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Frankreich: Organisationen für Frankreich
Frankreich im Forum

Vier Monate nach Frankreich? Einfach mal raus und etwas ganz Neues erleben? Ein anderes Land kennen lernen, seine Kultur, seine traditionelle Küche, viele neue Leute und natürlich die Sprache? Das war die Idee, die sich vor einem Jahr in meinem Kopf festgesetzt hatte. Ich suchte daher im Internet nach Organisationen, die so einen Aufenthalt anbieten, und stieß dabei auf die Seite von esfa. Die ausführlichen Informationen über einen Auslandsaufenthalt haben mich direkt angesprochen: eine kurze Beschreibung der Sitten und Traditionen in Frankreich sowie über das Schul- und Familienleben. So konnte ich mir ein erstes grobes Bild vom französischen Leben machen. Esfa machte einfach einen sehr familiären und sympathischen Eindruck und für mich war sofort klar, dass ich mich bei dieser Organisation bewerben wollte, da ich das Gefühl hatte, dort gut aufgehoben zu sein.

Die ersten Tage

Ich flog von Köln/Bonn nach München, wo ich auf Ilona Bremer, die Geschäftsführerin von esfa, und weitere Teilnehmer treffen sollte, und von dort ging es zusammen weiter nach Lyon. Es tat gut mit den anderen schon mal ein wenig über den Aufenthalt zu reden, was man erwartet, wie man sich fühlt und so weiter, denn so ganz leicht fiel mir der Abschied von zu Hause und meinem Freund dann doch nicht. Am Flughafen von Lyon angekommen, empfingen uns neben den Gastfamilien auch Maïthé Senac und Lise Roda von esfa Lyon, die dafür sorgten, dass alle Teilnehmer in die richtige Familie kamen. Meine 19 Jahre alte Gastschwester Eléonore holte mich ab und fing direkt an auf Deutsch loszureden und ich stand etwas perplex da. Wir haben aber dann doch ins Französische übergewechselt! Meine Gastmutter Claudette und mein Gastvater Daniel empfingen mich sehr herzlich und behandelten mich von Anfang an wie ihre eigene Tochter. Auch mit Eléonore verstand ich mich auf Anhieb.
Für die Zeit meines Aufenthaltes wohnte auch Julia bei meiner Gastfamilie, die ein Semester in Lyon studieren wollte und vor fünf Jahren ebenfalls mit esfa vier Monate bei Claudette, Léo und Daniel verbrachte. Alles war jedoch noch ziemlich ungewohnt und neu, und in meinem Kopf schwirrten die Gedanken über Heimweh und den Beginn "des großen Abenteuers" nur so hin und her.
Doch das war schon am zweiten Tag vorbei, denn da trafen sich alle Teilnehmer mit Ilona, Maïthé und Lise in Lyon und es wurden die ersten Eindrücke ausgetauscht. Ilona sprach zusätzlich noch mit jedem Einzelnen darüber, ob es Probleme oder andere Schwierigkeiten gibt, die den Aufenthalt erschweren könnten, um diese frühzeitig zu lösen. Nach einer ersten Stadtbesichtigung konnten wir Lyon schon mal etwas näher kennenlernen. Wir waren uns alle einig: schon allein wegen der Stadt wird es eine super Zeit!!

Das Lycée

Die Schule fing für mich donnerstags an. Léo hatte mir bereits die Besonderheiten des Stundenplans sowie einige nützliche Infos, wie zum Beispiel Öffnung/Schließung des Schultores erläutert, da sie auch das Lycée St. Just besucht hatte.
Das französische Schulsystem unterscheidet sich doch sehr vom deutschen und in den ersten zwei, drei Wochen kam ich mir etwas verloren vor. Aber die Lehrer nahmen Rücksicht auf mich und meine Klassenkameraden erklärten mir alles und waren sehr hilfsbereit, sodass ich nach vier Wochen eigentlich sehr gut zurecht kam. Auch mit der Art des Unterrichts wurde ich mit der Zeit vertrauter, denn am Anfang habe ich überhaupt nichts verstanden und konnte die diktierten Texte nur bei meinen Klassenkameraden abschreiben. Doch nachdem man sich etwas in die Sprache reingehört hatte, klappte auch das um einiges besser.
Ich war in der Première L, dem Literaturzweig. Ich hatte sechs Stunden Französisch in der Woche, die sich auch schon bald bemerkbar machten, denn ich bekam ein immer besseres Sprachgefühl, was mir für Unterhaltungen mit meiner Gastfamilie und den Klassenkameraden sehr nützlich war. Die Klausuren waren gar nicht so schlimm, wie ich zuerst gedacht habe und ich konnte in jedem Fach ein Wörterbuch benutzen. Ich wurde voll in die Klassengemeinschaft integriert und hatte sehr viel Spaß mit meinen KlassenkameradInnen.

Die Gastfamilie

In meiner Gastfamilie fühlte ich mich direkt sehr wohl. Wir haben viel zusammen unternommen, wie zum Beispiel Theaterbesuche oder Besichtigungen einiger Sehenswürdigkeiten in Lyon, und insbesondere Claudette erzählte mir sehr viel über die Kultur und die Geschichte Frankreichs. Sie half mir bei den Französischhausaufgaben und erklärte mir alles, was ich nicht verstanden habe, über französische Redewendungen bis hin zu Erklärungen der Traditionen in Frankreich.
Während meines Aufenthaltes habe ich auch die französische Küche kennengelernt, die Claudette perfekt beherrschte. Selbst die berüchtigten "grenouilles" (Froschschenkel) waren gar nicht so schlimm wie ich zuerst dachte!! Da Claudette und Daniel tagsüber arbeiteten und Léo, Julia und ich in der Uni bzw. Schule waren, war das gemeinsame Abendessen die Gelegenheit, vom Tag zu erzählen und sich zu unterhalten. Es gab immer viel zu lachen und ich fühlte mich rundum wohl.
Nach zwei Monaten veranstaltete esfa ein Treffen mit allen Teilnehmern und ihren Gastfamilien, damit bei einem kleinen Buffet die Eindrücke und Erfahrungen ausgetauscht werden konnten. Diese Gelegenheit nutzten vor allem wir Teilnehmer, denn wir waren natürlich sehr neugierig, wie es die anderen angetroffen hatten! Wir blieben auch außerhalb der Treffen in Kontakt und trafen uns oft mit französischen Freunden in Lyon.
Von dieser Stadt war ich von Anfang an total fasziniert: Vieux Lyon mit den engen Gassen und kleinen Lädchen, das rege Treiben in den Haupteinkaufsstrassen rund um den zentralen Treffpunkt Bellecour - eine moderne Stadt und trotzdem ein Hauch von "alter Stadt". Und "Lyon by Night" muss man einfach gesehen haben! Alle Gebäude und Brücken sind erleuchtet und von der Basilika Fourvière aus kann man eine geniale Aussicht auf das nächtliche Lyon genießen.

Ich habe während meines Aufenthaltes in Frankreich viel gelernt und viele neue Eindrücke und Erfahrungen, auch für mich persönlich mitgenommen, sowie ganz viele nette Leute kennengelernt. Es war eine tolle Zeit, die ich nicht so schnell vergessen werde und die auch so nicht mehr wiederkommt. Ich bin froh mich zu diesem Aufenthalt entschlossen zu haben, und dank der tollen Unterstützung und Organisation von esfa waren die vier Monate eine unvergessliche Zeit und ein toller Erfolg!

November 2003

Michaela