einem Leben zu berichten, dass er nicht kennt. Ich kann ihr nicht die kleinen Neuigkeiten aus Simcoe erzählen, weil sie die Leute nicht kennt, die darin vorkommen und es ihr alles nichts sagt. Auf meine Frage, wie es zu Hause so geht, kommt das gleiche wie von meinen Freunden "nichts neues, du weißt ja, wie es ist"... Na super. Zum Schluss kommen wir noch auf mein Heimweh zu sprechen, meine Mutter hat sich wohl ziemliche Sorgen gemacht. Ich versuche ihr zu erklären, wie es sich anfühlt. Jetzt, wo ich nicht mehr so darin stecke und jeden Tag ums 'überleben' kämpfen muss, sehe ich einige Dinge klarer. Ich habe mir eigentlich erst ganz zum Schluss gewünscht, zu Hause zu sein. Ich habe morgends meine Augen so lange geschlossen gehalten, wie es ging, weil ich sie nicht öffnen wollte und blaue Wände sehen wollte, sondern gelbe, und mein Zimmer in Deutschland. Aber als ich so weit war, war mir auch klar dass ich Hilfe brauchte. Das Heimweh, das noch relativ normal und auch erträglich war, war dieses Gefühl, meine Familie und Freunde so unendlich zu vermissen, dass ich alles dafür gegeben hätte, sie bei mir in Simcoe zu haben. Das war das merkwürdige daran... Ich bin so gerne in Kanada, dies ist mein Traum auf den ich mich fast zwei Jahre lang gewartet habe, und ich will um keinen Preis jetzt in Deutschland sein (auch wenn es mich krank macht, daran zu denken, was meine Freunde jetzt ohne mich alles erleben und machen), aber ich würde alles dafür geben, diese wunderbare fremde Welt gemeinsam mit den Menschen zu erkunden, die mir am allerwichtigsten sind; den Menschen, die die letzten 5, 6, 10, 16 Jahre verbracht haben.
Um 11 ruft meine Mom mich runter: Sie will mit Anna, Dad, Greg und mir nach Waterford fahren, ein Nachbardorf das berühmt für sein 'Pumkin'-Fest ist. Hallowe'en rückt näher, man merkt es!!
In Waterford angekommen gibt es nordamerikanische Kultur vom Feinsten: Vor jedem Haus unzählige ausgehöhlte und verzierte Kürbisse, mit lustigen, niedlichen, traurigen, bösen, gruseligen,... Gesichtern und allem möglichen Kram, außerdem natürlich den unvermeidlichen Papp-Grabsteinen, auf denen (schlecht) gereimte Sprüche stehen... Die Waterford-Bewohner haben sich wirklich ins Zeug gelegt und sogar riesige Vogelscheuchen, Hexen und übermannhohe 'pumkin-pyramides' aufgebaut. Unglaublich!! Es gibt einen Umzug am Nachmittag, nach dem wohl auch alle Häuser für ihre Deko prämiert werden, daher wohl der ganze Trubel. Im Zentrum der Stadt ist eine Grundschule, in der die übliche 'crafts' Ausstellung zu finden ist, wie bei uns auf der fair.
Schließlich spendiert Mom hot dogs für alle (verkauft von gut aussehenden Feuerwehrmännern, mmmh) und wir sehen uns die Parade an. Wirklich total süß!
Pünktlich fürs Abendessen, also so gegen 5, sind wir zu Hause - ein weiterer schöner Tag! Das herbstliche Wetter hier ist einfach atemberaubend: Nur strahlend blauer Himmel, kristallklar, und das mit den leuchtend roten, goldenen, orangenen und braunen Blättern, den Kürbissen und... einfach toll. Ich liebe es!
Apropos lieben... Jordan und ich sehen uns inzwischen kaum noch an, mehr als ein 'hey' aus dem Mundwinkel im Vorrübergehen gibt es nicht mehr. Stattdessen hat jetzt mein Bio-Kurs die 'Carrie-Mania' entdeckt und fragt mich reihum aus. Alle... bis auf Jeff natürlich. Nach dem Gruß am fair day, der alle Mädchen vor Neid erblassen ließ, hat er sich stark zurückgehalten. Wir werden sehen...

