Weitere Infos auf austauschschueler.de
VDA: Details zu VDA
VDA im Forum
Chile: Organisationen für Chile
Chile im Forum

Vor genau 50 Tagen kam ich in Chile an. Es war alles so fremd, aber doch auch ähnlich. Den 1. Tag verbrachten alle in Santiago, dort hatten wir bis zum Mittagessen eine Einführung, zu den Sachen wie Kultur und Schule. An diesem Tag schloss ich viele Freundschaften, aber v.a. mit Isa verstand ich mich sehr gut. Und als wir sie zum Flughafen gebracht haben, haben wir uns gesagt, dass wir uns im Dezember wieder treffen. (Isa ist bis Dez in Chile, genauergesagt Puerto Williams, also ganz im Süden.)
Abends verabschiedeten sich dann alle und es war ein komisches Gefühl zu wissen, dass man manche nie wieder sieht!
Wir sind dann (über Nacht) mit Bussen zu unseren Familien gefahren. Total aufgeregt wurde ich dann, als Carmen in Rio Bueno (Nachbarstadt) ausstieg. Ich wusste, dass der nächste Ort meine neue Heimat wird, in der ich mindestens bis Dezember wohne und lebe. Zuerst fuhren wir an den hässlichen Armenvierteln vorbei, dann fuhren wir durch die Innenstadt (damals wußte ich nicht, dass es die Innenstadt war), sie war zwar grün, aber es war ein häßliches Grün, nicht so wie in Deutschland. Die Häuser waren auch alle total runtergekommen und die Straßen waren übersäät mit Schlaglöchern. Dann kamen wir bei der TurBus-Haltestelle an, ich war total aufgeregt, doch ich glaube, dass Franzi mich nicht verstehen konnte, sie saß neben mir und wollte nicht ankommen, so kam es mir vor. (Franzis Austauschpartner war schon bei ihr in Deutschland.)
Wir haben gehalten, ich hab alle meine Sachen zusammengesucht und bin ausgestiegen. Dort begrüßte mich gleich eine Frau mit den Worten: "Du musst Lara sein?" Es war meine Gastmutter! Ich holte mein Gepäck und alles zog so an mir vorbei. Ich sagte Franzi Tschüss und auch ihrer Familie. Wir verstauten mein Gepäck im Auto (ein Geländewagen) und fuhren los. Auf der Fahrt redeten wir nichts. Meine Gastmutter unterhielt sich mit Ingrid (Sekretärin an meiner Schule, Nachbarin, Mutter eines ATS, war mit uns im Bus gefahren!).
Ich schaute die ganze Zeit nur aus dem Fenster, alles war so heruntergekommen und es stellte sich mir die Frage "Haben die hier Linksverkehr? Oder interessieren sie sich nicht für die Fahrseite?" (es gibt meistens nur Einbahnstraßen.)
Nach 5-10 min Fahrt kamen wir schon an. Das Haus, in dem ich wohnen sollte war nicht so runtergekommen, es sah sehr schön und sehr gepflegt aus. Wir brachten meine Koffer hoch und ich das 1. Mal das Haus von innen, total schön.
Stella, meine Gastmutter, brachte mich in mein Zimmer, genau in MEIN Zimmer!! Hier darf ich also bis Dezember wohnen. Stella zeigte mir dann das Bad (klein!) und erklärte mir, dass das andere Bad gerade renoviert wird und eigentlich sollte es ja fertig sein, bis ich komme, aber die Meister waren zu langsam.
Ich ging wieder in mein Zimmer und fing an die ganzen Sachen auszupacken und sortierte alles in meinen Schrank. Dann ging ich wieder in die Küche, weil Stella mich fragte, ob ich frühstücken wolle. Dort lernte ich meinen Gastvater kennen. Beim Frühstück war es so, dass Stella mir was anbot und ich nahm an, denn was sollte ich anderes machen? Ich akzeptierte alles. Nur Avocado war nichts für mich, das aß ich nicht.
Frühstücken tat gut, was dann noch besser tat, war das Duschen. Ich denke jeder will eine Dusche, wenn er 19h im Flugzeug sitzt, danach erst Einführung hat und nachmittags durch die Smog-Stadt Santiago läuft und danach dan noch einmal 11½h in einem total unbequemen Bus sitzt. Nach dem Duschen habe ich erstmal 2h geschlafen, zuhause anrufen konnte ich nicht, da der Strom weg war. Um 14 Uhr wurde ich von Stella geweckt, da wir Essen gehen wollten, dann lernte ich auch 3 von meinen 4 Gastgeschwistern kennen. (Der vierte arbeitet in Santiago.)
Das Essen war sehr lecker, da ich aber nicht wusste, was ich nehmen soll, aß ich etwas mit Verena (Gastschwester) und Stella zusammen. Direkt danach fuhren wir nach Osorno, ich wusste zwar nicht wieso und weshalb, doch der Grund war, dass sie es mir zeigen wollten, wir sind einmal durch die Stadt gefahren, danach wieder in mein neues Zuhause.
Angekommen hab ich erstmal Zuhause angerufen. Genau vor diesem Anruf hatte ich Angst, Angst Heimweh zu bekommen, doch die Angst war sehr groß und Heimweh gab es nicht.