Sonntag, 21. Oktober 2001

Ich glaube ich bin krank - ich bin an einem Sonntag um 8:30 aufgewacht! Es kann echt nicht wahrsein... zu Hause krieg ich mich vor 10 nie aus dem Bett, und hier schaffe ich es unter keinen Umständen länger als 9 Uhr zu schlafen. Naja... eine gute Gelgenheit das traumhafte Wetter zu nutzen und joggen zu gehen. Ich bin jetzt seit zwei Monaten hier, und ich glaube, es hat insgesamt einmal geregnet.
Und wo ich grad dabei bin, Unterschiede zu Deutschland aufzulisten: Hier beginnen Kalender mit dem Sonntag! Nicht mit Montag, begründet wird dies dadurch, dass der Sonntag laut der Bibel der erste Tag ist. Und es stimmt - es gibt wirklich Stellen in denen er als erster Tag der Woche genannt wird, aber ruht Gott nicht auch am siebten Tag...?? Naja, jedem das seine. Man muss sich nur an den Gedanken gewöhnen, dass Kanadier mit dem ersten Tag der nächsten Woche nicht Montag meinen...
Nach dem joggen erwartet mich special breakfast: Sonntags macht Mom immer etwas besonderes, heute bacon and eggs. Mmmh lecker. Her mit den Kalorien!! :) Im übrigen ist Sonntag sowieso immer Koch- und Backtag für Sandy Sheppard. Das fängt mit dem Frühstück an, und danach fängt sie dann sofort damit an, das stew fürs Abendessen vorzubereiten, und während das im slow cooker simmert, wird gebacken. Hab ich schon vom Backen erzählt? Ich glaube nicht... Das Backen ist wohl Tradition im Hause Sheppard, und es wird auch der Nummer 1 Grund für mein extra-Gewicht sein. Jeden Sonntag wird gebacken, aber nicht nur ein paar Kekse, nein, gleich eine riese Tuppa-Dose (etwa 40 cm Durchmesser und gute 15 cm hoch) voll, wirklich RIESIG, ich übertreibe nicht!! In der Dose kann nämlich wahlweise im umgedrehten Zustand auch eine dreischichtige Torte aufgehoben werden, wie jeden zweiten Sonntag bewiesen wird! Und diese mehrschichtigen, Schokolade- oder Vanillecremetorten sind purer Zucker... und so lecker!! Und für drei, maximal vier Leute ist so eine Torte schon ganz schön viel. Und die Kekse... Mom meinte, sie backt meistens so um die 150 Stück. Macht 50 Stück für jeden, innerhalb von einer Woche. Und dazu kommt, dass Mom selbst kaum welche isst (sie ist auch etwas rundlich im Vergleich zu meinem doch recht drahtigen Dad). Das macht also etwa 70 Kekse für mich - jeden Tag 10 Stück. Mit Milch. Chocolate chip cookies. Double Chocolate chip cookies. Chunky chocolate cookies. Peanutbutter cookies. A 1000 goodies cookies. Shortbread. Und mehr und noch mehr und noch mehr...!! Unglaublich. So lecker. Ich werde so fett.
Gestärkt von diesem tollen Frühstück und mit dem Geruch von frisch Gebackenem in der Luft mache ich mich also an mein Geschichtsprojekt - ein scrapbook zu einem freigewählten Thema. Scrapbooks bestehen in diesem Fall aus 5 aktuellen Zeitungsartikeln, die wir interpretieren und analysieren müssen. Artikel habe ich... aber diese jetzt zu bearbeiten, und das mit mindestens 1000 Wörtern... argh... keine Lust... kann nicht denken... verstehe Artikel nicht... oh schönes Wetter draußen... ich frage mich was wohl Gabby gerade macht??
Da klingelt auch schon mein Telefon:
Gabby: "Hey Carrie, how are you doing? How's your scrapbook coming along?"
Carrie: "Oh well... you know... alright... I'm working on it..."
Gabby: "I just started too."
Carrie: "How did you know?!"
Gabby: "Come on, girl, I know you! That's why I am calling. Jake invited us over to his place to work on our scrapbooks together and maybe go over our group presentation. I'm picking you up in 20 minutes."
...
Na also, das Leben wendet sich doch immer zum guten!! Geteiltes Leid...
Und so verbringe ich den Nachmittag mit Mal (was im übrigen kurz für 'Mallory' ist) und Gabby bei Jake, der auf unser dreistimmiges Geheul "we are huuuuuungryy" mit der Frage antwortet "who likes french toast?" - wie cool ist das denn ;) Ich hab noch nie french toast gegessen und bin völlig begeistert von Männern, die mir Essen machen. Aber ich sehe ein Problem: Immer wenn Kanadier hören, dass ich etwas noch nie probiert habe, muss es sofort herbeigeschafft und in meinen Mund befördert werden. Bei der fair z.B. sind Amanda und ich an einem fudge-Stand vorbeigekommen. Ich wusste nicht was fudge war, es sah so ähnlich aus wie Nugat, nur in kleinen Blöcken, und in den verrücktesten Sorten - aber in jedem Fall aus Zucker. Also versuchte ich mich mit dem Argument, dass ich kein Geld für solche Sachen habe, aus der Angelegenheit zu winden - woraufhin der Verkäufer, angelockt von meinem Akzent, mir etwas fudge schenkt, damit "Deutschland erfährt, wie toll kanadischer fugde schmeckt"...
Um 5 pilgere ich wieder nach Hause, und wieder ist es ein merkwürdiges Gefühl, unsere metallene Fliegengittertür aufzuziehen, die Holzhaustür aufzudrücken, über die Hunde zu stolpern, auf den kaputten Plastikküchenstühlen meine Schuhe auszuziehen und mir den Weg über das rissige Linoleum ins Wohnzimmer zu bahnen, nachdem ich den Nachmittag in Jakes Haus verbracht habe, das mit dicken Teppichen ausgelegt ist, eine Marmor-Edelstahl-Küche hat, viele Zimmer, zwei große Stockwerke und unter anderem ein eigenes Zimmer für das Klavier, natürlich mit Blick auf das restliche Anwesen...
Zu Hause erwartet mich eine Überraschung: Zwei kleine Mädchen sitzen auf meinem Sofa. Was machen die denn da?? Zu meiner Verwirrung trägt bei, dass die beiden Französisch miteinander reden. Hä??
Meine Mom kommt schließlich rein und stellt mir die beiden vor: Dominique und Gabrielle, 10 und 8 Jahre alt, sind zwei der drei Töchter einer Kollegin und Freundin meiner Mom. Die Jüngste der drei, Emily, ist schwer krank (irgendwas mit Blut und Nieren, soweit ich es verstanden habe), und deshalb mussten ihre Eltern mit ihr nach Montreal zu einem Spezialisten fahren. Die beiden anderen bleiben solange bei uns. Juchuh, Gastschwestern!! Ich bin hin und weg und völlig begeistert :)
Nach dem Abendessen quäle ich mich weiter durch mein scrapbook - ich kann mich nicht erinnern, in Deutschland so nervige Hausaufgaben gehabt zu haben. Dort kriegen wir immer nur kleinere Hausaufgaben auf den nächsten Tag, und hier sind es immer gleich Projekte auf nächste oder übernächste Woche. Solche Aufgaben setzen aber selbsständiges Arbeiten und ein gewisses Maß an Disziplin vorraus... Nicht gerade meine beste Eigenschaften!
Um 10 bin ich endlich fertig und meine rechte Hand völlig kaputt. Ich vermisse meinen PC, ich hab schon lange nicht mehr so viel von Hand geschrieben....
Ich hätte zwar vermutlich früher fertig sein können, wenn ich nicht noch Zeit damit 'verschwendet' hätte, bei Jake rumzuhängen, aber es hat soviel Spass gemacht... ;) Aber jetzt: Ab ins Bett! Ab Morgen gibt es eine neue Woche zu meistern - ach nein, die hat heute ja schon angefangen...